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Meine Meinung: Warum alle Haarentfernungsmethoden saugen

Spätestens wenn die erste Wollstrumpfhose gegen eine dünnere und später sogar gegen gar keine ausgetauscht werden kann, geht die kontroverse Haarwuchsfrage wieder los. Welche Stellen dürfen ihren Fell behalten, welche dürfen nur einen Drei-Tage-Bart haben und was muss blank blitzen? Und wer darf das entscheiden? fudder-Autorin Heng über Vor- und Nachteile von Körperhaarentfernungsmethoden.

Chauvinistisch geprägte Männer finden, dass Frauen – nicht deren Freundinnen, sondern weibliche Menschen im Allgemeinen – immer glatte Beine, Achseln und Schambereich haben sollten, während sie sich selbst eine Matte bis nach New York wachsen lassen. (Meistens sind diese Personen auch der Meinung, dass Frauen ihre Berufung hinter dem Herd zu finden, nicht kritisch zu denken und gebärfreudig zu sein haben.)

Menschen mit einem Hang zum alternativeren Lebensstil erlauben ihren Partnerinnen einen körperlichen Wildwuchs, egal wie sie dadurch riechen oder schmecken. Ist ja schließlich deren Körper!

Bürgerliche Kerle (zum Beispiel ehemalige FPD-Wähler, die mittlerweile zu den Piraten gewechselt sind, wenn wir uns schon an Klischees bedienen) machen gerne auf tolerant und weltoffen, indem sie ihren Partnerinnen die Haarentscheidung offen lassen, über behaarte Körperstellen aber gerne lästern à la: „Ich finde haarige Beine extrem widerlich, aber geh mit deinem Körper ruhig um, wie du dich wohlfühlst.“ Als würde sich eine in dem Moment stark verunsicherte Frau wohlfühlen, wenn sie abends in Feinripphemd, Tennissocken und mit Tina Turners Hauptfrisur unter den Armen vor dem Fernseher chillt und Bier trinkt. (Sollte es doch der Fall sein, Gratulation zu einem überdurchschnittlichen Selbstwertgefühl!)

Dass die Meinungen so weit auseinander gehen, ist auch eine Frage der Empathie. Ich bezweifle, dass viele Männer sich hinsetzen und ihre Waden langsam und gründlich epilieren, um einen Eindruck von dem zu gewinnen, was Frauen eigentlich für eine glatte Haut durchmachen müssen. Deshalb werde ich in Kürze erklären, welche Haarentfernungsmittel es gibt und warum jede einzelne Möglichkeit saugt.

Der Rasierer

Die wohl am häufigsten genutzte, weil auf den ersten Eindruck schmerzloseste und schnellste, Methode ist das Rasieren. Das lässt sich wunderbar ins Duschprogramm integrieren, wenn man eine Viertel- bis halbe Stunde lockermachen kann. Rasierschaum auf die nasse Haut, mit dem Handgerät über die betroffene Stellen (in der Bikinizone bloß nicht entgegen der Wuchsrichtung, ihr könnt ja mal ausprobieren, weshalb), abwaschen, abtrocknen, zur Pflege ein bisschen Körpermilch auf die Haut und fertig. Der Clue: Man darf sich bloß nicht dabei schneiden, ansonsten viel Spaß mit den roten Sprinkles im Bad und auf der Kleidung.

Klingt in Der Tat simpel und machbar. Blöd nur, dass die Haut dadurch austrocknet, die Haare einwachsen und sich in Form von Pusteln zurückmelden sowie die Tatsache, dass man das jeden zweiten Tag machen muss. Hat man der Haarentfernung eine Winterpause gegönnt, dauert es sehr, sehr, sehr lang, bis alles weg ist.

Wie sieht’s also mit den langfristigeren Optionen aus?

Der Epilierer

Handlich, hübsch und vielversprechend soll dieses schicke Gerät für bis zu vier Wochen Ruhe sorgen. Bis der Wunschzustand erreicht ist, ist allerdings ein steiniger Weg zu laufen.

Viele kleine Pinzetten reißen die Haare an der Wurzel aus der Haut und sorgen vermeintlich dafür, dass sie weich und langsam wachsen. Klingt schmerzhaft, sorgt auch jedes Mal für viele Tränen und für viel Frust. Letzteres, weil man jede Bahn mindestens zwei, meistens eher drei Mal fahren muss, bis jedes Haar weg ist. Außerdem funktioniert das ganze nur an den Beinen, die weicheren Stellen machen jedes Epilieren zum Nahtoderlebnis.

Anschließend gibt es unästhetische Rötungen auf der Haut und man schwört sich jedes Mal, dass man sowas nie wieder macht. Zwei Wochen später wird es aber langsam wieder Zeit dafür, man muss aber noch weitere vierzehn Tage darauf warten, dass die Haare lang genug für den Epilierer sind. True story.


Das Wachs

Egal ob in Form von Kaltwachsstreifen oder Heißwachs, Spaß ist etwas anderes. Vor allem bei letzterem. Bis die klebrige Masse nämlich auf eine ertragbare Temperatur gekühlt ist, verbrennt man sich schon den einen oder anderen Zentimeter Haut. Wenn es dann losgehen kann, braucht man die Entschlossenheit, die Stoff- oder Papierstreifen schnell abzureißen, sonst geht das nicht. Auch diese Option ist schmerzhaft und man saut sich das gesamte Umfeld ein.

Davon abgesehen ist das Fertigwachs stark chemisch belastet, selbstgemachter dauert in der Herstellung lange und ist nicht jedermanns Sache.


Die Creme

Geht das nicht auch ohne Schmerzen und trotzdem für mehr als zwei Tage glatt? Doch, klar! Alles, was man dazu benötigt, ist die ultrachemische, penetrant riechende Enthaarungscreme, die man zehn Minuten lang auf der Haut behalten muss (was man unter der Dusche währenddessen ohne Wasser und Shampoo und mit verschmierten Händen so macht, ist eine gute Frage). Die aus abgefallenen Haaren und Creme bestehende Masse kann man anschließend mit einem Spachtel-ähnlichen Ding abschaben.

Falls die Beine tagelang danach jucken, lag’s wahrscheinlich an der dubiosen Paste.


Die dauerhafte Haarentfernung

Egal ob durch das Lasern oder dem regelmäßigen Sugaring, das Hauptproblem an dieser Option ist die Finanzierung. Allein das Sugaring kostet pro Sitzung allein für die Bikinizone um die vierzig Euro.

Ganz davon abgesehen, dass alle Methoden meistens schlecht für die Haut, wenn nicht schmerzhaft oder extrem teuer sind, gibt es auch unterschiedliche Schönheitsideale. Die einen finden Büsche gut, die anderen finden ein bisschen Busch gut und wieder andere finden, der Haaranteil einer erwachsenen Frau sollte dem eines achtjährigen Mädchens gleichen. Letzteres ist durchaus fragwürdig und leider der Standard unter primitiven Menschen.

Natürlich liegt die Entscheidung immer bei der Frau, was sie mit ihrem Körper anstellt, aber sie ist viel leichter zu fällen, wenn Männer ein bisschen mehr Verständnis und weniger Rollenbilder mit sich rumtrügen.

Und seit wann wird jemand überhaupt über seine Körperbehaarung definiert?








[© detailblick - Fotolia.com]




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 16
Mittwoch, 30.05.12 16:31
 

"suck" - ein wort, das nicht übersetzt werden will.

Mittwoch, 30.05.12 16:37
 

"suck" - ein wort, dass für sich selbst spricht.

netter artikel btw. der leicht ironisch/sarkastische Unterton machts angenehm zum lesen :)

Mittwoch, 30.05.12 16:45
 

Das gilt auch für Jungs: wer derzeit sich mit freiem Oberkörper so präsentiert wie ihn Mutter Natur geschaffen hat: NoNoNoNo ist noch die mildeste Form der Ablehnung.

Wenn in MensHealth Ausgaben seitenweise über Enthaarungsmethoden berichtet wird, im Sportstudio merkwürdige Blicke einen begleiten wenn der Body nicht ganz haarfrei ist - spätestes DANN überlegt sich der Mann wie er die lästigen Haare los wird.

Erste Methode ist wohl das rasieren: kurzfristig einsetzbar, durch Erfahrung im Gesicht gut einsetzbar.
Alle anderen Methoden werden je nach Schmerzempfinden unterschiedlich gewertet.

Beine werden bei Jungs nur mit aktivem Bezug zum radeln, schwimmen oder Bodybuilding ebenfalls haarfrei gehalten.
Sieht besser aus und ist bei Schürfwunden angenehmer!

Derzeitiges Modeideal ist schlicht und einfach: haarfrei ab Hals abwärts. Und selbst wenn das Modeideal sich ändert - es wird immer Menschen geben die haarfreie Körper bevorzugen.
Soll halt jeder selbst entscheiden für welche Entfernungsmethode er sich interessiert.

Mittwoch, 30.05.12 17:41
 

oh jesses...sommerloch?

1. brust rasieren beim mann: kratzt spät. nachm 2ten tag, und da mann ja eh zu faul ist, hat frau dann auch keine freude dran.

versteh den grundtenor dieses textes nicht: so ziemlich alle frauen mit denen ich es in ieiner form über körperhaare hatte haben von sich(!) aus einen heidenstress fabriziert..."ich MUSS unbedingt das und das rasieren..."usw. unverständlich.

und n biber hat auch was...

Mittwoch, 30.05.12 17:58
 

ha, endlich mein lieblingsthema im sommerloch!

ich steh dazu: ich bin mann und rasier mir die beine.

fakeedit: nimm das, schockierte weltöffentlichkeit!

Mittwoch, 30.05.12 18:10
 

@NYHC,

und fährst viel Rad (MTB, Rennrad, Cross, DH) ?

Mittwoch, 30.05.12 18:27
 

ja. aber das ändert nichts daran dass der großteil meiner menschen mit unverständniss oder gar abscheu reagiert.
die meisten männer haben wohl ein problem damit dass von so einer glattrasierten, schweißglänzenden, muskulösen männerwade deutliche, erotische schwingungen ausgehen..

Mittwoch, 30.05.12 19:34
 

Was bitte sind primitive Menschen ?! Ich würde an Eurer Stelle schauen, diesen mehr als unglücklich gewählten Begriff schnell aus dem Artikel zu streichen. Man kann ja wohl einen Mensch in keinster Weise als primtiv bezeichnen, nur weil er in dieser Hinsicht eine andere Meinung hat als der Redaktuer.

Mittwoch, 30.05.12 20:00
 

Die Klammer dieses Artikels besteht aus sehr unreflektiertem Geschwurbel. Das fängt mit "Chauvinistisch geprägte Männer..." an und hört mit "...weniger Rollenbilder mit sich rumtrügen." auf.

Schon einmal einen Gedanken daran verschwendet, dass es wenigstens so viele Schönheitsideale/-vorstellungen - auch auf Seiten der Frau(en) - gibt, wie Du Haarentfernungsmethoden aufgezählt hast? Dass sich Frauen wie Männer gleichermaßen mit/ohne ihre(r) Körperbehaarung (un)wohl fühlen können, ohne einem Schönheitsdiktat zu unterliegen?

Mittwoch, 30.05.12 21:01
 

Haare und Schürfwunden... sorry, aber das hat gar nichts mit Heilungsprozess oder sonst was zu tun... Es geht eher um das Vorbeugen von Haarwurzelentzündungen bei Massagen vorzubeugen.
Ich gehöre nach wie vor zu Gruppe Höhlenmensch. Haare auf dem Kopf, im Gesicht (weil nicht täglich Rasur), Rücken, Arsch, Schwanz und Beine. Ganz ekelhaft unter den Achseln auch noch....
2mal duschen am Tag, dann ist die Geruchsbildung nicht da, die ja ohnehin nicht von den Haaren ausgeht.
Seit wann wird uns Männern denn diktiert, oh bitte sein ein haarloses Wesen? Seit es so Minderwertigkeitsmagazine wie Men´s Health, GQ oder was weiß ich was für Schrott gibt. Geschlechterübergreifend Coupe´, die einen glauben machen wollen, nur Glatt gehts zum Erfolg.
Ist denn hier schon einmal einer zurück gewiesen worden, nachdem Frau festgestellt hat, überall sind da Haare, waaaaaaaaaaaaaaaah? Oder hat von Euch einer Operation Höhlensturm abgesagt, weil sie zu haarig war?

Mittwoch, 30.05.12 21:12
 

So rein alltagsmäßig muß das jeder mit sich selbst ausmachen. Es gibt eben diesen trade-off: alternierender Zeitaufwand vs. mutmaßlicher Ästhetik.

Sexuell gesehen jedoch bin ich mir sehr sicher: Wer untenrum so richtig abgelutscht werden will (m wie f) hat größere Chancen umso kürzer der entsprechende Haarschnitt.

Meine Meinung und auch meine Haltung in dieser Angelegenheit


Stifler's Mom hat den Kommentar am 30.05.2012 um 21:30 bearbeitet
Donnerstag, 31.05.12 00:45
 

die chauvis schreien: STIIIIIIIIMMT NICHT!

Donnerstag, 31.05.12 07:50
 

Eine komplette Intimrasur ist deiner Meinung nach " durchaus fragwürdig und leider der Standard unter primitiven Menschen."

Du pauschalisiert gewaltig in deinem ganzen scheiß Artikel....

Donnerstag, 31.05.12 08:53
 

ich mag rasierte Kätzchen!

Donnerstag, 31.05.12 10:39
 

ich nicht http://is.gd/6fFCvM

Mittwoch, 06.06.12 16:15
 

@maggoo: wie recht du hast

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