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Nightlife-Guru: Dead or Alive-Slam @ Theater Freiburg

Slams gibt's zur Zeit haufenweise in Freiburg. Doch der Dead or Alive!-Slam im Theater Freiburg ist was besonderes: dabei treten lebende Slammer gegen Schauspieler, die als verstorbene Poeten verkleidet sind, an. Wie's am Donnerstagabend war:

 
Die Mädels an der Tür

Wer eine Eintrittskarte als Student gekauft hat, muss am Eingang auch seine Unikarte dabei haben, da achten die Damen an der Tür schon sehr genau drauf. Ansonsten verläuft alles friedlich und freundlich.

Wer war da?

Vor allem die Studentenschaft ist vertreten, aber auch Schülerinnen und Schüler, ja sogar ein kompletter Abiturjahrgang, der seine Abschlussfahrt in Freiburg macht,  Eltern, Lehrkräfte und andere Menschen aus dem Ü40-Bereich.

In Subkulturen und Modeströmungen aufgeteilt sind natürlich einige Hipster am Start (Was wäre ein Poetry Slam ohne Dutt-Mädchen, Skinny Jeans und ironische Jutebeutel?), Alternativsträgstrichöko gekleidete, aber auch Personen in „normalen“ Klamotten. Ein Dresscode ist nicht zu erkennen, die einen sind etwas schicker gekleidet als die anderen, aber es gibt kein under- oder overdressed.

Bis kurz vor Beginn tümmeln sich alle draußen, weil es im großen Haus unglaublich warm ist. Auf dem Weg zu seinem Sitzplatz kann man sich von einem weißen oder schwarzen Engel eine Fruchtgummi-Fledermaus abholen.

Auf der Bühne sorgt Sebastian 23 mit seinen bekannten (bekannt auch im Sinne von sich wiederholenden) Sprüchen für die Moderation, Mr. Black und Mrs White begleiten ihn dabei. DJ Nachtfalke legt extrem gute Beats auf – erst während des Battles, dann auf der After-Show Party.




In den Kampf treten für die Mannschaft der Lebenden Florian Cieslik, Julian Heun, Sophie Passmann (<3) und Nektarios Vlachopoulos. Das Team der Toten besteht aus Publius Ovidius Naso aka Ovid (gespielt von Hendrik Heutmann), Benjamin Neukirch (Victor Calero), Kurt Cobain (André Benndorff) und David Foster Wallace (Nicola Fritzen).

Inneneinrichtung und Deko

Auf der Bühne gibt es ein großes Sofa und ein DJ-Pult. Auf der Leinwand im Hintergrund steht immer der Name des jeweils Vortragenden im passenden Design (weiß und schnörkelig für die Lebenden, schwarz und... ebenfalls schnörkelig, aber auf eine bösere Art, für die Toten) angezeigt, auch der Punktestand wird auf sie projiziert.

Als die Toten auf die Bühne kommen, steigen sie aus ihren Särgen, der Raum wird neblig, es gibt  ein bisschen Feuerwerk und Pyrotechnik und die Toten legen einen hervorragenden Tanz ab. Zum Schluss regnet es goldenes Konfetti, ein Augenschmaus für alle, die beim Feiern gern mit Goldstaub um sich schmeißen, also für die Hipster.

Atmosphäre

Jeder witzige Spruch wird im Publikum gefeiert, der Applaus fällt laut und wild aus, es wird brav im Takt der Beats geklatscht. Abgesehen davon ist es sehr heiß im Saal, sodass meine Begleitung und ich mit nassen Rücken das Theater verließen.

Bei der After-Show Party hält sich die Atmosphäre anfangs in Grenzen, wir eröffnen die Tanzfläche mindestens zwei Lieder lang alleine, bis sich ein Standard-tanzendes Paar zu uns gesellte. Dem DJ hätte ich mehr Begeisterung seitens des Publikums gewünscht, aber nach ungefähr einer Stunde waren es immerhin ein paar Leute mehr auf dem Floor. Die Musik hätte trotzdem ein wenig lauter sein können.

Auf dem Klo um halb eins...

...musste man kein bisschen anstehen, in der Pause während des Theaters allerdings schon und das sehr lange.

And the winner is...

Der lauteste Applaus soll den Sieg der stärkeren Mannschaft bestimmen, als die beiden Kandidaten mit der höchsten Punktzahl ihr zweites und entscheidendes Stück auf die Bühne brachten. Beim ersten Mal ist es schwer rauszuhören, so gibt es eine Wiederholung, die eine eindeutige Tendenz zeigte: Gewonnen hat die Mannschaft der Lebenden!




Aufheiterle

Ein Text über den Unnutz des iPads mit meinem Lieblingszitat „Das iPad schloss eine Marktlücke, die es niemals gegeben hat“ bringt das komplette Theater zum Jodeln und Nekarios den Sieg, Sophie Passmanns Spagat zwischen Weltschmerz und von Popkultur geprägtem Humor einen Ehrenplatz in unsrer aller Herzen und Benjamin Neukirchs Leidenschaft zeigte, dass wir es mit einem echten Schauspieler zu tun haben.

Aufregerle

Allerdings hatte ich ein bisschen das Gefühl, dass die Juroren entweder noch nie bei einem Poetry Slam waren oder sehr niedrige Ansprüche hatten, weil sie extrem, also wirklich unglaublich großzügig waren. Die 10 Punkte wurden problemlos mehrmals, von einigen Leuten sogar fast jedes Mal, verliehen, sodass die wirklich guten Texte meiner Meinung nach ein wenig untergingen.

Fazit

Für den Studentenpreis von 7 Euro hat sich der Abend auf jeden Fall gelohnt, es gab viel zu lachen, gute Musik, Sophie Passmann, wunderbare Lyrik und ausgelassenes Tanzen in der Bar.







   
Foto-Galerie:

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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 3
Freitag, 25.05.12 19:41
 

Ich bin beim Lesen dreimal errötet und musste hektisch gickern. chrchr.

Freitag, 25.05.12 20:07
 

seit wann ist ein "dutt" ein untrügliches erkennungsmerkmal eines hipster-mädchens? zu meiner zeit war ein "dutt" noch eine besondere, weil seltene ausprägung der klassischen pony-pferdeschwanz-perlenohrring-juristin. interessant, diese entwicklung.

Freitag, 25.05.12 23:48
 

ich finde es seltsam, dass ihr solche veranstaltungen in der rubrik nightlife-guru laufen lasst. es war eine super show gestern, wen interessiert es da ob die schlange an den toiletten in der pause lang war?

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