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Nightlife-Guru: 2manydjs in der Laiterie

Den Kater, den der Guru sich am Sonntagmittag bei der Rohkostmesse mit Green Smoothies kuriert hat, hat er sich am Samstagabend in der Laiterie in Straßburg bei einer kurzen aber heftigen Partynacht mit 2manydjs geholt. Wie's war:



Die Jungs und Mädels an der Tür

....nehmen es sehr genau: Jeder ankommende Gast wird gründlich nach Waffen, Drogen und Alkohol durchsucht. Das Türpersonal ist freundlich, aber bestimmt. Wer aus der Reihe tanzt und Faxen macht, wird höflich zurecht gewiesen. Drinnen halten sich die Sicherheitsleute dezent im Hintergrund, sind aber überall. Ein paar Halbstarke in der ersten Reihe ignorieren das im gesamten Laden herrschende Rauchverbot und zünden sich gemütlich einen Joint an. Kaum brennt das Ding, wird einer der Jungs von einem Sicherheitsmann am Arm gepackt und aus der Menge gezogen. Seine Freunde versuchen noch, ihn festzuhalten, haben aber gegen den Zwei-Meter-Mann keine Chance. So endet für diesen jungen Wilden der Abend nach nur zehn Minuten.

Inneneinrichtung und Deko

Die Laiterie ist ein Vorzeigeclub, der unter anderem vom französischen Kulturministerium unterstützt wird. Entsprechend nüchtern gestaltet sich das Innere. Der Eingangsbereich mit Kasse, Garderobe und Bar ist hell erleuchtet, sauber und zweckmäßig; Bühnenraum und Tanzfläche sind dagegen stockfinster. Das verschafft der sehr guten Lichtanlage volle Geltung, die jede weitere Dekoration überflüssig macht.

Wer war da?

Studenten, Hipster, ein paar Raver, hauptsächlich Kinder der französischen Mittelschicht. Aus Deutschland scheint außer mir und meiner Begleitung niemand den Weg hierher gefunden zu haben, zumindest fällt uns niemand auf.

Nicht zu übersehen ist dagegen ein etwa 60-jähriger Glatzkopf mit Pornobrille, dessen Körpermaße ziemlich viel Raum in Anspruch nehmen und der sich den ganzen Abend lang selbst beim Tanzen filmt. Ansonsten macht das Publikum einen eher harmlosen Eindruck. Insgesamt ist die Laiterie gut gefüllt, aber nicht voll. Für diesen Abend perfekt. Es gibt genügend Platz um sich zu bewegen, und falls man doch mal in die erste Reihe will - kein Problem.




Cartering und Getränke

Ob das Jetons-System Sinn macht, sei dahingestellt. Auf jeden Fall sorgt es dafür, dass man nicht an der Bar, sondern an der Jeton-Ausgabestelle in der Schlange steht. Und weil ich das nur einmal in dieser Nacht machen will, investiere ich gleich mal einen Zwanziger in die bunten Plastikchips.

Preislich bleibt die Laiterie bei den Getränken im Rahmen, mit 2,50 Euro für 0,25l Bier ist sie für französische Verhältnisse sogar günstig. Es gibt Heineken, so dass man tatsächlich das Gefühl hat, Bier zu trinken – anders bei dem Wässerchen aus dem Hause Kronenbourg. Cocktails gibts für 5 Euro, alkoholfreies mit Geschmack für 2, Leitungswasser gibt es umsonst. Am Ende des Abends bleiben mir noch 5 Euro in Jetons, die ich natürlich nicht an der Kasse wieder in Bares umtausche. Stattdessen spendiere ich eine Runde Snickers für die Heimfahrt und lasse damit das Konzept des Veranstalters aufgehen

Klangwaren-TÜV

Beim Support-DJ sind die Bässe etwas schwach. Ansonsten ist die Anlage hervorragend ausgesteuert, selbst längeres Tanzen vor der Box (eine meiner Lieblingsbeschäftigungen) führt nicht zu anschließendem Klingeln in den Ohren.

Aufregerle

Direkt bei unserer Ankunft werden wir auf dem Parkplatz von zwei zwielichtigen Gestalten angesprochen. Ob wir schon Tickets für das Konzert hätten, wollen sie wissen. Meine beiden Begleiter sind noch ohne, deshalb kommen wir ins Gespräch. Zwei Tickets für zusammen 25 Euro statt je 27 Euroan der Abendkasse.

Klingt nach einem guten Deal, wir greifen zu – obwohl uns die Sache irgendwie französisch, meine: spanisch vorkommt. An der Tür bestätigt sich das ungute Gefühl: Die Karten sind gefälscht. Meine beiden Begleiter kommen erstmal nicht rein und müssen, bewacht von einem der Sicherheitsmitarbeiter, die weitere Entwicklung abwarten.




Aufheiterle

Nach ein paar Minuten kommt der Manager der Laiterie und fordert meine Begleiter auf, ihm die Verkäufer der gefälschten Karten zu zeigen. Diese stehen immer noch völlig entspannt vor der Tür herum und suchen fleißig Käufer für ihre Photoshop-Kunst. Das Sicherheitspersonal knöpft sich die beiden vor, sie werden dem Manager vorgeführt. Man diskutiert eine Weile herum, schließlich erhalten meine Begleiter ihr Geld zurück.

Endlich können wir rein. Später treffen wir unsere Ticketfälscher auf der Tanzfläche wieder. Offenbar hat man davon abgesehen, sie der Polizei auszuliefern und ihnen stattdessen lieber den happigen Eintrittspreis für den Abend abgeknöpft. Jetzt verkaufen sie drinnen MDMA – wahrscheinlich genauso echt wie ihre Eintrittskarten.

Partyatmosphäre

Nach dem einstündigen Aufwärm-Programm von Marteau Boy lassen es 2manydjs in schickem Hemd mit Schlips und Kragen von der ersten Sekunde an krachen. Die Beats hämmern um die Ohren, das Publikum flippt aus. Der Sound der Belgier verbreitet eine Energie, die uns förmlich wegbläst.

Stephen und David Dewaele drehen an Reglern, drücken Knöpfchen, pitchen die Höhen bis es in den Ohren piepst und lassen im nächsten Moment den Bass wie eine Bowlingkugel in die Menge knallen. Der perfekte Rave, die Techno-Gemeinde ist glücklich. Die belgischen Brüder sind routiniert und konzentriert. Sie frickeln wie zwei Wissenschaftler, die mit ihrem Raumschiff in Galaxien vordringen, die noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Jeder auf seinem Posten.

Ins Gehege kommen sich die beiden nie, obwohl sie hinter ihren Schaltpult ständig die Position wechseln. David, der jüngere der beiden, wackelt lustig mit dem Beat, während sein großer Bruder Ruhe und Konzentration ausstrahlt. Immer wieder werfen sie einen kritischen Blick auf das tanzende Volk. Sind noch alle da? Alle sind da, hellwach und elektrisiert von diesem sagenhaften Klangteppich, der da aus den Boxen rollt. Zwei Stunden geht das so, dann ist der Wahnsinn vorbei.




Fazit

27 Euro Eintritt plus Hin- und Rückfahrt sind viel Geld für eine 3-stündige Technoparty. Bei den Deweale-Brüdern hat sich diese Investition aber gelohnt: Ein perfektes Liveset in angenehmer Atmosphäre von den vielleicht besten DJs der Welt. Das erlebt man nicht alle Tage. Schon gar nicht in Freiburg.






Foto-Galerie: Paul Gengenbach

Tipp: Wartet einen Augenblick, bis die Galerie komplett geladen ist. Ihr könnt euch dann ganz bequem jeweils das nächste Foto anzeigen lassen, indem ihr auf eurer Tastatur die Taste "N" (für "next") drückt.




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 4
Dienstag, 22.05.12 11:35
 

klasse fotos!

sieht nich so nach deutschen studenten aus, wa?

Dienstag, 22.05.12 11:51
 

Nee,eher nach französischen Studenten

Dienstag, 22.05.12 15:05
 

War auch da, und es war der Hammer.

Nur die Rückreise per Zug war ein wenig anstrengend, bis 6.20 konnte man sich aber noch ganz gut vergnügen :)
Deutsche hab ich auch nicht getroffen, aber das muß ja kein Nachteil sein ;-)


Schön, daß noch ein Artikel dazu kam!!

Dienstag, 22.05.12 19:17
 

Ach ja: Bild 7 als Wallpaper wäre cool :)

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