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Nightlife-Guru: Klamottentauschparty im Café Sedan

Am Samstagabend zog der Nightlife-Guru in die Klamottenschlacht: im Café Sedan gab's eine Klamottentauschparty. Der Guru hat seinen Kleiderschrank entrümpelt und sich auf die Jagd gemacht. Wie's war:

 
Wer war am Start?

Schon von weitem erkennt man, dass das Café Sedan rappelvoll ist. Bis weit vor die Tür geht die Warteschlange. Ein paar Frauen können es nicht abwarten: sie packen schon draußen schön gebügelten Klamotten aus den Taschen und fangen in der Reihe an zu tauschen. Das Geschlechterverhältnis ist eindeutig unausgeglichen. Meine Schätzung: 90% Frauen, 10% Männer.

Eine unmenschliche Hitze herrscht im Café; Malaga im Sommer könnte dagegen abstinken. Ich hätte viel weniger anziehen sollen. Ein paar Mädels reißen mir schon in der Reihe die Tauschklamotten aus der Hand: gar nicht so doof, erspart mir das Aufhängen. Ein paar Männer stehen ein bisschen Abseits und beobachten die Frauen, die um Lieblingsstücke kämpfen. „Wahnsinn!" sagt einer. „Abartig!" ein anderer. "Lass gehen!“

Die Frauen wirken wie Tiere. Mit Schweißperlen auf der Stirn strecken sie die Hände nach vorne wie Zombies und versuchen, Klamottenfetzen zu greifen. Ein paar Austauschstudentinnen aus Australien reißen sich um ein Jeanskleid. Eine auffallend schlanke Frau probiert ein buntes Kleid an, dass an Woodstock erinnert. Neidvoll frage ich mich, wo genau in ihrem Körper die Kraft steckt, die sie sicher gebraucht hat, um sich durch die Mengen zu boxen um das wunderschönes Kleid zu ergattern.




Mit einer Trennwand wurde ein Teil des Cafés zur Umkleidekabine umfunktioniert, dahinter gibt's ein paar Sitzmöglichkeiten. Auch hier wimmelt es von ziemlich hysterischen Frauen, die mit Klamotten um sich werfen. Werden die Klamotten noch angezogen oder wurde sie schon wieder ausgezogen und für den Nächsten bereit gelegt? Keine Ahnung. Ist auch egal, amüsant ist es definitiv.

 
Inneneinrichtung und Deko

Klamotten hängen an Wänden, an Kleiderstangen, auf Stühlen. Einfach überall. Bei einer Klamottentauschparty ist das auch nicht anders zu erwarten. Ein paar Stühle und Tische sind auch vorhanden, bei denen sich der Gast nach dem Tauschen auch mal ein wenig ausruhen kann. Ein paar Lampen machen die Atmosphäre gemütlich. Sedan halt. Nett.




Catering und Getränke

So viele Leckereien lachen einen an: viele verschiedene Häppchen für nur 50 Cent. Die meisten Shopperinnen scheinen allerdings auf auf die Nahrungsaufnahme zu verzichten und konzentrieren sich auf das Ergattern von Klamotten. Wer mal ein Päuschen macht, trinkt meist Bio Zisch Lemon, Bier oder Löschzwerg. Hauptsache, es löscht den Durst nach mehr Klamotten!

 
Atmosphäre und Klangwaren-TÜV

Von der Musik hört man wenig. Klamottentauschen ist laut. Die Atmosphäre wird zur späteren Stunde immer besser, - als das Café sich wieder deutliche leert. Im Gespräch mit der Veranstalterin wird deutlich, dass auch Sie nicht mit diesen Frauenscharen gerechnet hat, aber sehr begeistert war und Sie es vielleicht noch einmal machen wollen. Im September.

Auf dem Klo um 22 Uhr…

"Wo ist das Klo?" "Gibt’s überhaupt eins?". Die DJane gibt Auskunft: "Ja, sieh'ste nicht das Schild?" Das Schild? Klingt als ob es für jeden sichtbar sein müsste. Tatsächlich ist das Schild ein Post-it. am Türrahmen, auf dem „Klo“steht. Im Klo endlich angekommen duftet es nach Lavendel. Ein Traum. Man kann für ein paar Minuten die schwitzenden, hysterischen Klamottentauscherinnen vergessen. Auch die Wandfarbe, ein frisches Türkis, wirkt beruhigend.

Aufheiterle

OH: „Die Bluse hab ich heute beim Shoppen mit einer Freundin gesehen, aber die gab es nicht in meiner Größe. Und nun hängt sie hier in meiner Größe. Hammer“. Auf einmal erspähe ich eine wunderschöne bunte Tasche, die wohl auch zum Tausch bereit steht. Toll!

 
Aufregerle

.....als ich das Café verlasse, bemerke ich, dass mich jemand verfolgt. Eine ältere Frau rennt mir mehrere Blocks hinterher und entreisst mir meine frisch erbeutete Tasche. "Das ist Meine! Die hatte ich nur ungünstig platziert!" In der Tat.

Fazit

Schwitzend und müde, aber mit neuen und fabelhafte Klamotten verlasse ich das Sedan. Im September bin ich wieder dabei. Mit Schubsen, Drängeln und Schweiß habe ich schließlich keine Probleme.





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» Overlord

re: Demo für bessere Medien
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» christianhauck

re: Demo für bessere Medien
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