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Nightlife-Guru & Fotos: Chez & Keep-It-Deep im Artik

Halb Freiburg fieberte auf die Elektro-Party von Chez und Keep-It-Deep im Artik hin. Ob auch halb Freiburg da war? Wir geben die Frage an unseren Nightlife-Guru weiter:


Die Jungs an der Tür ...

... sind angenehm unauffällig. Anderswo wird für so Partys gerne mal 'nen Zehni verlangt; heute zahlt man bis 24 Uhr 5 Euro, danach 7 Euro. 5 Euro: Das sind eine Packung Kippen, eine Packung Gummies oder ein Gin and Tonic - Dinge also, die man ständig kauft und schnell aufbraucht. Aber - typisch Freiburg - die Typen vor mir mosern rum und wollen den Eintrittspreis runterhandeln.

Tipp: Mal nicht die "Auto, Motor uns Sport" kaufen und stattdessen auf gute Elektro-Mucke onanieren.

Inneneinrichtung & Deko

Ich bin zum ersten Mal im Artik und erkenne die Räumlichkeiten unter dem Siegesdenkmal kaum wieder. Die Wände sind gespickt mit junger Kunst; hinter jeder Ecke verbirgt sich eine optische Überraschung - ein bisschen wie in Freiburgs Street-Art-Kneipe, dem Borso. Das mag ein wenig kleinteilig und eklektisch wirken, spiegelt aber wahrscheinlich die Ästhetik der "Jugend von heute" wider.



Nach links geht der "Palais de la Jeunesse" ab - heute der große Floor. Er ist tatsächlich groß, am einen Ende ist ein großes DJ-Pult aufgebaut, am anderen eine Bierbar. Aaawesome Colors aus Basel wirft Visuals an eine Längswand - mir springen vor allem jetztzeitige Quadrat-Frickeleien ins Auge.

Geradeaus durch ist das Café "Lena liebt mich nicht" untergebracht - heute der kleine Floor. Hier befindet sich auch die Hauptbar - und hier ist alles retro: Tapete, Möbel, Lampen. Rechts steht eine improvisierte DJ-Kanzel, links geht's zu den Toiletten.

Wermutstropfen: der lange, breite, helle, kalte Flur. Und der Tischkicker, den er beheimatet und der den Jugendzentrumscharakter unterstützt. Dabei findet doch heute Abend kein DJ-Workshop, sondern eine Clubnacht statt, oder?

Wer war da?

Fast das gesamte Freiburger Nachtleben. Selbst DJs und Nachtmacher, die eigentlich gerade ihre eigene Party am Laufen haben, kommen zwischendurch kurz vorbei, um sich den Chez-Einstand im Artik anzuschauen.

Außerdem: So viele hippe und schöne Jungs und Mädels wie selten auf einer Party in Freiburg. Vielleicht liegt es an den hippen und schönen Plakaten. Wenn man hier und heute nicht bisexuell wird, dann wohl nirgendwo anders und nie wieder.



Das Publikum kommt spät; erst gegen zwei, drei wird es langsam voll. Und selbst jetzt würde die Party noch ein paar Gäste mehr vertragen. Allein, von anderen Partys erzählt man sich, dort seien heute Abend insgesamt nur ein paar Dutzend Gäste gewesen. Zuerst die Hitze, dann der Regen - vielleicht eine ungünstige Wetterabfolge für ein komplettes Full House.

Klangwarten-TÜV und Partyatmo

Was die PA angeht, hat das Artik fett aufgefahren - zumindest auf dem Mainfloor, wo vier Riesenboxen vor dem DJ-Pult stehen. Ja, ich weiß: Größe sagt nicht unbedingt was über Qualität aus. Und während des treibenden Warm-ups vom umtriebigen Local-DJ Kollektiv Be frage ich mich, wo der Bass abgeblieben ist.

Aber kaum stehen die LOL Boys auf der Kanzel, wird der Klang zu einem ganzkörperlichen Erlebnis. Bumm, Bumm, Bumm, Bumm. Die Partygänger verstehen, dass hier jetzt was passiert, und der Palais de la Jeunesse füllt sich. Es ist drei Uhr morgens, ich kippe mein x-tes Waldhaus, habe das Gefühl, angekommen zu sein, schließe die Augen und lasse mich in den Sound fallen.



Davor: Get-together mit Gott und der Welt im Café "Lena liebt mich nicht". Simonis hat den ungnädigen Job, den Raum zu bespielen, als noch nichts los ist. Die Berner DJane Princess P hat mehr Glück: gegen später wird's hier richtig schön crowdy, und es macht Spaß, hier im Wechsel zu dancen und zu schnacken.

Catering

Geil! Preise wie in 'nem Jugendzentrum! Waldhaus 2 Euro, Fritz-Kola 2 Euro, Longdrinks 5 Euro. Bedienung: schnell, freundlich und mathematisch begabt.

Morgens um halb drei aufm Klo

Irgendein Irrer stellt einen fünf Zentimeter großen Kaiserpinguin aus Hartplastik aufs Pissoir, hängt ihm einen Rosenkranz um und fotografiert ihn. Blasphemie? Mir egal. Solang der Typ nicht MEINEN Pinguin fotografiert ...

Aufheiterle

Siehe "Morgens um halb drei aufm Klo".

Aufregerle

Das Artik ist kein Club, was an und für sich nichts Schlimmes ist. Dass hie und da ein wenig Jugendzentrum durchschimmert, ist kein Problem. Der Tischkicker muss an so 'nem Abend aber raus - das ist klar. (Stattdessen vielleicht 'nen Darkroom in jene Ecke?)



Was aber vor allem raus muss: das viele Licht auf den Tanzflächen - schließlich soll das hier keine Teenieparty im Hobbykeller sein, wo man den Belag auf der Jumbo-Pizza - Salami, Thunfisch, Champignons? - und die Aufschrift auf der Plastikflasche - Cola, Fanta, Sprite? - unbedingt erkennen können muss.

Fazit

Chez und Keep-It-Deep haben es geschafft, tolle Musik und tolle Leute zusammenzubringen. Jetzt nur noch 'nen Tick an der Atmo-Schraube drehen, und ich bin komplett glückselig. 

 
[Disclosure: Bernhard Amelung alias Keep-It-Deep, ist fudder-Mitarbeiter. Wir hätten unseren Nightlife-Guru aber auch auf seine Veranstaltung geschickt, wenn dem nicht so wäre.]

Foto-Galerie: David Cibis

Tipp: Wartet einen Augenblick, bis die Galerie komplett geladen ist. Ihr könnt euch dann ganz bequem jeweils das nächste Foto anzeigen lassen, indem ihr auf eurer Tastatur die Taste "N" (für "next") drückt.




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 14
Samstag, 12.05.12 21:18
 

"Das sind eine Packung Kippen, eine Packung Gummies oder ein Gin and Tonic - Dinge also, die man ständig kauft und schnell aufbraucht."

Geh Luftgitarre spielen, Poser!

Samstag, 12.05.12 21:21
 

Oder Tischkicker! Und zwar besser nicht gegen mich: Sonst stinkst du übelst ab! ;)

Samstag, 12.05.12 21:30
 

Merci für die blumen:)
Kicker wird diskutiert, der flur war n tick zu hell, keine frage. Lichtmischpult wollte nicht wie wir wollten, üben aber gerade für den heutigen abend mit offbeatcorner;)
ps kritik/feedback erwünscht!!

Samstag, 12.05.12 23:22
 

sorry, aber ich finde diesen guru richtig beschissen. wer den kicker verbannen will, bringt mich gegen sich auf.

Samstag, 12.05.12 23:54
 

den kicker verbannen... hallo?

Sonntag, 13.05.12 01:38
 

Bin auch pro Kicker!

Sonntag, 13.05.12 10:50
 

Vielleicht hat er auch nur vergessen, dass es eben doch noch irgendwie ein Jugendzentrum ist/war/sein soll und kein professioneller Club? Oder es liegt am Waldhaus :o).

Sonntag, 13.05.12 12:05
 

Ich fand die Party sehr gelungen. Die Musik hat mir auf beiden Floors sehr gut gefallen, weshalb ich immer wieder mal gewechselt habe. Das helle Licht im Gang empfand ich als störend. Es machte die Räumlichkeit steriler, als sie eigentlich ist. Großes Lob an das Bar-Team, so angenehm wird man sonst nur im Waldsee und White Rabbit bedient.

Sonntag, 13.05.12 15:25
 

Barpersonal, das selbst kaum die Füße stillhalten kann vor Freude am Tanzen, ein sehr angenehmes Publikum und lauter Gute Musik aus Boxen, die sich mit anderen, festen Größen im Freiburger Nachtleben durchaus messen lassen können - ein gelungener Auftakt!

Tipp für Flurbeleuchtung/Notausgangsschilder: Bestimmt widerspricht es irgendwelchen Auflagen, die Lampen einfach auszuschalten. Das könnte man eventuell durch das Aufkleben von Graufolie umgehen, die das Licht einfach etwas dämpft. Und irgendwas muss mit dem ellenlangen Gang geschehen, vielleicht eine Videoinstallation einer durchfahrenden U-Bahn o.ä., um den Spaziergang zwischen den Floors etwas angenehmer zu gestalten.

Idee für's Klangbild: Steinerne Fließen und unverkleidete Beton-Wände schmälern den Hörgenuss und schmerzen zudem besonders in den Höhen enorm im Ohr. Einfach ein bisschen mehr Gerümpel, Holz und Stoff im Raum, an den Wänden, an den Decken, und das Thema hat sich. Oder das beste Dämm-Material seit es Musik gibt: Viele Menschen!

Sonntag, 13.05.12 20:28
 

bei zweitem mal lesen erkenne ich nun auch die ratlosigkeit des gurus, wo er sich den nun befindet. siehe absatz 3 dieses kommentars.

dass kollektiv b dünner wahrgenommen wurde liegt wohl eher an dem reduzierten soundvolumen des warmups. hinterm djpult is die akustik übrigens total beschissen.

ich frage mich immernoch, v.a. nach dem studium diverser werbeplakate der nächsten wochen, wie die (jugend!?)kriterien aussehen, um da zu veranstalten? ernstgemeinte frage.

netter abend, und was ich so mitbekommen habe waren die chez-jungs auch sehr engagiert ihren (dj)gästen einen angenehmen abend zu bereiten. an der kostenschraube lässt sich z.b. durch kluge tourplanung sowie dem verzicht auf exklusivität bestimmt noch einiges nach unten drehen.

@ ellis: aufgrund der raumgröße müssen es sehr sehr viele menschen sein. von daher doch eher was an der deko machen...


Jass hat den Kommentar am 13.05.2012 um 20:30 bearbeitet
bak
Sonntag, 13.05.12 22:28
 

sehr schön, wenn man nicht dabeisein konnte, dann wenigstens ein guru-rapport ;-)

Montag, 14.05.12 02:37
 

Hey J..ass, schick doch einfach testweise mal ne Anfrage an die Schickeria vom ArTik und guck, was passiert. Geil übrigens, dass du auch da warst. Werde dein T-Shirt nachkaufen, ätsch!

@Ellis, Herb A. & Herrn Guru himself: Danke fürs Lob, hinter der Bar ist vor der Bar!

Montag, 14.05.12 14:04
 

@ graz: danke für den hinweis, aber da scheinen ja schon genügend größen des freiburger nachtlebens am start zu sein, da überlass ich doch lieber newbies das restliche feld...;)

ätschibätsch zurück, bei mir gibts die aus 1,5er hand:) melde dich!

Montag, 14.05.12 16:44
 

@Jass : Also, ich kann mich nicht erinnern, irgendwelchen Größen irgendwelche Partys abgesegnet zu haben. Klar haben sich einige Urgesteine am Freitag blicken lassen, aber die einzigen, die für mehr als eine (elektronische) Veranstaltung die feste Zusage bekommen haben, sind eben Domi & Fabi aka "Chez". Die leben für die Musik und machen sogar mal trotz Minus weiter - wie damals nach der soundtechnisch überfettesten Party in der Mensabar (waren wie alle anderen zwei Tage vorher ausm EWerk rausgeflogen), wo seltsamer Weise kaum 100 Gäste waren. Das ist wohl das Grundkriterium für eine Party im ArTik: Zuoberst der innige Wunsch, eine schöne Veranstaltung für ein charmantes Publikum zu organisieren. Koste es, was es wolle - nicht umgekehrt. Ein bisschen so wie im Hasen vielleicht. Wir wollen uns nicht korrumpieren lassen.
Falls du auf das Plakat für den 26.05. anspielst - Pane Mua & Mingres stehen z.B. drauf -, das kann ich dir erklären! Im Rahmen des T-Shirt-Deals z.B.

Bis dennsen dann. Lass mich MiWo mal blicken im bewährten Karnickelzüchtervereinsheim.

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