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Nightlife-Guru: T.C. Boyle im Theater Freiburg

Er ist höchstwahrscheinlich der Lieblingsautor der allermeisten Amerikanistik-Studierenden: Thomas Coraghessan Boyle. Am Dienstagabend war der Autor im Theater Freiburg zu Gast. Und unser Nightlife-Guru war dabei - und stand mit all' den Amerikanistik-Studierenden in der langen Signierschlange. Wie's war:

Die Jungs Damen an der Tür...

Mit höflichem Lächeln zerreißen die Damen des Stadttheaters die Eintrittskarten wieder einmal nahezu in zwei Teile, bevor sie Platz machen und wir in die wohlig-rote Samteleganz des Theatersaales eintauchen.

Wer war da?

Richtig vom Co-Moderator T.C. Boyles erkannt, einem nicht näher bekannten Radiomoderator, sind gut 80 Prozent der Gäste Frauen: Jung, alt, adrett, verschroben, ökologisch, hippiesk, stylish und tierlieb. Sie alle liegen Boyle zu Füßen, als dieser in gelbem Jackett mit schwarzer Röhrenjeans die Bühne betritt. Das orangefarbene Haar verwegen in die Stirn gezogen und mit rauchiger Stimme verkündet er: „I’m here to entertain you.“


Talk-TÜV

Nachdem Boyle die Zuschauer mit einer kurzen Leseprobe aus seinem neuesten Roman „When The Killing‘s Done“ (zu Deutsch: Wenn das Schlachten vorbei ist) in Stimmung gebracht hat, vertreibt er sich die restlichen 45 Minuten damit, seinem Moderator, ebenjenem unbekannten Radiomann, slapstickhaft die Bälle zuzuspielen.

Dabei erzählt Boyle, auf jede noch so dröge Frage des Autors, eine amüsante Anekdote aus seinem Leben: sei es nun sein Versuch, die Ratten in seinem Haus ohne Gift, dafür mittels der Tigergroßen Katze seiner Tochter zu verjagen oder die Orgie im Haus von Frank Lloyd Wright. Immer schwingt der Hauch des Rock’n Rollers mit, der zwischen Realität und Gedankenspiel so leichtfüßig hin und her tanzt, wie es nur ein Boyle kann.





Einrichtung und Deko

Ein schwarzer Ledersessel auf der Bühne und eine weiße Mappe in der Hand reichen aus, um T.C. Boyle in Szene zu setzten. Sein Gegenüber, ganz in schwarz gekleidet, sitzt ebenfalls auf einem schwarzen Ledersessel. Die bequemen Theatersessel sorgen für gemütliche Couch-Atmosphäre, welche nur durch die zu kühl eingestellte Klimaanlage beeinträchtigt wird.


Catering und Getränke

Das Theatercafé bietet vor und nach der Lesung Raum zum Austausch. Wer lange genug ausharrt, kann Boyle noch einmal „privat“ treffen. Er lässt seinen Abend bei einem Glas Weißwein zusammen mit seinem Team gemütlich ausklingen.


Aufheiterle

Zu Beginn begrüßt Friedericke Schulte, Leiterin des Carl-Schurz-Hauses, die Gäste. Selbst vollkommen von dem Charme des „Master himself“ beeindruckt, lässt sie eine lange Lobeshymne auf seinen Erfolg, Intellekt und die Raffinesse seiner Geschichten niedergehen, bevor sie ihn, mit detaillierter Beschreibung seines Äußeren, auf die Bühne bietet. Boyle verheddert sich daraufhin im samtenen Bühnenvorhang und schlurft in vollendeter Rock’n Roll-Manier auf die Bühne.


Aufregerle

„No Photos, please!“ verkündet Frau Schulte. Was während der Lesung verboten war, holen die Damen während der anschließenden Signierstunde nach. Was akute Auswirkungen auf die Schlange hinter ihnen hat.


Um halb elf war die Schlange...

… noch immer circa 350 Menschen lang, vorwiegend natürlich Frauen. Diese wollen nicht, wie gebeten, pro Person nur ein Buch signieren lassen, sondern eins für die beste Freundin noch, und die Mama, die Schwester und die Oma… und ja die Katze nicht vergessen. Schade, dass Boyle keine Katzen mag, so können ihn wohl auch nicht die heimlich zugesteckten Briefe becircen.





Fazit

Ein rundum gelungener Abend, bei dem T.C. Boyle nicht nur seine Schreib- und Vorlesekunst unter Beweis stellte, sondern auch sein Talent als Slam-Poet. Was anfangs wie einstudiert wirkte, entpuppte sich schnell als seine natürliche Attitüde, die seinen Charme noch vergrößerte.

Sein orangefarbenes Haar und das gelbe Jackett vervollständigten das Bild, eines in die Jahre gekommenen Rockers, der noch immer sein jugendliches Herz und seine Feierlaune bewahrt… und sei es für ein Foto mit einem kleinen Plastik-Kaiserpinguin. Ach ja… sein neues Buch, eine Kritik über den gedankenlosen Umgang mit der Natur, ist übrigens auch sehr lesenswert.









 




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 1
Montag, 14.05.12 10:32
 

"Ich liebe traurige Musik"

BZ-INTERVIEW: Der amerikanische Autor T. C. Boyle im Gespräch mit dem Freiburger Jazzer Dieter Ilg.

http://www.badische-zeitung.de/kultur-sonstige/ich-liebe-traurige-musik--59311403.html

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