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Verborgene Theken: Persepolis [Geschlossen]

Mit persischer Küche in entspannter Umgebung gewinnt das Persepolis seine Gäste schon seit 15 Jahren. Julia und Reza Alvandi Chomali begrüßen viele ihrer Stammgäste gleich mehrfach in der Woche. Das liegt nicht nur an der guten Küche. [Update: Mai 2013 - Das Restaurant ist geschlossen.]

Persepolis Freiburg

Ambiente

"Willst du noch spielen mit dem Salat oder kann ich ihn mitnehmen?" Der Ton ist sehr familär im Persepolis. Das persische Restaurant in Herdern gibt es nun schon seit 15 jahren und seit neun Jahren residieren sie in der Habsburgerstraße. Der Eingang befindet sich jedoch in der Jacobistraße. Hinter einem viel zu großen Schild, das man von Durchgangsstraßen kennt, wo die die autofahrende Kundschaft zum Anhalten bewogen werden soll, duckt sich ein gemütlicher kleiner Biergarten. Auf das  Schild an der Straße könnte das Persepolis bestimmt verzichten, denn schon mittags ist es gut gefüllt.
Julia und Reza Alvandi Chomalo begreifen ihr Haus als Wohnzimmer für Freunde und Nachbarn. Und auch wer das erste Mal da ist, wird auf herzlichste Art und Weise aufgenommen. Die Räume sind zurückhaltend gestaltet mit Orientteppichen an den Wänden. Wie ein Fremdkörper wirkt allenfalls eine Art Raum im Raum: tragende Säulen und das Dach einer Scheune wurden von einem Vormieter in den Raum hineintransplantiert. Die kleine Irritation tut gut, denn so wäre es doch etwas allzu harmonisch hier.



Das Besondere

Im Persepolis wird sehr bewusst gekocht. Fast alle Zutaten stammen aus Bio-Anbau. Die Quellen und Lieferanten werden genannt und sind in einer Broschüre nachzulesen. Dosenfutter, Convenience und sonstige Helferlein aus der Lebensmittelindustrie sind Fehlanzeige. Was serviert wird, schmeckt auch deshalb noch einmal um einiges leckerer, als es ohnehin schon aussieht.

Exemplarisch können wir das beim Reis erleben, optisch ein weißer Reis wie jeder andere. Doch der Duft allein ist schon ist verführerisch, der Geschmack noch mehr. Reza Alvandi Chomali erklärt, wie er es macht. Das wichtigste: Man muss ihn vor dem Kochen einweichen – mindestens zwei Stunden. Sonst hat er während des Kochens nicht genug Zeit, Wasser aufzunehmen, was dazu führt, dass die Reiskörner außen schon verkocht sind, innen aber noch nicht gar. Reza verwendet einen besonderen "alten" Basmati-Reis, einen Reis, der gelagert wurde und in dem sich Aromen konzentrieren. Der kostet wegen der Lagerung beim Einkauf deutlich mehr als die üblichen Basmati-Qualitäten, was aber mit einem besserem Geschmack belohnt wird.

Reza Alvandi Chomali kam, wie viele seiner Landsleute, als politischer Flüchtling aus dem Iran nach Deutschland. Zwar hat er hier jetzt nichts mehr zu befürchten. Doch trotzdem möchte er nicht, dass sein Foto Verbreitung findet, weshalb wir uns mit Abbildungen der leckeren Erzeugnisse seiner Küche begnügen. Der Koch ist ein ruhiger Mann und seinen Gerichten merkt man diese Souveränität bei der subtilen Würzung an.

Granatapfel spielt eine Rolle, Limetten finden ihren Platz, auch etwas Zwiebelsaft. Und Safran natürlich, der iranische ist der beste, das weiß man hier und so viel Patriotismus muss sein. Das Gewürz ist mit 4000 Euro für ein Kilo mittlerweile so teuer geworden, dass nur noch auf Wunsch damit gekocht wird. Die persische Küche hat Bezüge zu den Küchen Indiens und Afghanistans. Doch ist sie weniger scharf als die indische Küche und leichter als die afghanische – zumindest so, wie sie im Persepolis gekocht wird.





Auf der Speisekarte

Die Speisekarten des Persepolis befinden sich im Umbau. Julia und Reza Alvandi Chomali wollen hin zu weniger Gerichten und noch mehr Bio. Mittagstisch gibt es ab 8,50 Euro. Vier oder fünf Gerichte stehen auf der Tafel. Hähnchenbrust mit Gemüse (11 Euro) etwa oder Falaffel mit Hummus, Reis oder Gemüse und Salat (8,50 Euro). Abends wird es üppiger: Mit Fessendjan, einer Hähnchenkeule mit schwarzer Granatapfelsauce (18 Euro) oder Sabzi Gorme, einem Lammragout (16 Euro). Als Nachtisch versuchten wir ein heißes Mus aus Äpfeln mit Rosenwasser und Vanilleeis (5,50 Euro). Köstlich.



Getränke

Ein Espresso kostet 2,10 Euro. Einen Schwarztee aus dem Samowar bekommt man für 1,50 Euro. Mineralwasser kostet 2,70 Euro (0,5l). Anders als das große Schild verkündet, bekommt man hier kein Waldhaus Bier mehr, sondern Lammsbräu. Das ist eine Bio-Marke. Ein kleines Pils kostet 2,60 Euro. Ein Viertel Gutedel bekommt man für 4 Euro, einen Spätburgunder für 4,50 Euro. Sie stammen vom Weingut Feuerstein und sind ebenfalls Bio-Weine.




Adresse

Persepolis
Habsburgerstraße 89
79104 Freiburg
0761-39887
Web: Persepolis

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag
12 bis 14.15 Uhr und 18 bis 23 Uhr

Samstag
18 bis 23 Uhr

Sonntag geschlossen

Wo?


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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 31
Samstag, 21.04.12 14:23
 

Ja wie? Den Elztäler Hof gibt's nicht mehr?

Samstag, 21.04.12 15:32
 

Klingt gut die Beschreibung. Und wenn dort Neumarkter Lammsbräu serviert wird - dann werde ich das in den nächten Tagen mal testen.

Geb zu das ich bisher mit iranischer Küche nur ganz wenig Kontakt hatte (drei- oder viermal in London ausprobiert) und so lasse ich mich allein von der gut klingenden Beschreibung von fudder leiten.

Photos machen Hunger....

Samstag, 21.04.12 18:38
 

ohja - hunger!!

..sieht wirklich sehr lecker aus.

Samstag, 21.04.12 18:53
 

Ach ja das Persepolis, seufz...
Ich war früher jeden Donnerstagabend nach der Chorprobe dort und es war immer schön! Manchmal durften wir Julias neueste Kreationen probieren und sie hat auch nur für uns "persische Martinsgans" gekocht. Leider kein Chor mehr und ergo auch kein Persepolis :( .
Ich muss unbedingt mal wieder vorbeischauen, winke zu Julia und Reza wenn Ihr hier mitlest.

Samstag, 21.04.12 19:18
 

Feiner Laden: nette Leute, gutes Essen. (Übrigens auch: schöner Arikel)

Samstag, 21.04.12 20:23
 

Wir waren vor 3 Jahren zweimal abends da. Vielleicht hatten die beiden da gerade einen schlechten Tag, das muß ich voraus schicken. Voll war es wirklich nicht.
Falaffel war jedes Mal nicht zu haben, gerade aus oder noch nicht fertig. Meine Freundin hatte sich drauf gefreut, Satz mit x.
Das angebliche Lieblingsgericht des Kochs hat mich nicht sonderlich begeistert.
Zugegeben, ich kenne mich mit persischer Küche nicht aus und vielleicht kochen sie auch dem deutschen Klientel angepasst, aber gewürzt ist anders.
Dazu noch die gesalzenen Preise für gerade ausreichende Mengen, naja.
Der Koch, zumindest nehme ich das an, und seine Freunde oder Bekannte haben uns beide Male misstrauisch beäugt. Ja, wir waren vorher noch nie da, aber einmal ist nunmal das erste Mal und ich bin kein Geheimdienstler! Und, ja, wir waren seitdem auch nicht mehr da.
Die Bedienung hat wirklich versucht, zu retten was zu retten war, aber die latente Distanziertheit hinterließ nicht gerade einen positiven Eindruck.

Alles in allem, hat mich nicht begeistert.

Sonntag, 22.04.12 10:23
 

Sieht ja lecker aus, aber auch - um es mal mit Loriot zu sagen - "sehr übersichtlich"...

Montag, 23.04.12 00:47
 

Manchmal ist weniger halt doch mehr. Wer das nicht einsehen will, muss halt für 2 € Spaghetti in der Brennessel essen.

Montag, 23.04.12 10:13
 

Es würde nicht so 'sehr übersichtlich' aussehen, wenn die Komponenten etwas gehäufter auf dem Teller drapiert wären, anstatt mit gleichmäßigem Abstand verteilt ^_^

Montag, 23.04.12 10:22
 

Die Spaghetti in der Brennessel sind zum abgewöhnen.
Günstige Alternative ist das "La Piazza" in der innenstadt, da schmeckt es wirklich.

der laden ist ja gut und schön, wer es teuer und exotisch mag. Allerdings frage ich mich, was hier abgedriftet ist... Unter "verborgene Theken" erwarte ich keine Restaurantberichte, sondern mit einem Augenzwinkern geschriebene Berichte über die kleinen Beizen und Stüble in Freiburg. Also nicht Colombi, sonder Gutenbergstüble, meine Herren! BOder benennt doch die Rubrik um. "Exclusiv geschmaust. Heute im...."?

Montag, 23.04.12 11:42
 

Heute abend kommen Freunde die schon über Erfahrung mit der iranischen Küche verfügen - wir werden dort essen gehen und ich lasse mich überraschen.

Montag, 23.04.12 11:56
 

dann wird es da heute abend vermutlich recht voll, weil alle vdp sehen wollen ^^

Montag, 23.04.12 11:58
 

Ich denk, ich werd ein paar Rindswürste in der "Heimlichen Kneipe" essen. Großartig dort! Mit Senf und Brot!

Montag, 23.04.12 12:10
 

was? in der heimlichen kneipe kann man was essen?

Montag, 23.04.12 12:24
 

"dann wird es da heute abend vermutlich recht voll, weil alle vdp sehen wollen ^^"



Oder es wird in der "Heimlichen Kneipe" recht voll.

Montag, 23.04.12 12:25
 

Ja, kleine Sachen halt. Schmalzbrot, Rindswürste, Buletten und Wurstsalat! Bis auf die Rindswürste macht alles das Muttchen immer frisch daheim und die Wurst- und Fleischwaren sind von ner Metzgerei aus der Ortenau. Ehrlich und lecker!

Montag, 23.04.12 17:14
 

"das muttchen" hat haare auf den zähnen. die hat mal zu nem kumpel von mir gemeint ob er überhaupt schon bier trinken dürft weil er hätt ja noch nicht mal brustbehaarung.

Montag, 23.04.12 23:35
 

Groundshaker: Wollte ich gerade sagen. War jemand da?

Dienstag, 24.04.12 15:50
 

Andres, das ist halt Kneipenjargon. Ehrlich, geradlinig. Durft er denn schon pressen?
Das Muttchen ist doch nett. Ihr darfste halt nich quer kommen, aber welchen Kneipier darfste das schon.

Donnerstag, 09.05.13 11:48
 

Persepolis hat geschlossen.

YUT
Donnerstag, 09.05.13 12:13
 

Da hat wohl wieder einer dieser widerlichen Vermieter die Miete ins Unermessliche gesteigert!

Donnerstag, 09.05.13 18:06
 

YUT, kann auch andere Gründe haben.... Fudder könnte das mal checken.
Betriebliche Auflagen, z B neue Lüftung, größere Investitionen ins Equipment.... nicht immer den "bösen" Mieter verdächdigen.

YUT
Donnerstag, 09.05.13 18:43
 

Ich kenne aber nur ekelhafte Vermieter!

Donnerstag, 09.05.13 19:15
 

Ja, klar, Vermieter wollen keine langfristigen Geschichten, sondern nur den schnellen Euro...
Davon kann bei einem 10jährigen Mietverhältnis wohl nicht die Rede sein (Spekulation)....

Es ist auch im Interesse des Vermieters, langfristig planen zu können.

Donnerstag, 09.05.13 19:17
 

@YUT,

ohne Menschen die bereit sind für andere Menschen Wohnraum zu schaffen und zur Verfügung stellen würden die meisten Bewohner Freiburgs in Zelten, Bauwägen und anderen Behausungen leben. Falls überhaupt sowas wie ein Stadtkern entstanden worden wäre....

Schade um Persepolis, fand es dort ganz nett und habe bei mehreren Besuchen feine Gerichte geniessen dürfen.

YUT
Donnerstag, 09.05.13 19:48
 

@Tatoo

19.15 Zusammenhang?!

@vdp

Ändert aber nichts daran, dass die Vermieter, die ich kenne, ...

_____

Wehren die P.-Leute sich jetzt erneut gegen einen Vermieter oder ist eine weitere Baustelle der Grund oder beides?

Donnerstag, 09.05.13 21:22
 

@YUT,

ich vermiete in München und Freiburg Wohnungen an verschiedene Verwender. In der Regel sind Mieter nette und zuverlässige Menschen. Leider gibts auch Typen die die Miete erst nach zig Aufforderungen zahlen, die Wohnung bei Mietvertragsende nicht ausräumen und/oder gewaltige Mengen an Müll hinterlassen usw.

Daher ist es wohl verständlich wenn Vermieter von Neumietern eine gewisse Sicherheit in Form einer Kaution und Auskunft über ihre monetären Verhältnisse abgeben. Auch Menschen mit klingenden akademischen/adligen Titeln können miese Mieter sein. Leider.

Mit der Erklärung der Persepolis Betreiber wird mir manches klarer - schade das der Laden keine Zukunft hatte. Qualität und Service haben gestimmt.

YUT
Donnerstag, 09.05.13 21:41
 

Kein Problem mit Kaution & Liquiditätsprüfung hier.

Donnerstag, 09.05.13 22:49
 

Yut, wie ich schrieb, auch ein Vermieter hat Interesse daran, daß das Objekt sicher Geld abwirft, sprich ein langfristiges Verhältnis zustande kommt. Es macht sich auch für ein Objekt nicht besonders, wenn permanenter Wechsel vorherrscht. In Lagen die nicht gerade 1a sind oder praktisch eine gewisse Vorgabe haben (Reaturant, Kneipe, Bar, Disco) kann das sogar bis zur unvermietbarkeit gehen, weil es sich ja herumspricht, was für ein kaputer Standort das ist.

Vermutlich haben die Persopolis-Pächter die Nase voll von den Baustellen. Des weiteren noch Investitionen für das sanierungsbedürftige Haus. Bleibt alles am Vermieter kleben, steigt die Pacht. Setzt man sich zusammen und handelt einen entsprechende Vetrag aus mit längerfristig festgelegter Pacht, muß sich der Wirt beteiligen.
Und Banken geben dank der Basel II-Ratings gewissen Branchen kaum noch Kredite.
Da kommt viel zusammen und am Ende gibt man auf.

Freitag, 10.05.13 09:47
 

Schade.

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