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Hilfe bei der Ersten Hilfe dank MP3-Player im Verbandskasten

Wenn ein Unfall passiert, sind die ersten Unbeteiligten am Unfallort oft unsicher, was zu tun ist. Erst einen Notruf machen? Verletzte in die stabile Seitenlage legen? Und wie ging noch mal der richtige Rhythmus bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung? Steffen Kopp (19), der eine Ausbildung als Elektroniker macht und die Friedrich-August-Haselwander-Berufsschule in Offenburg besucht, will den Ersthelfern bei der Ersten Hilfe helfen. Er hat einen Erste-Hilfe-Assistenten entwickelt, der im Notfall Anweisungen gibt, was zu tun ist.

Steffen Kopp

Als Gruppenleiter des Jugendrotkreuzes ist Steffen häufiger bei Erste-Hilfe-Kursen mit dabei. "Da ist mir immer wieder aufgefallen, dass die Leute sich nicht alles merken können, was sie beim Erste-Hilfe-Leisten alles machen müssen, besonders nicht die richtige Reihenfolge", sagt er. Da wäre es, hat er sich überlegt, doch praktisch, im Verbandskasten ein Gerät zu haben, das dem Helfer ansagt, was er machen muss. So soll er vor Fehlern bewahrt und in der emotional schwierigen Situation eines gerade geschehenen Unfalls unterstützt werden.

Steffen geht es darum, dem Erste-Hilfe-Leistenden Sicherheit zu vermitteln: "Viele trauen sich gar nicht zu helfen, weil sie denken, sie machen dann was falsch. Im Zweifelsfall helfen sie lieber gar nicht. Und das ist natürlich nicht gut." Nicht gut, aber nachvollziehbar, da der Erste-Hilfe-Kurs unter Umständen schon eine Zeit zurückliegt und sich der Durchschnittsbürger in seinem Alltag nicht mit den Regeln zur richtigen Beatmung und der korrekten stabilen Seitenlage befasst.

Um den Ersthelfer beim Helfen unterstützen zu können, verfasste Steffen Anweisungen für die Situation des Erste-Hilfe-Leistens nach einem Unfall, nahm die Texte mit Hilfe eines Computerprogramms auf und speicherte sie als .mp2 auf einem Mp3-Player ab.  Drückt man jetzt auf Wiedergabe, spielt der Player die gesamten Anweisungen nacheinander ab.

Man hört eine weibliche Stimme, die zunächst mahnt, dass man erst auf den Eigenschutz achten soll, anstatt sich blindlinks selbst in Gefahr zu begeben. Die Stimme gibt die Order, sich einen Überblick zu verschaffen und herauszufinden, wie viele Patienten es gibt. Dann leitet sie den Helfer bei der Überprüfung der wichtigsten Vitalfunktionen Bewusstsein und Atmung an und erinnert ihn daran, einen Notruf abzusetzen. Je nachdem, ob der Verletzte atmet oder nicht, folgen Anweisungen zur stabilen Seitenlage beziehungsweise Herz-Lungen-Wiederbelebung. Die komplette Unterweisung hintereinander abzuspielen, dauert etwa 30 bis 40 Sekunden. "Wenn man sich erst mal fünf Minuten lang was anhören muss, nützt es dem Verletzten vielleicht auch nichts mehr", erklärt Steffen.

Allerdings will er den Text noch ausweiten: "Der Erste-Hilfe-Assistent soll für jede Art Unfall ausgebaut werden, zum Beispiel für Unfälle mit Motorradfahrern oder solche mit eingeklemmten Personen." Hier kommen zwei Tasten ins Spiel, die Steffen noch in den MP3-Player integrieren will. Das Ganze soll dann so funktionieren: Die Frauenstimme ordnet zum Beispiel an: "Kontrollieren Sie die Atmung!" und fragt danach: "Ist die Atmung vorhanden?" Drückt man nun die grüne Taste für "ja", lautet die darauf folgende Anweisung anders als nach dem Drücken der roten Taste für "nein". Auf diese Weise kann der Helfer Text, der sich auf andere Unfallsituationen als die aktuelle bezieht, überspringen und verliert keine Zeit: "Durch die Abfrage mit den Ja-Nein-Tasten bekommt man nur noch die Anweisungen, die man wirklich braucht", so Steffen.

Getestet
hat Steffen den Erste-Hilfe-Assistenten schon - mit Jugendlichen in einem Rotkreuzkurs. "Ich wollte wissen, ob sie die Anweisungen verstehen und dann auch richtig befolgen." Mit dem Ergebnis ist er zufrieden: "Der Assistent kam gut an, sie wussten gleich, was sie machen müssen, haben die richtige Reihenfolge eingehalten und keine Fehler gemacht. Das hat gut funktioniert." Zwischen fünf und zehn Euro – dieser Preis schwebt Steffen für den Erste-Hilfe-Assistenten vor: Wirklich jeder soll ihn sich leisten können. Damit es soweit kommen kann, muss er aber erst mal produziert werden. Am besten in Serie.


 

Disclosure

fudder ist Medienpartner des Regionalwettbewerbs Jugend forscht. Dieser wird in Südbaden zum elften Mal in Folge vom Waldkircher Unternehmen Sick AG durchgeführt. Im Rahmen dieser Kooperation gibt es wieder unser Forscher-Blog mit freundlicher Unterstützung der Sick AG, in dem wir euch mit den interessantesten Themen rund um das Thema Jugend forscht versorgen.




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 3
Mittwoch, 22.02.12 13:41
 

Schöne Idee! Besser als ein Extra-mp3-Player ist sowas natürlich als App. Vorteile: kein Extra-Gerät, eine App kann bei Bedarf upgedated werden, und aus so der App heraus könnte man direkt einen Notruf absetzen.

Edited to add: Und genau die App gibt's vom DRK. Kostenpunkt: 0,79 Euro


caro hat den Kommentar am 22.02.2012 um 13:42 bearbeitet
Mittwoch, 22.02.12 14:15
 

"natürlich als App. Vorteile: kein Extra-Gerät"

Ich bräuchte dann schon ein extra Gerät, bei mir funktionieren keine Apps ;-)

Grundsätzlich eine hilfreiche Ideee (Ob MP3, oder App) nur ein bischen an der Realität vorbei wenn man schon mal den einen oder anderen Unfall mit Sofortmaßnahmen erlebt hat und wie es dann tatsächlich zur Sache geht.

Mittwoch, 22.02.12 15:54
 

Schöne Idee! Aber leider nix für Menschen die Apps als unnützen Tand ablehnen und nicht die dafür notwendige Hardware haben.

Und wahrscheinlich muss der Nutzer hinterher (nach erfolgter Hilfe) per Gesichtsbuch "Like Button" seine Dankbarkeit öffentlich kundtun.

Und wie bereits Mikey bemerkt hat wird es im "Fall der Fälle" wahrscheinlich eh nach altbewährter Manier und üblicher Hektik zur Sache gehen.

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