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Freiburger Informatik-Professorin Hannah Bast erhält Google-Forschungspreis über eine Million Dollar

Wer eine Fahrt von Freiburg nach Hamburg plant, kann für die schnelle Übersicht Google Maps nutzen, die Kartenfunktion des Suchmaschinenanbieters. Künftig soll man bei Suche nach der besten Route verschiedene Verkehrsarten wie etwa Auto, Bahn und Bus kombinieren können. Diese Routenplanung der nächsten Generation entsteht auch mit Hilfe einer Freiburger Wissenschaftlerin: Professorin Hannah Bast, Inhaberin des Lehrstuhls Algorithmen und Datenstrukturen, hat einen Forschungspreis über eine Million US-Dollar von Google bekommen.



Google hat bisher 42 dieser Forschungspreise in der höchsten Preiskategorie für umgerechnet 760000 Euro vergeben, nur acht davon gingen nach Europa. Über das Preisgeld kann sich Professorin Hannah Bast freuen, die seit 2009 am Institut für Informatik der Uni Freiburg forscht und lehrt. Die 41-jährige Wissenschaftlerin hat einst in Saarbrücken studiert und promoviert. Danach leitete sie ihre eigene Forschungsgruppe am Max-Planck-Instituts für Informatik in  Saarbrücken und dann am dortigen Exzellenzcluster. Die Informatikerin gilt als Expertin für Routenplanung und Suchmaschinen. Vor ihrer Berufung an die Freiburger Universität verbrachte sie einen anderthalbjährigen Forschungsaufenthalt bei Google in Zürich, der weltweit wichtigsten Niederlassung des Internetriesen.

In Zürich hat sie schon ein Verfahren entwickelt, das die Routenplanung mit öffentlichen Verkehrsmitteln um ein Vielfaches beschleunigte. Dabei müssen für das System Milliarden an Informationen verarbeitet werden: „Allein in New York gibt es zum Beispiel 50000 Bushaltestellen“, sagt sie. In den USA funktioniert die Routensuche für den öffentlichen Nahverkehr schon perfekt.

In Deutschland klemmt es dagegen bei der Abfrage für Busse und Bahnen über Google Maps. „Leider rücken die deutschen Verkehrsbetriebe die Daten nicht raus“, sagt die Professorin. Die Amerikaner seien da freizügiger: „Die Städte dort geben die Daten heraus und freuen sich, dass mehr Menschen Busse und Bahnen nutzen.“ Von England, Italien, Spanien und der Schweiz habe Google die Daten des öffentlichen Verkehrs schon eingepflegt, Deutschland hängt deutlich  hinterher mit der Bahn- und Bus-Routenplanung: „Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis das kommen wird, weil es eben ein großes Plus für die Nutzer darstellt“, so Hannah Bast.

Der Eine-Million-Dollar-Forschungspreis ist nicht ihre erste wissenschaftliche Auszeichnung. Das Geld von Google fließt direkt in die Forschung. Für drei Jahre können drei Doktorandenstellen finanziert werden. Gefördert werden soll das Projekt „Next Generation Route Planning“ in Zusammenarbeit mit Professorin Dorothea Wagner und Professor Peter Sanders vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Es geht zunächst um die sogenannte Multi-Modalität. Dabei sollen dann alle Verkehrsarten – Auto, Bus, Bahn, Taxi, Flugzeug, Fahrrad, zu Fuß gehen – miteinander kombiniert werden können. „In jeder großen Stadt gibt es bei der normalen Routenplanung schon Hunderttausende von Möglichkeiten, um von A nach B zu kommen“, erklärt Professorin Bast. Wenn man jetzt noch für die schnellste Möglichkeit alles miteinander beliebig kombiniere, gebe es noch viel, viel mehr Möglichkeiten: „Das ist die nächste Herausforderung.“

Außerdem sollen, anders als heute möglich, Staus oder Fahrplanänderungen in Echtzeit berücksichtigt werden. Die bei vielen vorhandenen Ressentiments gegen Google teilt Bast nicht. „Als Global Player ist man immer in der Kritik, aber im Vergleich zu anderen Firmen hat Google immer noch ein hohes Ethos.“











[Bild 1 & 3: Screenshot; Bild 2: Uni Freiburg]




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 8
Donnerstag, 02.02.12 19:50
 

Dazu fällt mir spontan ein: Ich war heute auf der Lehener Str. Höhe Arbeitsamt unterwegs und auf dem Bürgersteig geht eine "Burka-Frau" mit Kind im Buggy ihres Weges. Fürchterlich zu sehen, dass Frauen, nur, weil irgendwelche weicheiernden Machos (z.B."Oh Brüste, oh Hintern, Hilfe, ich halte es nicht aus!") es nicht zulassen wollen, solche Erfolge wie im Artikel beschrieben, in einer Millionen Jahren nicht erreichen werden!
Ich glaube, ich sollte der Kanzlerin mal schreiben, dass sie diese "Zelte" hierzulande verbieten lassen soll!


Keeeeelllllll hat den Kommentar am 02.02.2012 um 19:57 bearbeitet
Donnerstag, 02.02.12 20:26
 

Hut ab ... da hat jemand was in der Birne!!!

....wenn ich mir alleine Algorithmen und Datenstrukturen vorstelle wirds eng in der birne....:-)

Donnerstag, 02.02.12 21:39
 

Freiburg mal nicht auf Platz 2? Unglaublich!

Donnerstag, 02.02.12 22:17
 

Schön schön , ich gratuliere.

"Für drei Jahre können drei Doktorandenstellen finanziert werden" ... und wo bleibt der Rest der Million? Oder bekommen die 27000 Dollar im Monat, jeder von ihnen?


SilberWolf hat den Kommentar am 02.02.2012 um 22:18 bearbeitet
Freitag, 03.02.12 06:30
 

@SilberWolf: ich komme "nur" auf 9250 Dollar ... ich tippe auf Verwaltungskosten.

Freitag, 03.02.12 07:27
 

@womöglich: stimmt. Ich sollte nicht mehr rechnen wollen, wenn ich müde bin ;-)
Trotzdem ist das vielleicht das 4-fache, was so ein Doktorand verdient. Oder bin ich so falsch informiert?
Selbst wenn diese mit nagelneuen High-End Computern ausgestattet werden bleibt noch ein Menge über.
Verwaltungskosten, ja klar ... Raummiete, Schreibkraft und Catering.
Ich gönne ihr ja den Preis bzw. die Finanzierung, aber dann kann man auch sagen, wofür es verplant wird.

Freitag, 03.02.12 08:23
 

Ist das denn wirklich so wichtig? Das Geld bleibt auf jeden Fall im Lehrstuhl da, soweit ich informiert bin, solche Forschungspreise auch nur weiter in die Forschung und nicht etwa in einen Porsche investiert werden müssen. Daran sollte davon abgesehen ja auch der Uni selbst gelegen sein. Mal abgesehen davon gings in dem Artikel ja auch darum wofür sie den Preis bekommen hat und nicht um eine detailierte Planung der Preisgeldverteilung die, vermutlich, einen Tag nach Bekanntmachung der Preisvergabe, noch nicht existiert ;) Ich freu mich jedenfalls für die Uni Freiburg und bin mir sicher dass das Geld adequat verteilt wird :)

Freitag, 03.02.12 16:10
 

für eine wissenschaftlich wertvolle doktorarbeit werden halt nicht nur alte schinken gewälzt und irgendetwas, was sowieso keinen interessiert, neu zusammengefasst. da wird halt geforscht und nicht schaum geschlagen. und forschung verschlingt nun mal das meiste geld.

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