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Bachelorabschluss ohne staatliche Anerkennung: Wissenschaftsrat verweigert privater Uni die Anerkennung

220 Studierende hat die private Hochschule International University of Cooperative Education (IUCE) in Freiburg; sie studieren in einem dualen Ausbildungssystem angesagte Fächer wie Hotelmanagement, Sportmanagement oder Wirtschaftsinformatik. Doch der erste Abschlussjahrgang der 2009 gestarteten privaten Hochschule könnte im Herbst mit einem Bachelorabschluss, der nicht staatlich anerkannt ist, dastehen: der Wissenschaftsrat hat dem IUCE die Anerkennung versagt.



Das Konzept des IUCE entspreche nicht den wissenschaftlichen Maßstäben einer Hochschule, heißt es in der Entscheidung des Rates. Auch das Finanzierungskonzept, das ein vom Land beauftragter Wirtschaftsprüfer unter die Lupe genommen hat, berge erhebliche Risiken. Kanzler Robert Wetterauer zeigte sich überrascht.

Alle Infos gibt es bei den Kollegen der Badischen Zeitung:   Die ersten 30 Studierenden der IUCE sind im Oktober mit ihrem sechssemestrigen Studium fertig. Sie haben pro Monat durchschnittlich 500 Euro, insgesamt also 18000 Euro für ihre Ausbildung bezahlt. Die fehlende staatliche Anerkennung aber bedeutet nun, dass die Hochschule derzeit keinen Hochschulgrad verleihen darf. „Auch wer bestanden hat, könnte sich dann nicht Bachelor nennen“, so Oschmann am Mittwoch.

Zuvor hatte die Hochschulleitung alle 220 Studierenden über die Ablehnung des Wissenschaftsrates informiert; auch stellte sie sich den Fragen derer, die auf dem Campus waren. Das hat bei vielen Studierenden offenbar Vertrauen geschaffen. „Die Uni hat uns nichts versprochen, was sie nicht eingehalten hat“, hieß es am Dienstag bei etlichen Studierenden. Von Anfang an habe die Hochschule mit offenen Karten gespielt, sauer seien vor allem die, die sich nicht informiert hätten. Eine Studentin im 1. Semester Immobilienmanagement sagte: „Wir fühlen uns hier wohl, aufgehoben und an der Hand genommen.“

Eine andere Studentin, die für ihr Hotelmanagement-Studium gerade praktisch arbeitet, sprach dagegen von „großen Bedenken“: „Das Schreiben der Uni war ein Schlag. Kann man sich drauf verlassen, dass bis zum eigenen Abschluss die staatliche Anerkennung da ist?“ Bei der Bewerbung sei sie nicht drauf hingewiesen worden, dass die staatliche Anerkennung noch fehle, „zumindest erinnere ich mich nicht dran".

Der Wissenschaftsrat hatte in seiner Ablehnung unter anderem bemängelt, dass sich nach Gesprächen mit Studierenden der Eindruck ergeben habe, diese seien nicht über die fehlende staatliche Anerkennung informiert worden und auch nicht über mögliche Konsequenzen. Auch auf der Internetseite sei das Thema nur schwer zu finden. „Diese Praxis wird ausdrücklich kritisiert, da sie den möglichen, unverschuldeten Schaden der Studierenden (...) für den Fall in Kauf nimmt, dass die staatliche Anerkennung nicht ausgesprochen wird“, heißt es in der Akkreditierungsentscheidung. [Simone Lutz, Stadtredaktion Freiburg]







[Foto: Ingo Schneider]




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 5
Dienstag, 31.01.12 19:23
 

jaja wir lieben die Privatwirtschaft.

Dienstag, 31.01.12 23:19
 

Ohne anecken zu wollen aber Privatstudium is fürn Arsch!
Hier werden junge Leute mit vermeintlichen Traumberufen geködert. Sie zahlen tausende von Euro, verschulden sich oftmals (wenn man keine wohlhabenderen Geldgeber hat) und stehen hinter her ohne Job da. Ich kann aus Erfahrung sprechen. Viele Freunde mussten finanziell ordentlich bluten.

Grafik: 20000€ Studium und dann doch hinterher in Versicherungen Arbeiten.
bekannte Grafiker werden Tätowierer – und das haben sie sich selber beigebracht(!). Übrigens wurde zu diesem Studium eine Bekannte zugelassen, die Strichmännchen in ihrer Mappe eingereicht hat.

Hotelmanagement: Ausbildung zum Hotelfach tut es auch und dafür WIRD man bezahlt.

Eventmanagement: Mit Events können die wenigsten Geld verdienen. Ich kenne nur EINEN erfolgreichen Eventmanager – und der hatte VWL an der UNI studiert.

Fotografie: Siehe Oliver Rath – der hat es sich selber beigebracht – und ist super!

Außerdem sind die Niveau-Unterschiede zum „normalen“ Studium extrem krass. Ich studiere Mikrosystemtechnik auf Bachelor und muss sagen es ist sehr hart! Ich zahle keine Studiengebühren und weiß , dass ich hinterher eine anständige Ausbildung habe - mit realistischen Berufschancen.
Man sollte immer bedenken, dass es den Profs auf der Uni sch***-egal ist wie man seine Klausuren besteht.
Der Privatuni ist es nicht egal, aber nur weil es darum geht, dass man weiter 500€/Mon bezahlen soll und passen das Niveau entsprechend an. Keiner kann mir sagen, dass das nicht stimmt.
Jedem der privat studieren will anfangen will, kann man nur intensiv abraten.

Fazit: Ich finde es super, dass noch nicht jeder Sch*** mit nem (staatlichen) Bachelor-Abschluss belohnt wird. Hier wurde einer Privatuni endlich mal ein Riegel vorgeschoben. Die Leute, die das Geld zu Fenster rausgeworfen haben in der Hoffnung eine gute Ausbildung zu machen, die tun mir echt Leid – das habt ihr nicht verdient
ENDE

Mittwoch, 01.02.12 12:35
 

volle Zustimmung! Ich musste mich auch durch mein (akkreditiertes) Bachelor of Science Studium mühen und trotzdem anhören, er sei nix wert. Da freut ich so ein Artikel, dass es doch noch Grenzen gibt.

Freitag, 03.02.12 13:06
 

Update: IUCE reagiert auf Kritik

Sonntag, 05.02.12 15:04
 

Die Tatsache, dass die vorgebliche Freiburger Elite einen Sprung in der Schüssel hat, zeigt sich unter anderem daran, dass die Universität Freiburg mit einer Unterlassungsklage vom 28.07.2010 im Zusammenhang mit den Skandalen um Mertelsmann, Friedl und den Doping-Skandal die folgende Äusserung verbieten lassen wollte:

„In allen Fällen wurden die Täter von der Universitätsleitung und der Landesregierung protegiert und/oder mit finanziellen Zuwendungen belohnt“.

Mit Urteil vom 30.11.2011 – Az. 14 O 281/10 - hat die 14. Zivilkammer am Landgericht Freiburg den Klagantrag abgewiesen, weil es sich um eine Meinungsäussrung handelt, die auf nachweislichen Tatsachen beruht. Sämtliche Skandale fielen in die Amtszeit von Jäger.(1995 – 2008), der ebenfalls im Kuratorium der Freiburger IUCE sitzt.

unter der Aufsicht des Freiburger Onkologen wurden medizinische Experimente mit Hochdosis-Chemotherapie ohne rechtswirksame schriftliche Risikoaufklärung und Einwilligung an zahlreichen Patienten vorgenommen. Die Patienten starben, Mertelsmann wurde befördert. Die Sache flog auf, weil unter der Leitung von Mertelsmann zudem zahlreiche wissenschaftliche Publikationen gefälscht wurden.

Der langjährige Vorsitzende der Deutschen Forschungsgeselleschaft Winnacker bezeichnete es in einem Interview im Deutschen Ärzteblatt als Affront gegen die Wissenschaft, dass Mertelsmann zu einem Zeitpunkt zum Ärztlichen Direktor der Medizinischen Universitätsklinik Freiburg befördert wurde, als die DFG bereits Untersuchungen aufgenommen hatte. Der Wissenschaftsjournalist Holger Wormer berichtete hierzu in der Süddeutschen Zeitung, dass die Versuche der Universitätsklinik pro Patient rund 75 Tsd Euro in die Kassen gespült haben.

Mertelsmann zählt zu den Fördermitgliedern der „Neuen Universitätsstiftung Freiburg“ die 2007 in der Amtszeit von Wolfgang Jäger gegründet wurde. Im Kuratorium sitzen Jägers Nachfolger Andreas Vosskuhle, Bundesfinanzminister Schäuble und EU-Ministerpräsident Barroso in froher Eintracht zusammen. Was von Schäuble zu halten ist, zeigt dieses hübsche, kurze und aussagefähige Video, mit dem auf die Schwarzgeldaffäre der CDU Bezug genommen wird:

http://www.youtube.com/watch?v=XaWE8K2nRVs

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