zur Startseite
Passwort vergessen?
 

Tags, Bombings und Rooftops in Freiburg: 5 Antworten vom Sprüher Rism

Immer wieder und überall. In fetten Lettern: Rism. Kaum ein Sprüher ist in Freiburg so präsent wie er. Hiphop Freiburg hat ihn unter anderem gefragt, was für Erfahrungen er mit der Freiburger Polizei gemacht hat. [Mit Foto-Galerie!]



Rism, kaum einer in Freiburg hinterlässt seinen Namen so oft wie du. Warum machst du vor allem Streetbombing?


Ich weiß gar nicht so genau wieso, aber viele Alternativen dazu hat man hier ja kaum. Das Yard hier finde ich scheiße, und außerhalb Züge zu malen war mir meist zu viel Aufwand. Zuerst irgendwo hinfahren, checken, malen und dann ist meist schon der ganze Tag vorbei. Stattdessen geh ich am liebsten einfach vor oder nach einer Party noch malen. Vielleicht bin ich fürs Zügemalen aber auch einfach zu faul - oder hab einfach zu viel Schiss.

Was bedeutet Stress mit der Polizei für dich? Hast du Erfahrungen mit der Freiburger Sonderkommission (SoKo) machen müssen?


Die Freiburger SoKo kenn' ich gar nicht. Allgemein gibt es hier in Freiburg kaum einen Bullen ohne Dialekt, und das sagt ja auch schon ein einiges über die ortsansässigen Cops aus.

Letztes Jahr im Sommer war ich oben auf dem alten Unibibliotheksgebäude zum Rooftopmalen. Und als ich da so mit der Teleskopstange in meinen Händen auf dem Bauch liege, sehe ich auf einmal so einen Bullen auf der Kreuzung stehen und zu mir nach oben schauen. Er leuchtet mit seiner Taschenlampe zu mir hoch und schreit: „Komm runter, du Pfeife!“

Daraufhin hab ich kurz gewartet, was passiert. Und wollte dann irgendwann runterlaufen. Da kamen die Cops dann mitsamt ihrer Hundestaffel die Treppe rauf. Ich hab mich auf dem Stockwerk versteckt und hab nicht verstanden, warum der Hund mich nicht gerochen hat: Er war kaum zehn Meter von mir entfernt. Und als die dann weiter hoch Richtung Dach gelaufen sind, bin ich unten rausspaziert.

Wie findest du Street Art?


Ich fand den Banksy-Film extrem inspirierend. Weniger die Sachen, die im Film gezeigt werden, sondern vielmehr die Art und Weise, wie sie angebracht werden, die Actions, Nachts mit Leiter, irgendwo stehen und was malen oder installieren.

Gerade aus der Graffitiszene kommen ja viele, die Street Art überhaupt nicht mögen. Ich hab nichts gegen Street Art, mir fällt sie allerdings gar nicht so auf. Prinzipiell find ich's gut, wenn Leute irgendwas machen. Es gibt da ja durchaus auch wirklich gute Sachen.

Sieht man deine vielen Bombings und Tags in Freiburg, könnte man meinen, du verfolgst deine Ziele mit einer gewissen Konsequenz und Respektlosigkeit. Ist dies auch in anderen Lebensbereichen der Fall? Oder bist du privat eher so der spießbürgerliche Typ?


Eigentlich hab ich ja schon so gewisse Prinzipien. Frische Häuserwände, wo noch nichts dran ist, mache ich nicht so gerne. Allerdings ist ein gut platziertes Tag wichtig, da wo ihn jeder sieht. Die mache ich am liebsten mit weißen Markern beziehungsweise Lackstifen.

Und ich denke, das hat nichts mit Respektlosigkeit zu tun, es gehört einfach zu jedem Stadtbild dazu. Inzwischen ist es doch schon so normal, dass es den meisten Leuten ja auch gar nicht mehr auffällt. Den Leuten fällt es nur dann auf, wenn es an ihrer eigenen Wand stattfindet.

Die obligatorische Frage nach einer guten Writerstory?


Erstes Mal in Mailand mit zwei Kollegen. Einer kennt sich angeblich gut aus. Nachdem wir in fünf, sechs Yards waren, in denen nichts klar ging, finden wir endlich eines.

Dort treffen auf Zigeuner, die uns mit Steinen beschmeißen und mit Eisenstangen hinter uns her jagen. Nach einem gefühlten Marathon, und die immer noch hinter uns, rennen wir letztendlich zu dritt in so einen Hofeingang rein, um uns zu verstecken. Da wir uns dort aber sehr unsicher fühlen, rennen wir weiter, müssen dabei über eine Mauer mit Stromschienen balancieren, ständig die Angst im Nacken.

Letztendlich sind wir dann doch weggekommen, völlig außer Atem. Ich glaub, ich hatte noch nie so viel Schiss beim wegrennen. Wenn die uns erwischt hätten, die hätten uns mit ihren Eisenstangen sicher totgeprügelt.



Das gesamte Interview und alle Fotos gibt's auf hiphopfreiburg.de:

 



Foto-Galerie: HipHop Freiburg

Tipp:
Wartet einen Augenblick, bis die Galerie komplett geladen ist. Ihr könnt euch dann ganz bequem jeweils das nächste Foto anzeigen lassen, indem ihr auf eurer Tastatur die Taste "N" (für "next") drückt.




Artikel als E-Mail verschicken Artikel auf Facebook weiterempfehlen Artikel twittern Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen Diesen Artikel bei del.icio.us bookmarken
 



Kommentare
Anzahl der Kommentare: 60
Montag, 23.01.12 14:23
 

Ein absolute Frechheit....Streetart.....Zerstörung fremder Eigentümer würde ich sowas eher nennen. Eine Fassade zu renovieren kostet Schweinegeld und machen Sie ihre gekritzel auf öffentliche Verkehrsmittel, so muss ich als Steuerzahler die Entfernung bezahlen.
Wie er dann noch davon redet, dass man gute Plätze benötigt wo es auch gesehen wird....wenn ich mich in Freiburg umsehe, dann sind manche seiner Schmiereien an den schlechtesten Plätze. Daher hat es wenig mit Kunst zu tun, sondern viel mehr mit langeweile!
Respekt erhält er dafür bestimmt keinen, außer von einer handvoll weiteren Idioten!!
Witzlos finde ich dass ganze, wenn die Hausbesitzer sich dann entschließen das Geschmiere zu entfernen und ihre Hausfassade neu zu streichen und dann so ein Vogel sie grad wieder beschmiert. Hab vor kurzem mit so einem Hausbesitzer zu tun gehabt, bei dem sich s so einer auch verkünstelt hat. Der man zahlt einen Kredit nun ab, welchen er aufgenommen hat zur Restaurierúng seiner Fassade und ist total unglücklich. Mit seinen Worten zu sagen:"Das Geld hätte er lieber seinen Enkeln zum spielen Geschenkt" (Seine Enkeln sind 2 und 4 Jahre!). Freude findet er keine daran. Festnehmen, alle Schmierereien bezahlen lassen und dann für jede weitere Schmierei in der Stadt, auch wen er es nicht war, bestrafen.
Wenn es Kunst sein soll, dann soll er es auf eine Leinwand sprühen und im Augustiner ausstellen!

Montag, 23.01.12 14:30
 

So so wurde er gezwungen einen Kredit aufzunehmen? Und natürlich war es auch wichtig, das Alter der Kind zu nennen. Es verleiht deinem Posting noch etwas mehr Drama!

Mal davon abgesehen, dass das meiste einfach nur extrem hässlich ist.

Montag, 23.01.12 14:38
 

Ich weiss ja nicht Loki, ob du eine vom Gottgesegneter Junge bist, der mal das nötige Kleingeld in der Tasche hat um eine Fassade zu restaurieren. Falls so sein sollte, wünsch ich dir alles gute damit und vielleicht ein wenig mehr verständnis dafür, wenn andere nicht in dieser situation sind! naja in diesem sinne....an alle die jetzt meinen den tag in fetzen zu zerreißen und soooo toll sind. es geht nicht um die schreibweise meiner seits, sondern um dass was dieser rism-spasst tut!

Montag, 23.01.12 15:28
 

pappkamerad, du bist ein idiot. man kann von streetart halten was man will, aber die forderung leute für etwas zu bestrafen das sie nicht getan haben ist.. nunja.. faschistoid?

Montag, 23.01.12 15:34
 

also ich sehe bombing, im Gegensatz zu "richtigen" Graffitis, auch eher kritisch bzw. kann keinen so richtigen sinn dahinter sehen, mal abgesehen von "fame" (und kann man den nicht eher durch richtig gute bilder bekommen, sozusagen qualität statt quantität). Aber ich denke, solange keine historischen fassaden, Kirchen etc bemalt werden, kann man damit leben bzw. muss es als Ausdruck moderner städtischer Kultur hinnehmen. Es gibt wohl wichtigere Probleme in unserer gesellschaft, als Häuserwände, auf denen ein paar Namen stehen... und ich persönlich laufe lieber durch eine bunte unterführung als durch eine betongraue....


Freiheit? hat den Kommentar am 23.01.2012 um 15:35 bearbeitet
Montag, 23.01.12 15:51
 

"Allgemein gibt es hier in Freiburg kaum einen Bullen ohne Dialekt, und das sagt ja auch schon ein einiges über die ortsansässigen Cops aus."

weiss jetzt nicht, was das genau aussagen soll, aber trifft das nicht so ziemlich auf alle polizisten in ganz deutschland zu?

Montag, 23.01.12 17:27
 

was ein kindischer depp

Montag, 23.01.12 18:05
 

ist das jetzt eine satire auf sprayer oder bietet ihr solchen pfeifen jetzt allen ernstes redefreiheit? die tätigkeit ist kriminell und sollte hier nicht auch noch angeworben werden. wenn der kerl wenigstens was drauf hätte, aber die graffitis sind dermaßen amateurhaft.

hässliche betonmauern wie unterführungen, bauzäune, stromkästen und bahnhofsabsperrungen sind okay, aber sobald wohnhäuser bemalt werden, finde ich es respektlos und assozial.

Montag, 23.01.12 18:12
 

ich finde es faszinierend, wie viel zeit und energie die sprayer gerade für rooftop-graffitis aufwenden. das stellt ja nicht nur die künstlerischen skills auf die probe, sondern bedarf auch einiges an kraft, ausdauer, geschicklichkeit, etc. der drang nach nervenkitzel und adrenalin birgt diesbezüglich auch ein erhebliches suchtpotenzial.

womit ich allerdings gewisse probleme habe, ist, wenn historische gebäude mit graffitis überzogen werden, stichwort: bewahrung der historischen bausubstanz.

+om
Montag, 23.01.12 18:41
 

mir gefallen die aufwändigen schriftzüge.
dieser hass auf einen/e zwanghaft handelnden künstler/in, der hier gerade geschürt wird, stösst mir doch sehr auf. man sollte mal bedenken, dass es sich hierbei nicht um einen gewaltäter, sondern einen, in meinen augen künstler, handet. mich stören vor allem, wenn wir hier schon über visuelle belästigung sprechen, die werbeanzeigen, die leuchtreklame, die banner die an jeder ecke präsent sind und vom vorbeilaufenden aufgenommen werden müssen. eine offensichtliche manipulation des menschen zum konsumopfer, was wohl soweit geführt hat, dass die leute sogar kostenlos auf ihren klamotten werbung für diese firmen tragen. individualismus wird hingegen dann kriminalisiert und verurteilt. hell,...und graue wände sind sind auch farbig, denkt mal darüber nach.

kulturelle bauten zu bemalen suxxx, aber dies machen denke ich eh nur die kids, die sich nicht wirklich auskennen.

Montag, 23.01.12 19:14
 

@+om:

Zustimmung!

Eine Schande wie Künstler die nicht dem allgemein üblichen Kunstverständnis entsprechen auch in Freiburg behandelt werden.

Es gibt in der Szene viele gute Leute - und leider auch viele Menschen die nur Kritzeleien hinterlassen. Und genau die ungekonnten Tags/Schriften verursachen in der breiten Bevölkerungsmehrheit Unbehagen und Misstrauen gegenüber den echten Künstlern.

Montag, 23.01.12 19:21
 

spass und freiheit hören da auf wo andere belästigt oder geschädigt werden.

Montag, 23.01.12 20:11
 

9, 10 und 19 sind echt unterste Schublade...

Und mal davon abgesehen, dass ich das Ganze ganz schön anzusehen finde kann es echt nicht angehen, dass man sich das Recht rausnimmt auf irgendwelche fremden Sachen ohne Erlaubnis(sucht vllt mal vllt freut sich jemand drüber?) zu sprühen.

Ich mein das alles hat ja nicht mal irgendeine Message oder so?!

Deswegen geh ich mit Jass da völlig mit.

Montag, 23.01.12 20:55
 

ich hätte es besser wissen sollen, aber ich habe leider doch mal wieder nach einem graffiti-artikel auf fudder bis zur kommentarrubrik runtergescrollt. wenigstens sorgen kommentare wie die von pappkamerad und placebos_muse für ein paar abendliche lacher.

"wenn der kerl wenigstens was drauf hätte" - hast du es dir eigentlich auf fudder zur angewohnheit gemacht, zu jedem thema, von dem du absolut keine ahnung hast, irgendeinen disqualifizierenden kommentar abzugeben? falls das beabsichtigt ist, finde ich es ja fast schon irgendwie gut, hat was von gesellschaftskritischer aktionskunst...

Montag, 23.01.12 20:58
 

"Ich mein das alles hat ja nicht mal irgendeine Message oder so?!"

seriously?

laughingsquid.com/wp-content/uploads/used-to-have-art-20110503-113826.jpg

Montag, 23.01.12 21:13
 

Placebos_Muse
Montag, 23.01.12 18:05


"ist das jetzt eine satire auf sprayer oder bietet ihr solchen pfeifen jetzt allen ernstes redefreiheit? die tätigkeit ist kriminell und sollte hier nicht auch noch angeworben werden."


Damit hat Placebos_Muse vollkommen recht!

Montag, 23.01.12 21:25
 

@popo:

Ja aber genau das ist es ja bei ihm steht nur sein Name das wars...also soll jetzt die ganze Welt lernen wie er heißt oder was:D

Mir gings übrigens genau anders rum ich hab mich gefreut weil ich wusste das gibt wieder lustige Diskussionen auf Stammtischniveau:)

Montag, 23.01.12 21:27
 

"Ja aber genau das ist es ja bei ihm steht nur sein Name das wars...also soll jetzt die ganze Welt lernen wie er heißt oder was:D"

...

Montag, 23.01.12 21:54
 

Versteh ich das jetzt richtig dass ich überall von ich den Stempel "Kunst" drauf drücke eine gesellschaftliche Rechfertigung für mein Tun einfordern kann?

Das ist klasse, da kann der Pyropmane beim nächsten Auto dass er abfackelt noch ein paar Wunderkerzen dran drappieren und sich als Pyro-Aktionskünstler verkaufen. Ist dann zwar nicht weniger strafbar aber er kann zumindest auf ein paar verständisvolle Zusprüche hoffen.

Betongraue Unterführungen oder Brückenpfeiler kann ich ja verstehen, aber private Gebäude, Bahnen oder öffentliche Gebäude nicht mehr.


Mikey hat den Kommentar am 23.01.2012 um 21:54 bearbeitet
Montag, 23.01.12 22:34
 

@popwicz: die einen machen sichs zum auftrag pessimistisch zu sein, die anderen machen sichs zum auftrag an anderen rumzunörgeln und garkeine meinung zum thema zu haben.

der typ hats nicht drauf. basta. ich schätze, das würde auch jeder professionelle sprayer bestätigen. ach, da saß doch gerade noch einer neben mir.

+om
Montag, 23.01.12 22:35
 

Die Kunst darf nie populär sein wollen. Das Publikum muss künstlerisch werden. Oskar Wilde


+om hat den Kommentar am 23.01.2012 um 22:37 bearbeitet
Montag, 23.01.12 23:03
 

http://streetfiles.org/img/user/30805/XL/G9dJmhw2pAmZTQAykSfd1320705641.jpg

linktip-danke geht an maddis, der hats vor einiger zeit schon an anderer stelle gepostet...

Montag, 23.01.12 23:13
 

@ Placebos_Muse

"der typ hats nicht drauf. basta. ich schätze, das würde auch jeder professionelle sprayer bestätigen. ach, da saß doch gerade noch einer neben mir."

komisch, dass immer die, die überhaupt keine Ahnung haben, das Maul am weitesten aufreißen. Jeder "professionelle" Sprayer wird Dir genau das Gegenteil Deiner unqualifizierten Annahme bestätigen.

Montag, 23.01.12 23:46
 

"ist das jetzt eine satire auf sprayer oder bietet ihr solchen pfeifen jetzt allen ernstes redefreiheit?"
"ich schätze, das würde auch jeder professionelle sprayer bestätigen. ach, da saß doch gerade noch einer neben mir."

sprayer sind kriminelle pfeifen, aber du lässt sie trotzdem neben dir sitzen?

Dienstag, 24.01.12 00:00
 

Lächerliche Reichstreue bildungsgelangweilter Dorffaschos...richtiggehend provinziell zu verlangen, das Kunst nur an ausgewiesenen Plätzen stattfindet, wie Menschenhandel und Armut.

Dienstag, 24.01.12 00:00
 

@Besserwisser

Und du legst jetzt fest wer Ahnung zu haben hat und wer nicht?
Dann hätte ich gerne von dir mal eine, im Umfang etwa sechs Seiten messende, Expertiese über mein Kunstverständnis.
Ich würd endlich gerne selbst mal wissen wo ich da stehe ;-)

Dienstag, 24.01.12 00:04
 

Endlich sagt auch der Dude mal was. Und dann noch sowas Tolles!


Geraldine hat den Kommentar am 24.01.2012 um 00:05 bearbeitet
Dienstag, 24.01.12 00:08
 

Für mich ist das nen Arschloch das fremdes Eigentum zerstört. Sorry geht gar nicht Strassenbahnen und Häuser zu besprühen. Ich bin ja friedliebend, aber wenn ich den an unserem Haus sehe, frisst er seine Spraydose...

Dienstag, 24.01.12 00:29
 

@ dude: wir scheissen auch an ausgewiesenen orten.

Dienstag, 24.01.12 01:02
 

Nichts gegen künstlerische Freiheit. Aber die Sache ist doch, und das verstehen einfach viele nicht, dass man das, was man fordert (Rism fordert künstlerische Freiheit) auch anderen zugestehen muss. Mal ganz davon abgesehen, dass Kunst eine völlig subjektive Angelegenheit ist, habe ich nicht die ganze Kunst, die mir gefällt, automatisch an meiner Wand hängen. Wenn er künstlerische Freiheit für sich beansprucht, beanspruche ich sie auch für mich. Wenn ich meine rote oder graue oder weiße oder schwarze oder gelbe Hauswand als künstlerisch, schön und ästhetisch empfinde, muss das respektiert werden. Wenn er seine Hauswand oder ne Unterführung anmalt wie er will, okay. Aber auf MEINER Wand mache ich, was ICH will.
Ich bin ein Fan von Kunst, aber ich verlange tatsächlich, dass Kunst nur an gewissen Plätzen stattfindet (gerade weil sie subjektiv ist). Nämlich da, wo es angemessen ist (dh an einem Ort, wo zugestimmt wurde, dass Kunst, in welcher Form auch immer, präsentiert wird), wo es für die Menschen, die sich für diese Richtung interessieren zugänglich ist (Ich bin zum Beispiel ein Fan impressionistischer Kunst, wenn ich also etwas in die Richtung sehen will, weiß ich wo meine Anlaufstellen sind.) und wo keiner dadurch geschädigt wird. Natürlich gehören Graffitis zum Stadtbild dazu, das kann wohl keiner verneinen. Aber man muss sich immer fragen wie man sich fühlen würde, wenn man gerade in sein Haus gezogen ist, die Wand renoviert hat und dann jemand RISM an die Wand klatscht. Und die Frage ist ja auch: Wo hört der Spaß dann auf? Warum sollte es Rism erlaubt werden, mir meine Wand zu versauen, warum werde ich aber dafür verurteilt, wenn ich mit einem Schlüssel ein Herz in Risms Auto ritze, weil ich Herzen schön finde und mich ja irgendwo künstlerisch ausleben muss. Oder findet ihr, die ihn unterstützen, dass ich das machen dürfte? Beschädigung von Besitz ist immer, auch wenn das Output ein künstlerisches ist, eine Strafttat, darüber braucht man ja wohl nicht mehr zu diskutieren. Das ist im Gesetz Gott sei Dank verankert und das ist auch gut so, wo kämen wir sonst hin?

Dienstag, 24.01.12 04:03
 

Ich stimme wahwah insofern zu, als für mich künstlerische freihheit auch bedeutet, mit meinem Eigentum nicht teil des kunstwerks eines dritten sein zu müssen bzw. das künstlerische schaffen eines dritten dann nicht als solches betrachten zu müssen, wenn meine eigentums/freiheitsrechte dadurch beeinträchtigt werden.

Dienstag, 24.01.12 07:38
 

Graffity find ich toll - die meisten, oder sagen wir: viele. Die einzelenen Werke, aber auch die Idee, das Konzept, ganz allgemein.

Einfaches tagging dagegen hab ich nie verstanden, erinnert mich an Hunde die jede Ecke und jeden Baum mit ihrem Urin markieren müssen.

Wenns eine Zwangshandlung ist: wäre das ein Ansatz?
http://is.gd/DT84AB
#bashingendeundout


christianhauck hat den Kommentar am 24.01.2012 um 07:45 bearbeitet
Dienstag, 24.01.12 10:20
 

Aha, also Kunst, bzw. das, was der selbsternannte "Künstler" dafür erklärt, rechtfertigt also anderen seine "Werke" aufzuzwingen ???

Sicher hat der "Künstler" dann auch Verständnis, wenn die Betroffenen auch ihre Begriffe von Kunst an ihm verwirklichen (Bodypainting und Piercing ist ja fraglos eine anerkannte Kunstrichtung !)

Welche Persönlichkeitssstörungen haben die eigentlich ?
Mir scheint der Vergleich mit pinkelnden Hunden schon sehr treffend

...und dude: "...Faschos/Menschenhandel" ???
Hast du mal mit einem Therapeuten deines Vertrauens darüber gesprochem ?

Dienstag, 24.01.12 10:25
 

"9, 10 und 19 sind echt unterste Schublade..."

über die hab ich mich am meisten gefreut! endlich übermalt jemand mal die mit werbung zugeklasterten Wagons!

+om
Dienstag, 24.01.12 11:25
 

@biber
Warum zwingst der selbsternannte "Poet" den Lesern eigentlich seine Meinung auf?
mich erinnert die kommentarfunktion auch irgendwie an urinierende Hunde.

Armer verbitterter Captain Hook!

Dienstag, 24.01.12 11:48
 

#OM - ja, passt, irgendwie: mit einem Kommentar hinterlaest man auch eine "Duftmarke".
Aber das passiert im virtuellen Raum der im Prinzip unendlich gross ist, und die Kommentare sind hinter etwa zwei klicks verborgen, und jeder kommt nur freiwillig hin. Und fudder - stellt diesen Raum zur Verfügung - ist ja damit einverstanden.

Und es gibt Inhalt, und nicht nur die Unterschrift.

Dienstag, 24.01.12 11:52
 

@ +om: "Warum zwingst der selbsternannte "Poet" den Lesern eigentlich seine Meinung auf?"

Zwingen? Biber schreibt seine Meinung. So wie auch Du und ich und andere Kommentatoren!

Dienstag, 24.01.12 12:08
 

Irgendwie fehlt mir der Bezug zur Rubrik "Hochkultur" noch. Kultur als "im weitesten Sinne alles, was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt" (wikipedia) kann ich ja noch akzeptieren, aber Tags als hochwertige kulturelle Leistung zu beurteilen geht mir mal sowas von ab.

Dienstag, 24.01.12 12:27
 

Man kann seine Tags auch auf andere Art setzen: Durch die Art, wie man mit seinen Mitmenschen umgeht!

Dienstag, 24.01.12 13:23
 

... also, wenn ich mal so´n artist erwische, dann sprühe ich ihm seine tolle street-art-designer-hiphop-jacke voll und sage dann, ich bin halt künstler. das ist meine art, mich künstlerisch auszudrücken bzw. mitteilen zu wollen und mein beitrag zur städtischen hochkultur.
jacketartist oder so. mal sehen, wie die reaktion dann aussieht!

mal im ernst: glaubt ihr denn wirklich alles, was ihr hier so lest oder von euch gebt? to whom it may concern...


vauwee hat den Kommentar am 24.01.2012 um 13:24 bearbeitet
+om
Dienstag, 24.01.12 14:45
 

@chris
im prinzip richtig - allerdings > die unterschrift an einem haus ist auch ein statement, nur etwas kürzer formuliert?
@yachia
stimmt, nicht immer werden meinungen immer da gepostet, wo sie auch erwartet werden.

im prinzip ist das alles eine schwierige angelegenheit. wie gesagt, alles kann ich auch nicht für gut empfinden was in dieser szene passiert, vllt. aber nur weil ich es noch nicht verstehen gelernt habe. time will show ...
toll finde ich allerdings, dass das thema immer wieder eine solche diskussion anregt. das ist meines erachtens der grundsatz eines jeden künstlers schaffen.

Dienstag, 24.01.12 14:51
 

... dann ist Daniel Sander auch ein Künstler weil er Reaktionen provoziert wenn er Flaggen ab- oder umhängen will oder sonst eine Meinung kundtut ;-)

Dienstag, 24.01.12 15:20
 

die vollendung von daniel sanders kunst zeigt sich in seinen twitternachrichten [ich weiß allerdings nicht, ob er dieser webkunst noch nachgeht, habe das vor nem jahr oder so mal ne weile verfolgt]. Ist allerdings eher eine humoreske art von kunst. Böswillige kommentatoren könnten von realsatire sprechen...

+om
Dienstag, 24.01.12 16:01
 

@chris
kenn isch nüsch!

Dienstag, 24.01.12 17:04
 

@ freiheit: "realsatire" in diesem threat hier - ich glaube das kommt hin. alles nur realsatire, incl. diverser postings! ;-)

Dienstag, 24.01.12 20:41
 

@Besserwisser: wir kennen uns nicht, also urteile nicht über mein verständnis von graffiti.
@popwicz: ansichtssache, wie du das jetzt interpretierst. mit "solchen pfeifen" waren jedoch nicht alle sprayer gemeint, sondern personen wie rism.

+om
Dienstag, 24.01.12 22:26
 

rism is keine pfeife, der hat einfach, zumindest in den bunteren bildern, einfach einen interessanten comicstil, der so sauber nur mit einiger erfahrung gezeichnet werden kann. der weiss was er macht. mir gefallten die super bunten dinger°!

Dienstag, 24.01.12 22:51
 

@Placebos_Muse

Brauche Dich nicht zu kennen. Deine unqualifizierten Äußerungen bzgl. Graffiti reichen durchaus um mir ein weitreichendes Bild über Dein Graffiti Verständnis machen zu können.

2 Semester Kunstgeschichte reichen nunmal nicht aus um zu solchen Themen eine kompetente Meinung darlegen zu können.

Dienstag, 24.01.12 22:53
 

Die soziokulturelle Bedeutung von Graffiti:
Widerstand gegen die informationelle Unterdrückung der Unterschicht, im alten Rom wie im Informationszeitalter (Twitter und Co. bieten hier aufgrund der Informationsmenge nur ungenügende Repräsentationsmöglichkeiten für individuelle Belange).

Es ist weniger der Reiz des Illegalen als der nachvollziehbare Anspruch (besonders Jugendlicher) in einer Mediendominierten Massenkultur wahrgenommen zu werden.
Die Aufgabe von Kunst ist besonders Problemfelder zu repräsentieren, sonst wäre Kunst nur Design a Art Deco.
Der Wunsch einer wahrnehmbaren Selbst/Problem-repräsentation ist also moralisch legitim, nur juristisch fragwürdig. Denn es zeigt eine Gesellschaft, die Künstlern (und besonders Jugendlichen) zu wenig Forum zum Austausch bietet.
Insofern ist und bleibt "illegalisiertes" Graffiti als Widerstand gegen die Unterdrückungsgesellschaft und ist somit soziokulturell völlig legitim, nur zivilisatorisch fraglich.
Die Zivilisation ist - wie zB. Thomas Mann nach seiner Abkehr vom dt. Militarismus feststellen musste - nur ein Überbau der Kultur, da sie die "Seele" der Menschen nicht erfasst, sondern nur durch Ordnungszwänge funktioniert.

Die eigentliche Frage zielt doch auf mögliche Alternativen und da ist Graffiti noch die friedlichere Lösung...

ps: Erst wenn der letzte Störenfried mundtot und das letzte Kunstwerk normiert ist, werdet ihr merken, das euch langweilig wird!

Mittwoch, 25.01.12 18:52
 

ach, das ist comicstil :) als jahrelanger käufer von juice und diversen anderen magazinen mit graffiti-rubriken bin ich einfach mehr klasse gewohnt. und in freiburg gibts ne menge leute, die es besser drauf haben, selbst diejenigen die nur "on the run" leben und keine bezahlten profiarbeiten machen.

wer hat eigentlich behauptet, dass ich kunstgeschichte studiert habe, geschweigedenn jemals von meinem studium gebrauch gemacht habe? ^^ statt nur an meinen beiträgen rumzunörgeln kannst du gerne mal selbst was zum thema beitragen.

Mittwoch, 25.01.12 19:34
 

@ besserwisser

Zum einen beruht die Definition dessen, was als Kunst empfunden wird wohl immer auf persönlicher Meinung - oder gibt es dafür irgendwelche "technischen Daten" ?

Zum anderen braucht es wohl für eine qualifizierte Meinung zu diesem Thema nur ein paar Wochen Jura oder - im Idealfall - ein gewisses Gefühl für die Rechte ANDERER Menschen. Das scheint aber vielen Sprayern abzugehen !

Und dude, ich will dir deinen Verfolgungswahn ja nicht ausreden, aber so ganz generell: Graffitis bieten inzwischen aufgrund der puren Menge ja irgendwie auch nicht mehr die "optimalen Repräsentationsmöglichkeiten für individuelle Belange"

+om
Mittwoch, 25.01.12 20:43
 

> theoretisch schon, zum greifbaren verständniss für leute die schönheit auf grund berechnungen nach normen besser einordnen können wurde der goldene schnitt entwickelt.

ich glaube generell sollte man nicht fragen was kunst ist, sondern wie man "schön" definiert. dies führt dann wohl zu einer beitgefächerten ansicht, denn leider kann man nicht jede menschlich handlung oder empfindung definieren, also in zahlen ausdrücken oder auf einen nenner bringen.
auch wenn das immer wieder von verschiedenen gruppen versucht wird, damit sich diese gruppen in ihrer welt voller paragrafen und berechnungen (die übrigens immer wieder korrigiert werden müssen, weil man merkt dass sie doch falsch waren), sich sicherer fühlen können.


Mittwoch, 25.01.12 20:48
 

Zum besseren Verständnis einer wissenschaftlichen und somit allgemeingültigen Definition der Kunst empfiehlt sich Thierry de Duve zu recherchieren.
Zusammengefaßt wird das Ergebnis sein, das bereits die Schöpfungsintention Kunst klassifiziert, unabhängig von der Meinung Zweiter.

Typisch auch die Doppelmoral auf dem Dorfplatz:
Malern wird fehlendes Unrechtsbewußtsein unterstellt, während die Androhung einer Körperverletzung ebenso legitim zu sein scheint, wie die generelle Unterdrückung der Jugend und die Ausbeutung des Prekariats.
Malern, die sich in einer sich ausbreitenden Subkultur bewegen, die sich ihre Räume entgegen der staatlich-wirtschaftlichen Unterdrückung erobern.
Eine Erinnerung an die Rhino-Blamage:
Die Kosten belaufen sich auf gut 1 Millionen Euro...

Eure Spießigkeiten spießen euch selbst auf. Zu meinem Bedauern, wann wird das enden?
Fällt niemanden auf, daß sich die Jugend zunehmend brutalisiert?
Aus Perspektivlosigkeit verwahrlosen?

Der Tag wird kommen, an denen auch in Freiburg der erste "ältere Mann" von ein paar frustrierten 15jährigen Totgetreten wird und diese werden zu Recht vermindert schuldfähig sein.

Mittwoch, 25.01.12 21:21
 

okay, also jetzt driftets dann zum offtopic-bereich :)

+om
Mittwoch, 25.01.12 21:34
 

:-D

Stimmt, also kann das ei eben nicht stehn.

Mittwoch, 25.01.12 21:48
 

Dem ist nicht zuzustimmen, denn es werden die Hintergründe dieses Themas "illegales Bombing", Konsequenzen und weitere Umstände erörtert.

Das Anbringen des Stückes ViR war sicherlich eine Herausfoderung, es symbolisiert die Synergie zwischen Akrobatik und Sendungsbewußtsein, das spielerische Beherrschen des urbanen Dschungels.

Diese Interpretation leitet zu der Frage: warum riskiert jemand offensichtlich sein Leben (Fallhöhe!) für das Gefühl, sich selbst zu verwirklichen, sich anderen mitzuteilen?
Warum findet dieser keinen weniger gefährlichen Weg? Als sich dauernd staatlicher Repression und Prügelandrohung sekundär Geschädigter auszusetzen?

Das ist weniger der Kriminalität verbunden als vielmehr ideologischer Sehnsucht zu verantworten...manche finden keine andere Möglichkeit, weil es an diesen schlicht mangelt!

Es ist auch eine Aussage über die Ignoranz, die sich ebenso im Unverständnis in diesem Forum niederschlägt. Eine Ignoranz Menschen in Notlagen gegenüber. Notlagen, gegen die der "Schaden" der illegalen Bemalung hässlicher, smogverdreckter Häuserwände geradezu vernachlässigbar ist.

Mittwoch, 25.01.12 22:02
 

was für notlagen? das tagen als schrei nach liebe? coooomeon...

Mittwoch, 25.01.12 23:10
 

Dude versteht sich mal wieder als der Robin Hood der Unterdrückten^^

Donnerstag, 26.01.12 01:55
 

@ da dude
Mal angenommen, rism befindet sich in einer Notlage. Inwiefern rechtfertigt das jetzt die Sachbeschädigung des Besitzes eines Dritten? Also das erschließt sich mir jetzt nicht so ganz ehrlich gesagt. Wenn er ein Problem hat kann er gerne damit zu mir kommen und mit mir drüber reden ;) Meine Hauswand (oder die anderer) zu besprühen wird ihm kaum aus seiner Notlage helfen, zumal durch das Hinterlassen seines Namens nichtmal eine Botschaft rüberkommt! Mal ganz davon abgesehen kann ich mir vorstellen, dass du in diese Graffitis eventuell mehr reininterpretierst als der Künstler selbst. (Außer du bist rism? ;)

Und noch etwas... zum Thema Spießigkeit. Das kann ich echt nicht mehr hören. Mal ganz davon abgesehen, dass man nicht gleich spießig ist, nur weil man nicht jeden Trend oder Kult oder jede Kunst oder wie auch immer man das nennen mag mitmacht, sagt die Farbe meiner Hauswand nichts über das Innenleben meines Hauses aus. Also kannst du dir wohl kaum ein Urteil über Spießigkeit erlauben! Und selbst wenn ich spießig wäre, so what? Kann ja nicht jeder irgendner megacoolen Subkultur angehören. Ich lebe mein Leben und versuche wenigstens dabei, anderen Menschen nicht zu schaden. Und schon gar nicht um mich dadurch besser zu fühlen. Und wenn ich mich in einer Notlage befinde, dann poste ich das weder als Status bei Fb, noch hinterlasse ich meinen Namen auf Hauswänden von Menschen, die mir sowieso nicht helfen können.

Um einen Kommentar zu verfassen, benötigst du ein fudder-Profil. Registriere dich kostenlos oben rechts auf fudder.






Diese Funktion steht nur für eingeloggte fudder-User zur Verfügung.

» fudder-Netiquette





» Glitz

re: Was hört ihr gerade?
D.Harry- Heart... http:/...

» Jan K.

re: Badische Zeitung offline?
Naja nachdem ich nicht dr...

» Griptape

re: Badische Zeitung offline?
also bei mir klappts.

» Jan K.

Badische Zeitung offline?
Heyho. Die Badische Zeit...

» christianhauck

re: PN
das war ein Standard-Antw...

» ja/nein

re: PN
lokis gedanken hatte ich ...

» Chuckie

re: Neuer Stammtisch der Piraten
Ist das eine offfizielle ...

» Anon

Scientology-CHRONIK des BÖSEN
Hier dokumentieren wir in...