Wohnungssuche in Freiburg kann extrem garstig sein. Das bekamen insbesondere die Erstsemester dieses Wintersemesters zu spüren, derart angespannt war die Lage auf dem Wohnungsmarkt. Die Podiumsdiskussion "Faire Mieten für Studierende - jetzt!“ am Mittwoch, 25. Januar 2012 greift das Thema auf.
Zu Beginn des laufenden Semesters reichten die Wohnheimplätze des Studentenwerks hinten und vorne nicht aus, sogar die Notunterkünfte konnten der Nachfrage kaum gerecht werden. Aufgrund des doppelten Abiturjahrgangs in Bayern und des Wegfalls der Wehrpflicht hatte sich die Situation auf dem Wohnungsmarkt zugespitzt. Noch enger wird es aller Voraussicht nach im kommenden Wintersemester, wenn sich zusätzlich baden-württembergische Abiturienten aus dem doppelten Abiturjahrgang an der Uni einschreiben.
Entscheidend ist für die Studierenden bei der Wohnungssuche auch deren finanzielle Lage: Können sie sich einen Makler und die Kaution leisten oder eine Bürgschaft ihrer Eltern vorweisen? Der Studienstart war für viele Erstsemester daher mit Schulden, einer schlechten Wohnsituation oder weiten Anfahrtswegen verbunden und daher alles andere als unbelastet.


aufgrund des doppelten abitursjahrgang gibt es doch nicht mehr studienplätze, oder? demnach sollten also auch nicht mehr wohnungen als zuvor benötigt werden.
es ist doch wieder das alte lied, dass jeder student so zentral und billig wie möglich wohnen möchte. dass dies in einer der schönsten und beliebtesten städte deutschlands nicht aufgeht, sollte man sich überlegen, bevor man mit gepackten koffern in einer fremden stadt steht.
"aufgrund des doppelten abitursjahrgang gibt es doch nicht mehr studienplätze, oder?"
doch, gibt es.
"es ist doch wieder das alte lied, dass jeder student so zentral und billig wie möglich wohnen möchte."
nein, ist es nicht (nur).
aber danke für deinen nützlichen beitrag.
wenn du dich erst informierst, bevor du einschlägige klischees reproduzierst, wirst du vll vorab bemerken, dass allein an der freiburger uni seit letztem ws die zahl der studenten um fast 1000 gestiegen ist.
in furtwangen sind die zahlen in 2 semestern von 4500 auf 5000 (über 10%) gestiegen, die mieten entsprechend mit.
klick
klick
Naja, die Tochter einer meiner Cousinen hat im letzten WS im Nachrückverfahren einen Studienplatz in Freiburg bekommen. Den Eltern gab ich den Tipp, eine Annonce im Schnapp zu schalten, es gab 5 Angebote, alle seriös, eins hat ihr super gefallen und jetzt wohnt sie da glücklich und relativ preiswert 7 Straßenbahnminuten entfernt vom Bertoldsbrunnen.
Tja, nicht jeder hat die Argumente zwischen Hals und Bauchnabel hängen.
Ich hab die Wohnungssuche mitbekommen, bin seit Jahren in verschiedenen WGs. Es haben sich dieses Semester auf ein mittelprächtiges Zimmer teils über 100 Leute beworben..
Vor zwei Jahren habe ich das Zimmer in meiner letzten WG (24 m², uninah, top ausgestattete Wohnung, 280 € all inclusive) gegen 3 Mitbewerber locker bekommen.
Selbst auf WG-gesucht.de werden SOFAS angeboten um die erste Zeit zu überbrücken... Es sind ja auch nicht nur die Studenten, viele ziehen nach dem Abi daheim aus, machen eine WG auf und jetzt gibts weder Kasernen noch Zivi-Unterkünfte, welche die Hotel Mama Flüchtigen aufnehmen..
Davon abgesehen ist Freiburg auch für Familien und Berufstätige interessant. Hat eine extrem hohe Zuwanderungsrate, unser schönes Städtchen...
@Placebos_Muse: Keine Ahnung haben, aber das Maul aufmachen... Sehr hilfreich
Und selbst, wenn man sich nen Makler leisten kann ... Student zu sein ist bei etlichen Wohnungseigentümern eher ein Ablehnungskriterium. Ganz zu schweigen von der Zeile "Nicht an WGs zu vermieten" in Wohnungsinseraten.
Auch wenn das Studentenwerk nicht (immer) der beste Vermieter ist, ist es doch am einfachsten, sich rechtzeitig auf ein WG-Zimmer zu bewerben. Ich hab mich "damals" mit der Uni-Bewerbung gleich auf nen Wohnheimplatz beworben und hatte keine Probleme ...
@ Jan K.:
Für manche Vermieter gerade umgekehrt, da ist der Studentenstatus auf einmal sehr wünschenswert. Warum? Der Student hat's halt dringend nötig. Wenn jemand schon einen Platz in Medizin in Freiburg bekommen hat, will er es ganz sicher nicht ander Wohnungsfrage scheitern lassen. Viele Vermieter wissen dass, und so zahlen Studenten meist satt auf den üblichen Mietpreis drauf. Schade, dass da recht viele mitmachen und man somit durchaus davon sprechen kann, dass manche Studenten "ausgenommen" werden. Und wo ein gleichzeitiges Bewerben für eine Wohnung mit der Bewerbung um einen Studienplatz hinführt ist ja auch klar, bei drei/vier/fünffach-Bewerbungen...schlimm genug, dass es bei der Vergabe der Studienplätze zum Teil bis ins Semester drunter und drüber geht, da sind die Wohnheime doch recht froh, wenn sie die Zimmer von Anfang an nur einmal vergeben müssen...
EDIT: Und so unrecht hat Placebos Muse dann doch wieder nicht. Es ist schon erschreckend, wie viele Studiengänge zulassungsbeschränkt sind. Da gibt die Uni vor, wie viele Studenten es werden, die schiebt den Riegel vor. Und das sind natürlich nicht auf einmal doppelt so viele, wo sollen auch die Kapazitäten herkommen. Die steigende Zahl der Studenten kommt zum einen durch die zulassungsfreien Fächer und daher, dass wir ja keinesfalls nur über die Uni Freiburg sprechen. Andere Hochschulen in der Stadt bilden ja genauso Studenten aus, und auch die haben steigende Zahlen. Das läppert sich so zusammen.
Witziger ist das alles hier zu lesen, wo schön mit Zahlen jongliert wird. Kann man sich mal ausrechnen, wie der tatsächliche Ansturm auf die Uni wäre:
http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/wir-bieten-zumutbare-studienbedingungen--50904245.h[..] auch der Tenor: Eine Exzellenz-Uni muss heutzutage nur noch "zumutbare" Studienbedingungen bieten, keine exzellenten.
hackt nur alle auf mir rum, aber ich verstehs immernoch nicht, wie man hier en studium anfangen kann, ohne sich vorher ne wohnung zu suchen. die nachfrage regelt eben angebot und preis, das ist nicht immer fair.
da ich selbt lange ne wohnung gesucht habe und jetzt ne relativ hohe miete zahle, habe ich übrigens sehrwohl ahnung über die wohnsituation in freiburg.
@k_c: danke für die links. schade, dass daraus nicht hervorgeht, wie die uni mit dem zuwachs umgeht.
Hi,
ich freu mich schon sehr auf die Diskussion. Ich selbst bin aktiv beim DGB-Campus und darf diese Diskussion moderieren. Wir werden ca.45min-1Std eine Podiumsdiskussion führen und danach aktiv mit dem Publikum in die Diskussion eintreten. Jeder kann auch schon hier seine Fragen formulieren. Vllt. kann ich auch die eine oder andere Frage stellen.
Hier die Facebookseite:
http://www.facebook.com/events/148956281884422/
„Tja, nicht jeder hat die Argumente zwischen Hals und Bauchnabel hängen.“
Kann mir mal bei Gelegenheit jemand stecken was dieser schlecht rasierte Hipster damit meint und ob ich mich beleidigt fühlen muss?!
Zum Thema, vielleicht etwas differenzierter, ich behaupte nicht, dass es ein Kinderspiel ist in Freiburg ein Zimmer als Student zu bekommen, im Gegenteil. Aber das ist ja wirklich nicht erst seit gestern so, Jahr für Jahr gibt’s zu Semesterbeginn immer mindestens 3 Artikel in der BZ über die Wohnungsnot, Fotos aus den Notunterkünften und PiPaPo. Und es mag ja wirklich so sein, dass sich durch G8/G9 und Wegfall Zivil-/Wehrdienst die Situation für 1-2 Jahre noch verschärft, aber da muss man doch Placebos_Muse völlig recht geben, da muss sich halt im Vorfeld drüber informieren. Freiburg ist eine sehr gefragte Stadt, wer problemlos eine günstige, große und zentral gelegene Wohnung während des Studiums will sollte sich definitiv eine andere Stadt aussuchen. Als ich studieren wollte hat mir jemand von den damals traumhaften Bedingungen in Osnabrück erzählt, riesige schöne Altbauwohnungen für Spottpreismieten, ja meint ihr, ich hab da studiert?
Mich nervt ein wenig das Anspruchsdenken mancher (!) Studenten, was man allein schon an Auswahl bekommt wenn man 10 Minuten Bahnfahrt bis zum Hauptbahnhof in Kauf nimmt, aber nein, es gibt ja Leute (siehe Rhinodiskussion), für die ist als Student schon Umkirch eine Zumutung. Also auf der einen Seite Wohnraumknappheit für die die Uni aber primär nichts kann und wogegen sie gemeinsam mit der Stadt durchaus nach Lösungen sucht, auf der anderen Seite teilweise Studierende die entweder völlig naiv waren/sind oder aber ein völlig realitätsfernes Anspruchsdenken haben.
Es gibt soviele Umlandgemeinde mit sehr guter ÖPNV-Anbindung... soll einer verstehen, wieso auf biegen und brechen es Innenstadtlage zum Preis eines McDo-MaxiMenues sein muß...
"Kann mir mal bei Gelegenheit jemand stecken was dieser schlecht rasierte Hipster damit meint und ob ich mich beleidigt fühlen muss?!"
Du hattest gepostet, dass die Tochter einer Deiner Cousinen hat Ruckzuck ne Bude bekommen.
Tochter impliziert weiblich, die weiblichen sekundären Geschlechtsmerkmale hängen zwischen Hals und Bauchnabel.
Für manch einen Vermieter vielleicht ein Überredungsargument.
Groschen gefallen?
Das auf meinen schlechten Witz eine schlechte Beleidigung folgt, freut mich! Fudder ist nun bald auf dem üblichen Forum-Niveau angekommen :)
Bin ich ja mal auf die Diskussion gespannt!
@stonecutter
Vielen Dank für die Aufklärung
@tyll
Soll das heißen dass nur männliche Wohnungssuchende Problem haben? Und apropos schlechte Beleidigung, das Bild wirkt auf mich wie ein existentialistischer Soziologiestudent der späten 70ger der einen auf megaintellektuell macht, fehlt nur noch der schwarze Rollkragenpulli. Besser so?
;-)
"Vielen Dank für die Aufklärung"
Gerne doch. :-)
Der Gag war aber echt ein kalter.
Ich habe mal in einer Reportage gesehen, was sich manche Vermieter einbilden erlauben zu dürfen. So nach der Devise, wenn ich zweimal die Woche vorbei kommen darf dann brauchst keine Miete zu bezahlen, Nacktputzen war auch dabei. Soll er doch in den Puff gehen, kommt aufs gleiche raus.
War schön krass.
@ Stonecutter:
Ist Ski-Unterwäsche. Direkt nach dem Skiurlaub aufgenommen, in dem kein Rasierer dabei war. Aber warst nah dran...
Ich habe mir auch überlegt, in eine andere WG zu ziehen, war aber nicht darauf angewiesen und konnte mir deshalb den Luxus leisten, nicht die erstbeste bei der ich Chancen hätte, auch anzunehmen. Dadurch konnte ich ganz gut beobachten, wen man auch noch nach 2 Monaten unter den Bewerbern antrifft. Anfangs war das Verhältnis ausgeglichen, später dann etwa 80-90% Kerle unter den Bewerbern... bisschen was ist wohl schon dran :)
Wie dem auch sei, Spaß macht es nicht. Freiburg ist zu klein für so viele Neuankömmlinge jedes Jahr...
"@ Stonecutter:
Ist Ski-Unterwäsche. Direkt nach dem Skiurlaub aufgenommen, in dem kein Rasierer dabei war. Aber warst nah dran..."
@Tyll
Deine Wäsche stört mich nicht, das war Schnoog. Ich fand nur den Gag mit den Argumenten etwas kalt.
Aber zum Thema, es können nun mal nicht alle zentrumsnah wohnen. Das ist wie mit dem ostfriesischen Reisebus, der 18 meter breit und nur 3 meter lang ist. Weil alle neben dem Fahrer sitzen wollen.