
Vic Rugierro ist ein kleiner Tausendsassa der Musik, Frontmann der New Yorker Ska-Band
The Slackers und Mitglied der
Stubborn All-Stars. Er musiziert aber auch mal mit Kollege Tim Armstrong bei
Rancid oder Orgelt bei der Poptante Pink. Weder Ska-Musik noch Madame Pink können mich sonderlich hoch aus meinem Sessel reißen, aber Mister Vic Ruggiero ist seit einigen Jahren auch als Solo-Künstler unterwegs, und das gefällt mir mächtig.
Rugierros 2006 Scheibe 'Living in Sin' ist ein Meisterwerk der Singer-Songwriter Kunst, das ist Rocksteady, Country, Amerikana und Blues, präzise reduziert auf das Allernötigste. Eine gute Story, spärlich instumentiert und das Gefühl mit einem quentchen Pop. Das hat keinen Glamour, aber das hat Seele!
Der Mann mit dem Hut ist ein begnadeter
Geschichtenerzähler, er ist all den Frontmann-einer-Superband-auf-Solopfaden-weil-die-anderen-nicht-können/wollen um Lichtjahre vorraus, denn er macht sein Publikum auf charmante Weise trunken mit seinen Geschichten über Verrückte aus New Jersey, Mädchen, Liebe und Verlust, die Apokalypse und anderen haarsträubenden Wahnsinn, den das Leben schreibt. Schnörkellos im Vortrag: Harp, Gitarre, Minischlagzeug, Schalk im Nacken, Herz am richtigen Fleck - es kann so einfach sein, Menschen in den Bann von Musik zu ziehen.
Rugierros unverwechselbare Stimme mit dem deutlichen Akzent der Bronx tut sein Übriges, damit die Songs sich so richtig unter die Haut bohren können. Das sollte ein prima Abend für alle Offbeat und Ska-Freunde, aber auch für Country- und Blues-Fans, Rock'n'Roller und Singer-Songwriter-Anhänger werden. Ach was, eigentlich für jeden, der auf der Suche nach einem tollen Konzert ist!
Vic Ruggiero - I didn't think
Quelle:
YouTube
Was: Vic Ruggiero
Wann: Dienstag, 10. Februar 2012, 21 Uhr
Wo: Swamp