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Interview: Gayle San im Alten Stinnes Areal

Gayle San, die "Queen of Techno", steht am Freitag an den Plattentellern im Alten Stinnes Areal. Welche Künstler ihr Jahr 2011 geprägt haben, welche Stücke nie aus ihrer Playlist verschwinden werden, und wie alles angefangen hat:


Gayle San, das Jahr 2011 geht zu Ende, Zeit für einen kleinen Rückblick. Welches waren deine herausragenden musikalischen Einflüsse im abgelaufenen Jahr?


Schwer zu sagen. Es waren so viele, dass ich sie kaum alle der Reihe nach aufzählen kann. Dubfire, Len Faki, Brian Sanhaji, Monoloc und Tommy Four Seven haben aus meiner Sicht das Jahr mit ihren Produktionen geprägt und auch mich ganz schön mitgenommen, im positiven Sinne.


Warum hast du dich gerade für diese Künstler entschieden?


Weil ich ihren explosiven Sound selbst heftig abgefeiert habe und weil jedes Mal, wenn ich als DJ ihre Musik auflege, etwas Unglaubliches mit den Menschen auf der Tanzfläche geschieht, ganz so, als ob sie verzaubert wären. Diese Musik überzieht die Tanzflächen mit einer Euphorie, die kann man nur schwer beschreiben. Die muss man erlebt haben. Ein weiterer Grund ist, dass ich durch diese Musik wieder Lust bekommen habe, mehr Zeit im Studio zu verbringen und eigene Stücke zu produzieren.


Als DJ musst du stets eine Auswahl treffen: Welche Stücke spiele ich, und wann bringe ich sie zum Einsatz. Nach welchen Kriterien packst du deine Plattentasche?


Das hängt ganz davon ab, in welche Länder und in welche Clubs ich gebucht werde. Es gibt Clubs, in denen kann ich stilistisch vielseitiger auflegen und auch einmal perkussivere oder melodischere Stücke spielen. Dann gibt es wieder Clubs, in denen muss der Sound einfach nur nach vorne gehen. Ich versuche, mich darauf einzustellen und entsprechend Stücke auszuwählen und das Set zusammenzustellen.


Gibt es Platten, die dein Case bisher noch nie verlassen haben?


Hauptsächlich Klassiker wie "Plastic Dreams" von Jaydee oder "The Bells" von Jeff Mills. Die habe ich immer dabei und ich denke, die werden so schnell nicht aus meiner Playlist verschwinden.


Stichwort Jeff Mills: Auch du stehst als DJ für einen harten, treibenden Techno-Sound. War das schon immer so?


Sagen wir einmal so: Meine musikalische Handschrift hat sich mit der Zeit natürlich verändert. Vor etwa sechs, sieben Jahren fand Techno noch in höheren bpm-Bereichen statt, war sehr oft hart, schnell, kalt und wütend. Zu dieser Zeit war ich bekannt dafür, so eine Musik aufzulegen. Doch die Musik und ich sind nicht stehen geblieben. Wir haben uns beide weiterentwickelt. Der Techno heute ist kraftvoll, düster, hat aber trotzdem einen warmen Groove, und diesen versuche ich, auf die Tanzenden zu übertragen.


Wie kam es denn zu deiner Liebe für elektronische Musik?


Ganz zu Anfang meiner Laufbahn als DJ habe ich Aftershow-Parties für Prince, Kylie Minogue und Chaka Khan bespielt, war also stark in der Popmusik und im R'n'B verwurzelt. Über Balearic House kam ich dann zu Detroit Techno, Hardtechno und so weiter.


Und was hat dich an die Plattenteller und Regler gebracht?


[Lacht.] Da ich diese Frage in den 18 Jahren meiner Zeit als DJ schon so oft gestellt bekommen habe, mache ich's ganz kurz: Ich habe einem Freund beim Auflegen zugeschaut, wollte auch zwei Platten ineinander mischen können, habe mir die Technik selbst beigebracht, kam über erste kleine Gigs in Singapur nach London, und dort nahm alles weitere seinen Lauf.


Zum Abschluss noch ein kurzer Ausblick auf 2012. Was wird das kommende Jahr für dich bringen?


Ich habe endlich mein eigenes Label GSR, also Gayle San Recordings, an den Start gebracht und vor Kurzem eine erste Label-Compilation veröffentlicht. Die Labelarbeit wird mich also auch 2012 beschäftigen. Zudem habe ich angefangen, ein eigenes Album zu produzieren, das hoffentlich bald veröffentlicht werden kann. Dann wird es losgehen mit einer Album-Tour, hoffentlich zahlreichen Gigs, und so weiter. Ich werde also ständig in Bewegung bleiben.



Was:
Gayle San und Luna City Express
Wann: Freitag, 16. Dezember 2011, 22 Uhr Wo: Altes Stinnes Areal
Eintritt:
Bis 22 Uhr: 12 Euro; ab 0 Uhr: 15 Euro
Shuttlebus: Kostenloser Shuttlebus ab Konzerthaus zum Alten Stinnes Areal ab 22 Uhr




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