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Weltpolitik hautnah: Freiburger Studierende fahren zur UN-Simulation in New York

Klima, Weltfrieden und wirtschaftliche Stabilität sind Dinge, die uns alle interessieren – oder es zumindest sollten. Über ihre Zukunft entscheiden andere, die Diplomaten und Staatsordensoberhäupter der Welt. Einmal in der Weltpolitik mitmischen – das wär's. Die „National Model United Nations“ in New York simulieren genau das. 20 Freiburger Studenten spielen mit und vertreten Nigeria.



Dienstagabend, 20 Uhr. Die meisten Studenten gehen zu dieser fortgeschrittenen Tageszeit bestenfalls noch ins Unikino. Aber was soll man machen, wenn die Weltpolitik ruft? 20 Studenten bereiten sich derzeit auf die Simulation einer UN-Konferenz in New York vor, bei der sie die Interessen Nigerias vertreten werden.

Beim Blick auf die Studiengänge der Teilnehmer bleiben große Überraschungen aus: Politik, Jura, Geschichte, Medizin. Ein Sinologe und eine Anglistik sind hier schon die Exoten. Eine hohe Eigenmotivation bringen sie alle mit. „Die Leute hier sind schon sehr engagiert“, sagt Politikstudentin Amélie Kuttruff (24). „Pro Woche haben wir sechs Stunden Seminar, das Lesen nimmt auch noch etwas Zeit in Anspruch.“



Ein bisschen Klischee muss sein: Hier sitzen die Engagierten, die Interessierten, Studienstiftler und potentielle Weltverbesserer. „Natürlich ist es mit mehr Aufwand verbunden als andere Seminare“, sagt Julian Schreck (21), der ebenfalls Politik studiert, „aber wann bekommt man im Studium denn mal so einen Praxisbezug geboten?“ Die Chance, über den Tellerrand zu schauen und „interessante Leute kennenzulernen“ hat auch Nina Oltmanns (21) dazu bewogen, sich für das Seminar zu bewerben, obwohl sie als Jura-Studentin keine Möglichkeit hat, dafür ECTS-Punkte zu bekommen. Mit den Ergattern einer der begehrten Plätze geht die Arbeit aber erst los: Flüge buchen, Spenden sammeln, sich Fachwissen und diplomatische Fähigkeiten aneignen, Referenzschreiben einholen – es gibt jede Menge zu tun.

Dienstags gibt es fachliche Vorträge mit anschließender Diskussion, auf dem Plan stehen Politikfelder der UN und diplomatische Gepflogenheiten. „Ich hätte nie gedacht, dass die UN so komplex ist“, sagt Amélie, „dass es strikte Regeln dafür gibt, wer wann was sagen darf und wie er das zu tun hat. Wer die vorgefertigten Floskeln nicht beachtet, wird einfach ignoriert.“

Die Referate werden in fließendem Englisch frei vorgetragen und sind fachlich fundiert, wenn auch ein wenig ereignislos, Zwischenrufe bleiben aus. Später wird dann doch noch diskutiert – Gelegenheit, die eigenen Ansichten einzubringen. „Ich bin ein sehr meinungsstarker Mensch“, sagt Julian. Während der Simulation in New York wird das allerdings weniger gefragt sein. „Für mich ist es mit die größte Herausforderung an dem Projekt, meine eigene Meinung hinten anzustellen, das mache ich für gewöhnlich eher weniger.“ Nigeria zu vertreten, findet er besonders spannend, weil es kein Land ist, das man normalerweise gut kennt. Für Nina ist genau das der Knackpunkt: „Nach Weihnachten werden wir uns intensiv mit Nigeria beschäftigen – je mehr wir über das Land wissen, desto besser für die Simulation.“


Neben inhaltlichen Dingen muss natürlich auch das Drumherum gemanagt werden, deshalb geht es donnerstags um organisatorische Dinge: Iceland Air hat die Flugpreise erhöht – zu teuer. Wo gibt es Alternativen? Irgendwelche Neuigkeiten von der Fundraising-Front? Es soll einen Waffelstand geben, um Geld einzutreiben. Noch fehlt eine ganze Stange Bares: 35 000 Euro kostet das Projekt, 1000 Euro stehen auf der Habenseite. Das macht 34 000 zu verkaufende Waffeln. Es sei denn, es findet sich ein Hauptsponsor. Uni-Rektor Hans-Jochen Schiewer und auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann wünschen in ihren Referenzschreiben schon mal viel Erfolg – vielleicht hilft es ja.

Bis März hat die Gruppe noch Zeit sich vorzubereiten, dann geht es nach New York. In der Woche vor der Simluation wollen sie den ein oder anderen „echten“ Diplomaten treffen, bevor sie sich selbst in Anzüge und Diskussionen werfen, um Nigeria zu vertreten.






[Fotos: Alex Ciopata - Fotolia.com, Maxi, NMUN-Gruppe Freiburg]




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 1
Mittwoch, 14.12.11 21:35
 

Wir gehen da auch hin, aber leider nicht nach New York.. :(

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