Der Laden ist nicht viel größer als ein Studentenzimmer, ungefähr 20 Quadratmeter, aber dank schlichter Einrichtung und zurückhaltender Deko fühlt man sich nicht allzu beengt. Drinnen gibt es zwei Stehtische, im Sommer kann man sich auch draußen hinstellen, mit Blick auf
das berühmte Freiburger Krokodil. Es gibt eine Zeitung zu lesen, typische Café-Bilder an der Wand, Omas Stickdeckchen ziert einen der Tische, entlang der Wände sind zahlreiche Leckereien zum Mitnehmen ausgestellt. Auch die Theke ist schlicht, ihre rote Farbe dezent genug.
Kuchen aus dem Naturgarten Kaiserstuhl
Was den Kaffee angeht, hat sich Betreiber Andreas Neubert (42) für die Marke Westhoff entschieden: „Das ist der italienischste unter den deutschen Kaffeemarken, sie hat einen sehr authentischen Geschmack.“ Neben simplem Kaffee (klein 1,70 Euro, groß 2,90) gibt es die üblichen Verdächtigen: Espresso (klein 1,70, groß 2,80), Latte Macchiato (2,30), Cappuccino (1,90, 3,30), Tee (1,50) und heiße Schokolade (2,20) in hell und dunkel. Besonders empfehlenswert für alle, die ein paar Minuten mehr Zeit haben: die
helle Schoki mit einem Espresso - süß, cremig, wunderbar warm und garantiert mit revitalisierender Wirkung.
Dazu gibt's Kuchen: selbstgemacht aus dem
Naturgarten Kaiserstuhl. „Wenn die Zeit knapp wird, kaufe ich auch mal einen Kuchen von einem Bäcker zu, aber natürlich von einem kleinen, lokalen“, sagt Neubert.

Zum Mitnehmen, zu Hause genießen oder weiter verschenken gibt es auch allerlei regionale Spezialitäten: Alles mit
Chili aus dem Chiligarten, eingelegte Schnecken aus der badischen Schneckenzucht, Faudes Feine Brände und „Genüsse in Gläsern“. Ein Paradies für einen Feinschmecker.
Einkäufer, Studenten, Touristen
Und das Publikum? Nach Aussage des Betreibers Andreas Neubert ist die Kundschaft bunt gemischt: „Vom Erstsemester bis zu Pensionären kommen hier alle vorbei. Einkäufer, Studenten, Individualtouristen.“
Um gemütlich mit der besten Freundin ein paar Stunden beim ein oder anderen Heißgetränk den neuesten Tratsch auszutauschen, ist das Stehcafé eher weniger geeignet, denn sitzen kann man hier logischerweise nicht. Einkaufsgetresste, die zwischen vorweihnachtlichem Geschenke-Hunting eine Verschnaufpause brauchen, finden hier aber genau das, was sie brauchen:
Finger aufwärmen, Lebensgeister mit einer Koffeinspritze zu neuem Leben erwecken und bei Verlassen des Ladens direkt weitereinkaufen können ohne weite Wege gehen zu müssen.
Im Zentrum, aber abseits des Mainstream
Andreas Neubert ist Neuling im Café-Business. Zuvor hat er fast zwanzig Jahre lang
für eine Bank gearbeitet. „ Aber das ging einfach nicht mehr, deshalb hab ich damit aufgehört.“ Viele in seinem Umfeld konnten das nicht nachvollziehen: „Man gibt nicht einfach so einen sicheren Job auf und steuert ins Ungewisse.“ Die Alternative zum Banker war immer Café-Betreiber gewesen. „Also hab ich nach einer Pause eines aufgemacht. Es war ziemlich schwierig, Räumlichkeiten zu finden, ich wollte auch in die Innenstadt, das macht es nicht einfacher.“
Im Zentrum, aber abseits des Mainstream - so sollte sein Café sein. Die bewusste Auswahl von Spezialitäten und der wirklich sympathische kaffeekochende Nicht-mehr-Bänker verleihen dem Stehcafé eine heimelige Note, auch wenn man nur auf dem Sprung für einen Kaffee vorbeikommt.
Wegbeschreibung
Von der Kajo in die Gerberau abbiegen, bis zur Brauerei Feierling durchlaufen, dann rechts abbiegen und auf den Steg über das Wasser zulaufen. Das Café befindet sich dann auf der rechten Seite.
Adresse
Stehcafe "Am Krokodil"Gerberau 17
79098 Freiburg
Öffnungszeiten
Montag - Freitag09:30 Uhr bis 19.00 Uhr
Samstag09:30 Uhr bis 18:00 Uhr
Sonntag13:00 Uhr bis 17:00 Uhr
