Ann-Christin ist 23 und für Menschen da, deren Leben gerade aus den Fugen geraten ist. Für ohne Geld. Warum macht man denn sowas?




"disclosure"? wtf.
edit: haar in der suppe.
Empowerment Studies - das musste ich googlen.
Ehrenämter sind ne feine Sache, auch wenn sich mir der Eindruck aufdrückt das sie doch ihren Lebenslauf damit schmücken will...
Googelt mal lieber nach der Ehrenamt-Pauschale...
Als ich Zivi gemacht hab, hatten wir nen Ehrenamtlichen, der in der Stunde das Doppelte bekommen hat wie ich. Fand ich kurz lustig, dann nicht mehr so arg..
Dass man von einer Ehrenamtspauschale aber zumindest nicht dauerhaft unabhängig leben kann, ist schon klar, oder? Und dass "Anteilnahme" den Lebenslauf nicht dermaßen schmückt, dass man hinterher zwangsläufig beruflich fett absahnt, wohl auch. Einer 23jährigen Ehrenamtlichen erstmal Kalkül zu unterstellen, ist m.E. ein eher schlichter Gedanke...
es kotz mich langsam an wie hier die neidischen, cash-zentrierten kleingeistigen kommentare zunehmen.
hey, wenns euch scheisse geht braucht ihr auch jemand.
Klar kann man davon nicht leben. Wird ja auch eher als "Minijob" neben dem Studium laufen. Und es ist auch ne gute Sache, das sehe ich schon auch so, auch wenn ich das in meinem ersten Beitrag jetzt blöderweise nicht geschrieben hab und nur Genörgel kam.
Aber: Wenn man zum Zivildienst gezwungen wird und andere etwas freiwillig machen, das auch noch viel selbstloser klingt und dafür mehr Kohle gezahlt wird, dann bin ich in der Tat so kleinlich und find das nicht gut. Das hat nichts mit den Menschen zu tun, die das Ehrenamt ausführen...
Ok, ein bezahltes Ehrenamt ist kein 100prozentiges Ehrenamt. Aber sich mit dem Tod anderer Menschen auseinander zu setzen ist auch was anderes, als im Supermarkt leere Kisten zu verräumen. Das sollte der Verhältnismäßigkeit zuliebe hier noch stehen ...
Fakten: Notfallnachsorgedienst ist ehrenamtlich im eigentlichen Sinne des Wortes. Auch die Team- und fachlichen Leiter erhalten keine Aufwandsentschädigung. Wenn man mit seinem eigenen PKW zum Einsatz fährt, darf man Fahrtkosten abrechnen.
Es gibt Ehrenämter im sozialen Bereich, in denen eine Aufwandsentschädigung gezahlt wird, beispielsweise: Krankenwagenfahren und Erste-Hilfe-Ausbildung beim Roten Kreuz. Wie auch bei der Freiwilligen Feuerwehr. Verdienstausfall, Zeitaufwand, Essen unterwegs – gibt gute Gründe, so ein Engagement zu entschädigen. 8 Euro ist ja jetzt noch kein Stundenlohn zum gut leben, sondern ein Verlustgeschäft. Daneben ist die Ehrenamtspauschale (auch "Übungsleiterpauschale" weil bei Einführung zunächst für ehrenamtliche Sport-Trainer gedacht) ein Steuerfreibetrag, der auf ungefähr 1.800 € IM JAHR beschränkt ist. Also doppelt ausgeschlossen, damit unter Vortäuschung ehrenamtlicher Tatsachen einen Lebensunterhalt zu erwirtschaften.
Ann-Christins und meine Arbeit im NND ist aber wie gesagt ehrenamtlich im Sinne von null Geld.
Ehrenamt im Lebenslauf.... da raten viele sogar ab, dies zu erwähnen, weil der Eindruck entstehen könnte ein Vereinshuber zu sein. Lieber bei der Truppe als im Betrieb...
es kotzt mich an dass leute immer so bestürzt reagieren wenn menschen anderen menschen helfen und dafür geld bekommen.
ihr hockt doch auch nicht für umme im büro!
und onkel doktor schneidet euch auch nicht aus nächstenliebe die hämorrhoiden ab.
wieso den bestürzt reagiern, es ist doch völlig ok.
Es ging auch nicht gegen die Arbeit beim NND sondern eher generell um das Wohrt Ehrenamt.
Einer Arbeit egal welcher Natur der nachgegangen wird und entsprechend bezahlt wird, ist für MICH kein Ehrenamt.
Für viele Leute suggeriert dies nämlich das ehrenämter unendgeltlich sind.
Ich steh dazu: ich mache auch eins, aber es ist ne Geile im Team und man kann mit wichtigen Leuten telefonieren. Ich machs also eher für den Fame und die Bitches, als für das Money.
in deiner bewerbungsrede auf der mitgliederversammlung hieß es noch du wolltest schatzmeister werden um die gartenfreunde untere oberwiehre stets und allezeit weiter blühen und gedeihen zu lassen
ich werde das bei der weihnachtsfeier zur sprache bringen. die feier soll ja eigentlich über den niederungen der tagespolitik stehen, aber in einem fall derart arglistiger täuschung wäre es denke ich verantwortungslos, zu schweigen.
edit: man denkt alles ist in ordnung und tatsächlich wühlt und frißt unterirdisch und ungesehen eine maulwurfsgrillenlarve am wurzelwerk. pfui, björn, pfui. ich habe bereits über die mailingliste einen antrag gestellt, diesen punkt außerplanmäßig auf die tagesordnung zu setzen. ob deine amtszeit unter diesen umständen tatsächlich bis mitte 2013 dauern wird bezweifle ich stark!
Ehrenamt heißt nicht gleich eine Aufwandsentschädigung zu bekommen.
Ich habe in versch. Bereichen ehrenamtlich gearbeiten und habe in den wenigsten Fällen mal etwas erhalten. Im Gegenteil, meistens zahlt man (Anfahrt, Essen..) noch oben drauf.
Ich denke statt zu kritisieren sollte man die Menschen schätzen, da steckt auch eine Menge Aus.- und Fortbildungen dahinter. Ich habe volles Respekt vor den Menschen die versuchen anderen zu helfen und seelischen Beistand zu leisten, dass stelle ich mir nicht einfach vor.
De fakto: Mit max. 1800 € im Jahr (150 € im Monat)
und die in der Regel geleisteten Arbeitsstunden + Fortbildungen+ Benzinkosten+Nahrung kann man sich nicht den Lebensunterhalt verdienen. Im Gegenteil, das ist ein Minusgeschäft.
Aus- und Fortbildung: Gutes Stichwort, Eismann. Konkret kenne ich mich gerade nur im Notfallnachsorgedienst aus. Da muss man mindestens monatlich einen Abend plus jährlich ein Wochenende und noch einen ganzen Tag an Fortbildungen nachweisen um arbeitsfähig zu sein. Für die Grundausbildung an fünf Wochenenden investiert man auch seine eigene Zeit ohne eine finanzielle Entschädigung zu erhalten. Im Gegenteil, bei so aufwändigen Ausbildungen unterschreibt man mitunter, dass man seine Ausbildung anteilig bezahlen muss, wenn man verfrüht wieder aussteigt. Im Schnitt verbringt ein NND-Mitarbeiter so viele Stunden mit Aus- und Fortbildung im Jahr wie mit Einsatzarbeit.
Ich denke, der Trend geht dahin, dass immer mehr Ehrenämter einen hohe Professionalitätsanspruch haben und die Anforderungen an Aus- und Fortbildung eher zunehmen.
Das ist richtig.
Da steckt teilweise richtig viel Geld und Zeit dahinter die man investiert. Das ist nicht einfach mal eine 2 Std. Einführung, sondern Ausbildung + mind. 5 Wochenende Fortbildungen im Jahr.
Andere haben jede Woche 2 Std. Fortbilungen, alles unentgeltlich. Und wenn man mal für ein Dienst 30 Euro bekommt ist das ja mal echt angemessen als Anerkennung.
Es kommt natürlich auch auf das Ehrenamt drauf an, führt man ehrenamtlich mal Hunde vom Tierheim aus, oder ist man sowas wie im NND tätig.
Was fudder so alles in die Rubrik "Ich steh dazu" quetscht, nervt ein bisschen. Könntet Ihr bitte das Konzept mal überdenken?
Die Überschrift passt auf Devianzen, aber nicht auf soziale Arbeit. Solche Fehlkategorisierungen sind geeignet, gute Artikel zu versauen.
Wooord. Und mein "Ich steh dazu: Ich studiere Jura" wolltet ihr nicht haben. DAS ist wirklich ein Stigma. Versucht mal als Jurastudent ein WG-Zimmer zu bekommen oder eine Frau kennenzulernen, die nicht bekloppt ist. Bei MFGs zum Beispiel bin ich immer versucht, irgendeine Tätigkeit zu erfinden.
"ICH STEH DAZU...". Hallo? Das sind die wirklichen Leistungsträger in der Leistungsgesellschaft. Muß man sich dafür jetzt rechtfertigen, oder was? An den frustrierten Zivi, sorry Mann, wo hast Du nur gedient. Als Ehrenamtlicher führt man die Pauschale an die Organisation ab, als Spende.
Wie wäre es denn wenn da stünde: "ICH STEH DAZU, ICH BIN BANKER UND JONGLIERE GRAD MIT DEINER ALTERSVORSORGE." Oder "ICH STEH DAZU, ALS KOMUNALPOLITIKER HABE ICH KORRUPTION NEU BUCHSTABIEREN GELERNT".
Allen in caritativen Ehrenämtern gebührt meine Hochachtung.