A wie Abi-T-Shirt
Abi-Shirts trägt man maximal genau so lange, wie Wortspiele wie „C’est l’abi“, „Abi Graib – Nach 13 Jahren aus dem Knast“ oder „Therabi – Wir verlassen die Anstalt“ lustig sind. Danach zieht man es aus, mottet es ein und zieht es nicht mehr an. Nie mehr.
B wie Bratling
Er ist dein Feind. Zusammen mit der Weizenbolognese, Hirsotto und allem, was auf -allerlei endet, lauert er scheinbar unschuldig auf dem Mensaspeiseplan. Geh’ ihm aus dem Weg, du wirst es nicht bereuen. Iss lieber eine Münsterwurst.
C wie Chamäleon
Erstis sehen in der Regel noch ziemlich abiturientig aus (auch ohne Abi-T-Shirt) und sind noch nicht so einfach identifizierbar wie ihre Fachgenossen aus den oberen Semestern. Doch die Assimilierungszeit ist in der Regel erstaunlich kurz. Deshalb sollten Soziologie-Erstis lieber nicht über Wollschals im Sommer herziehen und Jura-Frischlinge können schon mal die Hemdkrägen stärken. Das nächste Semester kommt bestimmt.
D wie Datenklau
Hüte deine Mitschriften nicht wie deine Milchzähne. Das ist nicht nur uncool, sondern auch zu kurz gedacht: Wer weiß, wann du es mal nicht in die Vorlesung schaffst?
E wie Ersti
Dieses Wort darfst du ab dem zweiten Semester benutzen.
F wie for You.
4-you-Rucksack. Wirf ihn weg.
G wie Gasthörer
Manche Vorlesungen sind für Gasthörer offen. Das sind Leute, die ihrem Leben einen zweiten Sinn geben, sich weiterbilden oder euch Erstis einfach nur zeigen wollen, wo der Hammer hängt. Sie verbringen Tage damit, Fragen an den Prof auf Karteikärtchen zu schreiben, um diese kurz vor Schluss der Veranstaltung vorzutragen, obwohl sie die Antwort bereits kennen. Sie lieben es, Wörter wie „Paradigmenwechsel“, „Quantensprung“ oder „Kulturanachronismus“ zu benutzen und euch damit auf den Geist zu gehen. Nur unerfahrene Erstis tun sich so etwas freiwillig an.
H wie Heckscheibe
Es klebt immer noch dieser Abi-Wannauchimmer-Aufkleber auf der Heckscheibe? Abkratzen!
I wie Internet
Du hast noch keins in deiner Wohnung? Besorg Dir schnell welches, sonst hängst du das ganze Semester im New Media Center in der Rempartstraße herum, um unter verpeilten Erasmus-Studenten auf einen freien, aber unglaublich langsamen Rechner zu warten.
J wie Jungs
Erstis sollten nicht lange allein sein. Jungs trifft man am leichtesten in der Mensa am Flugplatz, in der Sporthalle in Littenweiler, im Rechenzentrum, beim SC im Stadion, beim USC im Rieselfeld oder in einer Brauerei.
K wie Kaffee
Den billigsten gibt’s bei den Fachschaften. Den besten woanders.
L wie leise
Gilt für die Bib. Keine Hackenschuhe, keine an die Ferse klatschenden Flip-Flops, keine Kaugummiblasen. Das Befolgen der „Bitte Ruhe“- Schilder bewahrt dich vor dem Hass bildungswütiger Studierender.
M wie Mädchen
Wer schnell viele finden möchte, geht am besten ins Romanistikseminar zum Kopieren oder zum
Rudelzappeln des Hochschulsports.
N wie New Media Center
Die netten Jungs im New Media Center in der Rempartstraße oder im Rechenzentrum wissen, wie man filmt, schneidet und Präsentationen aufhübscht.
O wie oben ohne
Sortiere deine Facebook-Fotos vom Strand in Calella aus. Kann an einer gut vernetzten Uni nie schaden.
P wie Party
„Wie, da war ne Party?“ Mit der inzwischen schon legendären fudder-Rubrik
„Wo rockt’s?“ verpasst du garantiert keine Sause mehr.
Q wie Qual der Wahl
Plätze in interessanten Wahlkursen sind Mangelware. Früh einen Sitzplatz sichern!
R wie Räume
Liefere dich nicht den Irrungen und Wirrungen der Uni-Architektur aus: Auf den Fluchtplan-Schildern stehen alle Raum-Nummern. Die erste Ziffer der Raumnummer bezeichnet das Gebäude (KG I, II, III oder IV), die zweite das Stockwerk, die dritte und vierte den Raum. Der Raum 1236 befindet sich also in der zweiten Etage des Kollegiengebäudes I.
S wie Studentenfudder
Hierbei handelt es sich a) um eine nahrhafte Nussmischung, die schon mal ein Abendessen ersetzen kann, b) um eine Sammlung praktischer Tipps, die fudder jedes Semester neu herausgibt:
Studentenfudder
T wie Ticket
Hör auf, schwarz zu fahren. In Freiburg kostet ein Semesterticket so viel wie zwei Mal erwischt werden. Und es ist weniger peinlich.
U wie Unfall
Erstis ziehen Unfälle meist magisch an: gegen Glastüren laufen, von der Bib-Treppe fallen, in Klausuren reinplatzen, mit dem Fahrrad in die Straßenbahneinne geraten und so weiter. Tipp: Aufstehen, lächeln, nicht weitersagen.
V wie Viertel, akademisches
Hinter der Uhrzeit des Veranstaltungsbeginns steht ein c.t? Prima, du kannst eine Viertelstunde später kommen. C Punkt T Punkt ist die Abkürzung für cum tempore, wenn es pünktlich losgeht, steht auf dem Plan s.t.: sine tempore.
W wie Waschmaschine
Wer dich jeden Freitagabend mit einem voll gestopften Trolly am Hauptbahnhof stehen sieht, weiß sofort: Du bist ein Ersti. Noch dazu einer, der Mutti waschen lässt. Hier lohnt sich die Investition in eine eigene Maschine – dann bleibt nicht nur die Kleidung sauber, sondern auch der Ruf.
X wie Xenophobie
Erstis entwickeln oft viel zu früh eine Art Fremdenhass gegenüber anderen Fachbereichen. Dass sich Mediziner und Germanisten, Physiker und Juristen, Mathematiker und Theologen nicht immer grün sind, weiß jeder. Aber wer hat schon Lust, ständig unter Artgenossen rumzuhängen? Es gibt keinen besseren Debattierclub als einen bunten Freundeskreis.
Y wie Youngster
So nennen coole Profs Erstis. Sie wissen noch nicht, dass das nicht cool ist.
Z wie Zugzwang
Um keine Anfängerfehler zu begehen, machen Erstis häufig alles nach. Sie folgen irgendwelchen Anführern ins Agar, obwohl sie eigentlich Indie-Pop mögen; sie essen Weizenbolognese, nur um in der gleichen Reihe wie die anderen anzustehen. Der wichtigste Tipp, mit dem du dich nicht zum Ersti machst: Bleib’ vor allem du selbst. Und wirf den 4-you-Rucksack weg.

[Illustration:
Karo Schrey]