Wir stellen regelmäßig irgendwelchen Leuten in Freiburg die Frage: Was ist dein Stil? Diesmal: Heiko, 18.




Aha - und nun wissen wir was Heiko gerne trägt....
Schon komisch das die Jungs in London alle bissl interessanter, besser gekleidet sind. Hängt wohl vom Stadtviertel ab in dem sich der Besucher bewegt - Heiko ist ganz nett und meiner Ansicht nach recht mainstreamig - positiver Exzentriker wäre mal SEHR interessant!
Also mit einem hat er Recht, in Freiburg kann man definitiv nicht richtige Männerklamotten shoppen. Das ist echtganz ganz schlimm. Der einzige Lichtblick ist Deutsche Designer als Shop, die ein paar puristische Herrensachen haben (die allerdings auch nicht ganz mein Stil sind). Mal ein Beispiel, seit einiger Zeit gibt es zB beim Kaiser Etro, hört sich super an, aber wenn man(n) dann das anschaut, dann fällt man schier um. Von den coolen Sachen aus der Kollektion, Fehlanzeige, da wurden nur die langweiligsten Standards ins Sortiment genommen. Mag sein, dass das auch an den Freiburgern liegt, das nicht nur bei Kaiser die Einkäufer extrem konservativ und mutlos bei den Kollektionen zugreifen. Was ich auch schade finde ist, dass es in Freiburg niemanden gibt, der John Varvatos führt, oder Todd Lynn führt. Von wirklich erstklassigem britischem Design fangen wir erst gar nicht an, hat aber der Artikelprotagonist ja auch nicht. Oder Kilian Kerner, hat auch ne hübsche Herrenlinie, kennt wahrscheinlich in Freiburg keine Sau, schönes deutsches Design für Jungs. Statt dessen, Hugo Boss von vorn bis hinten, für die Banklehrlinge, wo man doch wirklich wissen sollte, dass auch wenn man Anzüge braucht es wesentlich besseres gibt (Verarbeitungsqualität), was schicker aussieht, und u.U. sogar ökologisch korrekter ist. Z.B. CoSTUME NATIONAL, die haben für diesen Sommer absolut endgeile Herrensachen, und selbst als italienisches Label, sieht es extrem britisch aus.
DEN LONDON-Style kann ich hier nicht erkennen - er hat recht damit dass in London fast alle irgendwie cool gekleidet sind klassisch und dabei doch cool und sportlich - das kann ich an seinem Outfit aber nicht erkennen: Hamburg Schanze, Berlin-Prenzlberg oder Freiburg Vauban.. ist hier irgendwie alles und nichts dabei... aber LONDON-STYLE klingt halt besser - solange man nur selbst fest daran glaubt.... gibt dem Style einfach keinen Namen und sei du selbst ;-) dann ist's easy!
@bsm,
Etro kaufe ich lieber in Zürich, dort gibts schöne Teile und es macht Laune die Sachen tragen zu dürfen.
Mit Anzügen und Sachen von Huntsman, Zegna, Paul Smith, Hermès usw. kombiniert wird was draus - auf mich macht Heiko einen eher beliebigen Eindruck und wenn ich mich an die Jungs vom letzten London Besuch (vor zwei Wochen) zurück erinnere liegen dazwischen Welten.
Shorts in Kombination mit Sacco, schönem Hemd und Krawatte - selbst im klassischen England gibts noch immer echte Exzentriker.
Einfach per Copy Paste ein Frauenkopf drauf machen, und noch ein wenig mehr Oberweite per Photoshop und zack hätte man eine Frau.
@vpd1100
Man muss nicht mal nach Zürich, wobei ich oft dort einkaufe, selbst in Basel bekommt man schon ganz gut was (Herren & Damen). Ich bin seit Jahren der Meinung, es liegt schlicht am "Freiburger", der tickt in Sache Mode überwiegend anders. ich persönlich traue mich schon kaum mehr hier auf die Strasse in meinen Lieblingssachen, da ist man sofort overdressed. Geschmackliche Höhepunkte sind die immer wieder in Freiburg beliebten Bälle, selten sieht man in der Stadt dann so massenhaft unmotiviert gekleidete Menschen, und dabei muss ich zugeben, da greife ich auch nicht in die Farbkiste und kreuze mit Frankie Morello auf. Heikos Style finde ich jetzt als Basis, um was "Ordentliches" zu machen gar nicht mal schlecht, und wenn es ihm Topshop angetan hat dann sollte er wirklich mal mit Zeit hin gehen, oder auch auf andere "britische" Labels einen Blick werfen, zB:
James Long (http://www.jameslonguk.com/ )
Oliver Spencer (http://oliverspencer.co.uk/ )
Rake (http://www.rakestyle.com/ )
Patrick Grant (http://www.etautz.com/ )
Meine Liste kann ich da noch deutlich erweitern. Erst vor ein paar Tagen habe ich einer Freundin gesagt, in Freiburg braucht jede/er zweite eine Stylberatung, die anderen sind hoffnungslose Fälle. Wobei, mit etwas Geschick bekommt man sogar mit secondhand und Highstreet-Geschäften eine brauchbares Styling / Outfit hin, da muss man nicht etliche 100er liegen lassen, und kann auch Spass haben.
Sone Frise hatte ich früher immer wenn ich zu faul war meine Tolle zu stellen, ich wär so aber niemals nur einen Meter vor die Tür.
Da kann ich nur zustimmend nicken zu @bsms Feststellung das der Löwenanteil der Freiburger ne Styleberatung benötigt!
Hier wird man schon komisch angeschaut wenn so rein aus Lust und Laune eine modisch aktuell gefärbte Krawatte getragen wird - für Anzugsträger ist Freiburg teilweise der Horror schlechthin! Selbst mausgrau gekleidete Bossjünger (sprich Otto-Normal-Anzugträger) rümpfen mehr oder minder sichtbar ihre Nase wenn sie mal etwas anderes wie den langweiligen Metzinger Einheitsbrei ansichtig werden.
Solange W. Baldessarini noch bei Boss war - gabs sehr schöne und gute Sachen - seit Weggang nur noch langweiliges Mainstreamzeug das im Vergleich zur näherischen Qualität maßlos überteuert ist. Reine Bügelkunst die nicht mal eine Reinigung ohne Formverlust übersteht.
Habs mittlerweile total aufgegeben in Freiburg nach schöner Mode zu fahnden - ein paar gute Schuster oder Hemdenmacher heben sich positiv hervor - sonst ist das hier modisches Niemandsland!
Grundsätzlich hat Heiko gute Grundlagen bei Wahl seiner Garerobe gelegt - wenn auch im Detail definitiv nicht den London Style treffend.
also mit verlaub gesagt, wer erwartet denn allen ernstes das die "ökohauptstadt" freiburg eine hochburg für stilikonen ist ?
und muss sie das denn sein ?
dafür hat london keine säule der toleranz, keine fledermauskillenden windräder,keine bächle, etc...
@Wolke,
zumindest könnte aufgrund des Eigenverständnisses der zahlreichen Ökohauptstadtbewohner die Toleranz für Menschen mit guter und passender Kleidung deutlich höher gefordert werden.
Die Menschen mit den unsäglichen Funktionsjacken, Wanderoutfit und *ach-so-praktischer* Bekleidung können von mir aus gerne ihre Bächle bewundern (und reintreten....;-)) - erwarte im Gegenzug das jemand mit guter Bekleidung nicht ausgegrenzt wird und dumm-doofe-dreiste Kommentare unterbleiben!
@dada78:
Ich wohne seit mehreren Monaten in London und muss dir leider bestaetigen: dieser Style ist hier sehr sehr haeufig. Vor allem in den angesagten Ausgevierteln wie Shoreditch oder Camden.
Nur zur Info...
vdp: was ist "gute" bekleidung, wer definiert das ?
für mich ist es z.b ein anzug von drykorn, eine jacke von belstaff hingegen ist einen schwanzverlängerung.
für andere ist gute kleidung,ökologisch korrelt und von gewaltfreien kinderhänden genäht.
abgesehen davon wenn alle menschen stil hätten, dann wäre es doch langweilig und es wäre nichst besonderes mehr stil zu haben.
wobei der träger eines jutesacks auch stil hat, nur eben nicht meinen.....
und hast du schon mal toleranz von leuten erlebt, die diese sich gegenüber immer einfordern? das sind meistens die intol(l)erantesten
@Wolke,
klar ist es nicht einfach einen Ratgeber für gute Bekleidung auszuformulieren. Jede Person hat so ihre eigenen Vorstellungen - ich für meinen Teil finde es schön wenn die Kleidung die eigene Persönlichkeit, Style und (mehr oder minder) modisches Bewußtsein dem Betrachter rüber bringt.
Damit meine ich keinesfall "gefallen um jeden Preis" - ich finde es einfach schön wenn in der Öffentlichkeit auch Exzentriker, Menschen mit SEHR eigenen Ideen nicht gleich abgekanzelt werden.
Und gerade hier ist die Not mit dem Standard-Freiburger-Funktionsjacken-Träger/IN besonders groß da der Personenkreis die alleinseligmachende Weisheit scheint gepachtet zu haben wollen.... Sprich sie beanspruchen die optische Umweltverschmutzung als minimales Grundprinzip im allgemeinen Style aufgenommen zu wissen.
Mit einem eigenen Style ragt der Träger zweifelsfrei aus der Masse heraus - auch in Städten mit überwiegend gut gekleidetem Publikum (Zürch, Brüssel, London usw.) kann so ein Mensch noch immer positive Aufmerksamkeit erreichen. Und hier steht Freiburg ganz weit hinten - wenn ich mir doofe Bemerkungen von nem Taxler anhören muss wenn ich n Anzug trage? Gehts noch?
Manche vermeintlichen Randgruppenerscheinungen wie Punker, Mods usw. sind da noch offener und können den Gegenüber mit all seinen Eigenheiten besser wahrnehmen wie der Normalofreiburger. Und dann sind Gespräche möglich trotz grundsätzlicher gegenläufiger Ansichten im Bekleidungsbereich. Überschneidungen der Gruppen können sich so ergeben - und wie oft sind schon Entwicklungen der Extremen Träger (Punker etc.) im Mainstream aufgenommen worden?
Wichtig finde ich ferner mit der eigenen Kleidung dem Gegenüber eine Wertschätzung und Achtung vor seiner Erscheinung zu zeigen - das geht im Businessbereich halt mit nem Anzug - dennoch kein Grund für proletenhaften Mitbürger abfällige Bemerkungen abzulassen!
Versuche immer über den Bemerkungen zu stehen - leider gelingt es nicht immer....
Dein letzten Satz bezüglich Toleranz der Menschen die die selbige für sich einfordern (und oft total intolerant sind!) kann ich nur bestätigen.
deine theorie dass das problem des taxifahrers mit anzugträgern ästhetischer natur ist illustriert sehr schön mein problem mit leuten die sich viele gedanken über mode machen
@vdp1100
Von wievielen ,der 220.000 Freiburger fühlst Du Dich denn bitte aufgrund Deines modischen Stils ausgegrenzt oder doof angemacht?
"Und hier steht Freiburg ganz weit hinten - wenn ich mir doofe Bemerkungen von nem Taxler anhören muss wenn ich n Anzug trage? Gehts noch?"
=> vielleicht liegt es aber auch ein klein wenig an der hinter dem anzug sich verbergenden persönlichkeit, dass du dir von "nem Taxler" "doofe Bemerkungen" anhören musstest in freiburg - oder sonst irgendwo auf der welt.
@keep,
nein, es waren Bemerkungen der Art "Ihro Hoheit wollen wohl was Besonderes machen...." und dabei sprach sein Gesicht Bände. War ganz normal am Bahnhof und es begann zu regnen - ich hab mich damals tierisch aufgeregt und bin wegen dem Regen trotzdem mit dem Taxler nach Hause gefahren - Herr war mit sehr langem Haar (schütter werdend), gestrickter Jacke und nem Schal bekleidet - leider war ich so dreist das ich ausgerechnet die Gesamtfahrsumme passend zahlen konnte - der hat kein Trinkgeld bekommen.
Kollege von ihm hat zwei Tage später nur gemeint das es eben auch solche Menschen geben würde und der Herr war ausgesucht höflich, symphatisch und nett.
Gerade so Sachen nerven ungemein im Alltag - sowas passiert fast nur in Freiburg. Leider!
diese sinnlose diskussion, der ich gefühlte 10minuten meines lebens geopfert habe, zeigt mal wieder, dass diese rubrik unsäglich dumm ist.
Horsthorst - nur Friede Freude Eierkuchen wär aber langweilig!
Wenn wir uns auf Toleranz und Gewaltlosigkeit einigen könnten wär schon einiges erreicht. Sich dann gegenseitig Stillosigkeit vorzuwerfen ist dann eher Sport, aber wenigstens kein Krieg.
als sehr gut gekleideter zweifellos voll behaarter taxifahrgast einem schlecht gekleideten schütterhaarigen taxifahrer seine schlechte laune übelzunehmen ist vielleicht doch etwas unreflektiert. das ist eine konstellation in der auch grundsätzlich gute menschen schlechte laune bekommen können, unprofessionell bla bla bla whateva.
du kannst dich - wenn auch nur ansatzweise - an das äussere erscheinungsbild des taxifahrers erinnern, vdp1100? dann muss dich diese begebenheit emotional wohl sehr stark berührt haben. wtf?!
Es muss unbedingt ein ausgefallener Haarschnitt sein, wie der, den ich jetzt trage: oben Locken, an den Seiten kurz.
gähn.