Früher hat Bela Gurath in Freiburg Mode verkauft. Jetzt spielt er mit der Sea of Love in der Champions League der Elektro-Festivals. Ein Porträt.
Wer Cornelia Bruder in diesen Tagen am Tunisee bei Freiburg besucht, trifft eine Frau, die viele Kunden am Telefon vertrösten muss: „Bleiben Sie bloß am Titisee“, sagt die Chefin des Campingplatzes. „Am Wochenende findet das Sea-of-Love-Festival bei uns statt. Wir sind schon seit zwei Monaten ausgebucht.“ Einen Steinwurf neben dem Campingplatz treffen wir Bela Gurath in einer Gartenwirtschaft. Er bestellt einen Cappuccino und holt eine Sonnenbrille hervor: „Stört es Euch, wenn ich sie aufsetze?“




Aha - und was soll das Interview jetzt tatsächlich aussagen? Das der Macher vom Sea of Love innovativ, eine Nase fürs gute Geschäft hat ist nachweisbar - oder soll das eine Selbstdarstellung vom Veranstalter sein?
Ratlos, sehr ratlos!
Champions League der elektrofestivals ^^ Ball flach halten bitte, dafür fehlte aber noch sehr an Infrastruktur und weiteren Namen. Glückwunsch natürlich an Bela für seine Karriere. Sea of love hat sich echt gemacht.
Geschwätz! Bela hat sich zu recht mehr Respekt verdient. Hat er doch dem freiburger Nachtleben ein bisschen internationales Flair gegeben. Künstler wie Boys Noize, ferris Mc und vom Lineup der SOL dieses Jahr ganz zu schweigen, wären NIEMALS in Freiburg aufgetreten. Zu teuer, zu großes Risiko, dass der gemeine Freiburger das nicht annimmt. Diese Provinz, und das sage ich als gebürtiger Freiburger, kommt mir manchmal vor ein ein Treffpunkt der "was der Bauer nicht kennt"-Elite. Und wenn jemand die Mittel dazu hat dem gegenzusteuern soll er es bitte, bitte tun! Danke!
Das ist zum Teil richtig, Johannes. Aber wie soll sich hier auch soetwas wie eine Szene bilden wenn einfach keine Plattformen dafür geschaffen sind? Leute wie Steve Aoki, Boys Noize (der übrigens auch nur einmal hier in Freiburg war und das war ein Riesending von Marlboro) oder Dubfire sind riesige Namen, hatten ihre Zeit aber, in der man sich einer Avantgarde zugehörig fühlen konnte wenn man auf Veranstaltungen mit ihnen ging. Inzwischen sind die damaligen musikalischen Randgruppen-Lieblingsdjs von irgendwelchen Burschenschaften-Segelschuhen-Boys.
Freiburg hinkt Trends immer total hinterher, sei das musikalisch, modisch oder auf egal welche Subkultur bezogen. Electro-Swing soll ja hier das "next big thing" sein, wow.
Gerade du solltest doch die Mittel haben mal ein bisschen die Bookings hier zu beeinflussen, warum nicht einmal einen Jamie XX buchen?
Gerade weil Freiburg nicht so heftig am Puls der Zeit hängt finde ich es schön hier zu wohnen - für die ganz großen Events lohnt sich ein Besuch in großen Städten wie Zuerich, Munich, Hamburg oder wo auch immer.
Modisch wäre Freiburg sicher besser aufgestellt wenn hier mehr Mode designt werden würde - aber das wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit in diesem Jahrtausend nicht mehr ändern. Gibt ja noch immer München und Zürich neben Düsseldorf und Hamburg. Ist ja schon bedauerlich das es in Freiburg nicht mal mehr einen fähigen Maßschneider gibt - ist halt das Erkennungszeichen der Provinz ;-)
Ob Freiburg wirklich Vorreiter in Sachen Subkultur werden sollte? Sowas entsteht in der Regel in Metropolen wie London und New York (und viele andere....) - ob sich da Freiburg nicht ein wenig zu großmannsüchtig benimmt?
Gerade die Kombination und Miteinander mit realtiv normalen Menschen schafft eine gute Kultur und nicht die unverständliche Exaltiertheit wie in großen Städten. Oder muss Freiburg wirklich irgendwelchen Hypes aus Berlin nacheifern? Hier gibts doch eine badische Persönlichkeit die sehr wohl international Beachtung findet. (und ich bin "nur" Zugezogener!)
So klingt das natürlich schön und nachvollziehbar, nur entspricht es leider nicht der Realität.
Lauf mal abends durch die Stadt oder schau dir einfach nur die Schlangen vor den umsatzstärksten Clubs an, von badischer Persönlichkeit bzw. Charakter ist da absolut nichts mehr zu sehen.
Dass sowas aber wunderbar funktionieren kann, Tradition und Subkultur vereint, sieht man an Basel.
Und das kann Freiburg meiner Meinung nach auch schaffen wenn es einfach nur genügend Impulse in die Richtung geben würde.
Bei all seinen Erfolgen und Mißerfolgen hat sich Herr Gurath durch seinen Umgang mit den netten Bedienungen im "Wiener", in dem er die Schwächsten finanziell leiden ließ, für mich als Unternehmer gründlichst diskreditiert. Vielleicht macht mans so bei den Preußen .
Was ist denn bitte an Extravaganca, DJ-Bar Maria und Techno-Club F-Club großstädtisch??
Wenn Freiburg auf irgendwas in den letzten 17 Jahren hätte verzichten können, dann mit Sicherheit auf genau diese Veranstaltungen/Clubs …