Übersehene Sehenswürdigkeiten
Wer nicht auf das Prater-Riesenrad, Hofburg oder Schlossbesichtigung steht und sich lieber auf neue Pfade begibt, kann sich auf einen Street-Art Spaziergang ab der Spittelau Richtung Schwedenplatz am Donaukanal machen. Etwas außergewöhnlicher ist die Kirche am Steinhof. Erbaut im Jugendstil zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach den Plänen von Otto Wagner, liegt sie auf dem Gelände der größten Irrenanstalt der Stadt.
Kaffeepause
Weltberühmt sind sie, die Wiener Kaffeehäuser. Für den echten Charme muss die Bedienung unfreundlich und die Lokalität "grindig" sein. Wer nicht im Hotel Sacher Schlange stehen, oder eines der klassischen Ringkaffeehäuser beehren möchte, ist im Cafe Sperl (6ter Bezirk) gut aufgehoben. Ganz traditionell kann man sich auch unter Literaten und Künstler ins
Hawelka begeben.
Der moderne Wiener Großstädter, meistens Bobo (Bourgoiser Bohemian), treibt sich am liebsten im Kaffee Europa (Zollergasse 8), im Espresso (Burggasse 57), oder Topkino herum. Dem
phil ist gleich ein Buchladen angeschlossen, zum entspannten Schmökern.
Magengrummeln
Neben den berühmten Wiener Schnitzeln oder Wiener Würstchen (Achtung, die heißen hier Frankfurter!) und Käsekrainern vom Würstelstand kann man sich auch reinen Gewissens auf biologische Art und Weise kulinarisch vergnügen. Heimisch-Österreichischen Mittagstisch gibt es zum Beispiel im Chimbiss, dem
Chique-Imbiss in der Nelkengasse 1. Naturkost, ebenfalls mit Selbstbedienung und hellem Ambiente ist im St. Josef auf der Mondscheingasse/Zollergasse am besten. Alternativ zum Naschmarkt mit allerlei internationalen Köstlichkeiten empfiehlt sich bei multikulturellem Flair ein Abendessem am Yppenplatz im 16.ten Bezirk. Achtung, offiziell als Markt angemeldet wird man hier Sonntags vor verschlossenen Türen/Plätzen stehen.
Fine Art
Abgesehen von den Sammlungen in Museumsquartier, Albertina, Schloss Belvedere, Secession und den anderen kulturellen Magneten der Stadt, hat vor allem die freie Theater Szene Einiges zu bieten. Für junges Publikum empfiehlt es sich, die Programme vom
Brut Theater und
WUK Kultur zu studieren. Diese Spielstätten warten nicht immer, aber meistens mit echten Performance-Schmankerln auf. Die renommierten Galerien befinden sich in der Schleifmühlgasse im vierten Bezirk. Dienstag und Donnerstag Abends empfiehlt sich das
Ve.sch in der Schikanedergasse, direkt um's Eck. Standort für junge Kunst, Konzerte, oder aussergewöhnliche Festivals wie die
Roboexotica, ein Festival für Cocktail Robotik ist das
mo.ë im 17. Bezirk.
Die beste Bar der Stadt
Kein richtiger Geheimtipp mehr, aber trotzdem wunderschön ist die Bar
"Donau". Hinter der Tür in der Karl-Schweighofergasse 10, die man leicht übersieht befindet sich eine ehemalige Synagoge, die durch Visuals jeden Abend in neuem Design erscheint. Das Tanzcafe Jenseits, ein ehemaliges Bordell, ist gerade Wegen seiner Vergangenheit besonders charmant. Kultig und besonders grindig ist das
Café Bendl. Die Jukebox liefert den perfekten Sound, die nikotingelben Wände das Ambiente und die Lokalspezialität "Koks" (Rum mit Würfelzucker und Kaffeebohnen) angeblich auch das entsprechende Gefühl.
Der beste Club der Stadt
Das Wiener Nachtleben braucht sich im internationalen Vergleich nicht mehr zu verstecken. Qualitativ hochwertigstes aus Electro und Hiphop bietet die Partyreihe the Loud Minority.
Susi's Schmuseclub ist Kult und bei schönen Wetter kann man an der Donau, unter Brücken an der frischen Luft den öffentlichen Raum mit
Tanz durch den Tag zurück erobern. Die "urbane Schönheit" an der Falcostiege, der Morisson Club, bietet seit Wiedereröffnung im Juni 2011 neben schweisstreibenden Beats auch Frischluft in seinem Gastgarten.
Nachtlager
Das Hotel
Brilliantengrund beschreibt sich selbst als "the perfect hide-out" im Herzen der Stadt. Der lauschige Innenhof tut sein Übriges.
Für Romantiker
Spätestens seit Before Sunrise hat es Wien in Rankings der romantischen Städte geschafft. Die obligatorische Fahrt mit dem Riesenrad oder dem Fiaker kann man getrost gegen einen Spaziergang durch die Weinberge mit Aussicht am Kahlenberg eintauschen. Abrunden lässt sich dies nur mit der Einkehr in einem urigen Heuriger. Das beste Frühstück gibt es in dem Café de la Provence in der Maria-Treu Gasse. Herrschaftlich Gefühle kommen im Palmenhaus im Burggarten oder der Gloriette am Schloss Schönbrunn auf. In den lauen Sommernächten kann man sich unter freiem Himmel, z.B. am Karlsplatz, großteils kostenlos Filme anschauen.
Shop til you drop
Vor Allem der Sonntag lässt sich am besten auf den hippen Design- und Flohmärkten in ehemaligen Fabriken, Tanzstudios oder der Pratersauna verbringen. Hierzu konsultiert man am besten Google oder Facebook mit den Stichworten Fesch Markt, Backyard Sale, Block Party Kirchengasse, Meine Mutter's Geschäft oder Happy Shit Shopping... Maßgeschneiderte und nachhaltig produzierte Jeans nach Wunsch fertigen die
Gebrüder Stitch an. Auch für Radfahrer gibt es besondere Modelle.
Meet the locals
Als Deutscher/Piefke hat man es nicht immer leicht, in Wien auf sofortige und uneingeschränkte Sympathie zu treffen. Wenn man sich gewillt zeigt, die
Vokabeln zu lernen (es heist g'spritzt und nicht Schorle!), kann man zumindest erstmal die eigentlich nicht vorhandenen Sprachbarrieren übergehen.
Die Tippgeberin
Nach Auslandsaufenthalten in Finnland und Holland ist
Barbara Ruder (27) für Ihre Diplomarbeit nach Wien gekommen, um (vorerst) zu bleiben. Sie ist als freie Kulturmanagerin und Performerin, unter anderem für
date-an-artist tätig.
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