zur Startseite
Passwort vergessen?
 

 

fudder-Debatte: Was hat dir der Zivildienst gebracht

Seit vergangener Woche gibt's ihn nicht mehr, den Zivildienst. Mit der Aussetzung des Wehrdiensts wurde auch der Dienst für die Verweigerer abgeschafft. Dabei war er doch gar nicht nur schlecht. Wir wollen wissen: Was habt ihr in eurem Zivildienst gelernt?

fudder-Debatte:
Für so manchen Zivi war der Verweigerungsdienst gar nicht so schlecht: in der Jugendherberge gab's jede Woche frische Elftklässlerinnen zum Abchecken, beim Vögel zählen auf der Nordseeinsel war man dauerhaft an der frischen Luft und der 'Essen auf Rädern'-Dienst war extrem entspannt.

Und selbst, wenn man keinen leichten Zivildienst hatte, sondern im Altenheim oder Krankenhaus schuften und Hemmungen überwinden musste, gab's was zu Lernen - und wenn's nur war, dass man diese Art Arbeit nie wieder machen wollte.

Mit ein bisschen Zivi-Nostalgie fragen wir die Ex-Zivis unter euch: Was habt ihr in Eurem Zivildienst für's Leben gelernt? Und: Hättet ihr, wenn ihr nicht gemusst hättet, diese Arbeit auch machen wollen?

Du bist gefragt!
 






Artikel als E-Mail verschicken Artikel auf Facebook weiterempfehlen Artikel twittern Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen Diesen Artikel bei del.icio.us bookmarken
 



Kommentare
Anzahl der Kommentare: 25
Montag, 04.07.11 13:43
 

lange lange ist es her....

Gedient habe ich in der Psychiatrie, ergo hat es an Abwechslung nie gemangelt. Missen möchte ich diese Zeit auf keinen Fall und was ich über die Menschen und ihre Eigenarten in diesen 15 Monaten gelernt habe bringt mir teilweise sogar heute noch etwas. Natürlich hat es auch an Spaß und Freude während dem Ersatzdienst nicht gemangelt. Ob ich heute sowas wie ein FSJ machen würde ist schwer zu beantworten. Könnte oder besser müsste man die Zeit zurück drehen, ich würde diesbezüglich nichts anders machen.

Montag, 04.07.11 13:57
 

Mir hat der Zivildienst im Pflegebereich sehr viel gebracht in Sachen Menschlichkeit und Altruismus. Es ist ein gutes Gefühl für jemanden da sein zu können und es gibt einem ganz schön zu denken, mitzuerleben wie sehr man im Alter oder mit einer Behinderung auf die Hilfe anderer und auf Solidarität angewiesen ist. Außerdem kommt man mal aus seinem eingeschränkten Abiturienten/Studenten-Milieu hinaus und bekommt Einblicke in viele verschiedene Lebenswelten und in den Alltag von Menschen, mit denen man sonst wahrscheinlich niemals in solch engen Kontakt gekommen wäre. Um den Wehrdienst tut es mir keine Sekunde leid, aber der Zivildienst ist wirklich eine wertvolle Erfahrung, die man nur jedem wünschen kann.

Montag, 04.07.11 14:08
 

Der Zivildienst in der Uniklinik hat mir damals viel Erfahrung gebracht.
Ich war in der EDV eingestellt und musste somit (zum Glück) nicht mit Patienten arbeiten.
Auch das Filme schauen kam nicht zu kurz
Es hat sich gelohnt!

Montag, 04.07.11 15:04
 

wird auch zeit, diese drogenorgien und saufgelage gingen gar nicht.

Montag, 04.07.11 15:41
 

Im Zivildienst habe ich einem Körperbehinderten im Haushalt und im Beruf geholfen.
Neben ein paar eher fragwürdigen Rezepten, die mir da beigebracht wurden, habe ich sowohl gelernt, Zeit effizient zu nutzen (abends und morgens), aber auch Langeweile auszuhalten (Rest vom Tag). Organisation und Ordnung waren auch wichtig; als ob man das nur beim Bund lernen könnte/müsste. War definitiv eine Erfahrung, 96 Stunden lang die eigenen Bedürfnisse zurückzustellen.
Eher am Rande habe ich in der Zeit auch die linksrheinische Bahnstrecke lieben gelernt. Zeit ist nicht alles!

Montag, 04.07.11 16:31
 

Die beste Zeit meines Lebens...!!!!

War bei der katholischen Sozialstation (Hausarbeit, Fahrdienst, Betreuung & Einkaufsservice)

Habe in dieser Zeit sehr sehr viel fürs Leben gelernt und es hat mich mit Sicherheit auch charakterlich geprägt...
das ganze in Kombination mit einem doch sehr lässigem Lebensabschnitt war einfach genial!!!

Was die Politik hier jetzt für ein riesen Fehler gemacht hat, werden wir alle bestimmt am eigenen Leib noch erleben... für sämtliche Einrichtungen ist dies doch finanziell fast nicht mehr auszugleichen...

Vielen Dank Herr Gutenberg....

Montag, 04.07.11 17:06
 

Kann mich dem Marcelinho nur anschliessen; die beste Zeit des Lebens.

Im Wohnheim wurde weniger gefeiert, mehr gepringelt.
Stundenlang gegenüber, entzückend. Damit hätte man 131 Jahre Pornos synchronisieren können, mit dem Material.

In der ersten Woche standen gleich sogar mal Bildreporterinnen vor der Tür, weil einer aus dem Wohnheim in einem Amtsgericht eine Bombe gezündet haben soll.

Da war schon mal was los.

Ansonsten durfte ich die ersten 3 Wochen nur in der Ecke stehen und zuschauen, wie der Ambulanzbetrieb in der Sprechstunde ablief.

Spannend war die Zeit im OP, wie geht das da ab, und wie sehen wir Menschen von innen aus....

Schicksale gabs auch, und daran denke ich heute noch.

Das Leben kann sich sehr schnell ändern, und das mussten nicht nur Patienten erfahren, sondern auch ich miterleben.


Adolf Lampe hat den Kommentar am 04.07.2011 um 17:07 bearbeitet
Montag, 04.07.11 18:35
 

Ich hatte mit meinem Zivildienst bei einem sozialen Verband in Karlsruhe einen witzigen Glücksgriff gemacht. Ich war einem Hauptamtlichen Mitarbeiter zugeteilt, der für die Verwaltung der 130 Zivis im Verband zuständig war.
Nach 7 Monaten hat der sich aber aus irgendwelchen Gründen nach Spanien abgesetzt und ich durfte die restlichen 5 Monate die Verwaltung der Zivis alleine übernehmen, weil es sonst niemanden gab, der es hätte übernehmen können.

Einstellungen, Entlassungen, Besoldungsberechnung, Ärger mit Dienststellenleitern regeln und Disziplinarverfahren verhängen.

In der Zeit hab ich sämtliche Deppenaktionen die meine Zivikollegen veranstaltet haben aufn Schreibtisch bekommen. (Z.b Anzeige wegen Erregung öffentlichen Ärgernis: Zivi poppt Abiturientin nach Discobesuch im Dienstwagen von dem er blöderweise vergessen hatte, der er ihn vorm Polizeipräsidium Karlsruhe Mitte geparkt hatte)

Aber ich hab auch erlebt wie es die Ärzte des Kreiswehrersatzamtes geschafft haben einen jungen Mann tauglich zu mustern, der schon so Drogenabhängig war, dass er sich bereits im Methadonprogramm befand und zufällig auch Klient in unserer Anlaufstelle für Drogenabhängige war. Das Bundesamt hat nach bekannt werden des Falls immer noch drei Monate gebraucht, um ihn nachträglich als untauglich auszumustern.


Mikey hat den Kommentar am 04.07.2011 um 18:36 bearbeitet
Montag, 04.07.11 19:43
 

Mickey, der Fahrschein für die Bahnfahrt zum Dienstantritt, kam Samstags mit der Post, Dienstag ging der Dienst hier los;-)

Montag, 04.07.11 20:42
 

@Meister Lampe

Das wundert mich nicht, wenn du was dringendes vom Bundesamt brauchtest, hattest du Glück wenn du nach einer Woche mal jemanden dort telefonisch erreicht (mindestens 10 Versuche pro Tag)

Montag, 04.07.11 21:13
 

@mikey, daran hat sich nichts geändert, ich brauchte vor ein paar wochen mal eine bescheinigung über meinen 2005 abgeleisteten zivildienst. nach viermaliger telefonischer nachfrage - zitat: "das geht noch heute in die post" - kams dann mal. leider war meine bewerbungsfrist schon vorbei..

Montag, 04.07.11 21:18
 

Ich war da so unterwegs wie der Typ da so auf dem Foto rechts unten.
Eine sehr gute erfahrungsreiche Zeit.
Einprägsam und ich habe viele Kontakte mit den Menschen der Straße Freiburgs geknüpft.
Lange her...

Dienstag, 05.07.11 08:01
 

Ich habe mein Zivildienst in Lengerich(Nordrhein Westfalen) abgeleistet. Ich war im Krankenhaus in der Pflege beschäftigt. Ich wurde in der Inneren eingestellt, die auch die Sterbestation genannt wurde. Zu uns kamen die ganzen Härtefälle, die oftmals nur zum sterben kamen. Was mir an Erinnerung bleibt, ist sehr viel Leid, Trauer, unheimlich viel Arbei und das Gefühl, total unterbezaht zu sein.

Mir wurde damals eine Unterkunft in Personalwohnheim zugesichert. Mich wollten die dann in ein hochhaus stecken, wo sehr viel von der ortsansässigen Psychatrie gewohnt haben und damit meine ich kein Personal, sondern Patienten. Klingt heftig, war auch so. Man ist dort rein und schon draußen wo die Briefkästen hingen, war alles verbrannt. Total unwürdige Verhältnisse. Ich bin da natürlich nicht rein. Habe mich beim kumpel einquartiert, wo ich von wenigen Verdienst noch etwas Miete abdrücken müsste. Für mich war das die finanziell schwerste Zeit, verbunden mit der härtesten Arbeit in meinem Leben. Dazu das ganze Elend. Musste dann auch immer 12 TAge durcharbeiten, da man nur jedes 2. Wochenende frei hatte. Zudem wurden die Zivis auch gerne zu Feiertagen eingeteilt. Ist den Krankenhaus recht günstig gekommen, da ja Zivis keine Feiertagszuschläge bekommen haben. Für das Pflegepersonal, hätten die viel tiefer in die Tasche greifen müssen. Ich musste z.B. an einen 01. Januar arbeiten. Mit Vorwarnung, stand ich ohne Schlaf und geschätzte 9 Promille morgens um 6 im Besprechungsraum und war nicht einsetzbar. An diesen Tag konnten die mich kreutzweise.


Also mein Fazit: In meinem Fall war es eine absolute Abzocke und eine absolute Frechheit. Auch wenn ich menschlich dazugelernt habe und mir die Arbeit mit hilfsbedürftigen Menschen auch Spaß gemacht hat, steht der Verdienst zur Arbeit überhaupt nicht im Verhältniss.

@Marcelinho

"Was die Politik hier jetzt für ein riesen Fehler gemacht hat, werden wir alle bestimmt am eigenen Leib noch erleben... für sämtliche Einrichtungen ist dies doch finanziell fast nicht mehr auszugleichen."

Herr Guttenberg war Verteidigungsminister und die Abschaffung der WEHRPFLICHT(nicht Sozialdient) war für mich absolut richtig. Ich habe nicht wenige Freunde, die bei der Bundeswehr fast Alkoholiker wurden. Im grundwehrdienst geht es ja noch aber was später abläuft, ist doch echt nicht normall. Zuerst musst du morgens um 5 antreten und bei arscheskälte durch den Schlamm robben und später sitzen die von morgens bis abends in der Stube und zocken Karten und saufen ein KAsten nach den anderen. Für mich war die Bundeswehr in dieser Form nicht mehr zu halten und der Kosten/Nutzen-Faktor in keinen Verhätniss mehr. Man kann doch Guttenberg nicht die Schuld geben, dass Sozialstationen hauptsächlisch von Zivis bewirtschaftet wird. Nochmal, Guttenberg war Verteidigungsminister und nicht zuständig für Krankenhäuser, Pflegedienste oder Altenheime. Da ist dann wohl eher der Gesundheitsminister für zuständig. Da wird jetzt was passieren müssen und da jetzt Guttenberg die Schuld zu geben, ist absolut nicht in Ordnung. Die Abschaffung der Wehrpflicht war nur eine Frage der Zeit

Dienstag, 05.07.11 08:32
 

Ich hatte einen Bürojob, von 8- 17.00 Uhr, ab 12 gab es nichts mehr zu tun.

Mitgenommen habe ich die Fähigkeit am Schreibtisch zu sitzen und auf den Feierabend zu warten. Hört sich lustig an, ist aber nach einer Zeit echt nervend.

Feiern war ok, vorallem war es mir egal wie ich am nächsten morgen dort auftauche, hauptsache um 8 eingestempelt.

Viele Zivistellen sind einfach unnötig, die Stellen die wirklich benötigt werden können auch anständig bezahlt werden.

Mitgenommen habe ich nur das im weitläufigen sozialen Bereich die Leute sehr unzufiedern sind und ich nie im Leben dort abreiten will.

Einen verpflichtenden Sozialdienst halte ich für Schwachsinn,
weder der Dienststelle noch ggf. den Patienten bringt es etwas wenn jemand gegen seinen Willen dort seine Zeit absitzt.

Dienstag, 05.07.11 09:08
 

@ superbvb

Natürlich war dass das Ding von Herrn Guttenberg.

Ich bin ganz deiner Meinung, das es gut ist, dass der Wehrdienst abgeschafft wurde, aber man hätte den Wehrdienst ganz einfach in einen Pflichtzivildienst umwandeln können.
Es schadet mit Sicherheit NIEMANDEM 6 oder 9 Monate einen Sozialendienst abzuleisten, ob Männlein oder Weiblein....!!!!

Dienstag, 05.07.11 09:59
 

@Marcelinho

also die Wehrpflich kann man ja wirklich begründen. Man kann doch aber kein Pflichtzivildienst einführen. Wie soll man denn das begründen? Sicher sind solche Erfahrungen nicht schlecht für junge Menschen und mir hat diese Erfahrung sicher auch gut getan, es geht aber schon mit der Bezahlung los. Für mich war es schon ein Akt, mein Auto durch den Sold zu finanzieren. Auf das Auto war ich nunmal angewiesen. Ich hatte meine Ausbildung hinter mir, war schon 2 Jahre voll arbeiten und dann wurde ich eingezogen. Das ist richtig krass, wenn man dann auf einmal nur noch ein Viertel von den bekommt, was man vorher bekommen hatt.

Ganz ehrlich, ein Pflichtzivildienst geht für mich gar nicht. Ich könnte mir da eher den Arbeitslosenmarkt vorstellen. Warum sollten Arbeitslose nicht für solche Arbeiten eingesetzt werden? Bei einen Pflichtzivildienst würde es einen Gewinner und zwei Verlierer geben. Der Gewinner wäre natürlich die Einrichtung, die dadurch eine gute und sehr billige Arbeitskraft zur Verfügung gestellt wird und die Verlierer wäre, zum einen der zivi, der evtl. viel wenige Geld hat, da er seinen Job nicht mehr ausführen kann und zum anderen sein Arbeitgeber, der in dieser Zeit ein angestellten verliert ohne gleichwertigen Ersatz zu erhalten. Die dürfen dann für die 6-9 Monate einen Ersatz einstellen, den mann dann noch einlernen muss. Der brauch einfach seine Zeit um den halbwegs gleichwertig zu ersetzen.


superbvb hat den Kommentar am 05.07.2011 um 10:01 bearbeitet
Dienstag, 05.07.11 10:43
 

Kräfte aus dem Arbeitslosenmarkt? Wer schon länger keinen Job hat und in einem Pflegeberuf arbeiten möchte, kann dies auch jetzt schon. Wer eh keinen Bock hat, soll doch nicht zwangsweise einen so sensiblen Job machen. Ich möchte jedenfalls weder meine Liebsten noch mich selber von völlig demotivierten Hartz 4lern im Notfall betreut wissen. Selbiges gilt natürlich auch für den vorgeschlagenen Pflichtzivildienst, das ist Jacke wie Hose. Was bleibt? Die Misere im Pflegebereich durch die weggefallene Wehrpflicht verschärft sich enorm. Einen wirklichen Lösungsansatz habe ich leider auch nicht.

Dienstag, 05.07.11 11:03
 

SuperBVB, es lag an jedem einzelnen selbst, das beste aus seiner Zeit zu machen... sei Zivildienst oder Bundeswehr. Ich für meinen Teil habe das Maximum rausgeholt und da war nix mit saufen...

Dienstag, 05.07.11 13:29
 

@Nordstadter

wer in einen Pflegeberuf arbeiten möchte, wird nicht arbeitslos sein. Im Pflegebereich findet man immer ein Job. Die Arbeitslosen sollen ja dann nicht gerade den sensibelsten Job machen. Die könnten aber durchaus aufgaben übernehmen, die jetzt nicht unbedingt mit Windel wechseln etc. zutun haben. Die könnten zum Beispiel das Essen auf Rädern übernehmen. Oder irgendwelche Botengänge übernehmen. Oder Ömchen mal zum Hausarzt fahren etc. Das sind ja keine Tätigkeiten, wo man ausgebildet sein muss, aber dennoch das eigentliche Pflegepersonal soweit entlasten können, dass diese die sensiblen Arbeiten ausführen können.

Ich musste im krankenhaus auch die Patienten von einer Untersuchung zur nächsten bringen. Wäre ich nicht da gewesen, hätte das ein ausgebildete Krankenschwester machen müssen und sie hätte keine Zeit für die wichtigen Aufgaben gehabt.

@Tatocheck,

also ich für mein Teil kann mir auch nix vorwerfen. Ich habe gearbeitet wie das böse. So ein Stress und soviel Arbeit hatte ich vorher in meinem Beruf nicht gehabt und hatte es seitdem auch nicht mehr. Ich weiß ja nun nicht was Du direkt gemacht hast, aber in den fällen von meinen kumpels ist es überall ähnlich abgelaufen. Ein stressigen Grundwehrdienst und die restliche Zeit haben die ihre Zeit mit saufen und Kartenspielen verbracht. Denke das es nicht in jeder Kaserne so läuft und man auch Glück haben muss, mit deinen kollegen auf Stube. Hast Du halt verrückte Leute auf Stube, dann wird es schwer da nicht auch am Tisch zu sitzen.

Ich hatte mich bei der Musterung auch für die Bundeswehr entschieden, da ich aber noch in Ausbildung war, haben die mich nicht gleich gezogen. Also sind einige Freunde von mir vorher dran gewesen. Die haben mir dann solche Sachen erzählt und das wollte ich einfach nicht. Ich wollte was sinnvolles machen und ich habe den Zivildienst als wirklich sinnvoll angesehen. Wäre die Bezahlung halbwegs gerecht gewesen, wäre das ein 100%ige schöne Zeit gewesen. Wenn man schon hart und viel arbeitet, möchte man dann auch dementsprechen entlohnt werden und nicht am Hungertuch nagen.

Dienstag, 05.07.11 21:12
 

SuperBVB, nach meiner stressfreien Grundausbildung als Sanitäter habe ich mich zu einer Einheit in Niederbayern (25 km nördlich von Landshut) versetzen lassen... weil keiner da hin will, dachte ich, könnte es interessant sein.
Erster Tag dort wr die Frage von Kompaniechef und Stabsarzt was ich machen will... Apotheke (locker, aber jede Woche Inventur) oder Arztschreiber (Akten rauslegen, Krankenblätter vorrichten, Laborbefunde usw, sehr langweilig)... alles Innendienst, alles nix für mich.
Dann kam die dritte Variante MoSaSo, Mobiler Sanitätssoldat....
Immer drausen im Dreck, immer unterwegs.... sofort zugesagt.
Das hies als erstes LKW-Lehrgang, mit Gabelstaplerschein.
Zusatzausbildung zum Rettungssanitäter...
Ich war dann jeden Tag und oft auch Nachts für die starke Truppe unterwegs. Meinen Rettsan macht ich parallel im Klinikum in Landshut, samt Einsätzen auf der Autobahn und Kinderrettung.. alles wurde bezahlt, jeder Blödsinn zusätzlich zum Sold draufgeschlagen, Leistungsbeförderung usw... nach 12 Monaten hatte ich keinen Tag Urlaub verbraucht, war fast kein WE zu Hause und war eigentlich überqualifiziert, als daß man mich so einfach hätte gehen lassen dürfen. Also noch mal 3 Monate (von denen ich aber keinen Tag in der Kaserne war), was mich zum Zetler machte und mir später meinen FJ bescherte...
Ich kam gar nicht zum Saufen oder zum Langeweilen, weil der Terminkalender immer was hergab, man mußte sich nur drum kümmern...
Wie gesagt, es lag auch an einem selbst, saufen oder Fortbildung. Diese Optionen standen jedem offen...

Mein Bruder war 10 Jahre später Zivi bei der Awo und mit dem hätte ich nicht tauschen wollen. Ich habe den Zivildienst verweigert, weil ich keine Verantwortung für das Wohl anderer übernehmen wollte / konnte...

Dienstag, 05.07.11 21:17
 

@Tatoo

Damals bei der Musterung hab ich dem Wehrberater gesagt, dass ich nur zum Bund gehe wenn ich zu den Sanis kann. Und der Idiot sagte mir ganz deutlich, dass ich wegen meiner Berufsausbildung auf alle Fälle zu den Flusspionieren komme.
Dann hab ich verweigert :-)

Byt the Way: Heut hab ich den neuen Teerbelag in Oberglottertal auch mal angetestet ;-)


Mikey hat den Kommentar am 05.07.2011 um 21:22 bearbeitet
Dienstag, 05.07.11 22:09
 

Mein Zivi beim Rettungsdienst hat mir den Weg zum Studium gezeigt - ich bin gottfroh, dass ich zu blöd war mich ausmustern zu lassen (versucht hab ich's natürlich).
Die Arbeit in sozialen Diensten bildet den Charakter - und das haben die Meisten nach dem Schulabschluss bitter nötig.

Dienstag, 05.07.11 22:09
 

Wollte seinerzeit freiwillig zur Marine nach Norddeutschland - leider wurde ich als T5-er ausgemustert und hab nix vom Bund oder Zivi Leben mitbekommen.
Freunde von mir waren teilweise so frustriert vom Bund das sie noch während der Grundausbildung einen Verweigerungsantrag gestellt haben - die hattens teilweise extrem lässig und konnten sich in der Zivi Zeit bestens aufs Studium vorbereiten. Mein bester Freund war auf einer Nordseeinsel und hat Vögel beobachtet - er hat viel Zeit gehabt und so so nebenbei n feines Buch geschrieben - heute ist er professioneller Schreiberling und hat bereits das achte Buch veröffentlicht.

Glaub ich hab was verpasst.....

Mittwoch, 06.07.11 07:35
 

@Tattoo

na da scheinst ja wirklich das beste aus der Zeit gemacht zu haben. Hört sich auf jedenfall mal spannend an und warst wirklich ausgefüllt. Also für mich gibt es nix schlimmeres, als meine Zeit irgendwie tot zu schlagen und die Gefahr war mir beim Bund doch viel zu groß.

@Yeti

da möchte man dann nicht nachdenken, was gewesen wäre, wenn du es geschafft hättest, dich ausmustern zu lassen. Das kann dann echt Dein ganzes Leben beeinflussen. Aber schön das es so geklappt hat. ;-)

Mittwoch, 06.07.11 09:19
 

Mickey, tja und ich wollte eigentlich nicht zu den San-Einheiten...
Das Leben ist kein Ponyhof...*g*

Oberglottertal Up- oder Downhill?

Um einen Kommentar zu verfassen, benötigst du ein fudder-Profil. Registriere dich kostenlos oben rechts auf fudder.






Diese Funktion steht nur für eingeloggte fudder-User zur Verfügung.

» fudder-Netiquette





» Jan K.

re: Badische Zeitung offline?
Naja nachdem ich nicht dr...

» Griptape

re: Badische Zeitung offline?
also bei mir klappts.

» Jan K.

Badische Zeitung offline?
Heyho. Die Badische Zeit...

» christianhauck

re: PN
das war ein Standard-Antw...

» ja/nein

re: PN
lokis gedanken hatte ich ...

» Chuckie

re: Neuer Stammtisch der Piraten
Ist das eine offfizielle ...

» Anon

Scientology-CHRONIK des BÖSEN
Hier dokumentieren wir in...

» christianhauck

re: Planetarium Freiburg - oder wie man Marketing betreibt
Ist nicht unorganisieret,...