fudder-Mitarbeiter Marc Röhlig war knapp zwei Wochen wach – elf Tage Dauerlernen bei insgesamt nur 22 Stunden Schlaf. Lohnt das Experiment? Taugt die Anstrengung zum Uberman? Ein Resümee.




Hast Du denn nun in diesen zwei Wochen wirklich mehr geleistet und gelernt? Oder nur mehr gearbeitet aber vieles auch wieder vergessen? Ich vermute, dass unterm Strich die Leistungssteigerung nicht sehr groß ist (zumindest im Verhältnis zum Zeitaufwand).
Wenn ich an meine Aufschriebe aus der Uni denke, die müde entstanden sind ... ergeben die Aufschriebe der letzten 2 Wochen sind, nen Sinn, oder muss da die Mehrheit von Kommilitonen nachgeholt werden?
Ich finds jedenfalls respektabel, dass er die 2 Wochen durchgehalten hat.
Die Gegenposition:
Im Gegensatz zu vielen Berichten, die ich schon über das polyphasische Schlafen gelesen habe, halte ich diesen hier für nicht besonders erkenntnisstiftend. Zunächst war die Dauer des Experimentes viel zu kurz. Dann erfährt man nichts über die Lebensweise und Ernährung des Probanden, wie diszipliniert er gewesen ist und mit was für Problemen er im Detail zu kämpfen hatte während der Adaption. Dies alles sind Faktoren, die sich unter anderem auch auf die Länge und Beschaffenheit der Adaptionsphase auswirken. Dabei steckt der Teufel doch bekanntlich im Detail, sprich über Erfolg und Mißerfolg entscheiden häufig Faktoren, die sich erst beim genauen Hinsehen erschließen lassen und ein viel komplexeres Ursachengefüge offenbaren, als es für den Aussenstehenden ersichtlich wird. Auch die Statements der genannten Experten muten phrasendrescherisch an und zeugen nicht wirklich davon, als wenn sich einer von ihnen wirklich ernsthaft mit der Materie auseinandergesetzt hätte. Mögen sie mit noch so vielen Zertifikaten und Doktortiteln herumwedeln, wenn sie versuchen das polyphasische Schlafen mit dem Experiment der Ratten auf Schlafentzug auszuhebeln, dann zeugt das eher von Vorurteilen, als von Wissenschaftlichkeit.
Das man auch offener mit diesem Thema umgehen kann, zeigt der Blog von Steve Pavlina. Er ist nur einer unter vielen, die mit dem Uberman-Schlafprinzip nach vollzogener Adaption weder physische noch mentale Einschränkungen erfahren haben und das über viele Monate hinweg. Die Voraussetzung dafür ist absolute Disziplin. Eine Disziplin, die unseren heutigen Kulturtechniken jedoch auf vielfältigste Weise widerspricht.
Diesem Konflikt ist es ebenfalls zu verdanken, dass die meisten nach geraumer Zeit wieder zum monophasischen Schlaf zurückkehren. Ich will nicht alles schönreden, aber wer mit diesen und anderen Schattenseiten des polyphasischen Schlafens umzugehen weiß, kann davon sehr profitieren.