
[von links: Stefan Peukert, Joschka Felten, Daniel Pütz]

„Der wichtigste Teil unserer Website sind eindeutig die Bewertungen“, sagt
Stefan Peukert, Diplom Betriebswirt. Zusammen mit Daniel Pütz gründete der 26-Jährige die Online-Plattform
meinpraktikum.de. Student Joschka Felten wurde kurze Zeit später mit ins Boot geholt. Jeder kann auf ihrer Internetseite das Unternehmen, bei dem er oder sie ein Praktikum gemacht hat, in verschiedenen Rubriken bewerten und einen kurzen
Erfahrungsbericht veröffentlichen. Ohne Anmeldung und ganz anonym.
Bewertet werden sechs Kategorien: Aufgaben, Karrierechancen, Wertschätzung, Betreuung,
Arbeitsatmosphäre und Lernerfolg. Diese sind noch einmal in vier Punkte unterteilt. Wie sehr beispielsweise die Aussage „mir wurde anspruchsvolle Arbeit zugeteilt“ zutrifft, kann hier beurteilt werden. Ein bis fünf Sterne können vergeben werden. Wie viele
Bewertungen und demnach Sterne eine Firma bereits erhalten hat, ist für jeden einsehbar. Wer nach einem Praktikumsplatz sucht, kann mit Hilfe dieser Bewertungen einen geeigneten Betrieb oder ein passendes Unternehmen finden.
Sobald eine Firma eine oder mehrere Bewertungen erhalten hat, ist sie automatisch bei meinpraktikium.de aufgelistet. „Unsere Partnerunternehmen haben außerdem die Möglichkeit, sich ausführlich vorzustellen und Videos oder Fotos einzustellen“, sagt Stefan. „Sie zahlen uns dafür einen kleinen Obolus im Jahr, damit wir die Weiterentwicklung unserer Seite finanzieren können.“ Momentan hat die Plattform 21 solcher
Partnerunternehmen. Auf ihre Bewertungen können die Firmen – egal ob Partner oder nicht – keinen Einfluss nehmen.

Damit es zu keinen Hasstiraden oder persönlichen Angaben kommen kann, gibt es bei meinpraktikum.de klare
Bewertungsregeln. Innerhalb von 48 Stunden wird jede Beurteilung gegengelesen und erst dann veröffentlicht. „Wir müssen sicher gehen, dass keine Betriebsgeheimnisse ausgeplaudert werden oder jemand mit Namen genannt wird“, sagt Stefan. Und das bedeutet viel Arbeit. Um diese weiterhin bewältigen zu können, werden schon bald fünf bis sechs Leute regelmäßig für die Plattform arbeiten.
Immerhin hat sich meinpraktikum.de seit dem Onlinestart im Januar zum größten Portal in dieser Kategorie gemausert - neben anderen Plattformen wie Praktika Offensive 2008 und DGB-Jugend, die ebenso Praktikanten die Suche nach der passenden Praktikumsstelle vereinfachen wollen. Das Marketing von meinpraktikum.de richtet sich noch vordergründig an Studenten. Doch Ende Herbst sollen auch
Schüler ein geeignetes Praktikum auf der Seite finden oder bewerten können. „Es soll klar gekennzeichnet sein, ob das Praktikum von oder für Schüler oder für Studenten ist“, sagt der Betriebswirt.
Sein Geschäftspartner Daniel, studierter
Diplom Ingenieur, und er haben momentan sogar die Masterarbeit ihres Aufbaustudiums in Wirtschaftswissenschaften auf Eis gelegt. Auch der 25-jährige Joschka vernachlässigt seine Abschlussarbeit, um allen organisatorischen Belangen rund um meinpraktikum.de nachzukommen. „Wir müssen den Master aufschieben, da wir mit der Seite Vollzeit beschäftigt sind“, sagt Stefan. "Aber wir wünschen uns natürlich, dass es so erfolgreich weiter geht."