Trotz der "Säule der Toleranz" scheint es abends auf dem Augustinerplatz nicht ruhiger geworden zu sein. Daniel Sander von der CDU wirft den Nachtschwärmern Randale, Ruhestörung und Verschmutzung vor. Und fordert jetzt die Einführung eines kommunalen Ordnungsdienstes für die Stadt Freiburg. In der neuen fudder-Reihe 'Meine Meinung' haben wir ihm die Möglichkeit eingeräumt, sein Anliegen vorzubringen.




wie man an anderer stelle heute erfahren konnte, wird sich die stadt ja wohl erstmal mit gerichtsverwertbaren lärmmessungen eindecken...
vorher dürfte ein solcher ordnungsdienst wohl kaum akzeptiert werden...obwohl, ob akzeptanz auch danach da ist, wird sich zeigen...
Wenn der Ordnungsdienst die nächtlichen Geschwindigkeitsbeschraenkungen durchsetzt wird in der Summe viel mehr Lärm gemindert und mehr Leute haben einen ruhigen Schlaf.
Oder wenn man ganze Hundertschaften davon anstellt, die sich nachts einfach entlang der Bahngleise aufstellen, und mit Hilfe ihrer Körpermasse den Krach der Güterzüge absorbieren - davon würden Tausende von Freiburgern profitieren, und nicht nur die paar Dutzend Exoten die sich aufregen dass es mitten in der Stadt nicht so ruhig ist wie oben auf dem Schauinsland.
Ich kann das Gerede vom Sander auch nicht mehr hören. Macht er sich Sorgen um seine Wählerstimmen, dass er wieder solche Äußerungen vom Stapel lässt?
In Bremen hat man an einem Brennpunkt zwischen Hauptbahnhof und Innenstadt eine Art Ordnungsdienst einführen müssen, da es dort wiederholt Ausschreitungen, teilweise sogar mit Gebrauch von Schusswaffen, gegeben hat.
Um was geht es hier? Innenstadt, Fußgängerzone, Wochenende, Bars, Clubs und den dazugehörigen Lärmpegel? Wie furchtbar.
Wer in der Innenstadt leben will, muss mit sowas rechnen und sollte sich nicht beschweren. Sonst würde ich Waltershofen empfehlen.
Ich erinnere mich noch an eine Aussage dieses Herrn vor zwei oder drei Jahren zum Thema Sudiengebühren:
"Die Abschaffung der Studiengebühren ist unsozial."
Ich grüble heute hin und wieder noch über die dahinter stehende Logik (ich weiss dass sie nicht formal sondern individuell ist aber das macht es gerade so interessant).
Aber es will sich mir einfach nicht erschliesen.
Hansaplast Ohrstöpsel reduziern jeden Lärm auf angenehme Weise mit hohem Tragekomfort... Ich schlafe nicht mehr ohne.
@tatoocheck,
DAS ist doch die Idee: Anwohner vom Augustinerplatz bekommen dank großer Spende von Hansaplast Ohrstöpsel 4free - wird finanziert durch Werbeeinblendungen auf der Säule am Augustiner....
Hach, das wäre fein!
Hansaplast kenn ich eigentlich als Punkband die heftig abgegangen sind....
sind im falle des augustinerplatzes nicht eher die anwohner die minderheit? da sitzen über ne woche verteilt bestimmt tausende verschiedene leute, und um den platz rum wohnen was? 50 personen?
vdp1100, HANS-A-PLAST um den Bandnamen korrekt zu geben...
Wenn ich Anwohner an so einem belebten Platz wäre und käme gegen den Lärm nicht an, will aber nicht wegziehen... was bleibt dann?
ja, das dachte ich mir auch, bold... überhaupt sind da einige tricks aus der simpelsten psychologie in diesem statement.. ^^
@ Daniel Sander:
Wenn ich denn nun nicht genug geld habe, um mir jedes wochenende den eintritt einer discothek oder das bier in einer kneipe gönnen zu können (jaaa, diese leute gibts tatsächlich auch im schönen freiburg...), wo kann ich dann mit meinem sixer bier und freunden entspannt im freien feiern?
anwohner beschweren sich über die viel zu lauten feiernden an der sternwaldwiese, also außerhalb des stadtzentrums... im stadtzentrum ist es auch nicht recht... der seepark wird seit mindestens einem jahr von gewaltbereiten jugendlichen aus dem umland in beschlag genommen, weil die gemeinden es nicht hinbekommen, ein attraktives programm für die jugendlichen auf die beine zu stellen... achja, da bleibt ja noch der 3 meter grünstreifen an der dreisam neben der bundesstraße... entweder attraktive und kulturell-lebendige studentenstadt oder ehrlich-provenzieller kleinstadtflair mit hochgeklappten bürgersteigen um 20 uhr, aber beides geht halt nicht...
"sind im falle des augustinerplatzes nicht eher die anwohner die minderheit? "
Ach - und sind bestimmte Rechte - z. B. auf Unversehrtheit (auch Lärm gehört dazu) - abhängig von Mehrheitsverhältnissen ???
Und wäre das Vergnügen dermassen unzumutbar eingeschränkt, wenn man nicht lautstark randaliert ?
Biber,. was soll dann ich sagen? Selbst in Döfern gibt es zentrale Plätze und an so einem wohne ich!
Im Schatten der Kirche (Geläut, Sonntags Kirchgang der Gläubigen), Hauptstraße, Bushaltestelle, Straßenlokal, Anlieferungsverkehr für den Supermarkt, Parkzone für Bankkunden (immer schön die Musik laut, damit man noch am Automat was davon hat) usw usf.... soll ich da auf die Barikaden wegen meines Grundrechtes auf Unversehrtheit und meines Ruhebedürfnisses? Hansaplast ins Ohr und gut ist!
ich hab eine theorie:
daniel sander ist das säule der intoleranz...
obwohl, schlimme dinge sollte man nicht verniedlichen....
Sorry aber ich kann das Gelaber von wegen damit muß man Leben, wenn man in der Innenstadt wohnt, nicht mehr hören.
Ich wohne gerne in der Innenstadt und mir war vorher bewusst, dass es manchmal etwas lauter ist. Leider haben viele kein Gefühl dafür und denken sie können sich benehmen wie Sau. Vorallem unter der Woche ist es manchmal unerträglich und nicht wirklich nötig z.B. Dienstag Nacht mit einem aufgedrehtem Ghettoblaster durch die Stadt zu laufen.
Kaum fängt mal wieder so eine Diskussion an, fühlen sich die meisten angepisst und in ihrer Freiheit eingeschränkt. Dabei hat es viel mit Respekt und Rücksichtnahme zu tun und ich denke es können sich einige mal an ihre Nase fassen.
Auf diesem Weg möchte ich noch ein Kompliment ans Kamikaze aussprechen, hab das Gefühl die bemühen sich und es ist deutlich ruhiger geworden.
Hm und was passiert wenn die tollen Pseudo Sheriffs mal Ärger haben, wen rufen sie dann ?? Die Polizei die für so nen Schiet kei Zeit hat.
Das Geld lieber besser nutzen, aber als Vorsitzender der Altstadt CDU ist ja klar wo der Wind her bläst
bin ich froh den kerl nicht gewählt zu haben. mehr polizeiaufgebot sorgt nicht für ordnung, sondern für unmut und verfolgungswahn in der bevölkerung.
klar gibts spinner, die es übertreiben und provozieren, aber die gabs schon immer und wirds auch in einer polizeistadt weiterhin geben.
der augustinerplatz ist doch schon lange nur noch ein politisches instrumentalisierungsobjekt, genauso wie alles andere, das in diesem zusammenhang noch aufgefahren wird...
...ich bin ja immer noch der ansicht, dass die stadt FREIburg vielmehr in FREIräume für ihre bürger und gäste investieren sollte, als in einen kommunalen ordnungsdienst etc.
Zwar bin ich auch gerne auf dem August aber ich habe es so satt dass der Seepark auf Grund vom 'hörn sagen' als Schlachtfeld angesehen wird.
Dass es dort ab und an mal Ärger gibt mag schon sein, aber dies trifft wenn überhaupt nur auf die Lagoseite im Sommer zu.
Bei der Stusiewiese habe ich noch NIE Ärger mitbekommen und dort ist auch mehr als genug Platz.
Also man kanns ja mal ausprobieren wenn es wirklich nur um den Platzmangel geht, ums Leben hat man sich nicht zu fürchten.
Naja Ordungsdienst, immerhin bekommen ein paar Hauptschulabbrecher einen Job.
Sozial ist was arbeit schafft, oder wie war das ?
Eine LRAD aufs Dach montiert und wenn der Schallpegel auf dem Platz zu Laut wird heult das Teil 2 Minuten.
http://tinyurl.com/3xk7k3n
ich wiederhole mich ungern, aber bei dem zeitlosen Thema:
eine Empörungswertschöpfung:
Die Säule der Toleranz
Wider dem Grundgedanken der sozialen Gerechtigkeit sabotieren lernfaule Leistungsverweigerer wie Studierende und weitere Subformen des Alkoholismus das Monopol auf Störung der innerstädtischen Abend-und Nachtruhe der ansässigen Gastwirte.
Der Befreiungskampf der audiovisuell Unterdrückten gegen das Diktat des wirtschaftlich-unstrukturierten Hedonismus in aller Öffentlichkeit legitimierte sich nach Erziehungsfehlschlägen wie innerstädtischem Alkoholverbot und Einsatz der grünen Schlägertruppen in einem Denkmal politischen Inhalts.
In majestätischer Gnade pädagogischer Mahnwache thront nun das Auge ökosozialer Gerechtigkeit über der gesellschaftlichen Verschleißerscheinung Niedrigverdiener und anderer Sozialschmarotzer, deren erklärtes Ziel die audiovisuelle Zerstörung des eco-politischen Friedens auf dem Augustinerplatz sein muss.
Sicherlich entspricht eine Eskalation des Konfliktes dem militanten Charakter akkustischem Schadverhaltens, und provoziert somit eine finale Lösung sozialmilitärischer Art zum Klassenerhalt:
Schadbier und anderen Störfaktoren der ökonomischen Struktur des Augustinerplatzes muss die wirtschaftliche Grundlage durch Erhöhung der Studiengebühren und Lebenshaltungskosten entzogen werden, zur existentiell- notwendigen Sicherung der Nachtruhe der Besserverdienenden.
http://www.original-freiburg.de
Luna, ich lade Dich gerne ein, dann brauchst kein Büchsbier zu trinken! Das Wochenende steht bevor, wie schauts aus?
Durch Bs Kommentar kommt das Ganze mal auf eine andere Ebene. Es ist natürlich ätzend, wenn man nachts von Idioten aufgeweckt und längere Zeit am Schlafen gehindert wird. Doch an dem Punkt kommt die entscheidende Frage: Welchen Preis sind wir bereit zu zahlen, um zu verhindern, dass sich Einzelne störend verhalten? Mit welchen Maßnahmen kann man das verhindern? Kann man es je völlig verhindern? Kann man es annähernd verhindern? Wenn ja, wie verhältnismäßig sind dann noch die Maßnahmen?
Ein Preis muss immer gezahlt werden. Der Preis für die Freiheit ist, dass Einzelne Ihre Freiheit missbrauchen und andere stören.
Der Preis für die Sicherheit (hier: Ruhe) ist Beobachtung und Gängelung, auch derer, die sich sozialverträglich verhalten und niemanden stören.
Was ist Ihre Priorität, Herr Sander?
Dem Herr Sander, der ausweislich seines selbst veröffentlichten Lebenslaufes außer Politik noch nie wirklich etwas gearbeitet hat (in Lohn und Brot stehend) und der sich noch nie weder am Augustinerplatz noch im Bermuda-Dreieck noch sonst wo, wo arbeitende Menschen sich in ihrer Freizeit aufhalten, blicken hat lassen, fehlt gänzlich die Erfahrung, Autorität und Kompetenz, sich über dieses Thema auszulassen. Dieses Geblubber will er nur dazu einsetzen, um bei seinen Besuchen im Seniorenheim gut abzuschneiden. Wobei er sich geschnitten haben dürfte, weil die intelligenter sind, als er meint. Wenn er Sicherheit erhöhen will, soll er Polizisten anständig bezahlen. Da er das nicht kann, setzt er auf populistisches Gedöns. Ich möchte nicht von bildungsfernen unmotivierten und schlecht ausgebildetem Personal Eingriffen in meine Rechtsfreiheit ausgesetzt werden. Beispiele hierfür gibt es schon genug in unserer Stadt.
So verkehrt sieht das Herr Sander doch nicht. Es gibt heutzutage so viele Lounges und Bars, warum dann wie ein Vagabund auf der Straße herumlungern?
In Clubs pulsiert die Welt!
Ich gehe heute abend auch wieder "on tour"!
on tour in die moltkestrasse vermutlich
http://fudder.de/artikel/2009/01/13/playboy-bar-1968-eine-lady-erinnert-sich/
Gina war eine Rassebraut, wirklich! Die alten Zeiten in der Playboybar waren großartig, das war wirklich noch Freiburg!
Nicht zu vergessen, die Reginabar!
@Zoeller: naja ich weiß nicht, Clubs sind ganz nett, aber manchmal mit zu vielen Möchtegerns überfrachtet. Und mal ehrlich: Bei 25°C lauwarmer Abendluft in einem klimatisierten Raum rumhocken ist doof.
Karstadt! coole Dachterasse, nimmste noch Kopfhörer mit, dann haste da oben auch Loungemusik. Fang aber um 3 p.m. an, weil der Club um 8 pm schon dicht macht
offtopic: hahaha@freiheit, Andrés, keep-it-deep & Jass @hähähä@Immo-Spitz-Lustgreis;
ontopic: hohoho@Daniel "Diederich" Sander!
hihihi...
An Sander: Wenn ich sie so von Randalierer, Ruhestörer, Verschmutzer und Deppen reden, fällt mir spontan ein wie faschistisch diese Aussagen über Menschen sind, die sie so schön in diese Kategorien einordnen. Ich finde es menschenverachtend Menschen so zu betiteln. Statt Ihre Welt sauberzuwaschen, sollten sie versuchen, Ihre eigene Welt mit all Ihren Feindbildern sauberzuwaschen. Hass ist Gift. Sie sollten massiv an sich arbeiten, statt alle mit diesem Gift vollzusülzen, das Sie permanent abgeben. Sie tun mir leid! Für Sie existiert nur Ihre Welt. Diese Menschen benehmen sich doch nur so weil wir Fernsehen, häusliche Gewalt, Materialismus, Stress... haben. Wenn sie schlau wären würden sie dagegen was tun. Kesselflicker haben wir genug in der Politik. Es gilt nun den Augustinerplatz zu schützen! Es ist auch meine Stadt! No Borders!
@Mensch braucht Kultur: Leute, die sich dem "konservativen" Spektrum hinzuzählen, müssen ein Feindbild "konservieren" um Ihre Ideologie gegenüber sich selbst bestätigen zu können. Sei es unser Innenminister mit dem ewigen Terrorismusgetue oder die lokalen Leuchten, die dann Verschmutzer ausmachen zu meinen müssen. Das konservative Weltbild funktioniert nicht ohne eingebildete Feinde. Der Grund ist hier nachzulesen: http://www.welt.de/wissenschaft/article13137138/Konservative-haben-groesseres-Angstzentrum-im-Hirn.h[..]
http://www.youtube.com/watch?v=cA0bFBa_7h8
Daniel "Diederich" Sander erklärt sich und sein Weltbild.
och nö, bitte nicht die faschokeule......
das war so ein lustiger sanderbashing thread.
warum muss immer einer das ding auspacken, ist in dem fall doch gar nicht nötig und mit kanonen auf spatzen(hirne) geschossen
Wieso Fascho-Keule? Du bist im falschen Film... ;) Das war der Wilhelminismus. Zugegeben, mit Keule. Aber Sander hat mich schon immer an Heßling erinnert.
Die Lösung ist in diesem Satz zu finden,
"wenn das Land nicht genügend Polizisten bereitstellt"
ja und wer hat's Ländle bis vor kurzem regiert?
Nein die CDU will Polizei abbauen aber zur Beruhigung private/kommunale Dienste einsetzen, passiert auch in Berlin:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0 ,1518,761810,00.html
Außerdem die einzige nennenswerte Partei bei der LTW BW für mehr Videoüberwachung...
Wer soll den Ornungsdienst denn bezahlen? Freiburg hat doch gar kein Geld. Und der GVD wird sich bestimmt nicht nächtens der feiernden Meute entgegen stellen...
Bleibt für Sander doch nur: Er gründet seine eigenen Bürgerwehr!
Während die einen dem nächtlichen Unwesen vor den Bars und Salons der Wild-(Süd-)West Greencity durch mehr schwarze Sheriffs Einhalt gebieten wollen, kämpfen die anderen für Prärie.
Prärie ist ein Konzept, welches versucht die manchmal etwas rauen nächtlichen Zustände mit Prävention, Entspannung, Intervention und Information zu verbessern. Dabei wird nicht schnell der Colt gezückt und die Übeltäter an den Galgen gehängt, sondern engagierte junge Menschen versuchen andere junge Menschen vor riskantem Alkoholkonsum zu schützen und für einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol zu sensibilisieren. Auch hier kommt der Vorbildfunktion von uns Erwachsenen große Bedeutung zu.
Es wäre Wildwest auf der einen Seite einen Kommunalen Ordnungsdienst für viele 100.000 Euro zu fordern und auf der anderen Seite, die 18.000 Euro, die für die Fortsetzung dieses Projektes nötig wären, zu verweigern. Auch wenn der Antrag von den Rothäuten der SPD Indianer kommt.
PS: Für mehr schwarze Sheriffs kann sich nicht mal der Obersheriff Heiner Amann erwärmen.
1. Das Alkohol-Problem
Ob die Saftbars von "Prärie" und die Kumpel-Gespräche der Peer-Beraterinnen jugendliche Trinker vom Zechen abhalten, kann ich nicht beurteilen, möchte aber Zweifel anmelden. Andere Ansätze des Projekts, die auf gezielte Krisenintervention abzielen, wie etwa das Aufsuchen Betroffener auf Polizeidienststellen und in Krankenhäusern sowie ambulante Beratungsangebote sind dagegen sicher sinnvoll. Allerdings ist "Prärie" etwas teurer als 18.000 Euro, wenn man der BZ glauben darf, wo es heißt:
"Um weiter nachhaltige kommunale Alkoholpolitik in Freiburg umsetzen zu können, haben die freien Träger der Suchthilfe in Freiburg im Vorfeld der Haushaltsberatungen einen erhöhten Zuschuss von 65 000 Euro für ´Prärie´ für zwei Jahre beantragt, im neuen Doppelhaushalt seien allerdings nur 50 000 Euro vorgesehen – genau so viel, wie bereits in den Jahren 2009/10, in denen das Land allerdings weitere 30 000 Euro dazu gegeben hatte. Dieses Geld fehle nun im Vergleich, außerdem fehle aber die städtische Stelle, bei der bisher alle Fäden zusammengelaufen seien und von der aus die kommunale Alkoholpolitik koordiniert wurde."
2. Das Bermuda-Dreieck - ein Sicherheitsproblem
Für die jedenfalls an Wochenenden extrem aggressive Stimmung in und um das Bermuda-Dreieck - kaum aber auf dem Augustiner - sind stark alkoholisierte Jugendliche und Heranwachsende verantwortlich. Diese Gefahrenlage ist aber weder durch Alkoholverbote auf Straßen und Plätzen entschärfbar, noch durch das gezielte Ansprechen alkoholisierter Schläger durch nette "Peer"-BeraterInnen, denn die gehören, schon aus Sicherheitsgründen, nicht zu deren Zielgruppe.
Es besteht also ein konkretes Sicherheitsproblem, das gelöst werden muss. Und für die Sicherheit ist in Deutschland die Polizei zuständig, durch deren massive Präsenz ja auch nachweislich die Situation im Bermuda-Dreieck entschärft wurde. Wenn deren Personal nicht ausreicht, muss es aufgestockt werden. Schwarze Sherriffs haben im öffentlichen Raum nichts zu suchen!
3. Der Augustiner-Platz - kein Sicherheitsproblem
Kein Sicherheitsproblem, sondern - angeblich - ein Ruhestörungs-Problem gibt es hingegen auf dem Augustiner-Platz. Schwarze Sherriffs würden hier wohl Aggressionen erst hervorrufen. Bei konkreten Anlässen sollten sich Anwohner vielmehr an die Polizei wenden können, die dann allerdings auch zeitnah erscheinen muss. Das funktioniert aber nur mit mehr Personal. Also muss in die Polizei investiert werden - und nicht in schlecht ausgebildete Billig-Streifen.
@Jos Fritz
Deiner differenzierten Anaylse will ich noch etwas zur Ursachenforschung beistellen:
Vor einiger Zeit erschien in der BZ ein Artikel über die Nutzung eines Bolzplatzes durch Jugendliche in Lehen, einen Anwohner der sich dadurch gestört fühlt und seinen juristischen Feldzug für mehr Ruhe. Für mich ein exemplarisches Beispiel für eine der Ursachen:
http://www.badische-zeitung.de/freiburg/bebauungsplan-behaelt-bolzplatz-an-der-ziegelho[..] Solche Entwicklungen sehe ich als Teil der Ursache, dass Jugendliche immer mehr zum Alkohol und zu exessivem Feiern neigen, da ihnen die Freiräume genommen werden sich sinnvoll zu beschäftigen.
Neben solchen absurden Vorfällen wie im zitierten Artikel beschrieben, tragen kontinuierliche Kürzungen im Jugendarbeitsbereich und Abbau von Jugendzentren zur Verschärfung des Problems bei.
Kinder und Jugendliche sind offensichtlich immer weniger gerne gesehen, oder gelitten, verlieren immer mehr Möglichkeiten ihren Interessen nach zu gehen (16/17. jährige Jungs sind nunmal etwas lauter oder "stürmischer) aber am Ende wundert man sich, warum es immer mehr zu Vorfällen in den Innenstädten kommt.
Einen weiterer Aspekt der solche Probleme verursacht liegt an der mittlerweile eklatanten Schieflage in der Förderung/Betreuung junger Mädchen und der von Jungs.
Bereits aus dem Feld der Kitas und Grundschulen wird berichtet, dass das fehlen männlicher Erzieher und Grundschullehrer zu einer mädchengerechten Förderung geführt hat, bei der die gleichaltrigen Jungs allerdings unter die Räder gekommen sind.
Dass dies Folgen hat scheint nun auch langsam zum Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend durchzudringen, dort nämlich ist das immer schlechtere Abschneiden von Jungs in der Schule einhergehend mit Verhaltensauffälligkeiten ebenfalls bemerkt worden und eine Studie der PH Freiburg lieferte erste Hinweise zur Ursache.
Klartext: Wenn wir es zulassen, dass den Jugendlichen immer mehr ihre Freiräume und Entfaltungsmöglichkeiten genommen werden brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn dieses irgend wann mit dem billgen Fusel in der Hand in den Innenstadtzentren auftauchen und für Ärger sorgen.
schön aufgedröselt, jos! ich bin aber (u. a. da chronisch oder von natur aus gegen "(zu)viel" diktat, also auch nicht für mehr reglement, auch oder erst recht nicht durch die polizei) der meinung, dass mit mehr personalausbau oder erhöhter präsenz solche konstellationen wie zwischen staat und "krawallmachern" eher verschärft werden. besonders in zeiten wie diesen, da unmut wächst und sich grundlegende probleme wie sicherheitsängste (sei es durch natürliche veränderungen wie zum beispiel weniger wasser an der benötigten stellen, was zu weniger lebensmitteln oder erhöhten preisen führt, oder auch durch die sich zur zeit vergrößernde kluft zwischen der "armen" masse und der immer kleineren "reichen" spitze, oder auch durch theoretische bedrohung durch terror, krieg oder gau) breiter machen. ausserdem bin ich der auffassung, dass man - möglichst stets - die ursache angehen und nicht die auswirkung versuchen sollte, auszumerzen. sprich: ich bin auch der meinung, dass man viel früher ansetzen muss. ein ganz konkreter anfangspunkt beginnt sich ja gerade in form einen juzes in der stadt zu entfalten beginnt. aber das problem wurzelt viel tiefer. wie mikey auch schon erwähnte: kindern und jugendlichen wird in der gesellschaft zu wenig platz zum sein, zum entfalten geboten. ursache - wirkung.
btw: einige begriffe könnte man jetzt als recht esoterisch abtun. man kann aber auch versuchen, sie einfach wörtlich zu nehmen. ;)
also fassen wir zusammen: auch für die ruhestörer und anwohner des augustinerplates gilt : " wer ficken will muss freundlich sein" , ähh sry, sollte heissen " wer party oder keine party will.....
... jedenfalls ist eine semilegale Bürgerwehr eine der schlechtesten Ideen auf die man in diesem Zusammenhang kommen kann.
@miss & mikey & al.: Danke für die ausführlichen Antworten! Wir sind uns bestimmt einig, dass Prävention, die ein Problem gar nicht entstehen lässt, immer irgendwelchen (repressiven) Reaktionen vorzuziehen ist. Leider leben wir aber, Ihr habt es beide beschrieben, nicht nur in Freiburg in einer ungerechten Welt, in der die Teilhabe an Wohlstand und Bildung vielen verwehrt wurde und wird. Die Folgen sind - auch - nachts um halb eins im Bermuda-Dreieck zu besichtigen.
Tatsache ist aber auch, dass es in der Freiburger Altstadt im Bereich Bermuda-Dreieck, Bertoldsplatz und KaJo ohne Polizeipräsenz in den Wochenendnächten zu Mord und Totschlag kommen würde. Das Kind ist ja bereits in den Brunnen gefallen. Und selbst wenn ab sofort in der Sozial- und Bildungspolitik alles richtig gemacht würde, müssten dennoch kurzfristig die Sicherheitsprobleme gelöst werden. Das kann - nach meiner Meinung - eine rechtsstaatlich ausgebildete und gesetzlich regulierte - Polizei durch bloße Präsenz besser leisten als irgendwelche Gemeindeordnungsdienst-Dödels (siehe auch chs Beitrag).
Und noch mal zum Augustiner: Wenn es tatsächlich mal zu massiven und anhaltenden Ruhestörungen durch Einzelne kommt, dann müssen auch hier die Anwohner ein Recht darauf haben, die Polizei zu rufen - die dann auch kommen muss. Das Recht haben sie zwar schon jetzt, es muss aber bei der Polizei auch das entsprechende Personal vorhanden sein, um zeitnah zu reagieren.
Abgesehen davon sollte es gerade auf dem Augustiner möglich sein, dass friedlich Feiernde von sich aus auf diejenigen einwirken, die sich rücksichtslos benehmen. Es handelt sich immerhin zu einem nicht geringen Teil um Abiturienten und Studenten, die vom kategorischen Imperativ ("Was Du nicht willst, das man dir tu,...!) schon mal gehört haben sollten und auch ohne staatliche oder semistaatliche Aufpasser einen entsprechenden "Feierkodex" entwickeln und durchsetzen müssen.
Äh... ich würde mich nicht trauen, auf eine Gruppe zuzugehen und sie darum zu bitten, doch bitte aus Rücksicht auf den gesamten Platz ein wenig ruhiger zu werden...
Da hat die Schulbildung nicht viel zu sagen... nur weil da Abiturienten sind, heißt es noch lange nicht, daß man von denen nicht auch eine verpaßt bekommt. Es sind nicht nur die Jungs aus der Krozinger oder dem Auggener, die mal ganz schnell die Faust nach vorne schnellen lassen....
@Tatoocheck: Stimmt, der Schulabschluss ist weder notwendiges noch ausreichendes alleiniges Kriterium für gutes Benehmen und Zivilcourage. Da habe ich mich missverständlich ausgedrückt.
Ich wollte sagen, dass zumindest von solchen Leuten, die aufgrund ihrer Bildung dazu in der Lage sind, unangemessenes Verhalten bei sich und anderen zu erkennen, auch erwartet werden kann - können müsste... - sich entsprechend zu benehmen.
Spätestens der verhinderte Berliner U-Bahn Mordbube, Abiturient und Juristen-Sohn Torben P. beweist natürlich, dass auch Bildung für nichts garantieren kann.
P.S.: Ich würde mich als Einzelner wohl auch nicht trauen, eine sichtlich auf Krawall ausgehende Gruppe anzusprechen, aber normalerweise sitzt man ja nicht allein auf dem Augustiner, und es hängt eben von der konkreten Stituation und den konkreten Personen ab, ob man das riskieren kann und soll oder nicht.
Ich habs vor Jahren mal riskiert. Und bekam den Abgebrochenden Boden einer Glasflsche vors rechte Auge gehalten mit entsprechender Drohung, so schnell konnte keiner von uns schauen.
Seither war ich vielleicht noch zwei mal dort und ich geb zu, ich geh nicht mehr gerne.
Übrigens, Jos, ich geb dir in Sachen Polizei und Ruhe im Bermudadreieck vollkommen recht. Wenn Leute gewalttätig werden muss die Polizei ran und genau dafür brauchen sie auch wieder mehr Personal.
Deswegen finde ich Herrn Sanders Aussage auch sehr verlogen, schlieslich war seine Partei dafür verantwortlich, dass die Polizei nicht mehr genug Einsatzkräfte hat.
Jos, selbst als Gruppe da einer anderen Gruppe zur Mäsigung zu ermahnen..... das kann ja auch ganz extrem enden.
naja wenn die situation so ist dass man sich nicht sicher sein kann ob das gegenüber auf der straße einen nicht killt hat sich zivilcourage eh erledigt. dann muss halt polizeistaat. oder prärie, aber nicht mit freiwilligen, sondern mit sixshootern.
Ich wollte auch nicht zu Heldentaten aufrufen. Aber ich glaube, dass man oft auch ohne große Eigengefährdung intervenieren kann. Und wenn man sich nicht sicher ist, dann ist es auch keine Schande, mal die Polizei zu rufen.
Ich war in diesem Jahr noch nicht auf dem Augustiner. Aber bisher habe ich dort - mal abgesehen von dem besoffenen Punk, der einen Bürgermeister bei der Einweihung der Toleranzleuchte an der Krawatte zupfte - noch keine bedrohlichen Situationen erlebt. Aber schon einige Male, dass "Ruhestörer", manchmal von der eigenen Gruppe, "zur Ordnung gerufen" wurden.
Zitat: "Jos, selbst als Gruppe da einer anderen Gruppe zur Mäsigung zu ermahnen..... das kann ja auch ganz extrem enden."
Ja ! Lasen wir nicht erst kürzlich auf fudder von einer flächendeckenden KissenSCHLACHT aus nichtigem Anlass auf besagtem Platz ?
Die allerdings für den "Anstifter" mit bösen juristischen Folgen endete ...
Es ist traurig, dass über einen solchen Vorschlag überhaupt diskutiert werden muss.
1. Lärm stört.
2. Die eigene Wohnung ist unverletzlich (Grundgesetz).
3. Ungestörter Schlaf ist für Gesundheit und Wohlbefinden unverzichtbar.
4. Deshalb gibt es in der Freiburger PVO die Nachtruhe ab 22 Uhr (früher war es übrigens 21 Uhr!).
5. Gesetze und Verordnungen sind in einem Rechtsstaat durchzusetzen.
Vermutlich wäre es besser, wenn die Polizei das täte, aber wenn das Land uns hier im Stich lässt, muss eben ein Ordnungsdienst her.
Übrigens hat die Freiburger Initiative gegen Lärm und Zwangsbeschallung schon 2005 die "Einrichtung einer 'Lärmpatrouille'" und andere wirksame Maßnahmen gefordert:
http://freiburgerinitiative.npage.de/get_file.php?id=14065352 &vnr=939536
Und zu "miss_amused" und anderen, die sinngemäß das gleiche schrieben:
"kindern und jugendlichen wird in der gesellschaft zu wenig platz zum sein, zum entfalten geboten"
So viel "Platz zum Entfalten" für Kinder und Jugendliche gab es noch nie! Früher wurde, nur wenig überspitzt gesagt, für die Schule gelernt und dann ins Bett gegangen, und einmal in der Woche ging man vielleicht in den Sport- oder Musikverein.
Abgesehen davon sind es wohl eher junge Erwachsene, die nächtlichen Terror machen, oder?
Dr. Mieling, selbstverständlich geht es um Heranwachsende. Aber diese sind die natürliche Folge der Kinder und Jugendlichen und manchmal auch nicht akkurat von oben genannten abtrennbar.
Ich stimme zu, dass einerseits noch nie soviel "Trara" um Kinder und ihr Wohlergehen veranstaltet wurde wie zur heutigen Zeit. Andererseits denke ich doch trotzdem, dass sich, alleine aufgrund der schrumpfenden Gruppengröße, ein Phänomen eingeschlichen hat, welches sich mit "Nicht-Akzeptanz" eben jener Gruppe umschreiben lässt.
Die rückläufige (Geburten-)Rate wird ja zudem nicht von ungefähr kommen ;).
Am Rande erwähnt gestaltet sich der Alltag bei meinen Kindern, würde man ihn grob umreißen, heutzutage recht exakt so, wie von dir oben in Bezug auf "früher" beschrieben.
"Früher wurde, nur wenig überspitzt gesagt, für die Schule gelernt und dann ins Bett gegangen, und einmal in der Woche ging man vielleicht in den Sport- oder Musikverein."
von sich auf andere schließen, herr k.m.?
@ Dr. Klaus Miehling: meine grossmutter (r.i.p.) wurde im jahre 1900 in münchen geboren, lebte dort auch lange jahre - aus ihren zahlreichen lebenserfahrungen, die sie auch schriftlich festgehalten hat, weiss ich, dass es zu der damaligen zeit in einer (gross-)stadt auch in den "besseren" wohnvierteln kein bisschen leise war - pferdefuhrwerke, trambahnen, erste laut röhrende kfz, man grüsste sich über'n hinterhof, über die strasse, u.s.w. die kinder und jugendlichen spielten und tobten sich auf der strasse und in den hinterhöfen aus...
...diese rurale ruhe, die sie beständig lautstark - haha! - einfordern, ist doch letzten endes eine rein in ihren gedanken verankerte phantasie. zögen sie auf's land, wären's doch anschliessend die landwirte, deren vieh, und nicht zuletzt die dort in ihrem natürlichen habitat lebenden tiere, die für sie emissionsquellen schrecklichsten lärmes darstellten...
...davon einmal abgesehen: "früher" - wurde genauso viel / genauso wenig für die schule gelernt und zu bett gegangen, wie heute. ich nehme - um ihnen das einmal etwas deutlicher vor augen zu führen - wieder meine grossmutter als beispiel: die ist als junges mädel schon damals, so zwischen 1916 und 1930, zu tanzveranstaltungen - auch abends! - ausgegangen, ging schwimmen - damenbad, isar -, zum ballett, und zudem auch noch in eine höhere handelsschule, danach arbeiten u.s.w.
geh'n's doch einfach einmal raus. das einsame komponistendasein ist auf dauer dann wohl doch nicht so gesund.
best,
k.i.d.
hab jahrelang über nem kindergarten gewohnt, man kann sich an alles gewöhnen. auch wenn die kackbratzen nerven...
das leidige problem bei der ganzen sache ist doch , wie bei vielen anderen dingen auch, das es personen gibt die versuchen das ganze für sich zu instrumentalisieren.
und früher war sowieso alles besser, aber nur früher und nicht ganz früher, denn da wars schlechter.
bei krankhafter nostalgie:
http://www.bachbl ütenshop.net/bachblueten_beschreibungen/honeysuckle.html
würde mich interessieren, ob das zeug wirklich hilft.
@ keep-it ...
"weiss ich, dass es zu der damaligen zeit in einer (gross-)stadt auch in den "besseren" wohnvierteln kein bisschen leise war -..."
Aber wohl kaum in der Nacht !
Und zu den "Kindern":
Ich hatte die 38-Stunden-Woche, meine Tochter als Gymnasiastin lag mit 16 schon weit darüber ...
Und Handy, Zubringerdienst der Eltern mitten in der Nacht und Ähnliches ?
Niente, Nada, NIX !
Irrsinn "moderner" Zeiten ?
@biber: (pferde-)fuhrwerke & co. fuhren auch schon damals nachts durch die gassen / strassen einer stadt. dazu auf mehrheitlich kopfsteinpflaster. reicht wohl schon ein kleppergaul aus, der da drüber rennt, damit die leute aufschrecken...
...diese "früher war alles ruhiger / friedlicher / schöner / besser / ..." - haltung ist doch krank-, wenn nicht gar schon wahnhaft.
Zuerst habt ihr uns die Vauban genommen, dann die Sternwaldwiese und nun auch noch den Augustiner?
Ich schreib euch was, euch Daniel Sanders Freiburgs:
Sozialisiert euch mal mit euer Zukunft, die sind nämlich wir!
Wenn ihr Ruhe auf dem Augustiner wollt - dann bietet uns doch bitte eine Alternative.
Aber immer mit dem Knüppel kommen wird irgendwann in einem Gewitter aus Pflastersteinen (richtig, keine Kastanien, wir sind ja schließlich keine Schwaben!) enden!
@Dr. Klaus Miehling: Terror machen hier nur Sie, indem Sie als Vertreter einer offensichtlichen selbstdefinierten Minderheit seit Jahren Ihren Mitmenschen voller Hass Ihre Abneigung entgegenschleudern, indem Sie ihnen ihre Lebensäußerungen untersagen wollen. SIE SIND GEFÄHRLICH! Und jede geduldige und mitunter auch übertriebene oder zugespitzte Reaktion auf Sie durch Ihre Umwelt, dass Ihre Absichten schädlich sind, projizieren Sie wieder auf Ihre Feinde zurück. In Ihrer Welt, wie Sie sie sich wünschen möchte ich nicht leben, weil sie lebens- und liebesfeindlich ist, weil sie anderen Menschen ihre Entfaltung untersagt und dem Diktat einer ewig verletzten und angegriffenen "Seele" unterliegt, die alles was ihr gefährlich erscheint vernichten will.
wer hat wem das vaubaun genommen ?
den verstehe ich nicht, vauban ist doch so tolerant bewohnt, da darf man bestimmt party machen.
das befürwortet bestimmt auch dr. klaus miesling, äh miehling, sry war nen freudscher...
Vor der Gleichschaltung war die Vauban ein Zentrum für alternative Lebenskonzepte, siehe Bauküche und KTS.
Wir haben früher viele Parties in der KTS organisiert - vor allem HipHop, aber auch Grunge und anderes.
Die Bauküche war ein Zentrum für internationale Acts.
Die Wagenburg war ein Treffpunkt für alle.
All dies wurde mit der Gleichschaltung abgeschafft - die KTS ist nun nur noch eine linkselitäre Vetternwirtschaft, Teile des Baukücheninventars sind nach Ibiza oder sonstwohin und die Wagenburg...ein leidiges Thema.
Was gibts denn noch Vergleichbares in Freiburg?
Opa Dude, ich will mehr! Geschichten von anno tobak, ausm Krieg, damals, Stalingrad, Verdun, wie wars so schön ...
Der Kulturabbau in Freiburg ist kein neues Thema, sondern zieht sich durch die gesamte letzte Dekade:
http://www.kulturmachtreich.net
Freiburg ist wie die Dreisam:
Zwischen zwei Zubringern begradigt.
http://www.original-freiburg.de
Kiff mal net soviel, Hauck.
Du gehst völlig am Thema vorbei.
Dieses ist: Die Diskriminierung der Jugendkultur.
Deren Folge (!) die Radikalisierung ist.
Hast Du etwa nichts von Benno Ohnesorg gelernt?
Mein Lieber Dude,
nach deinen Ausführungen wäre ich schon mal daran interessiert zu wissen was du denkst, das man von Benno Ohnesorg lernen könnte.
Mein Erkenntisstand ist der, dass Ohnesorg auf einer Demo von einem, bei der Berliner Polizei eingeschleusten, Stasi-Spitzel hinterrücks erschossen wurde.
Und jetzt kommst du!
ohnesorg war eigentlich nur auf der suche nach der nächsten kneipe und wenn ers nicht so weit gehabt hätte wäre er dem kurras nicht übern weg gelaufen und nicht in den kopf radikalisiert worden.
omg.
Was war doch noch mal gleich der Auslöser für die Radikalisierung der RAF?
Dabei ist es unwichtig, ob Kuras nun einem Auftrag des MfS folgte oder nicht.
Wichtig ist: das die andauernde Diskriminierung in diesem Akt ihren Überlaufpunkt fand.
Dasselbe passiert auch mit der heutigen Jugend.
Deswegen nochmal:
Der Knüppel ist keine Lösung! Bietet bessere Alternativen!
Da hat er doch recht!
Übrigens: überdenkt mal lieber eure Affinitäten, das ist einfach nur peinlich, wenn ein so klares Beispiel erklärt werden muss!
na dann radikalisiere mal schön weiter mit pflastersteinen statt kastanien.
dann bekommen wir nicht nur eine ordnungsdienst, sondern eine neue polizeikaserne.
wirklich ein klasse plan.
warum berufen sich manche leute nur immer auf radikalisierung und keiner z.b auf ghandi und einen friedlichen ansatz ?, vielleicht weil es der einfachere weg ist ?,
odefr weil ghandi nen "glatze" hatte ?
und um mal wieder zum wirklichen thema zurückzukommen.
muss " jugendkultur " immer mit "ruhestörung", kaputten flaschen etc einhergehen ?
wenn ja, arme "jugendkultur" , wenn nein dann kann man weiter darüber diskutieren wie und wo plätze erhalten oder geschaffen werden können....
und nochmal omg.
ist Dir das Ausdrucksmittel Sarkasmus bekannt?
Gut, daß Du wenigstens die abschätzbaren Folgen erkannt hast.
Schön dass du den eigentlichen Dreh- und Angelpunkt für unwichtig erklärst. Sonst würds ja auch nicht in die Argumentation passen.
Auch interessant, dass du den Schritt in die Kriminalität der RAF nur an deren selbst geäusserter politischen Motivation nachvollziehst.
Ich persönlich könnte mir da noch einige pathologische Muster vorstellen die zu der Erklärung beitragen. Aber dann sähe es ja ziemlich düster aus mit der nachträglichen Glorifizierung von Andreas Baader und seiner Truppe.
Im Übrigen wäre das Beispiel der Demonstration anlässlich des Schahbesuchs und der damit verbundenen "Leberwursttaktik" der Polizei durchaus passender gewesen.
Appetitanregender Versuch einer Pseudo-Intellektualisierung.
Zusammengefaßt behauptest Du:
1. Themenkern verfehlt.
2.Radikalisierung multifaktorell
3.Beispiel unpassend.
Das Thema, werter Mikey, ist die Lage auf dem Augustinerplatz, der sich mangels Alternativen zum Haupttreffpunkt Jugendlicher und Studenten für Freie-Himmel-Feiern entwickelt hat? Genauer der Umgang mit den einhergehenden Störungen.
Daniel Sanders schlägt hier also den Knüppel vor.
Dies hätte zur Folge, daß die Jugendlichen sich nur noch mehr unterdrückt finden.
Das wiederum in der Konsequenz einer zunehmenden Radikalisierung enden würde, die dann - und deswegen ist mein Beispiel durchaus passend - bei jeder Situation ausarten könnte, wie es anno 1968 ja dann auch passierte.
Zu 2. übrigens noch der Hinweis, daß derartige Selbstwertdefizite wie Baader übrigens nur allzutypisch für Jugendliche aus sozial-defizitären Lebensumständen sind.
Noch Fragen, Ohrfeigen gibts von mir ganz umsonst!
Dude, fahr mal runter.
Der versucht doch nur für seinen Kumpel einzustehen, wenngleich auch mehr schlecht als recht.
@Dude
Historische Vorbilder zu entlehnen um sie als Blaupause auf eine heutige Situation zu legen ist eine Wissenschaft für sich, leicht bewerkstelligt aber selten passend, wenn man sich die Details ansieht.
Was deine Hoffnung auf radikalisierung der heutigen Jugend betrifft, sollte es einen kommunalen Ordnungsdienst geben, so halte ich die Leute die es trifft für sehr viel intelligenter als dass ich sie mit Pflastersteinen bewaffnet, marodierend gegen politischen Verbotswahn demonstrieren gehen sehe.
Das Alkoholverbot im Bermudadreieck wurde von nur einem Menschen gekippt, der sich das Systhem angesehen hat, um die Agierenden dann mit ihren eigenen Waffen zu schlagen.
Und wenn hier ein Verbot verhängt wird, oder eine Truppe für "Ordnung" sorgen soll, verlagert sich das Geschehen einfach woanders hin. So schnell kann von ordnungspolitischer Seite garnicht reagiert werden, wie die Karawane umherzieht.
Dann wären wir auch wieder in Richtung Ghandi unterwegs, was auch mir weitaus besser gefällt.
Details?
Also entschuldige den Kulturschock, aber hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Sarkasmus
Über Humor kann man vieles, aber Deine subtile Unterstellung eines meinerseitigen Aufrufes zur Gewalt ist schlicht dumm.
Lesen will gelernt sein, Humor anscheinend auch.
Absurd, Mikey, richtiggehend gefährlich.
Meiner Auffassung nach hat christianhauck mit Sarkasmus auf Sarkasmus reagiert, weil er wohl mit dem Ausdruck Gleichschaltung nicht so ganz klarkommt.
Aber das ist Freiburgs Stadtpolitik, nicht nur die Vauban betreffend (und ja, früher war die Party-Szene in Freiburg tatsächlich besser, bunter, freier!).
Dude hat mehrfach zur Besinnung aufgerufen und wurde doch wiederholt von mehreren Dailies (tägliche User) angefeindet.
Das mit Abstand Mieseste jedoch ist, das Du versuchst, Dudes Sarkasmus zum Ernst zu verklären.
@Dude
Ich kann mich nicht erinnern dir unterstellt zu haben, dass du zur Gewalt aufrufst.
Und wenn Leute deine Art von Humor, in diesem Fall Sarkasmus, nicht verstehen, nicht als solchen auffassen, könnte neben der berechtigten Frage, ob diese Leute zum Lachen in den Keller gehen müssen auch die Frage stehen ob du mit deinen Beiträgen diese Form des Humors richtig poientiertst, so dass er auch von Menschen verstanden wird die dich zufällig nicht kennen.
Bye the Way oute ich mich hiermit als absoluter Fan der Situationskomik und ich komme nicht umhin die ganze Diskussion mit einem Grinsen im Gesicht zu führen.
Du kannst Dich anscheinend nicht mal mehr erinnern, was Du weiter oben geschrieben hast.
Wenn das nicht subtile Unterstellung ist, hast Du wohl Deine Aussageintention nicht ausreichend pointiert.
Und wenn Leute, die Deine Art der Aussage, in diesem Fall eine Nicht-Unterstellung, nicht als solche auffassen (immerhin bin ich nicht der einzige), könnte neben der berechtigten Frage, ob diese Leute zum Verstehen in die Baumschule gehen müssen auch die Frage stehen, ob Du mit Deinen Beiträgen diese Form des Dialogs richtig pointierst, so dass er auch von Menschen verstanden wird, die Dich nicht zufällig kennen.
Diese Arroganz ist lediglich Hilflosigkeit, ich stell mir gerade die Frage, ob Du außerhalb der Sicherheitszone auch ein derartiges Fehlverhalten anlegst.
@Dude
Respekt. Das war ein klassischer Patt.
Können wir uns in der Sache drauf einigen, dass der Sander-Vorstoss genauso blödsinnig ist wie eine mögliche, aber nicht wahrscheinliche, radikale Reaktion darauf?
Falls ja hab ich einen Vorschlag an dich
Mist, war gerade in der Mittagspause und hab den shitstorm verpasst. Als erfahrener Niveaulimboexterte haett ich durchaus was beitragen koennen ;-)
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0 ,1518,764581,00.html
edit: http://tinyurl.com/3t6x9bs
so gehts.
wenn man mal die übliche zeitversetzte reaktion in betracht zieht (berlin ist cool und legt vor, in freiburg feiert man dies jahre später dann als den heißen scheiss), haben wir noch 2-3 jahre ruhe bevor der erste moli richtung augustinerplatzwohngebäude fliegt...
Eigentlich finde ich Daniel Sander super, ich würde ihn gern mal anfassen!
http://de.wikipedia.org/wiki/Mohammed-Karikaturen
Soviel zur Radikalisierung.
Was allerdings nicht bedeutet, daß ich mich nicht bemühen werde konstruktive Vorschläge unvoreingenommen auf Unterstützbarkeit zu prüfen.
@Dude
In diese Richtung zielte auch mein Vorschlag ab.
Wir gehen mal zusammen auf ne Diskussionsveranstaltung von Ihm und stiften heillose Verwirrung.
Ob nun durch gezielte Fragerei oder ob wir uns gegenseitig aufs Maul hauen überlass ich dir. ;-)
Ersteres würd mit allerdings deutlich mehr Spass machen.
hm,
das eindrucksvollste Sander-Happening bislang waren die Milchbauern.
Grundversorger in ehrlicher Aufruhr.
Unschlagbar.
Wie Diskussionsveranstaltung in Freiburg verlaufen, zeigt doch deutlich das letzte Aufeinandertreffen von WiM und der Stadtbau.
In unserem Fall also würde das entweder im Sanders verlaufen oder zu Straftaten führen.
Immerhin wäre ich nicht abgeneigt, denn der Augustinerplatz steht nicht nur für mich (wie z.b. riotpks Erstpost zu entnehmen ist) für den Sozialabbau (Letzter Ausweg: Augustinerplatz) und den gesellschaftlichen Ausschluß Unterprivilegierter.
Vielleicht läßt sich ja ein Infoangebot organisieren, damit es nicht ganz so anarchistisch wirkt?
Eine Zusammenfassung der Situation unterfinanzierter Jugendlicher und Studierender in Freiburg anhand des Beispieles Augustinerplatz?
Die Idee ist ganz gut, klingt nach einer Charmeoffensive die eigentlich nicht nötig sein müsste weil solche Plätze wie der Augustiner an einem Sommerabend ja unglaubliche schön sind mit den vielen Menschen.
Ich erinnere mich da gerne an Florenz, da gibt es einen ähnlichen Platz, dort dürfen sogar Musiker spielen. Es bringt eine ürberaschende Ruhe in so eine Menschenmenge wenn sich vorne einer hinstellt und wundervoll auf einem Saxophon spielt.
Aber wie löst man das Problem in einer Gesellschaft, die offensichtlich zu sehr auf Ruhe und Ordnung konditioniert ist, selbige wie eine Monstranz vor sich her trägt und kein Verständnis dafür haben will, das es auch noch andere Auffassungen von einem lebenswerten Leben gibt?
Ich habe die Befürchtung, dass da jede Info am Plattenpanzer der PVO abprallt.
...wie schade, dass es für unsereins nur logisch ist, wenn mikey ein "sogar" einfügt, wenn es darum geht, dass jmd auf nem öffentlichen platz musik macht.
an Andromedos:
"indem Sie ihnen ihre Lebensäußerungen untersagen wollen"
Nachts grölen und lärmen als "Lebensäußerungen"? Lustiger Euphemismus!
"In Ihrer Welt, wie Sie sie sich wünschen möchte ich nicht leben"
Dito.
"weil sie lebens- und liebesfeindlich ist"
Nein, IHRE Welt ist das! Wer nachts andere Menschen um den Schlaf bringt, der quält sie und schädigt ihre Gesundheit. Ist das Ihre Vorstellung von "Liebe"?
"weil sie anderen Menschen ihre Entfaltung untersagt"
Auch ein Euphemismus. Wenn Sie jemandem verbieten, einen anderen totzuschlagen, untersagen Sie ihm auch seine Entfaltung.
Ich war letzte Nacht oben im Hochschwarzwald.
Einsamkeit, Sternenhimmel, Ruhe.
Wer so leben will darf dort leben, und diese Einsamkeit umd Ruhe geniesen.
Aber es ist einfach rücksichtslos ( um nicht zu sagen kulturlos, um mal einen etwas weiter definierten Kulturbegriff zu benutzem: Kultur als alles was nicht Natur ist) mitten in die Stadt zu ziehen, wo zehntausende von Menschen alle möglichen Dinge tun die einem in der Einsamkeit nicht möglich sind, und dann die anderen zwingen zu wollen, auf diese ihre Lebensäusserungen zu verzichten.
Nein Jass die Situatuon ist nicht symmetrisch.
Beim Totschlagsargument ( und ganz allgemein bei direkter körperlicher Gewalt) gibt es Konsens dass es nicht akzeptabel ist, und dass der der dagegen verstösst mit Recht davon abgehalten werden soll, und dass er sich nicht darauf berufen darf, dass er dadurch über Gebühr in seiner Freiheit ( den anderen totzuschlagen ) eingeschränkt sei.
Dann gibt es eine Grauzone. Jemandem 5 Bier und eine Pizza auf den Anzug zu erbrechen ist nicht O.K., auf den Boden rotzen und ich tret mit den Schuhen rein find ich nicht O.K. aber ich kann es tolerieren.
Aber man kann doch nicht in eine Metzgerei gehen und sagen, man sei Vegetarier, er solle das Fleisch wegräumen. Man kann sich doch nicht ins Schwimmbad setzen und sich über die nackte Haut beklagen? Und analog : man kann doch nicht im der Innenstadt Ruhe verlangen? Städte sind die Orte wo Menschen zusammenkommen.
Ach nö... Keine volle Zustimmung. (Wäre ja auch langweilig...)
Die Pflasterstein-Rhetorik von APO-Dude ist nicht ganz zeitgemäß, zugegeben, aber ich habe das jetzt eher nicht als Drohung mit eigener Gewalt, sondern als etwas überzogene, aber grundsätzlich berechtigte Warnung vor Eskalation verstanden: Gewalt erzeugt immer Gegengewalt.
Wir sind nicht mehr in den Fünfzigern, als die Polizei in Westdeutschland den friedlichen kommunistischen Demonstranten Philipp Müller von hinten erschossen hat, und auch nicht mehr in Sechzigern, als der unpolitische Benno Ohnesorg umgebracht wurde. (Tatsächlich handelte faschistoide Mörder Kurras im Interesse sowohl der Stasi im Osten als auch der Reaktion im Westen.)
Da wollen wir aber auch nicht wieder hin!
Was die Analyse der Vauban-Strukturen angeht, gebe ich Dude recht. Sobald Salomon sich mit den schwarz-grünen Sherriffs angefreundet hat, ist wahrscheinlich auch die Vauban geschlossen dafür. Da kann man dann schon von einem "gleichgeschalteten" schwarz-grünen Wohlstandsghetto sprechen. Salomon und seine WählerInnen sind sicher viel clevererer&smarter, aber nicht wirklich toleranter als der tumbe Taschenträger Sander. (Glaube ich übrigens nicht, dass der jemals "mit Freunden" um ein Uhr nachts in der Stadt unterwegs war. Höchstens mit Parteifreunden...)
(BTW: Ich finde es, ausnahmsweise auch in diesem Punkt im Gegensatz zu Christian, nicht tolerabel, wenn mir jemand vor die Füße rotzt. Da ist für mich die Grenze zur körperlichen Gewalt längst überschritten, weil mir von so was übel wird und mein Hals ungesund anschwillt. Gerade vor einer Woche habe ich so einem Rotzblag für den Wiederholungsfall krass konkret körperliche Gegengewalt angedroht. Aber das ist ja eigentlich ein anderes Thema...)
Jos - ich denk ich versteh Dich aber ich bin halt (zufällig) anders als viele: mir sind das Gefühle "Ekel" und "Angst" weitgehend fremd, und ich find mich auch extrem tolerant.
Aber ich weiss halt auch dass das nicht normal ist.
Zu dem Herumrotzen - und dann führt auch der Bogen wieder zurück zum kommunalen Ordnungsdienst.
Also nehmen wir mal an wir wollten das wirklich unterbinden: der Aufwand geht gegen unendlich. Es gibt relativ viele Leute die diese Angewohnheit entwickelt haben ihr Revier so zu markieren, ich hab den Verdacht dass es süchtig macht. Also: wenn der Speichelfluss mal so angeregt wurde, dass die Leute wirklich dauernd den Mund voll haben und es nicht herunterschlucken wollen (oder sie ekeln sich vor dem eigenen Saft? ich versteh es nicht) und deshalb ausspucken müssen. Jeder kann es ohne Aufwand überall tun. Es dauert nur eine Sekunde, und ist aus der Ferne schwer zu entdecken. Und: es gibt Kulturen in denen es normal ist.
Lange Rede kurzer Sinn: der Aufwand das zu kontrollieren geht gegen unendlich. und es gibt so viel zu tun (zum Beispiel: Scherben entfernen) also muss man Prioritäten setzen. Folgerung: weder sollte die Zeit von Polizisten noch von einer freiwilligen Bürgerwehr dafür verwendet werden.
Es gibt wichtigeres.
:) Ich wollte eigentlich weder Schwarze Sherriffs noch die GSG9 gegen die Rotzerei einsetzen. Das ist ein Missverständnis. Und es gibt jedenfalls auch Wichtigeres.
Dass die Rotzer gar nicht mehr anders können, ist ein interessanter Gedanke, ebenso wie die Kulturkreistheorie. In diesem Fall beharre ich aber - privat und ohne das Polizeiaufgaben-Gesetz in dieser Hinsicht ergänzen zu wollen - ganz "faschistisch" auf der deutschen bzw. christlich-jüdisch-abendländischen Leitkultur... ;) Es gibt keinen Grund, ausgerechnet an der Haltestelle diesem Zwang ostentativ nachzugeben, falls es einer sein sollte. Falls es gar nicht anders geht, kann man um die Ecke gehen oder ein Taschentuch benutzen. Und q.e.d. hörte die Rotzerei ja auch prompt auf, als ich dem Lümmel autoritär gekommen bin und ihm gedroht habe, ihn in seine Hinterlassenschaft mit dem eigenen Arsch reinzusetzen. Konditioniertes Verhalten lässt sich also auch re-konditionieren. Sowas kann natürlich auch schief gehen, gerade wenn man, wie Du und ich, nicht gerade der klassische Schlägertyp ist, zugegeben.
Um Deine Toleranz und Angstfreiheit beneide ich Dich aber!
Die Angstfreiheit ist wohl fast pathologisch, eine Art Gefühlskälte.
Die Toleranz dagegen pfleg ich bewusst, wertegetrieben.
Und: klar stimm ich zu dass das bewusste Anrotzen im Lama-Stil als Gewalt, als Provokation gemeint ist. Und danke dass Du intervenierst.
Und das solche Rüpel auf Autorität reagieren ist wohl wahr - und gleichzeitig sehr traurig: haben sich selbst nicht unter Kontrolle, aber lassen sich von anderen kontrollieren. Traurig.
Ich finde das Ansinnen des Herrn Dr. Mieling ja sehr putzig und da ich überzeugt davon bin, dass er mit seiner Initiative nicht sonderlich weit kommt, kann ich mir seinen Forderungskatalog genüßlich zu Gemüte führen und diesen unter der Rubrik "Realsatire" verbuchen.
Aber eines muss ich anerkennen: Es ist schön, zu sehen dass es noch Menschen gibt, die für ihre Utopien kämpfen, mögen sie auch noch so absurd sein.
Toleranz ist ein interessantes Thema. Ich beobachte bei mir, dass sich meine Toleranzschwelle hebt oder senkt, je nach dem wie entspannt oder gespannt ich bin. Und obwohl mir das immer bewusst ist schaffe ich es nicht in Anspannungssitutionen meine Toleranz ganz offen zu halten.
So sehe ich das auch. Solange der Doc nicht mehrheitsfähig ist, und die Gefahr besteht absehbar eher nicht, da er bisher noch nicht "beschloss, Politiker zu werden" (A.H., Landsberg 1924), kann ich gut mit ihm leben...
Abwarten Jos.....
Am Ende steht Doc Sander mit seiner schwarzen Gruppe am Augustiener-Coral und es kommt zum finalen Showdown...
Lange Trenchcoates werden vom Höllentäler durchweht, mit zusammengekniffenen Augen schreitet Doc Sander von der Saltstreet Unrat sammelnd zum urbanen Sündenpfuhl der Lautstärke.... hier wird es sich entscheiden.
http://www.youtube.com/watch?v=MNGQ1hUyx-k