
„Angefangen habe ich als Schiedsrichter, weil mein Heimverein, der TV Todtnau neue Referees gebraucht hat. Mittlerweile studiere ich in Konstanz und pfeife deswegen für den HC Waldshut-Tiengen im Bezirk Bodensee.
Schiedsrichter zu sein, ist schon ein
zeitaufwendiges Hobby, schließlich muss man nicht nur jedes Wochenende zu den Spielen fahren – es gibt auch oft Regelabende und Tageslehrgänge, damit man auf dem neuesten Stand bleibt. Der Ansporn dafür ist eigentlich der gleiche wie bei einem Spieler. Man will besser werden und man kann aufsteigen.
Das höchste, was ich bisher gepfiffen habe, war im Gespann, also mit einem zweiten Schiedsrichter,
Bezirksliga Männer und
Landesliga Frauen. Wenn die Leute mitkriegen, dass ich Schiri bin, nehmen sie das eigentlich immer positiv auf. Nervig wird es eigentlich nur, wenn ich am Wochenende doch mal länger feiern will und dann früher nach Hause muss, damit ich am nächsten Tag fit bin, um ein Spiel zu leiten.
Der Job macht mir eigentlich meistens Spaß. Als Schiedsrichter braucht man schon ein gutes Selbstbewusstsein – und vielleicht auch eine gewisse Arroganz, sonst lässt man sich zu einfach beeinflussen. Wobei ich für sachliche Kritik schon offen bin.
Am Anfang habe ich noch mitgekriegt, wenn die
Zuschauer von der Tribüne ihren Senf zum Spiel dazu gegeben haben, heute blende ich das alles aus und konzentriere mich nur noch auf das, was auf dem Platz abgeht. Fehler mache ich natürlich auch. Das Peinlichste, was mir bisher passiert ist, war, dass ich mal aus Versehen dem gefoulten Spieler Gelb gegeben habe, anstatt dem, der das Foul begangen hat. Ich hab den Fauxpas aber zum Glück gleich bemerkt und meine Entscheidung korrigiert.
Wobei: Wirklich peinlich war, als ich bei einem Testspiel, das ich gepfiffen hatte, mal über meine eigenen Füße
gestolpert und hingefallen bin – ausgerechnet in Todtnau, wo mich alle kannten. “