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Traumberuf: Fotograf

Fotografieren? Kann heute jeder. Selbst Handys haben Kameras mit massig Megapixeln, Touristen schleppen professionelles Equipment in den Urlaub und auf Facebook veröffentlichen alle so tolle Bilder, dass man mit dem liken nicht mehr hinterher kommt. Doch die Leidenschaft für das Fotografieren zum Beruf zu machen, ist etwas ganz anderes. Diese drei Freiburgerinnen haben sich getraut.

Traumberuf Fotograf

Franca, 22, hat sich im Herbst 2010 dazu entschieden ihr Bachelorstudium der Europäischen Ethnologie und Slawistik in Freiburg aufzugeben, und sich an Hochschulen in ganz Deutschland für verschiedene Foto-Studiengänge zu bewerben. Ihre Bewerbungsmappe stellte sie selbst zusammen - ohne die Hilfe eines kommerziellen Mappenkurses - und die Resonanz war sehr gut. Heute studiert Franca Medienkunst an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe.

Ihr Studienalltag ist heute ganz anders als der Uni Freiburg. Fühlte sie sich in ihrem Bachelorstudium oft an die Schule erinnert, kann sie jetzt viel freier und selbstständiger Arbeiten. "Es ist komplett anders, ich find's voll geil", sagt Franca. "Aber bestimmt stresst es einen irgendwann!"

Francas künstlerische Ausdrucksform war schon immer die Fotografie. Das Studium hat ihre Arbeitsweise komplett verändert; sie fühlt sich befreit und traut sich zu, impulsiver zu handeln. „Das Fotografieren war bei mir noch nie nicht verkopft. Ich hatte aber oft das Gefühl, 'Franca mach doch mal was mit deinem Fotoapparat, geh doch mal raus und lass was entstehen'. Durch das Studium wird das Gefühl legitimiert und es ist einfacher geworden. Ich muss meinen Drang nicht so komisch wegschieben, sondern kann mich ganz drauf einlassen!“ Das Interessante an der Fotografie ist für Franca nicht das schöne Bild am Ende, sondern der Prozess des Schaffens. "Früher habe ich schon auch Touristenfotos gemacht, aber irgendwann wurde es anders. Da habe ich mich immer gefragt: 'Was machste jetzt da und was ist das?' Jetzt sehe ich das schon so, dass ich Kunst studiere; da möchte ich was schaffen, sonst könnte ich mich hier nicht ernst nehmen."

Aus diesem Grund hat sich Franca auch für ein Studium und nicht für eine Ausbildung entschieden. Eine Ausbildung erschien ihr zu trocken, obwohl sie es toll findet, wenn man sich technisch richtig gut auskennt. Im Rahmen des Studiums gibt es zwar auch Grundlagenkurse in Fototechnik oder Geschichte der Fotografie, aber für Franca steht der selbständige kreative Prozess im Vordergrund. „Dadurch, dass ich hier die Möglichkeit habe Leute um Feedback zu bitten, Kameras auszuleihen und Fragen zu stellen, habe ich eine Grundlage, aber für mich ist das gerade alles Eigenarbeit und sehr frei.“

Franca bereut ihre Entscheidung für die Fotografie nicht Sie ist gespannt, was in den nächsten Jahren auf sie zu kommt. Ihr Mut, neue Medien auszuprobieren wird immer größer: neben der Fotografie möchte sie sich an Grafiken und Zeichnungen, sowie Soundinstallationen versuchen.


Maria Heidepriem Judith Glaubitz

Maria Heidepriem (Bild oben rechts) und Judith Glaubitz stehen an einem anderen Punkt ihres kreativen Werdegangs. Die beiden Freiburgerinnen arbeiten seit 2008 als freie Fotografinnen und Illustratorinnen in Berlin. Beide fotografieren seit ihrer Schulzeit, aber haben nicht damit gerechnet, dass die Fotografie der Traumberuf werden würde. „Es war bei uns beiden klar, dass es irgendwie in die gestalterische Richtung gehen würde," sagt Maria. "Judith und ich haben aber zunächst Kommunikationsdesign studiert. Judith an der FH Konstanz, ich an der FH Wiesbaden."

Der Grundstein für die gemeinsame Arbeit war ein Foto-Projekt im Hauptstudium. "Danach wollten wir eigentlich nichts anderes mehr machen.“ Nach dem Studium arbeiten sie gemeinsam in Fotografenkollektiven; erst in der Reportageagentur Zeitenspiegel bei Stuttgart und in der Fotografenagentur Ostkreuz in Berlin. "Diese Zeit hat uns mit Sicherheit beeinflusst", sagt Maria. "Es ist toll, wenn man so vielen guten Fotografen über die Schulter schauen kann. Da lernt man eine Menge."

Mittlerweile können beide sich keinen anderen Beruf, kein anderes Leben mehr vorstellen - auch wenn anfangs das Geld knapp war und sie manchmal blöde Nebenjobs annehmen mussten. Frustrierende finanzielle Engpässe werden durch einzigartige Erlebnisse aufgewogen. „Es gibt viele schöne Momente, wenn wir mit der Kamera unterwegs sind, und ganz unterschiedliche. Toll ist, dass man an Orte kommt an die man sonst nie kommen würde und Menschen kennen lernt die man nie kennen gelernt hätte. Und drumherum gibt es natürlich auch tolle Momente: Der erste richtig bezahlten Job, die erste Veröffentlichung und der erste gewonnene Wettbewerb."

Und nicht nur das - Judith und Maria haben sich auf redaktionelle Fotografie spezialisiert; ihre Bilder erscheinen jetzt auch in großen Magazinen wie Neon, Zitty oder Zeit Campus.

Maria und Judith empfehlen jedem , der die Leidenschaft zum Fotografieren spürt raten, ihr nachzugehen. Sie betonen aber, dass man nicht einfach so Fotograf wird, sondern einen Schwerpunkt setzten sollte. "Man sollte sich darüber klar sein, welche Art der Fotografie man machen möchte. Wir machen zum Beispiel fast ausschließlich redaktionelle Fotografie und haben da auch wieder einen relativ klaren Stil. Ein klassischer Werbefotograf oder ein Naturfotograf beispielsweise hat einen völlig anderen Beruf als wir. Man ist nicht einfach Fotograf für alles. Man muss sich spezialisieren."




  [Bild 1: Jule Markwald; Bild 2: Glaubitz Heidepriem]




Jule Markwald und Lisa Hees
studieren an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Am Zentrum für Schlüsselqualifikationen haben sie im Wintersemester an einem Grundlagenkurs zum Thema "Online-Journalismus" teilgenommen, den die fudder-Redakteure Markus Hofmann und Carolin Buchheim angeboten haben. Dieser Artikel ist im Rahmen dieses Kurses entstanden.





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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 39
Freitag, 18.02.11 13:39
 

als kind der ingenieurswissenschaft schwillt mir schon ein wenig der kamm wenn ich lese, dass die fototechnik nebensächlich sei.
ich kann mir vorstellen wie das dann aussieht bildgestalterisch, hauptache schräg von der seite fotografiert damits ja kreativ wirkt. das wird dann mit nem dozenten besprochen (mit magister im malen mit menstruationsblut) der dann was nillt von asymetrischem bildaufbau der dynamik vermittelt und son gedöns. willkommen in der arbeitslosigkeit.

mein abwertender und klischeehafter kommentar gilt nicht für Glaubitz Heidepriem. ich glaub die ham nen plan im sack.

Freitag, 18.02.11 13:47
 

Huch, Heidepriem.

Freitag, 18.02.11 13:54
 

LOL
I Like.

Freitag, 18.02.11 14:29
 

Genderalarm! Wie immer in den Medien wird die Perspektive vernachlässigt, dass es inzwischen auch viele Männer in dem Beruf gibt, die sehr hochwertig und erfolgreich arbeiten.

Freitag, 18.02.11 14:32
 

männer in der branche haben sich meistens hochgecunnilingust.

Freitag, 18.02.11 14:44
 

Bisher dachte ich immer das Frauen die Ausnahmen in der Fotografenelite sind - bin ein wenig erstaunt das manche Fudderuser denken Fotografie sei ein eher weiblich besetztes Berufsfeld.

Gute Fotografen sind noch immer männlich und können ihre Sichtweise der Dinge besser rüber bringen.

...und ohne grundlegendes Technikverständnis wird das eh nix!

*einigermassenunfassbar*

Freitag, 18.02.11 14:46
 

@yachia agreed.

trotzdem braucht es keines penis zur erfolgreichen betätigung eines auslösers.


caro hat den Kommentar am 18.02.2011 um 14:55 bearbeitet
Freitag, 18.02.11 14:51
 

@ vdp1100: "... ...und ohne grundlegendes Technikverständnis wird das eh nix! ..."
Zumindest dies ist KEINE Satire!
Aber seit Aufkommen der Digitalfotografie meinen viele, Draufdrücken reiche aus. Wer kann heute noch etwas mit den Begriffen aus der Fotografie anfangen?

Freitag, 18.02.11 14:56
 

@caro, es sei denn, man benutzt ihn zum auslösen...das wäre mal interessant.

Freitag, 18.02.11 15:01
 

@yachia: Genau das ist mein Problem mit der inflatinär um sich greifenden Bezeichnung "Fotograf/in". Schimpft sich fast jeder der nur mal ne olle Kamera in der Hand gehalten hat - Ausbelichtungen sind oft grottenschlecht (technisch gesehen), lassen eine beuwßte Gestaltung vermissen und es wird nur einem Hype folgend eine mehr oder minder schief gewählte Perspektive gezeigt - ich war jetzt in so vielen Fotoausstellungen:

es gibt gute Nachwuchstalente - die sind rar und dünn gesäht. Oft mit klassischer Ausbildung und fundiertem Fachwissen.

Der Rest hat zwar ne interessante Sichtweise der Dinge, probiert ungewöhnliche Perspektiven aus und findet wie ein blindes Huhn halt auch mal ein Korn (sprich gute Aufnahme gemacht) - aber sonst nix außergewöhnliches zeigend.

Die "alten" Meister wie Sander, HCB, Capa usw. haben oft vielfache Aufnahmen in den Mistkübel geworfen bis sie mit genau DER Aufnahme zufrieden waren.
Fotografie allein auf das Kreativpotenial zu beschränken ist meiner Ansicht nach fahrlässig und fördert einen Qualitätsniedergang sondergleichen!

Ja, es gibt ein paar gute Fotografiennen - nur wehre ich mich dagegen das im Artikel tendenziell nur Frauen als Fotografiennen berücksichtigt werden!

Freitag, 18.02.11 15:10
 

@ vdp1100: "... die sind rar und dünn gesäht ..."
Und dank der Flut von "Fotografen/Fotografinnen" nun noch schwieriger zu finden.

Freitag, 18.02.11 15:12
 

@ caro: "trotzdem braucht es keines penis zur erfolgreichen betätigung eines auslösers."
@ Fabienne: "@caro, es sei denn, man benutzt ihn zum auslösen...das wäre mal interessant."

Wie war das mit der Frauenquote? So wird da nie was draus! Diejenigen der Frauen, die es geschafft haben, etwas zu machen, was man eher nur Männern zutraut, bewegen sich gewiss nicht auf dem hier gezeigten Niveau!


yachia hat den Kommentar am 18.02.2011 um 15:13 bearbeitet
Freitag, 18.02.11 15:42
 

Wäwäwä.

Freitag, 18.02.11 15:54
 

qed

Freitag, 18.02.11 16:51
 

in den letzten zwei tagen hatten wir hier ne interessante soziale dynamik. fängt witzig an, man riskiert hier mal ne lippe, da n witzchen, ist ja alles nicht ernst gemeint, n bißchen angepißt ist man aber doch, also gibt man einen zurück, und ehe man sichs versieht sucht man in einem tümpel voller leichenteile in flandern deckung vor granatfeuer und schreibt mutti dass diese weihnachten aber garantiert frieden geschlossen wird. worauf ich hinaus will, vielleicht sollte man die geschlechtergeschichte ab jetzt nicht mehr scherzhaft thematisieren.

edit: ist nur son vorschlag, ich maße mir hier keine aufseherrolle an


my daddy drives a U.F.O. hat den Kommentar am 18.02.2011 um 16:52 bearbeitet
Freitag, 18.02.11 16:55
 

die uniform steht dir aber extrem gut, ufo.

Freitag, 18.02.11 17:00
 

@ my daddy drives a U.F.O.: "... vielleicht sollte man die geschlechtergeschichte ab jetzt nicht mehr scherzhaft thematisieren ..."
Erscheinen meine Beiträge scherzhaft? Hat hier irgendwer eigentlich eine Ahnung, inwiefern mich das Thema Frauenquote eventuell etwas angehen könnte? Warum ich dazu vielleicht etwas fundierter berichten könnte als manch andere? Oder soll ich mich besser wieder zurücklehnen und zuschauen, wie manche (Frauen) eben genau dieses Thema angehen? Und wie manche dann genau das Gegenteil von dem erreichen, was sie eigentlich (angeblich) erreichen wollen?


yachia hat den Kommentar am 18.02.2011 um 17:04 bearbeitet
Freitag, 18.02.11 17:35
 

@caro
das ist eine in schriftlicher form, ohne tonfall/gesichtsausdruck, nur schwer zu deutende aussage

@yachia
nee, dich meinte ich nicht. aber es würde mich interessieren, was du zu erzählen hast.

Freitag, 18.02.11 17:39
 

@ my daddy drives a U.F.O.: "@yachia
nee, dich meinte ich nicht. aber es würde mich interessieren, was du zu erzählen hast."
Habe ich auch so angenommen, aber Dein Beitrag diente mir als Aufhänger, weil das hier so aussieht, als wolle man etwas ins Lächerliche ziehen.
Den Rest dann eher mal privat. Keine Lust, mich öffentlich rupfen zu lassen. Habe so etwas nicht nötig.

Freitag, 18.02.11 17:41
 

Martin Jost, Troll im Praktikum.

Entschuldigung! Ich mache nie wieder einen Genderwitz! Bis nach dem Abendbrot. Mindestens.

Ich gehe jetzt Fabiennes Idee mit dem Fernauslöser proben.

Freitag, 18.02.11 18:47
 

Yachia - ich hab ne Ahnung. Und Deins ist relevant und interessant. Eilt ja nicht speziell.
Und die Grenzgänge - das Leben ist bunt.

Freitag, 18.02.11 18:54
 

@ caro: "trotzdem braucht es keines penis zur erfolgreichen betätigung eines auslösers."
@ Fabienne: "@caro, es sei denn, man benutzt ihn zum auslösen...das wäre mal interessant."

wer einen penis hat, der sollte auch mit ihm denken und handeln... :P

nein mal im ernst, das was 90% der mennscheit unter fotographie versteht, ist keine fotographie, sondern einfach nur knöpfchen drücken.

ich schließe mich da ganz yachia an:
Wer kann heute noch etwas mit den Begriffen aus der Fotografie anfangen?

Eine kleine Frage hierzu:
Was ist Low key Fotografie?

Freitag, 18.02.11 19:39
 

Aber der Tenor der Diskussion klingt so, als wäre es schlecht, dass viele Fotografierer (ich benutze jetzt mal dieses Wort um es von Fotografen abzugrenzen) Schnappschüsse machen. Die Qualität der Fotografie insgesamt leide darunter? Kaum. Außer man misst das relativ. Fotos sind billig und leicht, daher gibt es absolut mehr Fotos und der Anteil der Fotokünstler sinkt mutmaßlich. Aber Menschen, die in einem Bild nicht nur ein Ereignis festhalten, sondern ein Gefühl und eine Sichtweise der Dinge transportieren wollen oder ein abstraktes Thema zur Diskussion stellen oder mit ihrem Handwerk angeben wollen, werden deshalb doch nicht weniger werden.

Ich wäre gegen ein Verbot von Gebrauchsfotografie, mit der Menschen zeigen, wie ihr Urlaub war oder wer alles zur Party gekommen ist oder dass ihnen im Park Michael Jackson erschienen ist (da hinten, neben dem Baum, der Verschwommene). Wir üben doch auch keinen Druck auf E-Mail-Autoren aus, künstlerischer zu schreiben. 99,9999999999999% der Buchstaben, die Menschen täglich produzieren, sollen einen Kollegen informieren, dass er seinen Schal vergessen hat oder Mama fragen, wie man Zimtsterne macht oder Tante auf ein Video hinweisen, in dem eine Knalltüte 100 Gitarrenriffs am Stück spielt und nicht von einem Staatstheater subventioniert oder mit einem Literaturnobelpreis ausgezeichnet werden. Das gleiche soll für Fotos gelten.

Jeder soll das Medium benutzen und rezipieren können, wie er es braucht – ob um verwackelt seine neuen Schuhe auf Facebook rum zu zeigen oder um ein journalistisches Gebrauchsbild für die Presse herzustellen oder um Kunst zu machen.

Und ich wünsche mir Weltfrieden.

@Fabienne: Deine Idee funktioniert prinzipiell schon, aber dabei durch den Sucher kucken ist der totale Krampf.

Freitag, 18.02.11 19:45
 

PS an alle Handwerkskunstangeber: Die Fuddergruppe zu eurem Hobby http://bit.ly/hJwe6v

Freitag, 18.02.11 20:30
 

Bilderflut ist inflationär geworden - und umso schwieriger wird es wirklich gute Sachen herauszufinden.
Von einem Menschen (gleich welchen Geschlechts) der fotografieren will erwarte ich ein anwendungssichers Verständnis der Grundkenntnisse Bildgestaltung und Anfertigung der selben.

Was im Zeit Campus Magazin als "hochgelobte" Photokunst hier dargestellt wird ist meiner Meinung nach nur ein mehr oder minder sinnfreies Knipsen im unrühmlichen Sinne. Manche der Aufnahmen passen farblich bestens zum Artikel - bei anderen kräuseln sich mir die Nakenhaare gewaltigst weil einfache Grundlagen der Photographie missachtet worden sind.

Klar kann jeder soviel fotografieren wie er mag - bitte mit Veröffentlichung abwarten und lieber mal ein wenig VORHER nachdenken ;-) Es muss nicht jede Belanglosigkeit im www veröffentlicht werden - und gerade junge Fotografiennen neigen dazu ihren künstlerischen Anspruch überzubewerten und einfache (aber ultra wichtige) Grundlagen aussen vor liegen zu lassen.

Wenn Grundlagen im Schlaf beherrscht werden - dann erst kann der Anspruch einer künstlerischen Aufnahme erfüllt werden.

Knöpfendrücker-foddos??? Nee, das braucht kein Mensch.


vdp1100 hat den Kommentar am 18.02.2011 um 20:39 bearbeitet
Freitag, 18.02.11 21:25
 

Hm. Mach ma’n Beispiel! Mein Gefühl sagt mir: Wenn’s funktioniert … also wenn beispielsweise ZEIT Campus eine symbolische Illustration mit einem verwischten Bild will, auf dem eine Person schemenhaft zu erkennen ist und das Dynamik hat, dann muss es doch erlaubt sein, dass sie ein Bild bestellen und neben ihren Artikel drucken, das bewegungs- wie tiefenunscharf ist und einen schrägen Horizont hat. Ich möchte so weit gehen zu sagen, dass jedes Bild, auch die, die konventionelle Regeln nicht beachten, zu etwas zu gebrauchen sind, wenn sie sich nicht zu viel auf sich einbilden. Gebrauchsfotografie. Ein publiziertes Bild muss kein handwerklich herkömmliches Bild sein, wenn der Redakteur mit gutem Recht annehmen kann, dass es seinen Zweck in der Publikation erfüllt. Oder nicht?

Um die Pliniusse abzuwandeln: Kein Bild ist so schlecht, dass es nicht zu irgend etwas gut wäre.

Freitag, 18.02.11 21:30
 

der gedankengang des redakteurs ist "da muss noch was buntes hin". 99,9% der bevölkerung merken nicht, dass es ein technisch mangelhaftes foto ist, wenn es ein amateur macht ist es außerdem marginal billiger, viola, des rätsels lösung. mit den texten läuft es oft genauso :)

Freitag, 18.02.11 22:02
 

Ich finde, das muss erlaubt sein. Ein redaktionelles Produkt, das nicht der guten Fotos wegen gekauft wird, darf auch schlechte Fotos drucken. Wenn die Kunden mit dem Portemonnaie abstimmen und eine Zeitschrift weniger kaufen, weil sie neben ihre Texte hässliche Bilder druckt, wird die Zeitschrift gute Fotografen suchen und deren Bilder kaufen. Oder nicht?

Freitag, 18.02.11 22:23
 

Absoulut pro Martin Jost.
Und Applaus für den Karriere-Cunnilingus.

Samstag, 19.02.11 01:02
 

ZEIT Campus kenne ich nicht gut, aber die ZEIT beschätigt ein ganzes Heer an festangestellten Fotografen, Grafikern, Layoutern, Zeichnern und Infografikern und haben eine sehr professionelle Bildredaktion, die auf riesige Photo-Stocks zugreifen kann, ich kann mir nicht vorstellen, dass die es nötig haben, die Seiten mit irgendwelchen Schnappschüssen zu füllen.

Samstag, 19.02.11 10:14
 

"Hat hier irgendwer eigentlich eine Ahnung, inwiefern mich das Thema Frauenquote eventuell etwas angehen könnte? Warum ich dazu vielleicht etwas fundierter berichten könnte als manch andere?"

Ich bin ein Mann - welche Frau kann DAS schon von sich behaupten ?

"Eine kleine Frage hierzu:
Was ist Low key Fotografie?"

Etwa das Gleiche wie "available light" ?

Samstag, 19.02.11 13:55
 

Key Light ist doch (zumindest im Film) die Lichtquelle, die am direktesten auf das Objekt scheint. Low Key Light dürfte damit auch künstliches Licht einschließen, das aber extra gedimmt ist um zum Beispiel den Hintergrund vergleichsweise hell zu haben oder vom seitlichen Licht krassere Schatten ins Gesicht zu zaubern?

"Hat hier irgendwer eigentlich eine Ahnung, inwiefern mich das Thema Frauenquote eventuell etwas angehen könnte? Warum ich dazu vielleicht etwas fundierter berichten könnte als manch andere?" – Ist mir auch aufgestoßen. In einem Kommentarthread ist die Regel, dass die Disputanten sich persönlich nicht kennen. Statements rauszulassen und vorauszusetzen, dass die eigene Meinung als qualifizierter angenommen wird, weil man besonders qualifiziert ist, ist unfair, weil die anderen Teilnehmer (im Gegensatz zu persönlichen Bekannten) nicht wissen können, was einen besonders qualifiziert. Man muss also in einer Online-Diskussion in den sauren Apfel beißen und so schreiben, dass der Kommentar für sich genommen überzeugt bzw. argumentiert. Oder damit leben, dass Meinungen ohne Argumente wertlos sind und zerpflückt werden.

Samstag, 19.02.11 16:55
 

@ martinjost.eu: ""Hat hier irgendwer eigentlich eine Ahnung, inwiefern mich das Thema Frauenquote eventuell etwas angehen könnte? Warum ich dazu vielleicht etwas fundierter berichten könnte als manch andere?" – Ist mir auch aufgestoßen. In einem Kommentarthread ist die Regel, dass die Disputanten sich persönlich nicht kennen. Statements rauszulassen und vorauszusetzen, dass die eigene Meinung als qualifizierter angenommen wird, weil man besonders qualifiziert ist, ist unfair, weil die anderen Teilnehmer (im Gegensatz zu persönlichen Bekannten) nicht wissen können, was einen besonders qualifiziert. Man muss also in einer Online-Diskussion in den sauren Apfel beißen und so schreiben, dass der Kommentar für sich genommen überzeugt bzw. argumentiert. Oder damit leben, dass Meinungen ohne Argumente wertlos sind und zerpflückt werden."

Ich wollte hier bestimmt keine Offtopic-Diskussion lostreten. Allerdings fand ich die Kommentare von caro und Fabienne schon sehr daneben. Nicht nur das Niveau, sondern dazu auch noch ausgerechnet von fudder-Team-Mitgliedern und offtopic. Zudem hat caro gerade mal 2 Tage vorher im Forum einen Thread eröffnet und erklärt, dass sie "Protagonistinnen für unsere Geschichten" sucht. Ich war sehr am überlegen, ob ich was dazu beitrage. Doch wenn ich solche Beiträge lese, dann sehe ich keinen Anlass dazu, zum Thema Frauenquote etwas beizusteuern.
Tut mir leid, wenn ich jetzt nur Andeutungen gemacht habe, ohne eine ganze Geschichte zu erzählen, ich erzähle nicht gerne etwas im Internet von mir. Es hat mich halt nur zu sehr geärgert, was ich oben las.
Also mal schauen, ich versuche mich zukünftig rauszuhalten oder wenigstens ohne Andeutungen zu schreiben. Und wer weiss, vielleicht gebe ich doch mal noch den Stoff zu einem Artikel ...


yachia hat den Kommentar am 19.02.2011 um 17:12 bearbeitet
Samstag, 19.02.11 17:05
 

find ich krass dass die das so einfach beruflich machen können.
auf der website ist nicht ein bild dass mich vom hocker haut.
sieht aus wie einfach mal in der gegend rumgeknipst...nix auch nur ansatzweise spektakuläres allein was komposition, farbgebung etc angeht.
und zu den ganz schlimm zusammengeshoppten bildern fällt mir gar nix mehr ein.
i dont get it.

Samstag, 19.02.11 17:06
 

Und noch etwas, nur um keine Zweifel aufkommen zu lassen: Ich schreibe es Mädchen/Frauen nicht ab, gute Fotografinnen zu werden, ich habe auch nichts dagegen, dass heutzutage fast jeder und ziemlich oft auf den Auslöser drückt. Aber ich habe etwas gegen die Bilderflut derjenigen, welche meinen, sie würden gute Fotos machen, die alle Welt sehen müssen, die womöglich meinen, sie könnten im Nachhinein und Nebenher das Auslöserdrücken zum Beruf machen. Kann manchmal nervig sein. Und ich bin der Meinung, dass man, um wirklich gute Fotos machen zu können, auch etwas von der dazugehörigen Technik verstehen muss. Ansonsten ist es eben nur Auslöserdrücken und auf den Zufall hoffen. Das kann nur wirklich fast jeder.

Ob die im obigen Artikel vorgestellten jungen Frauen mal zu den wirklich guten Leuten ihres Faches gehören werden, wird sich zeigen. Sie sind ja erst am Anfang auf dem Weg zu ihrem Traumberuf. Viel Glück dabei!

@ caro und Fabienne: *Hände-reich*???


yachia hat den Kommentar am 19.02.2011 um 17:18 bearbeitet
Samstag, 19.02.11 17:23
 

Mal eine andere Photokünstlerin...
http://www.eliansomers.nl/

Samstag, 19.02.11 21:25
 

@yachia: Ich wollte dich auch nicht zum Seelenstriptease herausfordern. Privates möchte ich auch nicht ins Internet schreiben. Aber ich dachte mir: Vielleicht findest du ja Argumente, die über deine Person hinaus allgemeingültig sind oder Wissen, das du nicht zwangsläufig nur durch deine Biografie haben kannst.

Caro und Fabienne haben es bestimmt nicht destruktiv gemeint. Persönlich kann ich mich an zotigem Humor überhaupt nicht stören. Es sollte einen Preis für Frauen geben, die Humor unter der Gürtellinie können.

Ja, ich weiß. Fünf Euro in die Chauvi-Kasse.

Samstag, 19.02.11 22:09
 

@yachia:
"Das kann nur wirklich fast jeder" - Das kann man über sehr viele Tätigkeiten sagen. Die Kunst ist, es auch zu tun.
Scheint nicht fair und sinnvoll, ist aber so.

Samstag, 19.02.11 22:10
 

@ martinjost.eu: Sollen wir diese Diskussion vielleicht besser im Forum weiterführen? Ich will hier nicht zuviel offtopic schreiben.

http://fudder.de/aktion/mitreden/forum/?view=single_thread &cat_uid=9&conf_uid=28&threa[..] muss das endlich mal lernen, wie man die Links abkürzt, ich hoffe, Du kannst mir trotzdem ins Forum folgen.)

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