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Wie ein Lehrer seine Schüler für Jugend forscht begeistert

Wie fasziniert man seine Schüler für Fächer wie Physik, Technik und NWA? Alexander Rist von der Hansjakob-Realschule in Freiburg schafft das. Seit Jahren nimmt seine Forscher-AG am Wettbewerb "Jugend forscht" teil; wir haben mit ihm über die Faszination technischer Vorgänge, die Aufgaben eines Betreuungslehrers sowie den Umgang mit Sieg und Niederlage gesprochen.

Jugend forschtAlexander Rist

Herr Rist, wann und wie sind Sie dazu gekommen, mit Ihren Schülern an „Jugend forscht“ teilzunehmen?

Dem Aufruf zur Teilnahme an „Jugend forscht“ bin ich 2005 nachgekommen. Damals hatte ich an meiner Schule zwei Arbeitsgemeinschaften angeboten, eine in Sport, die andere als Jugend forscht-AG. Zu Beginn der Ausschreibung war ich selbst noch ein wenig unsicher, ob die Forscher-AG genug Anklang bei den Schülern finden würde. Nachdem ich jedoch die Anmeldeliste durchgesehen hatte, war ich überrascht und auch begeistert, dass sich so viele Schüler dafür eingefunden hatten. Diese erste Arbeitsgemeinschaft führte dann auch zur ersten Teilnahme beim Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ im Frühjahr 2006.

Seit sechs Jahren wecken Sie damit bei Ihren Schülern die Begeisterung für technische Abläufe. Wer oder was hat diese Begeisterung denn in Ihnen selbst geweckt?

Technische Vorgänge haben mich schon immer fasziniert. Deshalb war ich ja auch auf einem Technischen Gymnasium. Damals experimentierte und forschte ich gemeinsam mit Freunden an einem Solarmobil-Projekt, mit dem wir auch an einer Solarmobil-Weltmeisterschaft teilgenommen haben. Wir traten damit in Wettbewerb auch zu großen Firmen. Das Tolle daran war vor allem, dass es mehr um ein Miteinander, um die Teilnahme an sich ging, als um ein Gegeneinander. Das möchte ich meinen Schülern im Rahmen von „Jugend forscht“ auch vermitteln.

Sie nehmen dieses Jahr bereits zum fünften Mal in Folge an „Jugend forscht“ teil. Inwieweit werden die Projekte der Schüler zu Ihren eigenen?

Die Projekte meiner Schüler sind immer ein Teil von mir. Als Betreuungslehrer denke ich mich genauso intensiv in die Arbeiten rein, versuche, die Schüler anzuregen, ihnen Gedankenanstöße zu geben und ihnen aus Sackgassen herauszuhelfen. Und am Wettbewerbstag fiebere ich genauso stark mit ihnen mit.

Betreuungslehrer ist das Stichwort. Was sind Ihre Aufgaben?

In der Rolle des Betreuungslehrers bin ich nicht alleine. Seit drei Jahren werde ich von meinem Kollegen Walter Paulus aktiv unterstützt. Unsere Aufgabe ist es, die Schüler zum selbständigen Forschen und Experimentieren anzuregen und dafür gezielte Impulse zu setzen. Zu Beginn eines Schul- und damit auch Wettbewerbsjahres trete ich daher mit rund zehn Forschungsthemen an die Teilnehmer der Forscher-AG heran. Daraus müssen sie drei zur Bearbeitung auswählen. Diese Entscheidung treffen die Schüler selbständig. Eine weitere wesentliche Aufgabe ist die mentale Unterstützung der Wettbewerbsteilnehmer. Dazu gehört, ihre Beharrlichkeit zu stärken und sie nach Rückschlägen im Rahmen ihrer Forschertätigkeiten wieder aufzubauen.

V Greifen Sie in das laufende Projekt auch steuernd ein?

Nein. Wie schon gesagt, versuchen mein Kollege und ich, lediglich gezielte Impulse für ein selbständiges Arbeiten zu setzen. Unsere Jungforscher sind in der Entscheidung, welchen Weg sie gehen wollen, völlig frei. Ihre kreativen Ansätze, an der Lösung eines Problems zu arbeiten, überraschen und freuen mich jedes Mal aufs Neue.

VI Gibt es rückblickend ein Projekt, in das besonders viel Herzblut geflossen ist, das im Wettbewerb selbst jedoch nicht die erhoffte Berücksichtigung erfahren hat?

Ja. Das war im zweiten Jahr der Teilnahme an „Jugend forscht“. Meine Schüler hatten einen Beitrag namens „Hörstock“ angemeldet. Hinter diesem Begriff versteckte sich ein Blindenstock, der mittels Ultraschallsensor die Umgebung hörbar machen sollte. Die Idee war sensationell, die Umsetzung der Schüler ebenfalls. Leider ging dieser Beitrag etwas unter.

VII Enttäuschungen gehören untrennbar zu einem Wettbewerb. Wie gehen Sie damit um? Wie stehen Sie Ihren Schülern zur Seite?

Genauso wie ich mit meinen Schülern mitfiebere, genauso wie ich mich mit ihnen mitfreue, genauso enttäuscht bin ich auch, wenn das Ergebnis persönlich kein Befriedigendes ist. Hier sind nun wieder mein Kollege Walter Paulus und ich gefragt, um den Schülern auch zu zeigen, dass die Freude über das Geleistete genauso intensiv und schön sein kann, wie die Freude über einen Wettbewerbssieg.

VIII Zum Schluss noch eine Frage: welche Voraussetzungen muss Ihrer Ansicht nach ein Siegerprojekt mitbringen?

Wenden Sie sich mit dieser Frage besser an die Juroren [lacht]. Für mich persönlich jedoch löst ein Wettbewerbssieger ein konkretes Alltagsproblem, zeichnet sich durch den Einsatz auch ungewöhnlicher Forschermethoden aus und kommt zudem mit einem griffigen Titel daher. Daneben spielt auch die Präsentation eine wichtige Rolle. Sie sollte verständlich, übersichtlich und logisch nachvollziehbar sein. Professionell eben.


Disclosure

fudder ist Medienpartner des Regionalwettbewerbs Jugend forscht. Dieser wird in Südbaden zum zehnten Mal vom Waldkircher Unternehmen Sick AG durchgeführt. Im Rahmen dieser Kooperation gibt es wieder unser Forscher-Blog mit freundlicher Unterstützung der Sick AG.



[Bild 1: Jugend forscht, Bild 2: Privat]  




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 5
Mittwoch, 16.02.11 21:07
 

cool! herr rist...:D
super lehrer und immer engagiert und bei allem dabei!
eva

Donnerstag, 17.02.11 11:02
 

"... seine Forschert-AG ..."
Ist da nicht ein t zuviel?

Donnerstag, 17.02.11 12:15
 

@yachia: es scheint ganz so. warst wohl in der rechtschreib-AG ;)

Donnerstag, 17.02.11 12:25
 

@ supermanuel: Nein, ich war in keiner Rechtschreib-AG.
Und eigentlich mag ich diese Besserwisserei von mir gar nicht so, zumal ich selber genug Fehler mache (egal in welcher Hinsicht). Aber manchmal bleibe ich mit den Augen an sowas hängen - richtig hängen. Dann fängt es an zu nerven ... und dann erliege ich doch mal dem Besserwissertum ... nur meinen Augen zuliebe ...

Donnerstag, 17.02.11 12:34
 

:) nur weiter so!

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