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Interview mit Grandmaster Flash: "Ich möchte die Menschen mit meiner Musik erfreuen"

Grandmaster Flash: Gründungsvater des Hip-Hop, Erfinder des Scratchens, erster Hip-Hop-Künstler in der Rock'n roll Hall of Fame ... eine lebende Legende. Vor seinem Auftritt im Kagan in der kommenden Woche konnte Bernhard dem New Yorker Großmeister, der mit bürgerlichem Namen Joseph Saddler heißt, ein paar Fragen stellen.

Herr Saddler, was gibt Ihnen auch heute noch die Kraft, als DJ aufzutreten? Was ist ihre Inspirationsquelle?


Das ist ganz einfach erklärt: ich möchte die Menschen mit meiner Musik erfreuen. Das gibt mir die Kraft.

Haben Sie zu Beginn Ihrer Karriere als DJ und Produzent daran gedacht, dass Sie damit Ihren Lebensunterhalt bestreiten würden?


Offen gesagt, nein, ich habe ganz zu Beginn nicht daran gedacht. Ich habe das Auflegen geliebt und habe nicht darüber nachgedacht, was sich daraus entwickeln würde.

Haben Sie jemals daran gedacht, die Plattenteller aus der Hand zu geben, also aufzuhören?


Es gab in meiner Laufbahn durchaus Tage, an denen ich eine kurze Pause benötigte. Ich bin ja schon etwas länger als DJ unterwegs, und zudem bin ich auch ein Familienmensch. Ich brauche meine Familie um mich. Aber, nein, wirklich ans aufhören habe ich noch nie gedacht.

Sie gehören zu den einflussreichsten Künstlern des Hip-Hop. Sie haben diese Musik an viele Menschen weitergegeben. Wie kam die Musik zu Ihnen?


Durch meinen Vater und meine älteren Schwestern. Mein Vater hatte eine sehr grosse Plattensammlung, vor allem Latin, Jazz, Funk, R’n’B. Er und meine Schwestern brachten regelmässig Unmengen an Platten nach Hause.

Wer und was waren beziehungsweise sind ihre grössten musikalischen Einflüsse?


Ganz eindeutig mein Vater. Heutzutage sind es vornehmlich die unterschiedlichsten Künstler, Musiker und so.

Welchen Ratschlag haben Sie bereit für einen jungen Künstler, DJ oder Produzent, der Fuss fassen, sich etablieren möchte?


Ein Patentrezept dafür habe ich nicht wirklich in der Tasche. Unabdingbar ist jedoch, dass man sein Ding mit Liebe betreibt sowie mit Beharrlichkeit und Beständigkeit. Das sind wesentliche Schlüsselqualifikationen.

Würden Sie sagen, dass heutzutage ein Durchbruch schwieriger geworden ist?


Ja. Durchaus. Der Wettbewerb unter jungen Künstlern ist hart.

Wie haben Sie als Mitbegründer des Turntablism auf die Nachricht reagiert, dass Panasonic die Herstellung seiner Technics- SL 1200 einstellt?


Das hat mich persönlich betroffen gemacht. Ich war ja einer der ersten, der mit den direct drive Plattenspielern gearbeitet hat.

Sammeln Sie auch heute noch Schallplatten? Welche Platte bedeutet Ihnen am meisten?


Ja! Jede Platte bedeutet mir sehr viel!

Was sind Ihre Erwartungen für den Gig am 20. Januar 2011? Welche Erwartungen dürfen wir an Sie stellen?


Menschen. Ich hoffe, dass viele Leute meinen Gig besuchen werden und ich mit Ihnen die Liebe zur Musik teilen kann. Erwartungen an mich? Ich erarbeite keinen Masterplan für diesen Abend. Das würde der Freude an der Musik und der Spontaneität sehr viel wegnehmen. Und darum geht es doch beim DJing.


Grandmaster Flash - The Message (Live The Tube 1983)
Quelle: YouTube
 


Was: Grandmaster Flash
Wann: Donnerstag, 20. Januar 2011
Wo: Kagan
Tickets: zwischen 10 und 15 Euro, Preis steht  noch nicht genau fest

  [Bild: Promo]




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 4
Daniel Helbling
Dienstag, 11.01.11 13:15
 

GROSSMEISTER BLITZ IN FREIBURG???

Mittwoch, 12.01.11 10:56
 

Das scratchen hat aber grandwizard Theodore erfunden. schlechte Recherche!

@Daniel: ja , zum zweiten mal. Er war schon mal vor ca. 10 Jahren glaube ich bei der extravaganca.


Placebos_Muse hat den Kommentar am 12.01.2011 um 11:17 bearbeitet
Mittwoch, 12.01.11 13:12
 

"Das scratchen hat aber grandwizard Theodore erfunden. schlechte Recherche!"

das wird mr. saddler sicher anders sehen. abschliessend und vollumfänglich befriedigende antworten auf die frage, wer das scratchen erfunden habe, wird es wohl genauso wenig geben, wie auf die frage, wer den begriff "techno" als genre-/stil-/kulturbegriff "erfunden" / "eingeführt" / "verbreitet" hat. fängt bei talla 2xlc an, der das von sich zuletzt wieder in der aktuellen ausgabe des "subculture" behauptet hat, und geht dann über zig zwischenstationen bis nach detroit und juan atkins/cybotrons platte "techno city" aus dem jahre '84.

Mittwoch, 12.01.11 13:42
 

Ja ich kenne die streitigkeiten zwischen den dj's der ersten stunde, wen es interessiert:

Die Thematik wird in diesen drei Büchern sehr schön thematisiert: Jan Kage - American Rap, Nelson George - xxx, Gabriele klein / malte Friedrich - is this real?

Wenns doch unklar ist, wer es erfunden hat, warum wird es dann in diesem artikel so klar behauptet? Der grandmaster Flash hat es meiner Meinung nur erfolgreicher vermarktet und gilt daher im Volksmund als Erfinder.


Placebos_Muse hat den Kommentar am 12.01.2011 um 13:47 bearbeitet
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