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Barcoo: Eine Smartphone-App erkennt Dioxin-Eier

Eine Handy-App will Verbrauchern helfen, beim Einkauf im Supermarkt dioxinbelastete Eier zu erkennen. Die Idee dazu hatte ein ehemaliger Mathematik-Student aus Freiburg. Wie funktioniert die App und wie nützlich ist sie? Ein fudder-Test.

App Dioxin Eier


Barcoo
ist ein Barcode-Scanner für moderne Handys (Smartphones) wie das iPhone, mit dem man direkt im Laden Preise vergleichen, Testberichte abrufen oder Informationen über Produkte und ihre Hersteller recherchieren kann. Barcoo möchte also so etwas wie ein mobiler Ernährungs- und Produktberater sein.

Die App ist kostenlos und läuft auf allen großen Smartphone-Plattformen (iPhone, Android, Blackberry). Nach Angaben des Berliner Startups Checkitmobile, das die App entwickelt, ist Barcoo bislang 1.5 Millionen Mal heruntergeladen worden. Damit ist der mobile Dienst eine der erfolgreichsten deutschen Anwendungen.

So funktioniert der Dioxin-Test mit der App:
App Dioxin Eier Bei jedem Ei, das in Deutschland verkauft wird, gibt ein  aufgedruckter Erzeugercode Auskunft über

a) die Art der Haltung
(0 = Biohaltung, 1 = Freilandhaltung, 2 = Bodenhaltung und 3 = Käfighaltung),
b) das Herkunftsland,
c) das Bundesland (08=Baden-Württemberg)
d) den Erzeugerbetrieb sowie
e) die Stallnummer.

Um herauszufinden, ob ein Ei dioxinbelastet ist, gibt ein Kunde diesen Code in den Suchschlitz seiner App ein. Die App greift nun über eine mobile Internetverbindung auf Daten zu, die die Verbraucherzentrale Hamburg bundesweit zusammenträgt und veröffentlicht. Diese Informationen werden nach Angaben der Verbraucherschützer täglich mindestens ein Mal aktualisiert.

Enthält das Ei eines Erzeugerbetriebs eine Dioxinbelastung, die oberhalb des Grenzwerts liegt, blendet die App eine Warnmeldung ein (Screenshot oben links). Eier, die bereits seit einigen Tagen im Kühlschrank aufbewahrt werden, können ebenfalls dergestalt getestet werden - dies ist deshalb sinnvoll, da das Dioxin bereits vor Wochen in die Nahrungskette gelangt ist.

Grundsätzlich also ein sehr praktischer Dienst, der Verbrauchern beim Einkauf hilft, bessere Entscheidungen zu treffen. Allerdings hat der Dioxineier-Test noch eine Schwäche: Für viele Erzeugerbetriebe liegen noch gar keine Informationen vor, ob ihre Eier belastet sind oder nicht. Der Grund: Die Dioxinuntersuchung ist sehr aufwändig und es gibt nur wenige Labors in Deutschland, die die komplizierten Prüfungen vornehmen können. Viele Landwirte, die noch über Weihnachten Proben eingesandt haben, warten auf den Befund - die Prüfer sind schlichtweg überlastet in diesen Tagen. Barcoo-Gründer Tobias Bräuer (siehe unten) bestätigt dies: "Der Datenbestand ist derzeit tatsächlich noch lange nicht umfassend genug."

Video: Barcoo-Test

Barcoo Test App Eier Dioxin

 
Wer hatte die Idee?


Tobias Bräuer Barcoo

Tobias Bräuer (31, Foto oben) stammt aus Tübingen und hat von 2001 an in Freiburg Informatik und Mathematik studiert. 2002 holte er mit einem Team der Uni Freiburg in Portugal beim RoboCup den WM-Titel in der Disziplin "Robo-Cup Rescue", bei der Roboter verschütette Menschenin Erdbebengebieten finden und eingestürzte Häuser erforschen sollen. Im Jahr 2007 hat er sein Studium mit einer Diplomarbeit über algebraische Geometrie abgeschlossen.

Bräuer ist Gründer von Barcoo, das 2009 von dem Berliner Startup Checkitmobile gekauft worden ist. Heute ist Bräuer Leiter der Anwendungsentwicklung bei Checkitmobile und arbeitet in Kreuzberg.

Der Dioxin-Test für Eier wurde erst gestern in die Barcoo-App integriert. "Wir  hatten die Idee schon lange, auch Eier in unser Angebot aufzunehmen", sagt Bräuer. "Bisher hatte das aber nie Prio 1. Aufgrund des Dioxinskandals haben wir die Funktion jetzt vorgezogen und eingebaut."

Bräuer selbst gehört übrigens nicht zur unmittelbaren Zielgruppe des Dioxineier-Warndiensts: "Meine Eier daheim im Kühlschrank sind Bio-Eier." Und die sind nach dem derzeitigen Kenntnisstand nicht von dem Futtermittelskandal betroffen.



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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 18
Freitag, 07.01.11 17:52
 

tolle Sache aber iwie auch ganz schön traurig, dass man als Verbraucher heutzutage auf solche Helferlein zurückgreifen kann/sollte/muss....

Freitag, 07.01.11 19:26
 

ich hab auch noch ein paar Eier im Kühlschrank, zur Abwechslung mal keine aus BW, sondern woanders her. Leider hab ich kein iPhone, sodass ich sie wohl ungegessen in den Müll befördern muss. Schade :-(

Freitag, 07.01.11 19:34
 

Muss ich jetzt sterben, weil ich kein Smartphone besitze?

Freitag, 07.01.11 19:52
 

Zebra, irgendwann müssen wir alle sterben... das erste Versprechen, was uns in die Wiege gelegt wird ist der sichere Tod.... ;-)


Tatoocheck hat den Kommentar am 07.01.2011 um 19:53 bearbeitet
Freitag, 07.01.11 20:23
 

das erinnert mich schwer an die aktuelle big bang theory folge

Freitag, 07.01.11 20:44
 

app mich doch am arsch, kein bock auf die dinger!!!

Freitag, 07.01.11 21:04
 

macht euch kein kopp, das bißchen dioxin verschwindet im chemischen hintergrundrauschen. verzichtet auf ein paar kippen / bier / rindfleisch / sonnenbäder und ihr habts wieder drin.

edit: wer schwanger ist sollte evtl. aufpassen.


make it with a hot alien babe hat den Kommentar am 07.01.2011 um 21:13 bearbeitet
Freitag, 07.01.11 21:20
 

Endlich kann man mal was mit nem Appel und nem Ei anfangen.

Freitag, 07.01.11 22:41
 

Die Schweinegrippe fand ich noch ganz interessant, weil Viren tatsächlich gefährlich werden können, aber das hier...

Samstag, 08.01.11 10:36
 

@Björn

Wenn du ein App entwickelst, dass Patienten mit H1N1 erkennt bevor es ausbricht ist dir der nächste Nobelpreis für Medizin sicher ;-)

Aber das ist irgendwie mal wieder typisch. Dieses Jahr haben wir keine Pandemiegefahr, also muss was anderes her um die Menschen zu verunsichern.
Und ich Depp hab mich letztes Jahr gegen Schweinegrippe impfen lassen. Wenn ich den Rössler mal in die Finger kriege verpasse ich ihm nen Einlauf mit Essig-Essenz.

Ansonsten find ich es schon ziemlich nerdig mit nem Smartphone im Supermarkt das Kühlregal zu scannen.


Mikey hat den Kommentar am 08.01.2011 um 10:39 bearbeitet
Samstag, 08.01.11 11:52
 

ich finds toll!

endlich können die ganzen Apfel-Kiddies etwas mit ihrem Eier-Phone anfangen :D

...und das wird bestimmt nicht das einzige "Dioxin-App" bleiben.

Ivo
Samstag, 08.01.11 13:46
 

An den Reporter:
man muss nicht alle 20 EIer abscannen da alle (in eine Schachtel) den gleichen code haben!

Samstag, 08.01.11 17:17
 

@Fudder:
Beim Link eines anderen Beitrags,(Interview von Uli Hoeneß @ Nachgefragt/Rotteck Gymnasium) gelangt man ebenfalls zum barcoo app Video.
Bringt das bei gelegenheit mal in Ordnung...
Thx!

Samstag, 08.01.11 17:17
 

Angst verbreiten ist eine bewährte Art die Leute vom Aufmucken abzuhalten.

Samstag, 08.01.11 18:12
 

Ach weisst du Christian, ich schätze mal, dass bei dem Thema keiner so wirklich Angst bekommen hat. So langsam erkennt auch der dümmste das Muster das dahinter steckt und die Thematiken sind ja auch nicht so endlos verfügbar.

Nachdem festgestellt worden war, dass bei uns der Bombenterror nicht zur Panikmache taugt, hat man sich wohl auf Themen eingeschossen die uns nicht so abstrakt vorkommen Bsp. "Der Feind in meinem Kühlschrank." Hatten wir doch auch schon mal.

Die letzten beiden Winter war es "Der Feind, der per Flugzeug in meinem Körper landet."
Schweinegrippe hat allerdings auch nicht funktioniert, also muss dieses mal eine andere Sau oder sonstiges Geflügel durchs Dorf getrieben werden und damits auch zieht per Umweg durch den Futtertrog.
Aber beim Stichwort "Dioxin" denken nur noch die älteren an Seveso, die meisten der jüngeren dürften es für eine neue Designerdroge halten.

Aber die spannenste aller Fragen bei diesen Angst-Knopf-Themen ist doch nicht die, wie der Skandal verlaufen wird oder ob solche TerrorEier als Schläfer in unseren Kühlschränken vor sich hin ticken.
Sondern welches Thema wirds den nächtstes Jahr um diese Zeit sein?
Aber bis dahin werden erst mal wieder ein paar Krokodile in Baggerseen ihr Schwimmabzeichen machen wollen........





Mikey hat den Kommentar am 08.01.2011 um 18:17 bearbeitet
Samstag, 08.01.11 18:31
 

Wir können ja mal wetten.
Obwohl, die realität wird dann bestimmt schriller ;-)

Samstag, 08.01.11 18:51
 

witzigerweise vertragen meerschweinchen 1000mal soviel dioxin wie hamster, oder evtl. umgekehrt, ich ruf jetzt nicht nochmal wikipedia auf.

Telefonmonster
Freitag, 28.01.11 15:25
 

Ist ja auch schon dokumentiert worden, das es nicht so schädlich ist wie behauptet wurde.

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