Rainer Strohmeier, 57, seit 26 Jahren Busfahrer
„Meine Schicht hat heute Morgen um 4:30 Uhr angefangen und geht bis 14 Uhr. Frieren tue ich eigentlich nicht, denn alle Busse der SBG sind nagelneu und
gut beheizt. Die Straßenverhältnisse sind meiner Meinung nach auch noch im dunkelgrünen Bereich. Wenn ich sehe, was in Norddeutschland bei 15 Zentimeter Schnee für ein Theater gemacht wird – das sind bei uns die ganz normalen Winter.

Schneeketten habe ich aktuell nicht montiert. Letztes Jahr habe ich den ganzen Winter keine gebraucht. Aber wenn gar nichts mehr geht, kommen wir da natürlich nicht drum herum. Zum Beispiel haben wir oft das Problem mit den LKWs, die im Winter über den Feldberg fahren und dann hängen bleiben. Wenn wir mit unseren Bussen dann nicht vorbeikommen, müssen wir meistens die Ketten montieren. Das dauert etwa
zehn Minuten pro Reifen und ist schon anstrengend.
Für mich ist es aber immer das Wichtigste, dass nach Feierabend Bus und ich heil in der Garage ankommen.“
Robert Lorenz, 39, seit zwei Jahren stellvertretender Betriebsleiter der Feldbergbahn
„Mein Arbeitstag geht
von 7 Uhr morgens bis etwa 18 Uhr abends. Das kann man aber nie so genau sagen. Der Liftbetrieb geht bis 16:30 Uhr. Dann dauert es immer noch etwas länger, bis die letzten Fahrer zufriedengestellt sind. Ich kann ja nicht um Punkt 16:30 Uhr sagen: ‚So, jetzt ist Schluss!‘. Anschließend kommen alle Sessel in den Bahnhof und eventuell stehen noch ein paar kleine Reparaturen an. Schließlich muss am nächsten Tag wieder alles einwandfrei laufen. Wenn wir also am Abend etwas liegen lassen, dann strafen wir uns damit für den nächsten Tag nur selbst.

Um 7 Uhr in der Früh müssen wir jede Stütze, der insgesamt vier Lifte am Seebuck, kontrollieren. Wir müssen dafür auf jede
hinaufklettern, die Windmesser enteisen und überprüfen, ob auch alle Rollen laufen. Erst wenn das alles gemacht ist, kann man langsam die Bahnen starten bis schließlich der ganze Schnee von den Seilen weg ist.

Warm anziehen ist also sehr wichtig. Allerdings sind wir, was die Kälte betrifft, schon
abgehärtet. Klar, müssen wir in unserem Job auch mal frieren, aber wenn wir es alle immer nur warm haben wollten, dann hätten wir hier oben keinen Liftbetrieb. Nach Feierabend sorgen meistens meine beiden Söhne dafür, dass das Holz im Ofen brennt und es zu Hause schön warm ist.“
Hans-Jürgen Oltmann, 61, seit 46 Jahren Zusteller bei der Deutschen Post
„Meine Schicht geht von 9 Uhr bis 15 Uhr, also gute sechs Stunden. Seit 40 Jahren fahre ich nun schon die Route im Stadtgebiet Neuburg.
Wenn es so kalt ist, wie in der vergangenen Woche, dann zieht man lieber
zwei T-Shirts unter den Pullover als einen. Die dicken Winterjacken von der Post halten aber ganz gut warm. Wenn man lange genug als Zusteller arbeitet, ist man auch dementsprechend abgehärtet. Ich bin daher nicht so empfindlich.
Kalte Finger hat man natürlich, vor allem weil wir Handschuhe tragen, die vorne offen sind. Nur so hat man ein Gefühl dafür, ob man nun einen oder zwei Briefe in der Hand hat.

Schnee und Glätte sind mit dem Fahrrad natürlich auch ein Problem für uns. Die Kommunen und Gemeinden streuen heutzutage leider nicht mehr so gründlich. Gerade in den Hinterhöfen gibt es daher oft Eisflächen. In so einem Fall lässt man das Rad lieber kurz stehen und läuft ein Stück zu Fuß. Ich hatte, Gott sei Dank, bisher noch nie einen
Sturz.“
Kältehelden: Wolfgang Kern (55 Jahre) Räum- und Streuwagenfahrer bei der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg
„Den ganzen Winter haben wir Bereitschaftsdienst. Das wechselt sich dann zwischen verschiedenen Gruppen ab, aber wenn es schneit, müssen wir eben alle raus. Dann werde ich schon mal mitten in der Nacht aus dem Bett geklingelt. Eigentlich machen mir die Arbeitszeiten nichts aus, nur wenn ich unvorbereitet aus dem Bett geschmissen werde, dann ist das nicht schön.

Bei Schneefall sind wir dann ab vier Uhr auf den Straßen. Eine geschlossene Schneedecke ist mir auch lieber als Eis. Die ersten Jahre als Fahrer ist mir bei Rutschpartien auf eisglatter Fahrbahn schon ziemlich der Schweiß die Stirn heruntergelaufen. Man gewöhnt sich auch nie ganz daran.
Mit Leuten, die sich beschweren, habe ich dagegen keine so großen Probleme. 80 Prozent der Bürger sind ja in Ordnung und die, die sich bei mir beschweren, machen das wohl auch sonst. Leider gibt es eben Leute, die würden es gerne sehen, dass ich noch direkt vor ihrer Tür streue und räume und kein Verständnis dafür haben, dass ich feste Vorgaben beim Räumen und der Streumenge habe. Es gibt auch immer wieder Fahrradfahrer, die nicht auf die Seite fahren und man muss dann die ganze Straße im Radtempo hinter denen herfahren.
Aber eigentlich mache ich den Job sehr gerne, sonst würde ich das auch nicht schon seit über 25 Jahren machen. Und es gibt ja genauso viele Leute, die sich freuen und sich bei mir bedanken, wenn sie mich und mein Räumfahrzeug sehen.“
Ringold Wagner, 44, Landwirt aus Denzlingen und schon immer auf dem Freiburger Münstermarkt
„Ich stehe schon zwischen 5 und 6 Uhr auf, fahre aber erst gegen 9 Uhr nach Freiburg rein, weil die Läden hier vor 9:30 Uhr sowieso nicht aufmachen. Gegen 15 Uhr fahr ich dann wieder heim. Dank meinem VW Syncro mit
Allradantrieb ist dabei Schnee für mich kein Problem.

Vor Ort ist es dann wichtig, immer
warme Füße zu haben. Dabei helfen gute Socken und gutes Schuhwerk. Und am wichtigsten: Die Wohnung muss warm sein, wenn man abends ausgekühlt nachhause kommt.
Kälter ist’s auf dem Feld, bei der Ernte. Karotten, Zwiebeln und Rote Beete haben wir ja schon im November geerntet – die kommen aus dem Winterlager. Aber Feldsalat, Spinat und Rosenkohl müssen wir frisch ernten: Da werden die Hände zuerst rot, dann weiß und irgendwann spürt man den
Schmerz nicht mehr.
Auf dem Markt baue ich den Stand dann so auf, dass die anfällige Ware geschützt wird. Trotzdem muss ich permanent aussortieren. Wenn zum Beispiel Rote Beete anfangen zu bluten, können wir sie nicht mehr verkaufen.“
„Ich breche erst gegen 9 Uhr nach Freiburg auf, weil die Läden hier vor 9:30 Uhr sowieso nicht aufmachen. Gegen 15 Uhr fahr ich dann wieder heim. Dank meinem allradangetriebenen VW Syncro ist Schnee für mich kein Problem. Vor Ort ist es dann wichtig, immer warme Füße zu haben. Dabei helfen gute Socken und gutes Schuhwerk. Und am wichtigsten: Die Wohnung muss warm sein, wenn man abends ausgekühlt nachhause kommt. Kälter ist’s auf dem Feld, bei der Ernte. Karotten, Zwiebeln und Rote Beete haben wir ja schon im November geerntet – die kommen aus dem Winterlager. Aber Feldsalat, Spinat und Rosenkohl müssen frisch geerntet werden: Da werden die Hände zuerst rot, dann weiß und irgendwann spürt man den Schmerz nicht mehr. Auf dem Markt baue ich den Stand dann so auf, dass die anfällige Ware geschützt wird. Trotzdem muss ich permanent aussortieren. Rote Beete fangen zum Beispiel an zu bluten – die können wir dann nicht mehr verkaufen.“