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Debatte: Welches Buch hast du nicht zu Ende gelesen?

Schluss. Aus. Vorbei. Es gibt Bücher, durch die quält man sich so lange, bis es irgendwann nicht mehr geht. Langweilige Story, kein roter Faden oder unsympathische Charaktere sind einige Gründe, um ein Buch nicht weiterzulesen. Welche Bücher habt ihr niemals beendet und warum?



Diese Bücher hat die fudder-Redaktion nicht zu Ende gelesen:

Caro: David Foster Wallace - Infinite Jest

Vergangenen Sommer wollte ich „Infinite Jest“ von David Foster Wallace lesen. Foster Wallace sagenumwobenes Hauptwerk („Unlesbar! Noch schlimmer und besser als Ulysses!“) stand schon eine Weile ganz oben auf meiner Liste. Ein moderner Klassiker, der regelmäßig als einer der besten Romane des vergangenen Jahrhunderts gelobt wurde. Seine Reportagen fand ich ohnehin alle großartig und überhaupt war er ja gerade erst einige Monate tot. Außerdem hatten sich im Internet einige Blogger zu „Infinite Summer“ zusammengerottet, einer „Infinite Jest“-Lesegruppe, die das Buch zwischen dem 21. Juni und dem 22. September lesen wollte. 75 Seiten pro Woche, zack!, und das 1000-Seiten Monster ist bewältigt!

Ich bestellte mir das Buch, zwei Lesezeichen (eins für die Fußnoten) und fing an, mich brav durchzuarbeiten. Es war toll! So kompliziert! Die Charaktere so faszinierend! Die Bilder so stark! Die Welt so vertraut und seltsam zugleich. Die Sprache brilliant! Es war toll.

Auf Seite 200 gab ich auf.

Denn während ich über faszinierenden Charaktere kennenlernte, die starken Bilder in meinem Kopf Platz einnahmen, ich zwischen Story und Fußnoten hin- und herblätterte, suchte mein Gehirn einigermaßen verzweifelt den roten Faden zwischen Filmgeschichte, Terrorismus und Tennis. Einen roten Faden, den es in Infinite Jest allerdings wohl nicht gibt. Ein ermüdendes Unterfangen.

Der Roman liegt seitdem ziemlich weit oben im Bücherstapel neben meinem Bett. Die beiden Lesezeichen sind noch immer da, wo ich sie vergangenen Sommer hingesteckt habe. Denn so ganz aufgegeben habe ich das Projekt Infinite Jest nicht. Ich pausiere gerade nur.


Gina: Pascal Mercier - Nachtzug nach Lissabon

Mir tut es im Herzen weh, ein Buch nicht zu Ende zu lesen. Wenn ich ein Buch beginne, fühle ich mich dem Autor gegenüber verpflichtet, es komplett durchzulesen. Trotzdem gibt es auch in meiner Lesevergangenheit ein Werk, dass ich nie beendet habe: "Nachtzug nach Lissabon" von Pascal Mercier.

Wie wurde mir von diesem Buch vorgeschwärmt. "Anrührend. Philosophisch. Nachdenklich" sollte es sein. Im Stile von Carlos Ruiz Zafons "Der Schatten des Windes" - ein Buch, das mir sehr gut gefallen hat. Weil ich damals noch Portugiesisch studierte, sprach mich besonders die Portugal-Thematik des Buches an. Ein paar Wochen später wollte ich selbst nach Lissabon reisen, vorher wollte ich unbedingt noch das Buch zur Vorbereitung und Einstimmung lesen.

Dazu ist es nicht gekommen. Ich habe das Buch nie zu Ende gelesen.

Ich fand es schlichtweg langweilig. Außerdem konnte ich auch nach den ersten hundert Seiten keinerlei Beziehung zum Lateinlehrer und Altsprachengenie Rainer Gregorius - dem Protagonisten des Buches -  aufbauen. Durch die philosophischen Passagen musste ich mich richtig quälen und fand in den Zeilen dann nichts außer einer großen Leere. Einen Spannungsbogen habe ich in diesem Buch nie entdeckt, auch wenn ich ihm wirklich viele Chancen gegeben habe. "Vielleicht gefällt es mir besser, wenn ich ein bisschen mehr Zeit und Ruhe zum Lesen habe", dachte ich mir und schob erstmal ein anderes Buch dazwischen.

Aber auch beim zweiten und dritten Versuch blieb das Gefühl dasselbe: Dieses Buch und ich, wir passen einfach nicht zusammen.


fudder-Debatte

Welches Buch hast du nie zu Ende gelesen? Schreibt in die Kommentare, bei welchem Buch ihr es aus welchem Grund nicht bis zur letzten Seite geschafft habt.






 




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 100
Montag, 06.09.10 16:49
 

Limit von Frank Schätzing....
es ist schon teilweise spannen, aber es zieht sich eeeeeeewig hin und ist irgendwann zäher als Kaugummi

Montag, 06.09.10 16:59
 

"Nachtzug nach Lissabon" hab ich auch nicht beendet. Selten ein langweiligeres Buch gelesen und der Lehrer ging mir unglaublich auf die Nerven.

Montag, 06.09.10 17:00
 

da ich nie auf gut glück kaufe und nicht zum zeitvertreib lesen, relativ wenige. kann mich gar nicht mehr an das letzte erinnern.

Montag, 06.09.10 17:00
 

Die Bibel, kam mir zu weit hergeholt vor

Montag, 06.09.10 17:02
 

@echt: bei einem so heterogenen werk wie der bibel, das aus 66 verschiedenen büchern besteht, sei die frage erlaubt, was genau in welchem biblischen buch dir weit hergeholt erschien ...

[hab mich ungenau ausgedrückt und daher editiert.]


supermanuel hat den Kommentar am 06.09.2010 um 17:07 bearbeitet
Montag, 06.09.10 17:14
 

Sofies Welt

Ich bin zwei mal an Kant hängen geblieben und hatte dann jedes mal die Schnautze voll.

Die Bibel

Immerhin bis zum Buch Samuel, dann hats mich ein bissle genervt und ich hab nur noch Auszugsweise gelesen.

Montag, 06.09.10 17:20
 

feuchtgebiete von charlotte roch

Montag, 06.09.10 17:22
 

Umberto Eco - Die Insel des vorigen Tages

Zu komplex ... aber ich probiers nächstes Jahr nochmal. :-)


Tribe of Malkuth hat den Kommentar am 06.09.2010 um 17:23 bearbeitet
Montag, 06.09.10 17:28
 

Run Rabbit Run - hab noch ungefähr 50 Seiten.....die warten aber schon seit über einem Jahr....irgendwie schaff ich es nicht

Montag, 06.09.10 17:32
 

wahrscheinlich gibt es tatsächlich zwei arten von büchern, die man nicht zu ende gelesen hat:

1.) jene, die man irgendwann mal, wenn mehr zeit // lust // was-auch-immer da ist, fertig lesen will,

und 2.) jene, die man nie zu ende lesen will.

jonaaaa
Montag, 06.09.10 17:49
 

Katz und Maus von Grass. Selten ein Buch gelesen, dass mich derart genervt hat. Ich kann nciht mal genau sagen wieso, aber das konnte ich beim besten Willen nciht fertig lesen.

Montag, 06.09.10 17:49
 

Bye the Way,

hat jemand schon das Machwerk von Sarrazin und würde sich bereit erklären es auszuleihen wenn es gelesen ist.
Ich würd gern lesen worüber ich schimpfe, möchte aber auch net das der Kerl zu viel Geld damit macht.

Bib kann ich vergessen - Vorgemerkt bis zur Europameisterschaft.


Mikey hat den Kommentar am 06.09.2010 um 17:51 bearbeitet
Montag, 06.09.10 17:51
 

@mikey: stehlen ... wobei ich nicht weiß, ob dass dann nicht auch als verkauftes buch in die statistik und somit in seine tasche geht ...

Montag, 06.09.10 17:52
 

@supermanuel
wiebidde, du liest nur dienstlich?? so stelle ich mir die hölle vor

Montag, 06.09.10 17:53
 

@Manuel

Ja weil ne Versicherung den Schaden ersetzt wenn sie mich nicht kriegen. Ausserdem befindet es sich ja dann schon im besitz des Händlers.
Dann müsste ich schon einen draufpacken und in den Verlag einbrechen.

Montag, 06.09.10 18:01
 

gibts auf amazon noch keine gebrauchten kopien?

Montag, 06.09.10 18:09
 

@mikey: sowas hab ich mir gedacht. letzte möglichkeit: falls es das ding schon als PDF illegal runterzuladen gibt ... (aber das ist dann natürlich unschön zu lesen.)

@fever: ja, weil ich das privileg habe, keinen unterschied zwischen leben und dienst machen zu müssen. mache nur das, was mir spaß macht. und dafür werde ich witzigerweise bezahlt. ich hab dabei soviel zu tun, dass keine zeit übrig bleibt, die ich mir "vertreiben" müsste. das heißt aber nicht, dass ich nur sachbücher lese. ich hab da aber - so wie bei kunst allgemein - eine sehr eigene einstellung zu und glaube, dass gute kunst (also auch literatur) immer gleichzeitig unterhalten und (den menschen) bilden muss. wenn ich ein buch weg lege und es nichts in mir bewirkt, nichts verändert hat, war es ein schlechtes buch. davon gibt es nach meinem verständnis viel zu viele. aber das ist immer noch besser, als wenn menschen durch die straße rennen und sich die fresse einschlagen. wenn sie schund lesen, sind sie ruhig gestellt. dasselbe gilt für trash-tv etc. gute kunst macht die welt (bzw. die menschen) ja leider nicht besser. sie macht sie nur erträglicher.

Montag, 06.09.10 18:13
 

"Die Hyperion-Gesänge" von "Dan Simmons".

Das über 100 Seiten dauernde Tagebuch des Priesters lässt mich nach maximal zwei Seiten stets gelangweilt kapitulieren. Dabei soll das Buch doch so ein dolles SciFi Epos sein...

Montag, 06.09.10 18:22
 

"Der Plan von der Abschaffung des Dunkels" von Peter Hoeg.
Und wenn ich quasi rückwirkend die Lektüre abbrechen könnte, würde ich das bei der Blechtrommel und den Buddenbrooks tun. Absolut verschwendete Zeit...

Montag, 06.09.10 18:32
 

Schöner Thread. Muss mal nachdenken.

Montag, 06.09.10 18:34
 

"Die unendliche Geschichte", muahaha.

Montag, 06.09.10 18:40
 

Den Nachtzug nach Lissabon habe ich zwar fertiggelesen, aber ich kann sehr gut verstehen wenn man das nicht tut. Dieses Buch ist mir als das langweiligste Buch in Erinnerung geblieben, das ich je zu Ende gelesen habe.
Und dazu musste ich mich sehr, sehr stark zwingen.

Übrigends, die Bücher, die ich nicht fertig gelesen habe, habe ich mir natürlich nicht gemerkt. Wer konnte ahnen, dass hier mal so eine Frage gestellt wird.....

Montag, 06.09.10 18:47
 

@j.u.l.e.s.: warum ist es zeitverschwendung, sich mit "selbstwahrnehmung und selbstverständnis hanseatischen großbürgertums im 19. Jahrhundert" (wiki zu buddenbrooks) zu beschäftigen?

Montag, 06.09.10 18:48
 

3/4 der abilektüre für den deutsch-lk. letztlich nur iphigenie gelesen. war das dünnste.


Jass hat den Kommentar am 06.09.2010 um 18:48 bearbeitet
Montag, 06.09.10 18:53
 

Das Buch von Dieter Bohlen ^^


bhkmax hat den Kommentar am 06.09.2010 um 19:04 bearbeitet
Montag, 06.09.10 18:55
 

die buddenbrooks "verschwendete zeit"?? what the fuck, alter, what the fuck. abendland = untergang, sarrazin hat recht, licht aus, tür zu, gas abstellen, schlüssel beim vermieter in den briefkasten. war nett, deutschland, war nett. 1871-2010 RIP.

ich habe mir gerade "ass goblins of auschwitz" bestellt und habe schon den verdacht, dass ich das nicht fertiglesen werde. aber es macht sich im regal sehr gut denke ich, setzt so einen schönen ironisierenden akzent. ich stells entweder neben "mein kampf" ins quellentextefach oder ins deutschsprachige-romanklassiker-brett so fake-"falsch eingeordnet". ich sollte hier dringend mehr schlampen durchschleusen um zu sehen ob es wirkt.

zuletzt nicht gelesen wahrscheinlich galls "bismarck", aber ich les es noch, ist nur aufgeschoben, schönes teil. und juli zeh, adler und engel. ich finde zehs essays eigentlich immer klasse, aber ich habe schwierigkeiten mit ihrer prosa, da finde ich nicht rein. und chambers, "the king in yellow". das sind so klassische gothic horror-geschichten, so bierce/poe-mäßig, von denen man wirklich nicht alle gelesen haben muss. ah, bierces kurzgeschichtensammlung hab ich glaub sogar weggeschmissen. ich dachte da ich müßte quasi enzyklopädisch einen querschnitt des genres einkaufen, aber das ist ehrlich gesagt alles nicht so der börner.

warum wurde nicht gefragt, was wir zuletzt fertiggelesen haben? zu offensichtlich?

ich hab infinite jest auch hier im regal, aber das wird wieder so ein "gravity's rainbow"-erlebnis, und bei fußnotenprosa kriege ich immer foltermordphantasien.

@supermanuel
hu, da müßte ich jetzt einen kurzen essay als antwort verfassen

Montag, 06.09.10 18:56
 

Der dunkle Turm 5, 6, 7 aber Halloween kommt ja bald ;)

Montag, 06.09.10 19:02
 

@fever dream: brauchste nicht. ist von mir auch nicht so ernst gemeint, wie es klingt. geht nur in die richtung "everything is connected to everything is connected to everything ..." was bei manchen tätigkeiten ganz witzig // nützlich // spannend sein kann. wäre ich banker oder automechaniker, würde das ganze anders aussehen.

Montag, 06.09.10 19:10
 

Neil Stephenson — Quicksilver

Super Buch, aber irgendwann bin ich mit der notwendigen, parallel laufenden historischen Recherche nicht mehr hinterhergekommen.

Jetzt müsste ich wieder von vorne beginnen, puh...

Montag, 06.09.10 19:12
 

och jo, ich mache ja im prinzip auch was mich interessiert, aber ich muss trotzdem ne menge lesen was nicht dazu passt, dazu interessiert mich einfach zu viel (alles) :)

Montag, 06.09.10 19:24
 

ich hab alle fertiggelesen die ich ernsthaft angefangen habe (ausser offensichtlichen Nicht-Fertig-Les-Buecher wie Telefonbuch etc.) Manchmal war es schan zaeh, ueber ein Jahr hab ich gebraucht fuer: Grass : Ein weites Feld, wie der Name sagt. Heller : Catch 22 - schrullig aber deprimierend, immer nur ein Kapitel pro Woche geschafft. Und Dante: die Hoelle ist ja noch interessant, das Fegefeuer, na ja, aber der Himmel ist dermassen langweilig !

Montag, 06.09.10 19:27
 

Grimmelshausen - Die Abenteuer des Simplicicimus Teusch

aber erst kurz vorm ende aufgehört als die story langweiliger wurde, die abgefuckte sprache hab ich gestemmt...

Montag, 06.09.10 19:31
 

Thomas Mann - Tod in Venedig
und Kohlhaas...aber das auch mehr aus Protest dem Lehrer gegenüber, wenn ich es freiwillig gelesen hätte, hätte ich es wohl ganz gelesen.

@Mikey Sofies Welt war eins der Bücher, die ich innerhalb einer Nacht gelesen hatte...

Montag, 06.09.10 19:56
 

@Sassy

Wenn du mir den Kant in Ruhe erklärst, les ich es auch bestimmt gern zuende.
So eine Auf-einen-Happen Aktion war bei mir "Die Säulen der Erde" ein Komplettes Winterwochende nur Couchen.

Bye the Way: Tod in Venedig fand ich wiederum ziemlich spannend.

Montag, 06.09.10 20:14
 

@mikey ohje ich les es nochmal und dann versuch ichs dir zu erklären...

naja wahrscheinlich hätte ich den tod in venedig schon gelesen aber habs irgendwann weggelegt und nicht weiter gelesen...warum auch immer

Montag, 06.09.10 20:46
 

sturmhöhe von emily bronte und abbitte von ian mcewan
ging irgendwie nicht voran, egal wie ichs versucht hab

Montag, 06.09.10 20:54
 

Ich brauch nur den Kant, Sassy, nur den Kant.

Montag, 06.09.10 21:00
 

"Der Herr der Ringe" weil ich mir die unzähligen Protagonisten nie merken konnte und es irgendwann leid war, immer wieder auf den ersten Seiten nachzuschlagen.
Ansonsten wohl unzählige Schmonzetten die ich von irgendwem empfohlen/geschenkt bekam und dann ganz schrecklich fand.
Grundsätzlich versuche ich aber, ein Buch zu Ende zu lesen wenn das Niveau einigermaßen erträglich ist.
An Infinite Jest habe ich mich noch nicht heran getraut.
Als unlesbar gilt ja: Joyce, "Finnegans Wake". Hat das irgendjemand von Euch gelesen?

Montag, 06.09.10 21:03
 

von joyce sind generell nur seine fürze-und-muschis-briefe lesbar.

Montag, 06.09.10 21:07
 

@ Zebra: Das lesen Anglistikprofessoren in Lesezirkeln mit einer Geschwindigkeit von einer Sitzung pro Silbe. Ich glaube nicht, dass man das einfach so lesen kann?! Aber von ihm selbst gelesen hört es sich zumindest interessant an: http://finneganswake.org/joycereading.shtml


Björn hat den Kommentar am 06.09.2010 um 21:08 bearbeitet
Montag, 06.09.10 21:16
 

"von joyce sind generell nur seine fürze-und-muschis-briefe lesbar."

das deckt sich mit meiner erfahrung.

Montag, 06.09.10 21:17
 

@Björn: leider funktioniert die Verlinkung zur Tonspur auf der Seite nicht :-(

Montag, 06.09.10 21:31
 

Richtig zum gähnen fand ich das von meiner Umwelt so gelobtes und tolles Buch: "Ich bin dann mal weg. Meine Reise auf dem Jakobsweg." von Hape Kerkeling.

Ich finde den "Humor" nicht lustig, mich interessiert der Kerl und seine Biographie nicht und der Jakobsweg ist mir auch herzlich egal.

Nach der Hälfte hab ich das Buch weggelegt nachdem ich über Wochen und Monate versucht habe es fertigzulesen.

Montag, 06.09.10 21:49
 

Ahja genau. das war bei mir auch eins von den geschenkt bekommenen und ätzend gefundenen.

Montag, 06.09.10 22:00
 

John Cowper Powys - Glastonbury Romance

Oh je
Ah ja



Yoke hat den Kommentar am 06.09.2010 um 22:07 bearbeitet
Montag, 06.09.10 22:03
 

Yo ke

Montag, 06.09.10 22:11
 

Den Medicus von Noah Gordon, nicht ganz fertig gelesen; zu faul und zu unruig gewesen, auch die Neugierde: wie wird wohl das Ende?
Ganz Unten von Günther Wallraff nach 2 Tagen durch: Skandalbuch und in der Bestsellerliste sehr lange oben.
Das erste Buch was ich mir selbst gekauft habe, als 9 jähriger, Besser Auto fahren von Walter Röhrl.
Für mich immer noch der beste Autofahrer.


Onkel Ralph hat den Kommentar am 06.09.2010 um 22:13 bearbeitet
Montag, 06.09.10 22:16
 

Von ner Menge Alltagsliteratur mal abgesehen, v.a.:

Goethe, Die Leiden des jungen Werther - vermutlich war ich dafür schon zu alt. Aber Werther hat mich nur genervt, seine Gedanken und Handlungen fand ich völlig absurd.

Goethe, Faust II - Bis zur Mitte hab ichs geschafft, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass noch irgendwas kommt, das mich überzeugen könnte, mich bis zum Ende durchzuquälen.

T. Mann, Josef und seine Brüder - nachdem ich den Zauberberg stolz bezwungen habe, wurde ich wohl größenwahnsinnig. Aber nein, das habe ich nicht geschafft, obwohl ich T. Manns Werk schätze. Vielleicht in 10 Jahren nochmal.

G. Grass, alles, was mir bisher in die Finger kam - ok, ich mag ihn nicht. Ich mag seinen Schreibstil nicht. Irgendwann komme ich immer an den Punkt, an dem ich den Autor schlagen möchte. Richtig hart verkloppen. Gut, man könnte sagen, wer es vermag, solch heftige Gefühle zu wecken, versteht was von seinem Handwerk...

Und die Bibel ist auch nicht mein Freund. Ich seh ja ein, dass sie zur Allgemeinbildung gehört etc., aber es geht einfach nicht. Irgendwie gibts immer ein anderes Buch, dass vorzuziehen ist...

Montag, 06.09.10 22:46
 

Den "Mann ohne Eigenschaften" hab ich auch nie durchgelesen. (Ich halte es für nicht ganz ausgeschlossen, dass ihn nie jemand ganz durchgelesen hat), obwohl er mir streckenweise sehr gut gefallen hat. Das war mehr so wie ein fetter Schokokuchen, von dem man schnell genug hat. Ich habe jedenfalls häufige Verdauungspausen gebraucht und es dann bald ganz sein lassen.

Als Kind habe ich alles was mir in die Finger kam, vo Fernsehzeitungen bis zu Erwachsenenliteratur komplett durchgelesen, aber heute bringe ich vieles nicht zuende.

Endrücklich war, wie ich mal eine Hitler-Biographie aus der Hand gelegt habe, an der Stelle, wo gerade beschrieben wurde, wie Hitler gelitten hat, als er Verwandte verloren hatte. Ich hatte Angst davor, ihn zu verstehen, gar am Ende sympathisch zu finden. Keine Ahnung, ob man so denken sollte.

Montag, 06.09.10 23:02
 

Die Bibel ist mein momentanen Projekt. Einfach um den Spinnern sagen zu können: Ja verdammt ich habs komplett gelesen. Interessant und historisch wertvoll (nicht als Geschichtsbuch, sondern als Spiegel der Kultur von vor teilweise über 2000 Jahren ... und derer die drin rumgepfuscht haben seither) ist es allemal. Genesis las sich flüssig weg, Exodus wurde ein wenig übler, Levitikus ist der allerreinste Schwachsinn, Numeri stinklangweilig. Als Gott Deuteronomium diktiert hat, da hat er plötzlich komplett den Sprachstil geändert ... komischer Kauz versucht wirklich alles uns Nichtgläubige glauben zu machen das Zeug wär gar nicht von einem Autor. Viel weiter bin ich noch nicht ... das Schöne ist, dass die Kapitel so kurz sind :)

Bin dann mal weg hab ich mir als Hörbuch angetan. Beim Silmarillion nach der Hälfte ebenfalss auf CD umgestiegen (sehr empfehlenswert bei dem Buch, vor allem in den Passagen mit vielen komplizierten Namen konnte ich mich vor lauter Buchstabenkolonnen entziffern anders nicht mehr auf die Handlung konzentrieren ...)

Meine Abi-Deutsch-Lektüre (Faustus 2. Teil) hab ich nicht mal angefangen, die Prüfung darüber hat trotzdem meine Note verbessert.

Schöne neue Welt habe ich auf Englisch angefangen, musste aber erkennen, dass es da mehr braucht als "ich versteh schon das meiste".

In Watchmen (graphic novel) steckt auch noch ein Lesezeichen, später mal.

Und dann gibt es noch eine Regalbreite voller Zeug das auf Vorrat gekauft wurde und irgendwann sicher mal drankommt. Und eine Regalbreite (hintendran versteckt) mit tollen Empfehlungen, die sich schnell als grottenschlecht erwiesen haben.

Montag, 06.09.10 23:29
 

bibel, koran, mein kampf und die federalist papers hab ich auch noch rumliegen :) das kommunistische manifest ist da wesentlich freundlicher dimensioniert. und den mann ohne eigenschaften auch, stimmt. oh je.

Montag, 06.09.10 23:36
 

kafkas prozess.
mich interessiert kafkas krankes kleines hirn und was drin vorgeht einfach n scheiss.

homo faber.
gefällt komischerweise hauptsächlich männern.
find ich irgendwie krank.
hab auch ewig gebraucht um mich danach an andere sachen von frisch ranzuwagen die mir dann teils sehr gefallen haben.
aber homo faber ist mir einfach zu hirnrissig.

mir sind im übrigen auch alle menschen die sich z.b. insbesondere für diese beiden werke begeistern können äusserst suspekt.

Dienstag, 07.09.10 00:49
 

Kafka war nicht krank, sondern einfach unendlich skrupulös und hatte ein selten hoch entwickeltes Gespür für Gefahr und zwischenmenschliche und gesellschaftliche Dynamiken, was ich sogar eher mit seelischer Gesundheit assoziieren würde. Und wenn Du noch nie als Ungeziefer aufgewacht bist, kann ich Dich nur beglückwünschen. Mir waren die Bilder, die er benutzt immer intuitiv zugänglich und plausibel und neben dem großen und eigentümlichen Stil, den er geschrieben hat, habe ich immer seine Reflexionen bewundert. Wie K. oder Karl Rossmann im Heizer-Kapitel des "Verschollenen" in lange und gründliche Argumentationen mit sich selbst treten...ein Autor, dem das Jurastudium mehr genützt hat, als er sich selbst eingestehen konnte. Und akzeptiere bitte, dass Leute, die mehr von Literatur verstehen als Du den Mann lieben, unabhängig von der Frage wie krank er denn jetzt wirklich war. (Ich finde übrigens, dass der "Prozess" überhaupt keinen kranken oder kaputten Eindruck macht, sondern sehr klar und kraftvoll daherkommt, wenn Dich die "Strafkolonie" oder "Schakale und Araber" als allerste Lektüre abgestoßen hätte, hätte ich es eher verstanden....)


Björn hat den Kommentar am 07.09.2010 um 00:50 bearbeitet
Dienstag, 07.09.10 08:01
 

verzeih' vivien, aber wenn du kafkas "hirn" als "krank" und "klein" bezeichnest, spricht im hinblick auf sein literarisches werk nur grober unverstand aus dir. wenn du keine vorlieben dafür entwickelt hast und dein subjektives werturteil zu einem "nicht gefallen" kommt, ist das - zunächst - unbestreitbar, weil dein persönliches sinnliches erlebnis. aber von deinen geschmackskriterien ausgehend rückschlüsse zu ziehen auf die person und den geist kafkas verbietet sich.

Dienstag, 07.09.10 08:50
 

Herr der Ringe - Die Gefährten.

Sowas unfassbar langweiliges hab ich echt noch nie versucht zu lesen. Viermal angefangen - viermal aufgegeben.

Dienstag, 07.09.10 08:53
 

@gina, @thegegen:
Pascal Merciers Nachtzug nach Lissabon hat mir noch leidlich gut gefallen: Zwar nur sehr gemächlich nimmt der Zug Fahrt auf, aber spätestens nach der Hälfte, also nach etwa 250 Seiten, macht der Fahrtwind richtig Laune, und man landet viel zu schnell am Ende - fand ich zumindest damals, vor 3 Jahren, glaube ich.

Ganz anders bei seiner ebenso umfangreichen Schwarte Der Klavierstimmer. Schwülstig, dass es aus den Zeilen trieft und fast schon das Buch ramponiert, ein Erinnerungsgedöns sondergleichen, ständig geht es um irgendwelche Kleinigkeiten, an die sich das Erzählerpaar Patrice & Patricia haarklein erinnert - Melancholie, die einen erschlägt.

Am schönsten, passendsten und treffendsten fand ich folgenden Satz auf Seite 203:

"Es kommt mir vor, als hoffe er, durch die Beschwörung dieser Details die vergangene Zeit anhalten zu können, so daß sie den schrecklichen Moment des Geschehens nie erreicht."

Denn dieser Satz passt auf das gesamte Buch wie die Faust aufs Auge: Es kommt mir als Leser vor, als hoffe er, Mercier, durch die Beschwörung dieser end- und bisweilen sinnlosen Details die vergangene Zeit anhalten zu können, so dass sie den schrecklichen Moment des Geschehens, nämlich des Lesens, nie erreicht. Und das ist es! Diese schrecklichen Momente hypergepflegter, ja zelebrierter Langeweile, die beim Lesen dieses Schinkens auftreten, sind damit passé. Ich habe das Buch weggelegt. Schluss im Bus. Aus die Maus.

Vielleicht nehme ich es als nochmals zur Hand, falls mich das Thema Flagellation oder glühende Kohlen mal beschäftigen sollte - denn manche Passagen stellen einen wirklich auf eine harte Geduldsprobe...

Die Klassiker der Moderne wie Joyce's "Ulysses" oder Prousts "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" fand ich großartig - und lesetechnisch absolut machbar. Auch die Romane von Thomas Mann oder Günther Grass brauchen halt etwas mehr Zeit, fand ich aber zum Großteil herausragend, zum Teil aber auch Banane. Ganz genial: Roberto Bolaño, 2666. Der Hammer!

Dienstag, 07.09.10 09:02
 

Twilight

Ja ich gebe es zu ich habe ernsthaft angefangen dieses Buch zu lesen. Nach ziehmlich genau der Hälfte hab ich es nie wieder angefasst. Ich fand es langweilig und albern.

Dienstag, 07.09.10 09:04
 

Wer das Sarrazin Buch "ausleihen" will, bitte bei mir melden ;)

Dienstag, 07.09.10 09:13
 

@Vivien: Kafka ist großartig (und das ist wirklich nicht diskutierbar). "Die Verwandlung" hat mein Vater uns vorgelesen als wir Kinder waren, sogar schon damals fand ich es faszinierend.

Dienstag, 07.09.10 09:20
 

Bei mir war es Feuchtgebiete, dass ich nach 20 Seiten auf die Seite legen musste und Hillary Clintons Biographie. Die ist in ihrem Buch ertrunken in Eigenlob und in der Opferrolle gleichzeitig.

Jetzt lese ich gerade den neuen Roman von Anna Gavalda. I love it.

Dienstag, 07.09.10 09:51
 

kafka lebt!

Dienstag, 07.09.10 10:01
 

Hab gehoert der Lego hat den Franz letztens mit Elvis bei Loco Lotto gesehen.

Dienstag, 07.09.10 10:03
 

Berlin Alexanderplatz von Alfred Döblin

Dienstag, 07.09.10 10:39
 

Adam Smith - Wohlstand der Nationen

Matt Ruff - "G.A.S." und "Fool on the Hill" ... entweder hab ich den Humor dieser Bücher nicht verstanden, oder er war einfach nicht existent, jedenfalls haben mich beide sehr schnell gelangweilt und waren nicht interessant

"Die Simpsons und die Philosophie: Schlauer werden mit der berühmtesten Fernsehamilie der Welt" ... da fehlt mir irgendwie ein wenig der Background von Nietzsche, Kant, alten Griechen usw. ... aber da arbeite ich noch dran ;-)

Hera Lind - Mord an Bord ... nach 10 Seiten in die Ecke geworfen.

Dienstag, 07.09.10 11:03
 

Thomas Bernhard: Das Kalkwerk. Hatte zuvor von Bernhard "Holzfällen" und "Der Untergeher" mit Genuss gelesen, das "Kalkwerk" fand ich in seiner sprachlichen Radikalität aber dann doch eine Spur zu anstrengend.

Haruki Murakami: Mister Aufziehvogel. Den ersten Teil des Buchs fand ich gelungen, besonders die Brunnenszene mit dem japanischen Soldaten, aber danach wird die Story so weitläufig, dass ich das Buch nicht weiterlesen mochte.

Dienstag, 07.09.10 11:24
 

Gerade jetzt im Türkeiurlaub: Orhan Pamuk: Schwarzes Buch.

Bis ca. zur Hälfte habe ich es geschafft. Aber dann hatte ich trotz phasenweiser Begeisterung genug von seinen Endlossätzen, den ständigen Geschichten in den Geschichten, den langen Assoziationsketten.

Dienstag, 07.09.10 11:28
 

Feuchtgebiete / Charlotte Roch

Pornographie gibt es auch mit deutlich mehr Handlung als in diesem Buch. Wer Spass an Fäkalsprache und wiederwetigem Kopfkino hat - dem ist das Buch zu empfehlen. - Ich finde es anspruchslos,ekelerregend,einfallslos und vor allem Langweilig.
Nach dem halben Buch muss man sich schämen, es in der Öffentlichkeit gelesen zu haben. *würg*

Dienstag, 07.09.10 11:44
 

@david:
oh, murakami finde ich weltklasse - allen voran auch den mister aufziehvogel. ich habe es total verschlungen - und seitdem heißhunger auf mehr murakamis. aber ich habe bis auf manche erzählbände alle durch ;-) in vier wochen gibt's nachschub.

Dienstag, 07.09.10 11:48
 

@ brainman
Klar, kann ich schon nachvollziehen. Finde es auch ne tolle Sache, wenn man für eine bestimmte Zeitspanne an einem Autor/Autorin hängenbleibt. Ist bei mir gerade so mit der Krimi-Trilogie von Stieg Larsson. Man kann von dem Mann ja halten was man will, aber er versteht es, Spannung zu erzeugen.

Dienstag, 07.09.10 11:53
 

@Milchreis: Ich bin fassungslos. :D Wie kann man "Fool on the Hill" nicht unterhaltsam finden?? Oo Sicher keine Weltliteratur, aber doch eins meiner Lieblingsunterhaltungsbücher.

Bei mir liegt grad seit Monaten die Nelson Mandela-Autobiographie halb gelesen rum. Oh je, diese Aufzählung von vielen vielen Name liest sich sehr zähflüssig bisher.

Grundsätzlich lese ich aber eigentlich alles zuende, egal, wie weh es tut. :D
Z.B. muss man sich an den atemlosen Schreibstil von Jose Saramago - Die Stadt der Blinden auch erstmal gewöhnen, aber irgendwann geht es dann.

Dienstag, 07.09.10 11:57
 

Vladimir Sorokin: Der himmelblaue Speck.
Unlesbares Buch - wer´s schafft, dem zahl ich Fips Asmusens Witze-Enzyclopaedie.
Sprachlich so verknotet (also Sorokin), dass sogar die Fäkalphantasien und die Pornoepisoden (Hitler schläft mit Stalins Tochter, Stalin selbst mit Chruschtschow usw.) ihren Reiz verlieren.... glaub ich zumindest - bis zum Ende hab ich´s jedenfalls noch nicht geschafft.

Dienstag, 07.09.10 12:00
 

@brainman und david: ihr verunsichert mich. murakami ist ja umstritten, weswegen ich mich immer von ihm ferngehalten habe. so wie meine eltern mir damals immer gesagt haben: sprich nicht mit schmierigen onkeln. also: murakami lesen, oder nicht? mit welchem schriftsteller würdet ihr ihn vergleichen?

DerOnkel
Dienstag, 07.09.10 12:01
 

Das Foucaultsche Pendel, Umberto Eco
Drecksbuch, verficktes.
Pro Zeile mindestens drei Fremdwörter, die garantiert noch niemand außer dem Autor selbst gehört hat.
Regt mich heute noch auf, der Scheiß.

Dienstag, 07.09.10 12:10
 

Wieso ist Murakami umstritten? Und wieso sollte man sich deswegen von einem Schriftsteller fernhalten?

Dienstag, 07.09.10 12:13
 

@thegegen: hat wieder mit einem wort zu tun, das dir nicht gefällt - qualität. er ist was seine schriftstellerische qualität angeht umstritten. und da ich nicht über das selbe immense quantum an zeit zu verfügen scheine, wie du, ist das für mich ein wichtiges kriterium.

Dienstag, 07.09.10 12:22
 

Jetzt fängt es an, interessant zu werden. Was ist schriftstellerische Qualität? Die Sprache? Die Story? Ist die Qualität nur dann vorhanden, wenn beide Kriterien erfüllt werden? Welche Kriterien gibt es noch?

Ein Beispiel: Stieg Larssons Krimi-Trilogie Verblendung/Verdammnis/Vergebung ist in meinen Augen, was das sprachliche Können anbelangt, ziemlich 08/15. Dennoch hat er solch ein gutes Gespür für spannendes Geschichtenerzählen, dass ich diese Bücher um ein vielfaches schneller lese als den oben gelobten Autor Roberto Bolaño, dessen "Wilde Detektive" zwar vom Stil her genüsslich sind, wegen des reichlich zerfledderten Erzählstrangs aber nur schwer zumutbar.

Dienstag, 07.09.10 12:29
 

keep-it-deep: kommt ganz darauf an, was für eine bedeutung man literatur zuspricht.
ich finde das bücher etwas mit einem machen können, etwas ganz tief in einem verändern.
das ist auch etwas was grosse schriftsteller ausmacht, und da schliesse ich kafka durchaus mit ein.
aber was mit leuten nach intensiver kafkalektüre passiert ist nicht schön.
es macht irgendwas mit menschen, bringt sie dazu in ihre eigenen tiefen abgründe zu schauen.
und irgendwie ist es auch ein bischen wie eine droge und hochgradig manipulativ.
ich weis nicht wie ich es beschreiben soll, aber ich finde das alles ziemlich widerlich und für junge leser vollkommen ungeeignet.
ab ende zwanzig anfang dreissig ok, aber vorher bin ich doch ganz froh dass ich intuitiv mit ablehnung reagiere.
kafka zu lesen ohne dass es einen von innen heraus zerstört erfordert auch eine gewisse reife die ich mir selber nicht zusprechen würde.

Dienstag, 07.09.10 12:36
 

Ich habe mich mit Murakami intensivst beschäftigt und ich habe noch nie davon gehört oder gelesen, dass seine "schriftstellerische Qualität" umstritten sei. Wo steht das? Wo wird das diskutiert? Dass ein paar schlechte Kritiken zu einem seiner Bücher nicht zählen dürfte natürlich klar sein. Sonst müsste man ja jedem Schriftsteller "schriftstellerische Qualität" absprechen.

Deine Spitze kannst du dir übrigens sparen. Unnötig wie...ach...gähn...

Dienstag, 07.09.10 12:43
 

@ vivien: deiner argumentation pflichte ich vollumfänglich frei. zumal auch keine verpflichtung besteht, für gewisse genre und autoren der literatur empfänglich zu sein. aber gerade das in die abgründe des eigenen selbst schauen beziehungsweise an diese durch ein buch herangeführt zu werden, ist etwas, wofür ich seit je her empfänglich war. :)

Dienstag, 07.09.10 12:45
 

@ thegegen: murakami wird von manch einer kritikerseele eine gewisse "verflachtheit" und ein hang zur "verkünstlichung" vorgeworfen... liegt nach meinem persönlichen dafürhalten aber im auge des lesers // betrachters...

Dienstag, 07.09.10 12:57
 

Mich würden Belege dazu wirklich interessieren, ich kenne diese Kritiker nicht. Falls damit Sigrid Löffler gemeint ist, so hat Reich-Ranicki ja schon alles dazu gesagt.

Natürlich ist Murakami wie jeder Schriftsteller kritisierbar, aber um "umstritten" zu sein, muss der Autor schon sehr polarisieren und das ist bei Murakami meines Wissens überhaupt nicht der Fall.

Dienstag, 07.09.10 13:44
 

"es macht irgendwas mit menschen, bringt sie dazu in ihre eigenen tiefen abgründe zu schauen."

sowas find ich wunderbar.

"Deine Spitze kannst du dir übrigens sparen."

dass man sich eine spitze nicht spart, gehört zu ihrem wesen.

was murakami angeht, hat keep-it-deep alles nötige gesagt. ich selbst hab ihn bisher noch nicht gelesen, vielleicht werde ich das demnächst mal tun, denn, zitat eines freundes, mit dem ich vorhin telefoniert habe: wenn du dich dran aufgeilst, ein buch während einer zugfahrt von freiburg nach köln durchzuziehen, dann lies murakami".

ich fahr demnächst nach köln ...

Dienstag, 07.09.10 14:00
 

@ thegegen: Du hast Dich intensiv mit ihm beschäftigt und weißt nicht, dass Sigrid Löffler beim "Literarischen Quartett" ausgestiegen ist, weil sie so empört darüber war, dass eines seiner Bücher dort überhaupt besprochen wurde? Du wolltest ja Belege dafür, dass er umstritten ist: http://www.youtube.com/watch?v=sWk25aCjRnQ

Ich mochte "Wilde Schafjagd" übrigens gerne, ich würde mich diesem radikalen Veriss nicht anschließen.

Dienstag, 07.09.10 14:02
 

@Björn: siehe obigen Beitrag.

Dienstag, 07.09.10 14:26
 

@huaaa

Vielleicht hat es daran gelegen, dass ich vorher mehrere Bücher von Christopher Moore gelesen hatte, dann irgendwie mit einer falschen Erwartungshaltung an Matt Ruff rangegangen bin und eine herbe Enttäuschung erlebte.

Ich habe "Villa Incognito" und "Völker dieser Erde, relaxt" von Tom Robbins vergessen ... irgendwie habe ich da den roten Faden erst gar nicht gefunden


Milchreis hat den Kommentar am 07.09.2010 um 14:39 bearbeitet
Dienstag, 07.09.10 14:30
 

Ok, da war ich wohl zu spät.

Aber Du wirst ja nicht behaupten wollen, dass sie seine einzige Kritikerin ist. Hast ja selbst Internet.

Rezension von "Kafka am Strand" aus der NZZ von 2004: Schmonzette", voller "Plattitüden", es geht zu wie in der "schwäbischen Stube Hermann Hesses"

FAZ vom 05.08. 2000 zu "Gefährliche Geliebte": "fundamentale Pannen", "Wahre Erotiker sind diskret. Und vergessen Bücher wie dieses."

NZZ vom 28.03.2000 zu "Gefährliche Geliebte": "Die Sprache plätschert seicht wie die Dialoge dahin", "psycholgisch schlichte Kost", "in einem Zug lesen - und dort liegen lassen"

FAZ vom 26.04.2006 zu "Afterdark": "banal, blass, schal"

NZZ vom 19.01.2006 zu "Afterdark": "missratene Fingerübung", "haarscharf an einer Schmonzette vorbei geschrammt", "hölzerner Charme"

Frankfurter Rundschau vom 11.01.2006 zu "Afterdark": "undeutlich, angestrengt und vergebens"

DIE ZEIT vom 24.11.2005 zu Afterdark: "schlichte und unmelodiöse Sprache"

usw.usf.

Es geht mir nicht darum, Murakami zu kritisieren, was ich mir nach der (eine ganze Weile zurückliegenden) Lektüre eines einzelnen Romans nicht anmaßen will, sondern darum, die Behauptung zu widerlegen, er sei unumstritten. Zusammen mit dem teils überschwänglichen Lob, ergibt sich das Bild, dass er heftig umstritten ist, aber vielleicht ist das ja zumindest ein Indikator für Originalität.


Björn hat den Kommentar am 07.09.2010 um 14:33 bearbeitet
Dienstag, 07.09.10 14:46
 

Ich hab Stieg Larsons Triologie gerade fertig gelesen. Es war einfach geschrieben, aber ich fand den Charakter von Lisbeth Salander einzigartig. Ich finde es großartig, wie die Schriftsteller die Charakter ausschmücken und wieviel Fantasie daheinter steckt.

Grad gefällt mir Anna Gavalda sehr gut. Mir gefällt ihre Sprache, die sich vom den anderen Büchern abhebt und so ein herrliches französisches Flair hat. Nicht ganz so verschrobene Charaktere wie in Zusammen ist man weniger allein...Aber es gefällt. Hätte ich allerdings auf die Rezessionen bei einem Online-Buchhändler gehört, hätte ich das Buch nicht bestellen sollen....So weit auseinander liegen Geschmäcker eben.

Dienstag, 07.09.10 14:46
 

Ich hab Stieg Larsons Triologie gerade fertig gelesen. Es war einfach geschrieben, aber ich fand den Charakter von Lisbeth Salander einzigartig. Ich finde es großartig, wie die Schriftsteller die Charakter ausschmücken und wieviel Fantasie daheinter steckt.

Grad gefällt mir Anna Gavalda sehr gut. Mir gefällt ihre Sprache, die sich vom den anderen Büchern abhebt und so ein herrliches französisches Flair hat. Nicht ganz so verschrobene Charaktere wie in Zusammen ist man weniger allein...Aber es gefällt. Hätte ich allerdings auf die Rezessionen bei einem Online-Buchhändler gehört, hätte ich das Buch nicht bestellen sollen....So weit auseinander liegen Geschmäcker eben.

Dienstag, 07.09.10 14:47
 

Dann haben wir wohl verschiedene Auffassungen, was "umstritten" angeht. Für mich sind einige negative Rezensionen zu einem speziellen Buch kein Indikatur dafür, dass ein Autor umstritten ist, ganz besonders was seine "schriftstellerische Qualität" anbelangt. Es geht ja schließlich um den Autor und seine gesamten Werke als Ganzes und nicht um einzelne Bücher.
Nach der Argumentation wäre jeder Autor auf diesem Planeten umstritten, weil man zu jedem Schrifsteller mehrere negative Kritiken zu irgendeinem seiner Bücher finden kann.


thegegen hat den Kommentar am 07.09.2010 um 14:48 bearbeitet
Dienstag, 07.09.10 15:01
 

@björn: vergebliche müh'.

petrapetra
Dienstag, 07.09.10 15:12
 

Hermann Hesse - Der Steppenwolf.

Das Vorwort war gut, die eigentliche Geschichte aber war mir dann doch zu abwegig.

Dienstag, 07.09.10 15:23
 

@Vivien und k.i.d.:
Ich sehe das ein wenig anders. Gute Literatur zeichnet sich auch dadurch aus, dass sie den Leser sozusagen dort abholt wo er gerade steht. Deswegen braucht es für Kafka z.B. keine besondere Reife (Alter) was ich ja auch schon in meinem Posting weiter oben beschrieben habe.
Auch schon für uns als Kinder war "die Verwandlung" interessant weil es eine hohe sprachliche Qualität und Intensität aufweist. Was dabei sonst noch mitschwingt, versteht man natürlich erst später. Aber verstörend war das Buch für uns ganz sicher nicht.

Dienstag, 07.09.10 15:38
 

ich ordne bücher von unbekannten autoren ja idr einfach danach, was die leser des autoren sonst noch lesen, und die murakamileser die ich kenne haben einen zuverlässig entsetzlichen, seicht-soßigen literaturgeschmack. insofern würde es mich nicht überraschen wenn ich, sollte ich von ihm mal was lesen, die von björn zitierten kritiken unterschreiben könnte.

Dienstag, 07.09.10 16:02
 

@ thegegen: Ich glaube bei Kafka wirst Du Mühe haben, irgendwo eine fundamentale Ablehnung aus Fachkreisen zu finden. Zumindest nach dem Zweiten Weltkrieg. Aber das ist auch das absolute Extrembeispiel. Ich weiß nicht, wie Du umstritten definierst, wenn Dir dafür nicht ausreicht, dass die eine Hälfte der Kritiker einen Autoren feiert und die andere ihn zum Kotzen findet.


Björn hat den Kommentar am 07.09.2010 um 16:07 bearbeitet
santacrocce
Dienstag, 07.09.10 16:20
 

Das Focaultsche Pendel von Eco: Habe mich nach dem "Namen der Rose" voller Begeisterung in die nächste Buchhandlung begeben, um s o f o r t einen weiteren Eco in meinen Besitz zu bringen. Habe nach ca. 50 Seiten aber völlig entnervt aufgegeben und auch nie wieder angefangen: Lesen mit Roman in der einen und Wörterbuch in der anderen Hand macht mir einfach keinen Spass !

Dienstag, 07.09.10 16:26
 

"Ich weiß nicht, wie Du umstritten definierst, wenn Dir dafür nicht ausreicht, dass die eine Hälfte der Kritiker einen Autoren feiert und die andere ihn zum Kotzen findet."

Ja, WO steht das denn?

Du kannst doch nicht allen Ernstes pauschal davon ausgehen, dass Die Zeit oder FAZ oder weiß der Geier wer Murakami scheiße findet, weil "Afterdark" nicht gefallen hat? Der Kicker findet ja auch nicht gleich Schweinsteiger scheiße, weil er beim letzten Spiel schwach war.
Mir fehlt da die Auseinandersetzung mit dem Gesamtwerk des Schriftstellers und die dann abschließende Beurteilung. DANN kann man behaupten, die eine "Hälfte" der Kritiker findet Murakami scheiße und die andere nicht. Und dann kann man auch sagen, der Autor ist umstritten.

Dienstag, 07.09.10 20:03
 

@ zebra ich finde kafka auch gut...und meine mutter mag es auch ;-)

Dienstag, 07.09.10 20:08
 

@sassi: sie hat offenbar Geschmack! Grüß sie von mir.


Zebra hat den Kommentar am 07.09.2010 um 20:11 bearbeitet
Dienstag, 07.09.10 20:11
 

@ zebra...joa doch schon..

too late
Mittwoch, 08.09.10 04:33
 

ok: hab mir leider nach auswahlkriterium preis und cover das schlechteste buch aller zeiten gekauft:
Danielle Steele: One day at a time

beim lesen musste ich leider feststellen, dass zunächst die ein oder andere seite plötzlich in flammen aufging (das feuerzeug war wegen campingkocher in meiner hand) und später das buch auch noch jede menge hot-chili-ketchup schlucken musste. so was abgrundgrütziges ist mir noch nicht untergekommen. das buch ist dann im hundekot der campingtierliebhaber verendet. unfassbar schääääälecht geschrieben.

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