Von null auf hundert in zwei Sekunden: Wie Jello Biafra es gestern Abend geschafft hat, das vollzählige Auditorium im Atlantik sofort rumzukriegen, ohne, dass man sonderlich viel von seinen Texten verstanden hätte. Ein Bericht von Chico.





Und da wollte ich gerade den Fotografen zu den gelungenen Bildern beglückwünschen... :-))
"Police Truck" gab's übrigens, als weiteren DK-"Hit", auch noch - den alten Kram hat's aber meiner Meinung nach gar nicht gebraucht, die neuen Stücke sind eigentlich schon gut genug.
Stimmt, der Gesang war etwas leise, hat mich in dem Fall aber nicht weiter gestört - guten Sound hat man ja zur Not auf Platte (CD, MP3...). Sehr nett auch die Unmengen Wasser, die von der Theke aus durchgereicht wurden... :-)
Hm. Ein Bericht ohne Interview (ok, kann man nichts machen) und eigene Bilder. Bisschen schwach auf der Brust.
also ich halte ja im allgemeinen recht wenig von versuchen konstruktive politische aussagen in Songtexte zu packen, aber über jello's musik sachen zu schreiben wie „Die USA? Verbrecher! Bush, Schwarzenegger? Wichser! Kalifornien? Schurkenstaat!", stellt das ganze in ein zu unrecht eklig primitives licht.
ausserdem stimmt es nicht das alle DK hits gespielt wurden, ich hätte zum beispiel gerne to drunk to fuck gehört
NYHC: schau mal youtube durch, wenn du etwas Zeit hast, ich erinnere mich da schon an den einen oder anderen Clip, in dem er Bush schlicht als "Arschloch" bezeichnet... Kann ich jetzt leider nicht belegen, aber sowas macht er glaube ich ganz gerne in Ländern, in denen Englisch nicht so gängig ist, um überhaupt verstanden zu werden. Ich vermute, in Deutschland geht er einfach davon aus, dass die Leute Englisch können und auch komplexere Aussagen verstehen... Er war ja mittlerweile auch schon einige Male "Spoken Word" hier...
"Konstruktive politische Aussagen" kriegt Biafra als einer der Wenigen gut hin (finde ich), einfach wegen der Ironie und dem gelegentlich recht verqueren Ansatz – beides fehlt den meisten anderen "Punksängern". Und ich denke, deshalb kommen auch noch 24 Jahre nach dem Ende der Dead Kennedys massig Leute zu seinen Auftritten...
Dass er eben nicht "alle Hits" spielt, empfinde ich als eher gut – Punk-Nostalgie passt nicht zu Biafra und er (bzw. die Band) hat ja genügend aktuelles Material. Seine ehemaligen Kollegen sehen das anders und spielen (mit wechselnden Sängern) munter das alte Zeug.
Aber Biafra hat wohl auch einige weiter DK-Stücke in petto – ich hab' ihn vor einigen Jahren mal mit den Melvins gesehen, da gab's neben den auch gestern gespielten Stücken noch "Moon over Marin", "Riot" und "Bleed for me"... Haha, damals hat er sich bei der neuen "California"-Version allerdings etwas mehr Mühe mit dem deutschen/österreichischen Akzent gegeben... :-)