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Wie werde ich Tattoomodel?

Miss Mantis kann Fotos von sich selbst nicht leiden. Das ist nicht ungewöhnlich. Doch die 28-jährige Heilerziehungspflegerin ist seit zweieinhalb Jahren Fotomodell, und zwar für Tattoos. Die Freiburgerin erzählt uns, wie sie dazu gekommen ist, worauf es bei diesem Beruf ankommt und wie man den Einstieg in diese Branche am besten angeht [mit Foto-Galerie].

Miss Mantis

Jobeinstieg

"In den Job bin ich eher reingerutscht", sagt Miss Mantis. "Eine Freundin hatte ein Fotoshooting, bei dem das andere Model abgesprungen war. Ich habe es ihr zuliebe getan." Tattoomodel zu werden hatte die 28-jährige Heilerziehungspflegerin ursprünglich nicht im Sinn. Models müssten gern im Mittelpunkt stehen, habe sie anfangs gedacht, das sei nicht ihr Ding. "Wenn man sich die Heidi-Klum-Verschnitte anschaut, pass' ich da nicht rein. Ich bin zu bunt." Der Fotograf war da anderer Meinung. Und hat sie gleich für ein weiteres Shooting gebucht. Miss Mantis stimmte zu - und merkte, dass ihr das Modeln gut tut, ein anderes Gefühl für sich selbst gibt.

Das erste Mal

Ihr erstes Tattoo hat sich Miss Mantis mit 13 Jahren stechen lassen, ein Tribal am Oberarm, das inzwischen überstochen ist. Inzwischen zieren über 80 Tätowierungen ihren Körper. Jedes davon hat seine eigene Bedeutung. "Ich trage einen Teil meiner Lebensgeschichte mit mir herum. Die Tattoos sind eine Erweiterung meiner Persönlichkeit", sagt sie. "Love what you are" - der Schriftzug zieht sich quer über ihr Dekolleté, direkt unterm Schlüsselbein.

Der rechte Arm ist voller bunter Comicfiguren, sie stehen für Miss Mantis' Familie und engste Freunde. "Jeder durfte sich ein Comictier aussuchen, mit dem er sich identifiziert", erklärt sie. Bald soll noch Bibi Blocksberg dazukommen. "Ich steh' total auf Kitsch. Die bunten Motive passen zu mir, weil ich ein quirliger, lebensfroher Mensch bin." Dass sie schon mal von älteren Damen auf der Straße gefragt wird, ob sie ihre Tattoos genauer ansehen dürfen, nimmt sie amüsiert in Kauf. "Die fragen wenigstens."

Miss Mantis

Der Einstieg ins Modelgeschäft war für Miss Mantis weniger steinig, als Castingshows es dem Zuschauer suggerieren. In der Branche laufe viel über Mundpropaganda. "Die Fotografen kennen sich untereinander, da ist man als Neuling in der Szene Frischfleisch", so Miss Mantis. Bei Models geht es darum, präsent zu sein. Miss Mantis meldete sich bei der Modelkartei an, die Bewerbung auf der Internetplattform ist kostenlos. Sie erstellte eine Sedcard, die zeigt, dass sie wandelbar ist. Anfangs habe sie die Fotografen angeschrieben, ob die sie auf "Time-for-prints"-Basis buchen wollten - statt der Gage bekommt das Model die Fotos. Um das Make-up kümmerte sich Miss Mantis selbst.

Nach kurzer Zeit wurden Fotografen auf sie aufmerksam. Tattoomodels füllen eine Nische in einer Welt der Gesichter von der Stange. "Viele Fotografen sind auf der Suche nach Charaktermodels wie uns, die wollen auch mal was anderes", sagt Miss Mantis. Trotzdem müssten Tattoomodels aufpassen, eines Tages nicht "abfotografiert" zu sein - es sei wichtig, ein Gespür für gute Zeitpunkte und den richtigen Fotografen zu entwickeln. Verantwortlich für ihre Karriere sind die meisten Tattoomodels selbst; viele haben keine Agentur. Das erfordert ein hohes Maß an Selbstorganisation - und Prinzipien, die man unbedingt haben sollte, wie Miss Mantis findet. Ihr ist es wichtig, mit dem Fotografen vor dem Shooting telefoniert zu haben. Nur so könne sie ein Gefühl für ihr Gegenüber bekommen. Ein absolutes Tabu ist für sie, sich mit einem Pelz ablichten zu lassen. Aktfotos kommen für sie nur dann in Frage, wenn sie den Fotografen gut kennt.

Wer kann Tattoomodel werden?

Der Job eines Tattoomodels unterscheidet sich im Wesentlichen nicht von dem eines konventionellen Models. Dennoch kann nicht jeder Tattoomodel werden. "Mit einem Arschgeweih allein wird das nichts", sagt Miss Mantis. Zwar komme es auf den Typ an, aber die Nachfrage lasse sich nach der Faustregel "Je mehr, desto besser" beschreiben. Wer neu in der Branche ist, sollte sich auf jeden Fall zur Gewohnheit machen, sich über den Fotografen vorab zu informieren. Dann könne man gleich sehen, ob man auf einer Wellenlänge sei. Mit der in "Germanys next Topmodel" dargestellten Welt hat der Alltag eines Tattoomodels Miss Mantis zufolge nicht viel zu tun. "Zickereien kann man sich am Set nicht erlauben. Aber die Serie lebt ja vom Drama."

Auch die Shootings sehen in der Realität anders aus. Statt sich hinzustellen und nach drei Posen wieder zu gehen heißt es da morgens um halb vier aufstehen und vier bis acht Stunden vor der Kamera stehen. "Das Ganze hat auch viel mit Organisation und Vorbereitung zu tun. Du musst an dir arbeiten", sagt Miss Mantis.

Miss Mantis

Kann ich davon leben?

Mittlerweile könnte Miss Mantis von dem Modeljob leben - wenn sie wollte. Bilder von ihr hängen im Grünhof und im YumYum, in der SternView-Fotocommunity wurde ihr Foto zur schönsten Akt-Fotografie gekürt. Sie ist viel herumgekommen in den letzten Monaten, hatte ein Shooting in Paris und nahm an verschiedenen Conventions und an der Fashionweek Berlin teil.

Demnächst soll es nach Barcelona gehen. Was danach kommt, wird sich zeigen. "Einmal in einer typischen Glamourzeitung abgelichtet zu sein, das wär's", sagt Miss Mantis, "in der Vogue oder so."

Mehr dazu



Foto-Galerie: Miss Mantis

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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 17
Freitag, 06.08.10 10:35
 

Was ich noch nicht ganz verstanden habe: modelt sie hauptsächlich ihre Tattoos? Also so in Tattoo-Zeitschriften? Oder modelt sie eher für Modelabels, die ein tättowiertes Model haben möchten?


anne-julie hat den Kommentar am 06.08.2010 um 10:36 bearbeitet
Freitag, 06.08.10 10:47
 

@anne


tätowiert

Freitag, 06.08.10 11:44
 

Da gibts aber viel bessere Tattoo-Models und vor allem: Mit viel interessanteren und harmonisch zusammen passenden Tattoos. Das Mädel sieht nur noch wie ein Flickenteppich aus.

Freitag, 06.08.10 13:18
 

rattenscharf

Freitag, 06.08.10 15:04
 

Bin schon seit dem "Was ist dein Stil?" begeistert !!!

Oh nein
Freitag, 06.08.10 15:12
 

Liebe Caro,
die Tendenz zu Veganertum, Tätowieungen und Piercings nimmt langsam auffällige Ausmaße an.

Freitag, 06.08.10 16:37
 

ich steh' dazu: ich find' tätowierte mädels heiß. (wobei ich noch nicht sicher bin, ob das auf alle tätowierten mädels zutrifft.)

Freitag, 06.08.10 17:14
 

@ Oh nein

Schade nur, dass ich mit diesem Beitrag nichts zu tun hatte. Mitarbeiterin Eli hat Miss Mantis aufgetan. Hätte ich 1. gewusst, dass sie professionell modelt, und 2. einen Kontakt zu ihr gehabt, wäre sie schon viel früher hier erschienen. Denn seit der fudder-Party und der Stilfrage im Winter sind wir hier alle ausgewiesene Fans. So wie CasualFR auch. :)

Freitag, 06.08.10 21:45
 

gefällt mir eigendlich gut, aber etwas "too much" für meinen geschmack

Freitag, 06.08.10 22:28
 

@nync

eigentlich

Samstag, 07.08.10 00:05
 

also ich finde sie klasse..
wenn jemand so eine entscheidung für sich trifft, warum soll er oder sie es nicht konsequent durchführen.

hab seit 2 monaten auch eins wobei es bei dem einen bleiben wird.., denke ich ( noch ) :-)

Samstag, 07.08.10 11:18
 

Ich will die Schuhe, die die hübsche Dame auf dem Titelbild trägt *sofort*

Samstag, 07.08.10 14:23
 

finde tätowierungen in 99% aller fälle beschissen, und in diesem fall sieht die kollegin durch ihre motivwahl mit den blümchen und schleifchen und püppchen aus wie das nippesregal meiner verstorbenen oma, aber wenn es sie glücklicher macht oder ihr auch nur eine modelkarriere eröffnet nur zu.


möh hat den Kommentar am 07.08.2010 um 14:23 bearbeitet
Sonntag, 08.08.10 15:48
 

neulich las Ich in einem blog folgendes:

"" tätowieren, das sage ich schon seit jahren, dürften sich nur knackis, matrosen und dicke mexikanische muttis. ""

he,he
;)
den fand ich gut bei all der übertriebenen landläufigen tätowier-geilheit.

die "arsch-geweihs" mancher ladies sieht man ja unweigerlich, wenn die sich mal bücken.
und viele, die Ich zu sehen kriege, sind so blau-grau-scheußlich, als ob da jede minuten die farbe abblättern will.

igit!


ist ja jederfraus /-manns eigene entscheidung, aber Ich will mit 80 nicht aussehen, wie die comics auf einer packung cornflakes, ihr etwa ?

irgendwie erinnern Mich die tattoos der werten lady auf ihren photos auch ein wenig an die sticker in den billig-kaugummis zu grundschulzeiten,
oder die panini-sammelbild-ordner...
wirkt doch irgendwie "aufgeklebt", findet ihr nicht ?

was macht die dame denn, wenn ihr die haut ausgeht ?

meldet sie dann "haut-insolvenz" an ?

aber
wie mein alter herr immer gerne zu sagen pflegt:
"IMMER SCHÖN GEHN LASSEN DIE LEUTE - KANN JA NICHT JEDER SO WIE ICH WILL."

scharf ist der anblick schonmal - aber dauerhaft, ich weiß nicht...

Sonntag, 08.08.10 22:51
 

Gut, da jetzt diese Frage geklärt wäre, solltet ihr euch der nächsten zuwenden:

Wie werde ich Einhornzüchter?

Würde mich brennend interessieren!

Sonntag, 08.08.10 23:55
 

Ich find die Frau ist richtig, richtig hübsch. Und sie erinnert mich 'n bisschen an P!nk. so vom Gesicht her :) Sehr cool !

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