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Junge Helden sind Organspender

Jürgen Vogel macht mit. Benno Fürmann macht mit. Anna Maria Mühe macht mit. Und Max Herre auch. Viele deutsche Schauspieler, Musiker und Künstler unterstützen in diesen Tagen den Verein "Junge Helden", der für die Organspende wirbt. Ein Fotograf aus Freiburg hat die ganzen Promis mit ihrem Organspendeausweis fotografiert.

Junge Helden

Oliver RathOliver Rath hat die Promis Mitte Juli bei einer Charity-Party in Berlin für die Kampagne von "Junge Helden" fotografiert (weitere Fotos in Ollis Blog), wo jeder der Künstler auch selbst mit angepackt hat - als Türsteher, Barkeeper oder Bühnenhelfer.

Einer der Protagonisten der Aktion ist Jürgen Vogel, der vor 20 Jahren durch eine Knochenmarkspende seine an Leukämie erkrankte Schwester gerettet hat. Über das Thema "Organspende" sagt der Schauspieler: "Der Muff, den es lange umgeben hat, ist weg. Wir wollen hier niemanden überreden, irgendetwas zu tun. Niemand braucht einen Organspendeausweis. Wichtig ist, dass man mit seiner Familie und seinen Freunden darüber redet: Was soll passieren, wenn ..."

Oliver Rath hat vor dreieinhalb Monaten Freiburg Adieu gesagt. Seitdem wohnt er in Berlin im Prenzlauer Berg und arbeitet dort als Mode- und Kunstfotograf - unter anderem für die Produktionsfirma Lopta, die auch die Jungen Helden unterstützt. Natürlich hat Olli ebenfalls einen Organspendeausweis: "Gute Sache - topp!

[Fotos: Oliver Rath]

Disclaimer: Oliver Rath hat als Fotograf bereits auch für fudder gearbeitet. Mehr dazu




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 35
Freitag, 30.07.10 21:49
 

hätte gerne eine collien-spende -
am stück ohne hirn.

hab meinen ausweis mal vor vielen jahren auf der camp./freizeit-messe (FR) austellen lassen und seit dem in der kfz-konsole - geschützt von polycarbonatscheiben. vor blutspenden habe ich leider zu arg muffensausen....vielleicht überwinde ich mich bald dazu...?

Freitag, 30.07.10 21:53
 

blutspenden ist abartig, mir wird schon schlecht, wenn ich dran denke. das ist mein scheiß blut, das bleibt drin.

aber klar, organe nicht spenden ist bizarr und unerklärlich. wo transportiert man den ausweis eigentlich am besten? hab ihn im geldbeutel-kreditkartenfach aber mache mir immer sorgen dass die ihn vielleicht nicht (rechtzeitig) finden.

Freitag, 30.07.10 22:18
 

Also ich hab meinen Ausweis immer bei mir, neben dem Perso. Wenn man bei Unfall oder auch aus anderen Gründen im Krankenhaus nach den Personalien sucht, dann findet man dabei auch immer den Spenderausweis...

Und keine Sorge, man darf so schnell die Organe auch gar nicht entnehmen, da ist genug Zeit, um nach diesen Dingen zu suchen oder ansonsten Angehörige zu befragen...

Aber wenns grade angesprochen wird: Momentan ist wieder extreme Knappheit an Blutspenden, von daher sind die Krankenhäuser über jeden dankbar, der spendet, vor allem bei den seltenen Blutgruppen... Ich geh nächste Woche auch wieder...
@Chris: Geh doch mal an die Uniklinik zur Blutspende, da wirst Du gut informiert und bekommst sogar noch eine kleine finanzielle Entschädigung dafür...

Freitag, 30.07.10 22:30
 

zuspätfüredit: wenn ich tot bin können sie von mir aus auch mein blut haben

fakeedit: warum holt man eigentlich nicht das blut aus den frisch verstorbenen? wenn das mit organen geht müßte das doch auch mit blut gehen?

Freitag, 30.07.10 22:48
 


²zorro

es geht mir einzig und allein um die schaurige vorstellung 'nadel in meinen körper' - bei vollem bewußtsein (trotz piercings in der jugendzeit).
in den genuß von einstichen en masse durfte ich bereits im zarten alter von 15 jahren kommen - verdacht auf tollwut durch wildkontakt/fuchsbiß. die behandlungen in einem wald&wiesenhospital im nördlichen hochschwarzwald mit der drallen schwester roswitha [name geändert] waren alles andere als angenehm und können meine nachhaltige phobie u.u. rechtfertigen.
möchte gerne mit meinem blut helfen, ohne finanzielle interessen/profit für niemand -> direktsaft für menschen in akuter not.
vielleicht ist diese medienwirksame aktion ein/der anreiz der überwindung...
das DRK sorgte wie viele zapfstationen in der vergangenheit für negativschlagzeilen, was ist zu empfehlen ? ? ??


bzgl. os-ausweis:
die angehörigen (eltern, partner, etc.) werde ohnehin um erlaubnis gefragt oder? im spendernachweis sollte eine kontaktperson genannt werden...


chris de knack hat den Kommentar am 30.07.2010 um 22:52 bearbeitet
Freitag, 30.07.10 22:54
 

Ich habe keinen Organspendeausweis. Finde die vorstellung eklig, dass man mich zerpflückt, wenn ich tot bin. Begraben oder verbrannt werden finde ich schon schlimm genug.
Bin aber eingetragen als Knochenmarkspender und war jetzt auch einmal Blutspenden und werde auch weiterhin Blutspenden gehen, weil so schlimm find ich das gar nicht. Ganz im Gegenteil, der piecks hat nicht weh getan und irgendwie ist es lustig zu sehen, wie sich der Beutel mit deinem Blut füllt^^ buhhuu, das hat irgendwie was :P

Freitag, 30.07.10 23:15
 

Einen Organspendeausweis als Plastikkarte kann man (kostenlos) hier bestellen:
http://www.klinikum.uni-muenster.de/index.php?id=organspende_spendeausweis
Auf der Karte kann man auch eine Organspende ganz ablehnen oder nur die Entnahme bestimmter Organe gestatten.


Zebra hat den Kommentar am 30.07.2010 um 23:33 bearbeitet
Samstag, 31.07.10 00:41
 

Also, als OP Schwester muss ich da jetzt schon was sagen: Ich war zwar noch nicht bei einer Multiorganentnahme dabei, aber schon bei Einzelentnahmen und ein paar Transplantationen. Organspender werden nicht zerpflückt. Die Menschen werden genauso behandelt, wie jeder andere Patient und nach der Entnahme sieht man das den Leuten auch nicht an.
Bis jemand zum Spender erklärt wird, müssen die im Transplantationsgesetz festgelegten Tests durchgeführt werden, danach wird der Patient weiterhin intensivmedizinisch behandelt.

@ Fliegenbein: vielleicht wärs trotzdem gut, dir einen Spenderausweis zu holen, du kannst darauf nämlich auch angeben, dass du keine Entnahme wünschst. Dait nimmst du im Ernstfall deinen Angehörigen die Entscheidung ab. Ich denke, man sollte auf jeden Fall mit der Familie drüber reden, damit sie, sollte die Situation irgendwan eintreten, sicher sein können, die Frage nach deinen Organen in deinem Sinne zu beantworten.

Außerdem kann man auch ganz genau angeben, welche Organe man spenden möchte, bei mir können sie ruhig alles aus Brust und Bauch rausholen, aber meine Hornhäute will ich z.B. nicht spenden.

Und was die Blutspende in der Uniklinik angeht:
Ab der zweiten Spende bekommt man 20 Euro Aufwandsentschädigung. Außerdem gibt´s kostenlos Cola und so.

Für eine Thrombospende gibts sogar noch mehr Kohle (ich glaub an die 70 Ökken).

http://www.uniklinik-freiburg.de/blutspende/live/index.html


Objekts are closer than they appear hat den Kommentar am 31.07.2010 um 00:45 bearbeitet
Samstag, 31.07.10 00:55
 

@you...: Die Organspender sind ja nicht tot im Sinne von: kein Puls, keine Atmung, die sind Hirntod, der Körper atmet noch, das Herz schlägt, aber höhere Hirnfunktionen sind unwiderruflich erloschen. Von Toten, wie du sie meinst, kann man nurnoch die Hornhäute entnehmen.
Damit bis zur Organentnahme der Körper weiter "arbeitet", werden die Spender aber medikamentös behandelt, d.h.: würdest du deren Blut nehmen, bekommt der Empfänger einen Drogencocktail, der sich "von" schreibt.
Außerdem gibt es einen unvorstellbar höheren bedarf an Blut als an Organen. Wenn die schon nicht abgedeckt werden, wie wolltest du das mit den paar Litern machen, die du von einem Organspender bekommen würdest!?
Es gibt NotfallOPs, wo du mal 40 Konserven benötigst, weils einfach überall blutet.


Man fudder, da habt ihr euch echt mal ein übles Thema rausgesucht..... aber top, dass ihr Werbung dafür macht!!! :-)

Samstag, 31.07.10 03:26
 

ah das mit dem blut ist interessant, merci.

Samstag, 31.07.10 08:56
 

Fliegenbein, dann mache keinen tödlichen Ausflug nach Österreich... dort ist die Sache umgekehrt. Wer ohne Entnahmeverweigerungserklärung verstirb, gibt automatisch seine Organe zur Spende frei...finde das die bessere Lösung. Alles sind Organspender und wer nicht will, muß sich das Kärtchen holen.

Samstag, 31.07.10 09:47
 

über oliver rath: der macht ja echt gute fotos und ist sicher sehr erfolgreich, aber man erkennt sehr schnell was er am liebsten fotografiert... titten und koks.

die aktion ist aber super!!

Samstag, 31.07.10 09:54
 

Die Kampagne finde ich toll, gefällt mir gut!

Ich für mich habe mich voll bewußt für keine Spendenbereitschaft entschieden. Nach meinem Tod will ich ganz in der anderen Dimension ankommen können - kann mir nicht so recht vorstellen das ein teilweise "gerupfter" Körper so ohne weiteres in der neuen Dimension ankommen kann.

Als dauerhaft erkrankter Mensch kann und darf ich kein Blut spenden, glaube kaum das sich die Sachlage nach meinem Tod ändert. Habe mir vorher den Spenderausweis in Münster bestellt, damit kann ich hoffentlich dauerhaft meinen Wunsch dokumentieren. Die eher schwachbrüstigen Karton/Pappeteile sind nach ganz kurzer Zeit in der Brieftasche beinahe unleserlich - seit Tod von einem Angehörigen führe ich so einen Ausweis mit.

Samstag, 31.07.10 10:25
 

hmm ich glaube ich sollte an dieser stelle auch mal n bissl
"weißheit" in die runde schmeißen..

also die propagierte blutknappheit ist n Mythos, so wie mit dem blut umgegangen wird kann da nichts knapp sein. da wird munter drauf los bestellt von den ärzten und dann brauch mans doch nicht und es wird einfach weggeschmissen (zurückschicken währe denen zu stressig) oder eifnfach mal intraoperativ in ne fast leiche 50 konserven gepumpt das er nicht aufm tisch stirbt (das ist absolutes no-go im op), sondern 5min später in der wachstation.
ich hab selbst schon falsch bestellte blutkonserven in den müll geworfen, es gibt sogar kolleginnen die nehmen die mit und düngen ihre topfpflanzen damit. ekelhaft. ich spende trozdem.
ach ja, man bekommmt für ne vollblut spende 25,- und für thrombos 40,-

das mit der knochenmarkspenden ist in den meisten fällen auch fürn arsch. erstmal ist die möglichkeit das dein knochenmark bei irgendwem passt verschwindend gering und ausserdem....nunja....wie soll ich sagen? die sterben so gut wie immer nach ner knochenmarktransplantation.

das mit dem hirntod ist so auch nicht ganz richtig objects, es werden ja durchaus auch organe von unfalltoten entnommen und die atem nicht mehr.

also falls ihr mich mal tot im strassengraben finden solltet, sagt den rettungskräften sie sollen mich nach herzenslust ausweiden. was will ich mit dem gekröse wenn ich tot bin? ihr könntet von mir aus auch meinen arsch abschneiden und jemandem auf die stirn transplantieren, who cares?

Samstag, 31.07.10 11:03
 

ich kann nichts ins grab mitnehmen, kein geld , kein auto....

warum soll ich dann an meinen organen hängen?
der scheiss blase z.b die mich nach jedem 5 ten weizen dazu zwingt pinklen zu gehen,dem herz das mit mit 18 immer die tour vermasselt hat wenn ich ein mädel anquatschen wollte, weil es gebollert hat wie blöde..

also wer was brauch der soll es gerne haben

halbwissen
Samstag, 31.07.10 11:16
 

NYHC:

Zur Blutgeschichte sag ich mal nichts, aber deine Meinung zur Knochenmarkspende ist mal echt unterirdisch. Ich hab selber schon gespendet und es wurde erfolgreich transplantiert, klar, vielleicht ein Einzelfall, aber ich denke die Chancen sind da schon recht gut wenn das "Material" in Ordnung ist.
Aber klar, weil die Chance sehr gering ist, dass du mit deinen Zellen für jemanden anderen passt, bringt es natürlich gaaar nichts sich registrieren zu lassen... schonmal drüber nachgedacht? Je mehr Menschen mitmachen desto höher wird die Wahrscheinlichkeit, dass da auch mal welche zueinander passen. Ohne Registrierung weiß man ja nicht was es alles gibt in der Welt, gibt sicherlich einige hunderttausend Menschen die einen passenden Spender gehabt hätten... hätte er/sie sich nur registriert.

Samstag, 31.07.10 11:51
 

So, das kann ich so jetzt aber auch nicht stehen lassen...

@Chris:
Bei so einem "Trauma" in der Jugend ist das mit der Nadelphobie verständlich... Ich hab schon beim DRK und an der Uni gespendet und bisher keine neg. Erfahrungen gemacht. Wenn Du Dir aber unsicher bist, dann geh doch mal besser an die Uni, denn dort ist die Blutspende eine feste Einrichtung, die Ärzte sind in Weiterbildung bzw. haben diese als Arzt für Transfusionsmedizin und können daher viele Fragen beantworten. Bei den DRK-Aktionen ist eben alles mobil in der Schule o.ä. aufgebaut, das kann gar nicht so professionell aussehen/sein wie eine feste Einrichtung in einem Klinikgebäude...

Wir hatten das Thema Organspende ja hier schon ein paar mal und ich kann wieder nur sagen, zunächst einmal muss für den Patienten erstmal klar sein, dass keine Chance auf Heilung mehr besteht, wie z.B. Objects are... das mit dem Hirntod auch beschrieben hat. Allerdings sind diese Patienten meist in einem so tiefen Koma-Stadium, dass sie nicht mehr selbst atmen, da diese Hirn-Funktion auch schon zu stark geschädigt ist. Daher werden sie meist maschinell beatmet, bis es dann zur Organentnahme kommt. Und auch wenn man einen Ausweis hat, wird man sicher die anwesenden Angehörigen auch noch einmal dazu ansprechen und die bei so einer wichtigen Entscheidung nicht einfach übergehen...

@NYHC:
Leider hast Du ja auch irgendwo recht, aber ganz so krass sehe ich das nicht. Es stimmt ja durchaus, dass manche Patienten zig Blutkonserven bekommen, obwohl die meisten an der OP beteiligten da keine Hoffnung mehr haben. Wenn aber der Operateur da noch eine Chance sieht und diese nutzen möchte, dann ist das doch meist im Sinne der Patienten und deren Angehöriger... Ich weiß, da kann man drüber streiten...
Aber das mit der Konserven-Knappheit ist KEIN Mythos, gerade im Sommer. Ganz einfache Regel: Urlaub=weniger Spender, aber mehr Verkehrsunfälle = zu wenig Blutkonserven...
Da ich hier so viel zu dem Thema schreibe, kann ich ja kaum verbergen, dass ich auch in der Klinik arbeite und ich habs in den letzten Wochen schon erlebt, dass manche geplante OP (bei einer seltenen Blutgruppe des Patienten) dann verschoben werden musste, weil nicht genug Konserven auf Lager waren...
Allerdings muss ich zugeben, dass ich auch schon mal Blutkonserven wegwerfen musste, weil jemand viel zu viele in den OP bestellt hatte und dann zu blöd war, die im Kühlschrank zu lagern, den es extra dafür gibt... da hätte ich echt kotzen können...

Samstag, 31.07.10 11:53
 

Klarheit schaffen!!!

Fragen, die das Leben und den Tod berühren, sind niemals einfach.

So ist es auch mit der Organ- und Gewebespende.

Doch nur wer sich selbst entscheidet,
übt sein Selbstbestimmungsrecht aus und erspart unter Umständen den nächsten
Angehörigen eine große Belastung!

http://fudder.de/nc/user/alle-gruppen/einzelansicht/gruppe/organspender-mit-herz/

Samstag, 31.07.10 11:57
 

Vor zwei Wochen habe ich meinen Spenderausweis zerissen. Ich werde mir einen neuen zulegen und vermerken, dass ich nicht spenden möchte.
Ich möchte in Ruhe sterben und meinen Körper während des Sterbeprozesses nicht noch dem Stress einer Organentnahme aussetzen. Ich möchte nicht bei lebendigem Leibe aufgeschnitten werden, während Teile meines Gehirns nicht mehr funktionstüchtig sind. Hirntod bedeutet nämlich nicht, dass dein gesamtes Gehirn tot ist.
Ich entscheide mich bewusst gegen eine Organspende, weil ich es unverantwortlich finde, dass die Menschen nicht über den wahren Verlauf einer Organspende aufgeklärt werden und die Organspende stets nur als positiv propagiert wird. So sieht keine faire Aufklärungsarbeit aus, das ist Propaganda.
Organe sind Mangelware in Deutschland. Tausende von Menschen warten auf ein Organ. Es werden jährlich Millionen verdient an dem Handel mit Organen. Sobald es um Geld geht, gibt es genügend schwarze Schafe, die dann auch mal beim Tod eines Menschens nachhelfen. Bei Geld hört die Freundschaft bekanntlich auf.
Ich wünsche mir eine faire Aufklärung, auch von euch, fudder. So dass jeder veranwortungsbewusst für sich entscheiden kann, was er tun möchte. Sehr wichtig finde ich auch, dass man mit Verwandten und Bekannten darüber redet, damit beim plötzlichen Todesfall eines jungen Menschens, keine falschen Entscheidungen getroffen werden. Denn deine Verwandten werden unter Schock stehen, wenn du stirbst, und müssen in diesem Zustand die Entscheidung treffen, ob deine Organe gespendet werden sollen oder nicht. Überleg es dir vorher.

Samstag, 31.07.10 12:00
 

Ich finde es toll, dass hier immer mal wieder ähnliche Artikel auftauchen (Aktion 1:20.000 etc.).

Für mich waren Blut- und Knochenmark- und Organspende eine Sache, die ich aus überzeugung gemacht habe/hätte. Die kurzen Piekser (Eisen und "Zugang") beim Blutabnehmen sind doch wirklich nicht der Rede wert. Dieser geringe Schmerz kann einem anderen Menschen das Leben retten!
Genauso beim Knochenmarkspenden. Dann müsste ich eben ein paar Tage im Krankenhaus verbringen - Na und? Das Leben eines anderen Menschen sollte das wieder gut machen.
Betreffs der Organspende bin ich auch der Meinung, dass ich nach meinem Tod nichts mehr brauche.

Leider darf ich aber alle 3 Dinge nicht mehr machen. Sobald ich das erfahren habe wanderte der Organspendeausweis in den Müll. Wichtig ist in dem Fall auch sich aus der Knochenmarkspenderdatei austragen zu lassen. Man sollte keinem falsche Hoffnungen machen. Klar kommen erstmal noch ein paar Test´s und der Bedürftige wird nicht sofort benachrichtigt denke ich - aber ich denke auch die verwaltenden Menschen sind froh, wenn sie jemanden scheinbar passenden gefunden haben. Bei dem DRK habe ich mich auch sperren lassen. Ich brauche wirklich keine regelmäßige Blutspendeaufforderung - das Porto können Sie sich sparen =).

Samstag, 31.07.10 12:13
 

gwahaha ORGANSPENDER MIT HERZ - Gruppe
... organspender mit herz - lunge - leber - nieren usw. wäre auch gut

Samstag, 31.07.10 12:27
 

@ Klabee:

Zwei Dinge: Zum einen, ich verstehe Deine Entscheidung und respektiere sie. Wie auch Motown geschrieben hat ist Klarheit schaffen die beste Wahl für alle Beteiligten...

Zum anderen: Es gibt in Europa KEINEN Organhandel, da verdient niemand was dran!! Alle Transplantationen laufen über eine zentrale Organisation namens Eurotransplant: http://www.eurotransplant.org/index.php?id=ueber

In den weiteren Ländern wie England, Skandinavien usw. gibt es zusätzliche Organisationen, die eng zusammenarbeiten. Dazu gibt es in jeder Klinik, in der transplantiert wird, einen eigenen Koordinator, bei dem alle Daten zusammenlaufen...

Es wird bei uns auch nicht beim Tod eines Menschen nachgeholfen. Erst wenn mehrere Ärzte unabhängig voneinander den definitiven Hirntod diagnostiziert haben, was mit einem EEG (=Messung der Hirnströme) dokumentiert werden muss und gleichzeitig der Patient nicht erwacht, obwohl im Labor keine ruhigstellenden Substanzen mehr im Blut nachweisbar sind, dann kann über eine Organspende entschieden werden, vorher nicht!

In anderen Regionen der Erde, Schwellenländern, Diktaturen, korrupten Regimen usw. mag das wieder ganz anders aussehen, das kann ich aber nicht beurteilen...

Wie gesagt, jeder soll das für sich selbst entscheiden, aber in Europa läuft das zumindest mit mehreren Sicherungsebenen und unter Berücksichtigung ethischer Grundregeln ab.

Wenn Du das anders siehst, klabee, dann schreib mir das gerne...

Samstag, 31.07.10 14:13
 

Zorro, es ist nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich wer für was Geld bekommt. Denn selbstverständlich wird das nicht an die große Glocke gehängt. Ich habe mir deinen link angeschaut und konnte dort keine definitive Aussage finden, dass KEIN Geld fließt.
Daher ein interessanter link für dich: http://www.ggb-lahnstein.de/index.php?id=17 &backPID=17&tt_news=17

Außerdem gebe ich noch zu bedenken: die Pharmaindustrie verdient Millionen an Immunsuppressiva, die jeder Empfänger sein lebenlang einnehmen muss. Es fließt Geld. Und dass die Pharmaindustrie vor nichts zurückschreckt, um ihre Medikamente gewinnbringend zu vertreiben, sollte uns wohl allen bewusst sein.

Du hast Recht, hier in Europa läuft eine Organentnahme mit mehreren Sicherungsebenen und unter Berücksichtigung ethischer Grundregeln. Ich wage es jedoch diese ethischen Grundregeln zu hinterfragen. Von wem wurden sie erstellt? Zu welchem Zwecke? Waren diese Menschen aufgeklärt über das Thema, über welches sie damals entschieden haben? Nämlich zu entscheiden, dass der Mensch tot ist, sobald er hirntot ist?

ich für mich habe entschieden, dass mein gesamter Körper genauso zu meinem Leben gehört wie mein Gehirn. Ich glaube daran, dass ich eine Seele besitze und diese Seele sitzt für mich in jeder Körperzelle und nicht nur im Gehirn.


klabee hat den Kommentar am 31.07.2010 um 14:15 bearbeitet
Samstag, 31.07.10 15:11
 

Ok, Klabee, guter Link, das muss ich zugeben...

Ich will Dir auch nicht widersprechen, was die Geldflüsse angeht, denn die gibt es leider überall in der Medizin, sei es bei den Pharmaka, bei Hilfsmitteln oder was auch immer... Im Gesundheitswesen allgemein gibt es einen enormen Lobbyismus.

In dem Brief, den Du da verlinkt hast, stehen ja die Ursprünge der Hirntod-Definitionen von 1968 drin, ich hab hier noch eine Definition aus Deutschland:
http://www.transplantation-information.de/hirntod_transplantation/diagnostik.html

W[..] man ja hier wieder sehen kann, ist dies ein sehr sensibles Thema, über das man lange und sehr kontrovers diskutieren kann. Ich kann Deine Gedanken gut nachvollziehen und Deine Entscheidung verstehen, es muss ja auch nicht jeder Mensch Organspender sein. Nach langer Überlegung habe ich mich vor Jahren eben für die Spende entschieden, da ich überzeugt davon bin, dass man in unseren Breiten vernünftig kontrolliert, bevor man an die Spende geht...


Zorro hat den Kommentar am 31.07.2010 um 15:13 bearbeitet
Samstag, 31.07.10 17:21
 

@ halbwissen
"ich denke die Chancen sind da schon recht gut wenn das Material in Ordnung ist"
schön das du das denkst, ich WEIß das es nicht so ist. nichts desto troz wollte ich garnicht den eindruck vermitteln das ich gegen knochenmarkspende wäre oder so, ich wollte nur aufklären das dadurch nicht friede, freude, eierkuchen wird.

@ Zorro
mag sein das es doch einen Blutkonserven Mangel gibt wenn du das weißt. Wenn dem so ist, ist es ja fast noch schlimmer wie in der Klinik mit dem Blut umgegangen wird. Ich denke du weißt was du meinst wenn du auch in dem laden arbeitest..

@ klabee
ich vermute mal du kennst niemanden der organtransplantiert wurde oder? du würdest wahrscheinlich anders darüber denken.
Zwei gute freunde von mir würden ohne transplantation nicht mehr leben. auch deshalb finde ich die diskussion über für und wider organspende total daneben.

Ach ja, über die "böse" Pharmaindustrie abgehen ist eine Sache, aber würdest du auch auf deren medikamente verzichten wenn dein leben davon abhängen würde?

Samstag, 31.07.10 18:08
 

Ich gehöre zum potentiellen Kreis von OrganspendenEmpfängern und kann (wenn es denn dann mal soweit ist) nur hoffen das ich rechtzeitig einen Spender finden kann.
Dank guter Medikamente und ordentlicher Einstellung führe ich ein weitgehend normales Leben, wenn auch mit gewissen Einschränkungen und stark kontrolliertem Dasein.
Mir gefällts nicht immer - jedoch finde ich mein Leben trotz umfangreicher Behandllung noch immer lebenswert und kann derzeit nicht sagen wie ich reagieren werden wenn dann mal Fall XXX eingetreten ist.

Falls ich schon ne längere Zeit auf der Welt war - ziehe ich es vielleicht vor ohne weitere Behandlung in die neue Dimension einzugehen können. Aber bitte im Vollbesitz meiner gesamten Körperzellen, ohne irgendwelche Ausschnitte/Zerrupfungen etc.

Wenn der Fall heute oder zeitnah eintreten würde - ich glaube die Entscheidung FÜR eine Transplantation wird mir vom Doc abgenommen weil er ja mein Leben pflichtschuldigst zu verlängern hat. Ob ich das wirklich haben will - die Diskussion hier hat einen Nachdenkprozess ausgelöst und ich bin noch zu keiner für mich befriedigenden Lösung gekommen.

Vor mir sehe ich die u.U. schrecklichen Umstände die zum Tod des Spenders geführt haben - sicher mir wird als Empfänger nichts weiter mitgeteilt - aber das Wissen das ein Mensch gestorben ist und und ich nun mit einem Teil aus seinem Körper weiterleben kann - kann ungeheuer schmerzhaft sein!


vdp1100 hat den Kommentar am 31.07.2010 um 18:08 bearbeitet
Samstag, 31.07.10 19:18
 

@ vdp1100

Das du unter umständen die schrecklichen Umstände siehst die zum Tod des Spenderst geführt haben, kann ich gut nachvollziehen.

Ja, dir wird über die Todesursache keine Information gegeben sofern du nicht direkt danach verlangst. Möglichkeiten gibt es da schon mehr zu erfahren.

ABER ich denke wenn jemand einen Organspendeausweis mit sich führt, hat derjenige sich schon gedanken darüber gemacht.
Das gefühl jemanden durch seinen Tod leben schenken zu können ist z.B. für mich doch etwas freudiges.
Es sollte jedem klar sein das eine Spende nur dann zustande kommen kann wenn der Tod NICHT natürlicher Ursache ist.

Wenn du als betroffener eine Spende erhalten hast, kannst du dir in den meisten fällen sicher sein das der Spender sich auch darüber gefreut hätte Dir ein weiterleben zu ermöglichen.

P.S.: Ich finde es auch gut das man auf einem Organspendeausweis auch das Spenden verweigern kann.
Denn dadurch macht man es auch unter Umständen den Angehgörigen leichter.
Ich möchte nicht in der Haut einer Mutter stecken die über eine eventuelle Spende entscheiden muss ohne zu wissen was das Kind gewollt hätte.


Samstag, 31.07.10 21:52
 

Motown, so einen Anruf hatte ich auch schon aus der Pathologie, 12 Stunden nachdem mein Vater eingeliefert wurde... Ich habe ihn zur Spende freigegeben, weil er bis zu seinem 60. Lebensjahr einen Spenderausweis hatte.
Viel härter ist es zu entscheiden, was mit Deinem noch ungeborenen Kind passieren soll, das sich in der 27. Schwangerschaftswoche ankündigt auf die Welt zu kommen...
Da werden Dir alle möglichen Folgen der Frühgeburt um die Ohren gehauen und nach 2 Stundender Aufklärung soll die Entscheidung stehen... Medizinisch mit allen Mitteln darum kämpfen oder beim kleinsten Verdacht auf Aussichtlosigkeit, den Pfarrer und das Bestattungsunternehmen beauftragen.
Wenn Du das zu entscheiden hast, alles abgewägt wird... und es soll schnell gehen, weil bei der Geburt für sowas keine Zeit ist.

Samstag, 31.07.10 23:23
 

@NYHC:
Wie gesagt, wenn man sieht wie in meinem Laden z.T. mit den Konserven umgegangen wird, kann man erkennen, wer selbst spenden geht und wer nicht... da muss ich Dir leider recht geben...

Egal, wie der einzelne nun zu dem Thema steht, ich kann jedem nur empfehlen, sich so einen Ausweis zuzulegen auch wenn man damit nur klarstellen will, dass man nicht spenden möchte...

Montag, 02.08.10 11:28
 

@nyhc
Falsch vermutet. Ich kenne einen jungen Menschen, der mit 25 Jahren plötzlich innerhalb von wenigen Tagen verstorben wäre, wenn er kein Organ gespendet bekommen hätte.
Dieses Ereignis war für mich auch ausschlaggebend stets Werbung für den Spenderausweis zu machen.
Dies ist nun ein paar Jahre her und ich hatte das Glück noch einige andere Erfahrungen in meinem Leben zu machen, die es mir ermöglicht haben mich neu mit meinen Einstellungen zum Leben und Sterben auseinanderzusetzen. Ein Teil-Ergebnis davon kannst du in meinen vorherigen Kommentaren nachlesen.

du schreibst, du findest die Diskussion über für und wider der Organspende total daneben. Dann beteilige dich doch nicht daran.
Mir gibt es zu denken, wenn jemand ein Problem damit hat über etwas zu diskutieren.

Zur "bösen" Pharmaindustrie, welches DEINE Worte sind, spar ich mir eine Antwort auf deine Frage.

Montag, 02.08.10 15:30
 

klabee, ich finde die diskussion über ein für und wider der organspende genauso daneben wie zb eine diskussion über das für und wider von rettungswagen oder krankenhäusern.
wir haben die möglichkeit menschenleben zu retten, warum sollten wir sie nicht nutzen?
ach ja bitte komm nicht mit solchen märchen wie "da werden leute wegen ihrer organe zu unrecht für hirntod erklärt", das ist kindisch.

Montag, 02.08.10 17:36
 

hiermit danke ich Zorro für die anregende Diskussion!

und hiermit verachte ich nyhc für sein kindisches rumgemotze. Ich setze mich gerne mit anderen Meinungen auseinader, aber auf einem etwas höheren Niveau.

Montag, 02.08.10 18:53
 

immer wieder gerne

Montag, 02.08.10 19:44
 

@ZORRO: die Info hab ich mir gleich gespeichert ;-) hat mich schon immer interessiert, aber wir habens im Transplantunterricht und in Neuro nich so genau durchgenommen.


Wie alle hier schon geschrieben haben: ist ein sensibles Thema; wie man sieht hat ja fast jeder schon in irgendeiner Form damit zu tun gehabt, im Freundeskreis, der Familie, als Spenderangehöriger oder Empfänger.
Ich find´s toll, dass hier jeder seine eigene Ansicht zum Thema kundtut, aber ich finde, diese sollte respektiert und nicht in irgendeiner Form gewertet werden. Ich kanns verstehen, wenn jemand nicht spenden will, wie gesagt, ich tu´s auch nur eingeschränkt.
Ich hoff halt, sollte mir nicht das Glück vergönnt sein, mit 89 im Sofa einzuschlafen, während ich mir den Musikantenstadel 2075 reinzieh, dann will ich doch wenigstens nen sauberen Hirntod hinlegen. Dann is´es nich komplett umsonst gewesen.

Montag, 02.08.10 21:24
 

@klabee: merci

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