In den alten Klosterhallen des Augustiner-Museums öffnet am 3. August ein neues Café: Manna-die Spezerei. Die Gäste können hier in Zukunft zwischen vier Räumlichkeiten wählen und mit einem Servicerufsystem auf sich aufmerksam machen.

Das 'Café Manna – die Spezerei' am Augustinerplatz gibt es bereits seit Mai diesen Jahres. Den meisten wird es jedoch noch unter dem Namen Aran bekannt sein. „Seit dem ersten Mai haben wir uns von dem Franchise-Unternehmen gelöst“, erklärt Inhaber Rüdiger Grabowski. „Daher können wir nun hier, aber vor allem in unserem neuen Café gegenüber, ein völlig neues Interieur präsentieren. Davor gab es strikte Einrichtungsvorgaben.“
Manna, dem Café am Augustinerplatz? „Wir werden ein Bedienungskonzept haben. Eigentlich hätten wir auch hier gerne Selbstbedienung gemacht, da wir ein erklärungsbedürftiges Angebot haben, das man gerne sieht, bevor man es kauft. Aber der Tresen und die anderen Räumlichkeiten geben das leider nicht her. Es sind einfach zu weite Wege, die wir unseren Gästen nicht zumuten möchten“, sagt Rüdiger Grabowski. „Leider hat uns das Anfangs noch vor einige Probleme gestellt. Denn vom Zinnengarten und auch von der Terrasse vor dem Café haben wir keinen Sichtkontakt zu unseren Gästen.“ Doch dieses Problem wurde mit Hilfe modernster Servicetechnik gelöst: Die Tische wurden mit so genannten Servicerufsystemen ausgestattet. Die Gäste drücken einfach auf die Servicetaste und schon wird das Signal via Funk weitergeleitet.



Ostersonntagnachmittag im Café…
nur zwei Tische sind besetzt, ein älterer Herr, der schon sein Glas Weißwein hatte und wir zu zweien, erwartungsfroh und durstig.
Emsig sind zwei Bedienungen unterwegs, außerhalb – nicht im Café.
Hinter dem Tresen vier gestandene Frauen, von denen man den Eindruck hatte, dass sie noch einmal eine richtige Herausforderung in ihrem Leben gesucht haben und es nun mit dem Betreiben eines Cafés versuchen. Aufopfernd gemeinsam z. B. damit beschäftigt, zu ermitteln, wie viel Milchschaum auf eine Latte Maciato gehört.
Wir warten während dessen geduldig.
Die Bedienungen eilen - immer an uns vorbei.
Hinter dem Tresen mühseliges Verweilen.
Man sieht uns, scheint aber für das Be-Dienen weniger berufen zu sein. So vergeht die Zeit.
Uns ist längst klar, was wir wollen. In der Karte werden Fruchtsaftgetränke, lediglich im Glas 0,33 l angeboten für 2,60 €.
Als wir dann endlich bedient werden überrascht uns die Frage, wie groß die Getränke sein sollten – groß oder klein? Bei dem herrlichen Ostersonntagswetter ist uns nach groß zumute, was sich als 0,4 l erwies. Serviert wurde das Mehr von 0,07 l in einem Glas ohne Eichstrich.
Beim Bezahlen entglitten uns dann endgültig die Gesichtszüge. Das große Glas 0,4 l Fruchtsaft kostet 3,80 € - d. h. für 2,12 % mehr Inhalt als in der Karte angeboten, wurde 46 % Aufpreis verlangt...
Die gewiss aushilfsweise beschäftigte Bedienung war mit dieser Thematik völlig überfordert, da es hierfür wohl noch kein entsprechendes App auf ihrem SmartPhone gab, mit dem sie ansonsten virtuos umzugehen verstand, und so konnte der angesprochenen Konflikt nicht gelöst werden. Versöhnlich rief Sie uns trotz alledem noch ein fröhlich klingen sollendes „Wiedersehen“ hinterher, was ich mit „sicherlich nicht….“ quittierte!