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Containern in Freiburg: Lass uns Müll essen!

Supermärkte werfen Lebensmittel weg, auch wenn diese eigentlich noch genießbar sind. Das wollen manche nicht mit ansehen und greifen einfach zu, gerne auch bei Nacht und Nebel. Wir haben zwei Studentinnen begleitet, die zum ersten Mal Containern waren…



„Im Moment hab ich einfach nur Schiss.“ Susi bespricht mit ihrer Freundin Eva [Namen geändert] die Einzelheiten für den bevorstehenden nächtlichen Ausflug. Draußen ist es schon dunkel, die beiden Medizinstudentinnen (beide Mitte 20) sitzen in der kleinen Küche ihrer gemeinsamen 3er-WG im Freiburger Stadtteil Haslach. Susi ist schlank, hat kurze braune Haare und eine lockere Art. Es erstaunt, dass sie sich von dem Gedanken daran, von der Polizei erwischt zu werden, aus der Ruhe bringen lässt. Eva ist groß, blond und hat ein offenes, sommersprossiges Gesicht. Auch sie hat ein mulmiges Gefühl im Bauch.

Für die beiden ist Containern Neuland, sie haben von zwei israelischen Couchsurferinnen davon erfahren. Die waren in Teningen containern und haben danach Pralinen und Kekse an Freunde verschenkt, die sie in einer Supermarkt-Mülltonne gefunden hatten. Eva und Susi fanden die Idee super und wollen es jetzt einfach mal ausprobieren.

Aber wie funktioniert das genau?



Eine kurze Google-Suche und die Studentinnen sind schon mitten drin in der Netz-Community. Containern heißt auf englisch „Dumpster Diving“, „Mülltauchen“. Supermärkte werfen Lebensmittel weg, weil sie gerade abgelaufen sind, die Verpackung Flecken oder Dellen hat oder angerissen ist. Bei der Lieferung neuer Ware wird die Alte – auch wenn sie oft noch für kurze Zeit haltbar ist – in der Mülltonne entsorgt. Manche Filialen geben diese Lebensmittel auch zur Tafel, aber der einfachere Weg ist oft der Container.

Warum wird noch essbare Ware überhaupt weggeworfen? Ein großes Problem ist hier der Konsument selbst, denn die Nachfrage bestimmt das Angebot. Wenn es um kurz vor 20 Uhr kein Kürbiskernbrot, sondern nur noch Bauernbrot gibt, dann geht der Kunde das nächste Mal schlichtweg zum Bäcker nebenan.

Eva und Susi klicken sich durch die Internetforen und stoßen dabei auf zahlreiche Artikel und Einträge. Da posten stolze Containerer traumhafte Bilder von ausgebreitetem Essen – alles frische Lebensmittel, die von Supermärkten weggeworfen wurden. Das Konzept der Konsumkritik, das hinter dem Containern steckt, wird als Freeganism bezeichnet. „Free“ für „frei“ und „vegan“ für die „Ablehnung aller tierischen Produkte“. Die Anhänger boykottieren die Wegwerfgesellschaft – indem sie den Müll verwerten. Für viele ist das nicht nur ein Freizeitspaß, sondern eine Lebenseinstellung.



In den USA wurde daraus in den vergangenen Jahren eine breite Bewegung, die auch in der Öffentlichkeit große Aufmerksamkeit erregte. Dumpster Diving ist dort, trotz einer ähnlichen Rechtslage wie in Deutschland, weiter verbreitet als bei uns. Neben Obdachlosen und Bedürftigen dumpstern etwa Studenten, aus Protest. Juristisch gesehen gilt Containern in Deutschland als Diebstahl. Der Müll ist Eigentum des Supermarktes.

Eva und Susi finden bei ihrer Internetrecherche neben Blogeinträgen und Zeitungsartikeln auch Fernseh- und Radiobeiträge über Dumpster Diving. Mit der Berichterstattung aus den USA sind deutsche Medien schnell nachgezogen, was zusätzlich durch den gesellschaftskritischen Dokumentarfilm „We Feed the World“ von Erwin Wagenhofer unterstützt wurde.

In den Internetforen wurde die Medienberichterstattung von einigen Aktivisten scharf verurteilt, denn sie befürchteten, dass die Supermärkte daraufhin das Containern erschweren würden. Mittlerweile ist die öffentliche Aufmerksamkeit und damit auch die Debatte im Netz weitgehend eingeschlafen. Manche Seiten wurden das letzte Mal vor zwei Jahren aktualisiert. Das sagt allerdings nicht viel über die momentane Aktivität der Szene aus.

"Containern ist bei uns kein Thema", sagt Chrishard Deutscher, Unternehmenssprecher der EDEKA-Gruppe. "In den Märkten in Freiburg und Umgebung kann man zwar ab und zu sehen, dass Lebensmittel entnommen wurden, das ist uns aber kein Anlass zum Handeln." Auch bei REWE spielt, zumindest offiziell, das Containern keine ernsthafte Rolle.



Bei ihrer Suche nach praktischen Tipps zum richtigen Containern, stolpern sie über Anleitungen zum Schlösserknacken. „Krass, dass es zu sowas eigentlich Illegalem so viele Tipps gibt“, wundert sich Eva. Die Beiden haben jedenfalls nicht vor, über Zäune zu klettern oder Tore aufzubrechen. Aber die Infos zur richtigen Ausrüstung finden sie hilfreich: Einweghandschuhe, lange Hosen, Taschenlampe.

Diese Utensilien liegen jetzt ausgebreitet auf ihrem Küchentisch. Die Beiden haben dunkle Kleider an, lange Hosen und feste Schuhe. Sie überlegen, wo ihre Supermarkt-Route sie als Erstes hin führen soll: am Besten zu einer Filiale in einem ruhigen Stadtteil, da fährt die Polizei nicht so häufig Streife. Aufgeregt packen sie Handschuhe und Taschenlampen in ihre Rucksäcke, dann geht es los zu ihrer ersten Containertour.




Audio-Diashow: Auf Containertour in Freiburg





Video-Umfrage: Was ist Containern?



Die Rechtslage

Rechtlich ist und bleibt der „Müll“ Eigentum des Supermarktes und geht bei Abholung in den Besitz des Müllentsorgers über (sogenanntes Übereignungsangebot). Containern gilt deshalb juristisch als Diebstahl, selbst wenn die Müllcontainer öffentlich zugänglich sind. Dennoch sehen die Supermärkte in den meisten Fällen von einer Anzeige ab. Sollte es zum Verfahren kommen, wird dies in der Regel aus Mangel an „öffentlichem Interesse an einer Strafverfolgung“ (nach § 153 StPO) eingestellt.

Wer auf unzugängliches Gelände eindringt oder Schlösser knackt, muss allerdings mit einer Strafe nach § 243 StGB (Besonders schwerer Fall des Diebstahls) rechnen. In Köln wurde 2004 eine Frau, die über einen Zaun geklettert war, zu 60 Stunden sozialer Arbeit verurteilt.

Die Autoren: Carolyn Höfchen und Philipp Barth studieren Deutsch-Französische Journalistik am Frankreichzentrum in Freiburg. Dieser Beitrag entstand im Rahmen eines Seminars über die Grundlagen des Online-Journalismus. Mehr dazu

 




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 45
Donnerstag, 15.07.10 14:51
 

Gehts noch?

Donnerstag, 15.07.10 14:58
 

"Gehts noch?"

da hast du völlig recht, ich find es auch unglaublich, dass soviele noch essbare Lebensmittel weggeworfen werden....

Donnerstag, 15.07.10 15:06
 

ich kenne viele die sich rund um 1980 auf diese weisse ernährt haben. damals sind auch manche Märkte und Kioske nachts angeliefert worden und die Ware die dann einige Stunden unbeaufsichtigt vor den jeweiligen Läden stand wurde von dem einen oder anderen ebenfalls teilweise mitgenommen.....

Donnerstag, 15.07.10 15:08
 

Kann mich sogar erinnern das damals sogar elektronische Auslaufgeräte voll funktionierent auf der Müllkippe gelandet sind, ebenso Klamotten

Donnerstag, 15.07.10 15:09
 

trendsportart containern

re: wegwerfen, jedes system hat reibungsverluste, und akuter hunger ist in deutschland jetzt auch in randgruppen kein riesenproblem bei all den suppenküchen, anlaufstellen und sozialmärkten die es so gibt. insofern ist die empörung über das bißchen zeug, das da im container landet, m.e. entweder vorgeschoben oder uninformiert. wenn du am system was ändern willst solltest du lieber aufhören, rindfleisch und gefarmte raubfische zu essen, da werden selbst bei hypothetischer ansonsten 100%er effizienz riesige mengen an pflanzlichen und tierischen kalorien und damit umweltressourcen verschwendet.

Donnerstag, 15.07.10 15:12
 

ist klar! sich in den mund stecken wollen, aber mit gummihandschuhen arbeiten...

Donnerstag, 15.07.10 15:16
 

@Abnoba: da hinkt der Vergleich aber doch etwas. Containern ist m. E. zwar traurig, aber OK. Dein zweiter Punkt allerdings Diebstahl. Kann mich aber auch noch gut daran erinnern. Irgendwann hat das dann aufgehört, weiß der Geier warum ;-)

Donnerstag, 15.07.10 15:16
 

Kindereien.

Donnerstag, 15.07.10 15:17
 

na ja das eine hat das andere ergeben.. weil beim suchen in den containern entdeckt wurde das ja vorne frische sachen stehen.....

Donnerstag, 15.07.10 15:20
 

@ de toxique avenjer:
vielleicht ist es manchen leuten ein bißchen unangenehm die von dier angesprochenen institutionen anzusteueren.... ich kann wirklich nichts schlechtes daran finden absolut intakte lebensmittel weiterzuverwerten, würde ich wesentlich lieber machen als mich bei der "Armenspeißung" in die Schlange stellen zu müssen....

@nafissa:
die stecken sich ja nicht alles, was im müll landet in den mund, sondern suchen sich die noch brauchbaren dinge aus... außerdem sind die meisten lebensmittel in deutschen supermärkten ja verpackt, falls dir das bisher entgangen ist...
würde ich in anderer Leute Müll wühlen, würde ich aus hygienischen Gründen wohl auch Handschuhe tragen...

Donnerstag, 15.07.10 15:25
 

es hat ja wohl deutlich mehr soziales stigma in einem scheiß müllcontainer rumzuklettern und im zweifelsfall der polizei erklären zu dürfen, was man da macht.

Donnerstag, 15.07.10 15:31
 

das sehen nur normalerweise nicht so viele leute...

Donnerstag, 15.07.10 15:40
 

Früher habe ich auch durch Müll mein Azubigehalt aufgebessert.
1 Kg Elektroschott Mainboards/Ram/Prozessoren etc. bringt 8-10 €

Teile die noch laufen könnten ins Ebay, "defekt für Bastler aber kein Problem". :-)

Stellt euch lieber eine Stunde vor den Recyclinhof und schlachtet PCs aus, da könnt ihr locker von Essen gehen.

Donnerstag, 15.07.10 17:32
 

hab mal für ein projekt selber ca. drei wochen containert und ich muss sagen es lohnt sich.
man muss nur die besten tage kennen und und die richtigen märkte kennen.
am schlimmsten ist aldi und rewe!!!
aber krass finde ich das Zehn prozent aller lebensmittel (in deutschland) sogar völlig ungeöffnet im müll landen!!!

Donnerstag, 15.07.10 17:45
 

finde ich eigtl. ganz gut. würde ich aber selbst nicht machen. könnte nie was essen was in ner mülltonne war...

meine meinung. h8ers gonna h8 (gibt ja mittlerweile für jeden scheiss sogenannte h8ers, die imo in 90% aller fälle besser ihr maul halten würden, so dass man für jeden einzeiler schon nen mehrzeiligen disclaimer braucht oO).

Donnerstag, 15.07.10 18:03
 

was ich lustig finde:
am Besten zu einer Filiale in einem ruhigen Stadtteil, da fährt die Polizei nicht so häufig Streife...
richtig, gleich mal den supermark neben dem zweit grössten polizeirevier ausuchen...
dreistheit siegt!!! :)

Donnerstag, 15.07.10 20:03
 

müllklau rangiert im ranking wohl kaum neben bankraub, also locker bleiben es werden jetzt keine Extra Polizisten zur Müllbewachung abgestellt

Donnerstag, 15.07.10 20:46
 

@ das ding: das würde ich nicht so laut sagen.

bekommen die polizisten mit, dass immer mehr studenten und andere ihr essen aus mülltonnen mitnehmen, tauchen die dann vermehrt auf. da taucht dann nicht nur die polizei auf, sondern auch das ordnungsamt. die verlangen dann wahrscheinlich preise pro gramm.

vor allem kann es auch immer mehr und mehr zu einem verlust für die supermärkte werden. weil die leute nachts vor der mülltonne schlange stehen und nicht mehr tagsüber in der supermarktkasse anstehen...

es könnte auch sein, dass manche damit handel betreiben. sie besorgen sich gutes aus der tonne und verkaufen es günstig am nächsten tag...

- nichts ist unmöglich -


bienchenlara hat den Kommentar am 15.07.2010 um 20:48 bearbeitet
Donnerstag, 15.07.10 20:49
 

würde mich vor allem nicht wundern wenn die leute sachen beim wühlen auf dem boden um den container verteilen, und dann ist schnell schluss.

Donnerstag, 15.07.10 20:51
 

hab sowas früher auch ab und zu gemacht. war aber zu faul mich auf dauer so zu ernähren, ausserdem hatte ich immer schiss vor den bullen. ekelmäßig ist da nichts dran, ist ja alles verpackt. wiederlich ist nur wenn faules obst mit in der tonne ist...
aber da ne großartige philosopie rein zu interpretieren find ich übertrieben.

Donnerstag, 15.07.10 21:22
 

kann man machen.

Donnerstag, 15.07.10 21:55
 

Sind keine Schlösser mehr an den Containern? Aber sobald sich die Sache rumspricht, werden die Märkte reagieren und wie bei Ikea´s Papier- und Katonagencontainern mehrere Vorhängeschlösser anbringen...
Ihr regt Euch auf, daß Lebensmittel weggeworfen werden. Auf der anderen Seite muß alles immer frisch sein, ja keinen Tag im Regal liegen, Brot vom Vortag schon fragwürdig und Milch mit 2 Tage MHD ungeniesbar.... wir Konsumenten sind doch jene, die dafür sorgen, daß die Container sich füllen.
Überall muß bis zum Ladenschluß alles verfügbar sein. Wehe der Bäcker meldet 1 Stunde vor Ladenschluß es gibt keinen Kornspitz mehr, der Metzger ohne Geschnetzeltes geht gar nicht und auf die Bananen will man ja auch nicht verzichten müssen...
Auf Arte kam kürzlich eine interessante Reportage: Die Stadt Wien mit ihren Backbetrieben wirft nach Geschäftsschluß Gebäck auf den Müll, von der die zweitgrößte österreichische Stadt Graz fast 2 Tage leben kann! Jeden Tag!
Und in Deutschland läuft es genauso!

tuC
Donnerstag, 15.07.10 22:11
 

Ich kenne einen Supermarkt, in dem die Mülltonnen für Lebensmittel hinter einer verschlossenen Tür stehen, daher bin ich jetzt etwas überrascht...
Wems gefällt, soll es machen, wenn man davon leben kann, sehe ich keine Einwände.

Donnerstag, 15.07.10 22:57
 

Traurig Traurig.



Freitag, 16.07.10 03:48
 

@ tattocheck: du meinst mit der doku "we feed the world" wenn dir der gefällt schau dir mal "let´s make money" an ( ich weiß ja aus dem wölfe-forum dass dein tv-konsum wohl eh enorm ist (ich sag nur zitate rate thread)). ist auch von Erwin Wagenhofer, anderes thema aber ähnlich beeindruckend....

http://www.letsmakemoney.at/


barney hat den Kommentar am 16.07.2010 um 03:51 bearbeitet
Freitag, 16.07.10 06:04
 

Mein TV-Konsum liegt bei nahe Null und nur wenn ich rein zufällig durch das TV-App stöbere, kann es passieren, daß ich eine Perle des TV´s auftue. Der Kinokonsum, der ist ernorm, aber dafür gibts ja auch Flaterate.
Ich kann nicht mehr sagen, ob es We feed the World war...

Freitag, 16.07.10 07:34
 

und was lag da nun auf dem küchentisch?

Freitag, 16.07.10 09:29
 

Müll zum essen und am besten Straßenstrich für die Studiengebühren.
boah, so ne Trulla wollt ich nicht kennenlernen!

Freitag, 16.07.10 11:10
 

guerilla-gemüse-gartening macht doch viel mehr spass!

Freitag, 16.07.10 11:56
 

für die armen Studenten, die sich aus der Tonne ernähren müssen hab ich nen Tip: geht arbeiten, macht ne Ausbildung dann könnt ihr euch auch Essen leisten und habt weniger Zeit euer Geld zwischen Montag und Sonntag auf Studentanpartys zu versaufen. Es gibt leider noch genug Menschen, die keinen Wohnsitz haben und echt schlecht dran sind und sich dann eben auch aus der Tonne ernähren oder Pfand sammeln, das ist schlimm genug, aber gut und irgendwie legitim, wenn sie dann zumindest was haben, dies jetzt zum Studenten-Volkssport zu ernennen finde ich einfach ekelhaft!!! Schließe mich an.. geht's eigentlich noch???


dada78 hat den Kommentar am 16.07.2010 um 11:57 bearbeitet
Freitag, 16.07.10 12:43
 

Der Treff in der Eisenbahnstraße...soso.

Freitag, 16.07.10 14:56
 

@Dada78

Kein Kommentar:

"geht arbeiten, macht ne Ausbildung dann könnt ihr euch auch Essen leisten und habt weniger Zeit euer Geld zwischen Montag und Sonntag auf Studentanpartys zu versaufen."

Ist ja mal sowas von unterirdisch. Stammtisch-Klischeehafte Äusserungen von Dauerfeiernden Studenten die mal arbeiten gehen sollen hätte ich eher in den BZ-Threads erwartet.

Aber schön dass auch hier so manch jemand noch seine Feindblinder mit purer Ahnungslosigkeit pflegt.

Freitag, 16.07.10 18:59
 

Unterstütz ich!

Sagt mir nächstes Mal wann und wo und ich bin mit dabei!

Freitag, 16.07.10 20:53
 

@ toxique:

"akuter hunger ist in deutschland jetzt auch in randgruppen kein riesenproblem bei all den suppenküchen, anlaufstellen und sozialmärkten die es so gibt."

Es stimmt schon, dass man sich in Deutschland ziemlich doof anstellen muss, um zu verhungern, aber ich glaube Du stellst Dir das leichter vor als es ist. In Hamburg gibt es für jeden Bezirk eine (meist kirchliche) Stelle. Wenn man keinen Wohnsitz hat kann das grotesker Weise zu Problemen führen, da sich die Frage der Zuständigkeit stellt. Jede Stelle gibt in der Regel einmal die Woche etwas aus und nicht gerade viel. Und wer den Termin um einen Tag verpennt hat, hat ein Problem. Außerdem wollen sie Kontoauszüge und wasweißichwasalles für Dokumente sehen. Da gehen viele Obdachlose, die es schwer haben ihren Alltag auf die Reihe zu bekommen eben lieber Betteln, Pfandflaschen sammeln oder Containern.


Björn hat den Kommentar am 16.07.2010 um 20:54 bearbeitet
Abu
Samstag, 17.07.10 22:15
 

Ich fag mich ob man auch Leichenteile finden kann.

Samstag, 17.07.10 23:10
 

such zwar nicht aktiv danach, habe aber auch das ein oder andere mal was aus den Tonnen gezogen was da so rauslugte.
Warum ned leckere Bananen mitnehmen, oder ein ganz verpacktes noch 2 Tage haltbare Brot.Wird doch daheim ausgepackt und ist wie aus dem Regal. Ist gratis, und besser als vergammeln lassen.
Lebensmittel wegwerfen sollte verboten werden (es sei denn es ist wirklich gammlig) .

Montag, 19.07.10 06:08
 

Naked Cat, wie willst Du das verhindern? Soll jeder Lebensmittelhändler sein Tagesangebot soweit reduzieren, daß abends garantiert alles weg ist, was verderblich ist?

Mittwoch, 21.07.10 13:25
 

Reicht es denn nicht wenn wirklich kaputte Leute Müll essen? Müssen jetzt auch noch Studentinnen in ihrem steten Bessermenschentum gegen die Wegwerfgesellschaft demonstrieren in dem sie "Müll" essen. Was ist das nächste:
gegen die Ausbeutung der Frauen protestieren , indem man sich selbst prostituiert. Ziel : mit schlechtem Sex die Freier verscheuchen, denn von gutem Sex ist bei den Müllschluckern sicherlich nicht auszugehen. Ich würde mal gern sehen wie die beiden Mädels aussehen, garantiert nicht hübsch, sry.

Mittwoch, 21.07.10 13:38
 

Stellvertretend für alle geistig Gesunden, nehme ich deine Entschuldigung mal nicht an, Champ78.
In der Hoffnung, dass es dir irgendwann peinlich sein wird...

Mittwoch, 21.07.10 14:03
 

Miau.....

ex diver
Mittwoch, 21.07.10 15:02
 

"Containern ist bei uns kein Thema", sagt Chrishard Deutscher, Unternehmenssprecher der EDEKA-Gruppe. "In den Märkten in Freiburg und Umgebung kann man zwar ab und zu sehen, dass Lebensmittel entnommen wurden, das ist uns aber kein Anlass zum Handeln."

Das ist ja wohl glatt gelogen. Viele Edekas (und nicht nur die) sichern doch ihre Container fast so gut ab wie den Laden. Licht, Videokameras, hohe Zäune...
Als ob freegans (also nicht so ein paar abenteuerlustige Mittelschichtler, die sich den Zeit- und Organisationsaufwand falsch vorstellen) dann mehr kaufen würden. Hat bestimmt noch andre Gründe...

Übrigens sind *rechtschaffene* Anwohner bestimmt ein mindestens so großes Problem wie mögliche Polizeistreifen.


@Abu: Wieso sollten sich keine Leichenteile finden. Aber da ist das MHD ja auch nur zu berechtigt.

Donnerstag, 22.07.10 22:31
 

Ja, Fakt ist, dass die meisten Container inzwischen mit schweren Schlössern gesichert sind. Damit man keine Lebensmittel "klauen" kann, die ohnehin vernichtet werden.


ROFL, die Katz! hat den Kommentar am 22.07.2010 um 22:33 bearbeitet
Freitag, 23.07.10 06:09
 

Da geht es weniger ums "klauen", als um die mögliche Sauerei um die Container nach dem Nachteinsatz...

Freitag, 23.07.10 07:04
 

Nö, keiner, der sich aus Containern bedient, hat ein Interesse daran dort eine Sauerei zu hinterlassen. Rein technisch gesehen läuft das Ganze viel sauberer ab, als es sich mancher im Zusammenhang mit "Müll" vielleicht vorstellen mag. Das wäre ein vorgeschobenes Argument der Märkte.

Freitag, 23.07.10 10:18
 

Okay...
Wir schliessen unsere Müllcontainer ab, damit die Nachbarschaft nichts auf unsere Kosten entsorgen kann... ist vielleicht auch ein Grund....

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