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Freiburger Warenwelt (57): Olivenöl bei Katharina Fritsche und Ninette Lisson

Gutes Olivenöl ist gar nicht einfach zu finden. Denn es wird viel Etikettenschwindel getrieben. Nicht so bei Katharina Fritsche und Ninette Lisson. Sie kennen die Olivenbäume, aus denen das Öl gemacht wird, das sie verkaufen. Die Oliven sind zu einem Teil ihres Lebenswegs geworden. Man bekommt Olivenöl von bester Qualität zu moderaten Preisen.



Katharina Frische und Ninette Lisson - zwischen Griechenland und Deutschland

Katharina Fritsche machte sich in den späten 80er Jahren nach Griechenland auf in die karge Mani, eine Landschaft im Peloponnes, wo nichts gedeiht außer Olivenbäumen. An der Seite ihres griechischen Partners entdeckte sie die Olivenkultur. Immer, wenn sie nach Deutschland zurückkam, brachte sie ein paar Flaschen mit für sich und die Freunde. So gab eins das andere und auf einmal war auch ein kleines Geschäft daraus geworden.

Katharina Fritsche kehrte nach zehn Jahren Griechenland und um einige Illusionen ärmer wieder nach Freiburg zurück. Die Liebe zu den Oliven blieb und seit einem Jahr hat sie einen kleinen Laden in der Lorettostraße.




Dort hat sie ihre Goldschmiede und verkauft das Öl, doch einmal im Jahr, im Frühjahr nach der Ernte, schippert sie mit einen VW-Bus durch ganz Deutschland und beliefert ihre Kunden. Die kaufen ihren Vorrat fürs Jahr ein – meist in Fünf-Liter-Kanistern. Oder sie verteilen das Öl im Bekanntenkreis.

Bei Ninette Lisson war es ganz ähnlich: die Liebe zu Griechenland, ein kleines Haus am Meer, ein Olivenhain und der alternative Vertriebsweg mit dem Verkauf des Öls an Freunde und Bekannte kamen zusammen. Sie bewegte sich nach und nach aus Freiburg und Deutschland weg, um seit zehn Jahren das ganze Jahr über in Griechenland zu leben.

Sie selbst bewirtschaftet ihre Ölbäume und hat auch noch eine Tanzschule dazu. Ihr Öl "Kallista" ist so gut, dass es schon Lobpreisungen im "Feinschmecker" bekommen hat.


"Extra vergine" und die Wahrheit

Mit der Qualität ist es so eine Sache beim Olivenöl. Im Supermarkt wird man kaum eine Flasche finden mit einer anderen Bezeichnung als "extra vergine" – was gleich bedeutend ist mit höchster Qualität. Da kann was nicht stimmen, wenn diese Flaschen drei oder vier Euro kosten.

Die Olivenölproduktion ist immens arbeitsintensiv. Die Ernte eines einzigen Baumes beträgt nur wenige Liter Öl. Etiketten dagegen sind schnell gedruckt und die Kontrollen langsam, wenn sie überhaupt stattfinden.



Bei einem Test der Fachzeitschrift "Merum" kam heraus, dass keines der 30 verglichenen Markenöle aus dem Supermarkt "Extra vergine" war. Die meisten von ihnen waren aus Lampantöl gemacht, aus ranzigen, verdorbenen Oliven, die durch Raffinierung wieder geniessbar und verkehrsfähig gemacht wurden.

Echtes, kalt extrahiertes Olivenöl mit den Qualitäten, die Olivenöl so köstlich und so kostbar machen, sind ab rund 12 Euro pro Liter zu bekommen. Es sind meist griechische Öle – italienische Öle in vergleichbarer Qualität kosten mindestens das Doppelte.




Notizen für den Einkaufszettel

Bei Katharina Fritsche kostet ein Liter von der neuen Ernte 17 Euro und den Fünf-Liter-Kanister bekommt man für 62 Euro. Vom gereiften und milderen Jahrgang 2009 kostet ein Liter 15 Euro und der Fünf-Liter-Kanister 57 Euro. Ein Liter vom Kallista-Öl von Ninette Lisson kostet im Antik-Lager 14 Euro.

Katharina Fritsche führt noch einige andere Artikel ums Öl herum. Einmal natürlich Oliven selbst, es sind die sehr fruchtigen Kalamata-Oliven. Sie sind hier in Olivenöl, nicht wie sonst in wässriger Lake eingelegt (6 Euro /330g).



Eine Überraschung waren die Kapern in Olivenöl, denn sie sind sensationell gut. Wer Kapern nur in Branntweinessig eingelegt aus dem Lebensmittelgeschäft kennt und berechtigterweise hasst, kann hier neue Welten entdecken. So mild und lecker sind sie, dass man sie gleich aus dem Glas löffeln möchte. Zur Not auch ohne Brot dazu. (6 Euro /330g)


Wegbeschreibung

Vom Bertoldsbrunnen durchs Martinstor über Kajo weiter in die Günterstalstraße fahren. An der Lorettostraße rechts abbiegen. Rund 300 Meter weiterfahren. Der Laden liegt an der rechten Seite, schräg gegenüber vom Lorettobad.



Zum Antik-Lager geht es vom Bertoldsbrunnen in Richtung Theater, vor dem Theater links herum und dann rechts herum in die Belfortstraße. Weiter geradeaus fahren und beim "Geier" links abbiegen in die Adlerstraße und rechts in den Hof des Grethergeländes.


Adressen und Öffnungszeiten

Schön & Gut
Lorettostraße 30
79100 Freiburg
0761-4880176
kontakt@schoen-und-gut.eu
Website

Dienstag bis Freitag 10 Uhr bis 13.30 Uhr und 15 bis 18.30 Uhr
Samstag 10 bis 13.30 Uhr


Ninette Lisson
Direktvertrieb
Vierlinden 11
79102 Freiburg
0761-383422
kallista@web.de

Verkauf
Antik-Lager
Adlerstraße 12
79098 Freiburg
0761-22653

Brot-Boutique Faller
Schwarzwaldstraße 98
79102 Freiburg
0761-75398



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Foto-Galerie: Stephan Elsemann





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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 2
Montag, 23.08.10 09:30
 

Ich habe das Öl von der Frau Fritsche ausprobiert. Es ist toll. Sie hat einen neuen Stammkunden gefunden. Ich habe so etwas immer gesucht und immer nur direkt in den Urlaubsländern mit Olivenbämen gefunden. Danke für die Empfehlung und den schönen Artikel!

Mittwoch, 25.08.10 07:47
 

Sehr schöner Artikel mit tollen Fotos! Schade, dass ich so weit weg von Freiburg wohne... Das griechische Olivenöl ist geschmacklich so ganz anders als z.B. das italienische. Neulich habe ich kroatisches Olivenöl probiert, auch ein sehr feines Öl.
Eines möchte ich aber richtigstellen: hochwertiges italienisches Olivenöl muß nicht 24 Euro pro Liter kosten.

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