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Stalking-Fall vor dem Amtsgericht: Sekretärin schickt 214 Droh-Mails an den Ex-Chef

Wie viele beleidigende E-Mails mit handfesten Drohungen muss man schreiben, um dafür bestraft zu werden? 51 E-Mails reichen nach Ansicht von Richterin Dr. Brigitta Stückrath nicht unbedingt, jedenfalls dann nicht, wenn der Rechtsfrieden auch ohne Bestrafung der Angeklagten wiederhergestellt werden kann.




Am Donnerstagmorgen um Viertel nach Neun eröffnete die Richterin im Saal VI des Amtsgerichts Freiburg die Verhandlung gegen die 49-jährige Sekretärin. Vorgeworfen wurde ihr von Staatsanwältin Monika Butscher, in der Zeit zwischen Dezember 2009 und Februar 2010 an ihren ehemaligen Arbeitgeber, eine Freiburger Anwaltspraxis, weit über 50 E-Mails geschrieben zu haben. Darin bezeichnete sie einen Rechtsanwalt der Kanzlei unter anderem als "widerwärtiges grausames Arschloch" und als "ekelhaften störrischen Esel", wodurch dieser “ganz erheblich in seiner Lebensgestaltung gestört” worden sei.

Auch vor handfesten Drohungen schreckte die eher unscheinbare Sekretärin mit Brille, dezent geblümter Bluse, schwarzen Leggins und hochhackigen Schuhen nicht zurück: So hieß es in einer Mail, sie werde “nicht aufgeben, auch wenn Sie es schaffen, mich in die Psychiatrie zu bringen, andere Menschen, die richtig kaputt sind, werden mich nicht vergessen”.

Tatsächlich blieb es nicht bei den 50 E-Mails, die Gegenstand dieses Verfahrens waren: Insgesamt 214 mal, “drei- bis viermal am Tag”, habe sie auf Senden geklickt, räumte die Stalkerin freimütig, aber keineswegs reumütig, ein. Und es blieb nicht bei dem einen Adressaten, auch eine Freiburger Schule, die der Sohn der Angeklagten besuchte, bekam ungebeten elektronische Post von der empörten Endvierzigerin.

Von Beginn der Verhandlung an bemühten sich Staatsanwältin, Richterin und der - von der Angeklagten vergeblich abgelehnte - Pflichtverteidiger Roland Beckert mit vereinten Kräften um eine Einstellung des Verfahrens gegen die Zusicherung der arbeitslosen Schreibkraft, ab sofort keinen Kontakt mehr zu dem betroffenen Rechtsanwalt aufzunehmen und auch nicht mit dessen Familienangehörigen oder Freunden. Damit stießen die Juristen allerdings bei der resoluten Angeklagten, die sich nach wie vor im Recht sieht, zunächst auf taube Ohren: Schließlich habe der angeschriebene Rechtsanwalt ihre “berufliche Existenz durch die Kündigung in eine gnadenlose Sackgasse” geführt, und überhaupt hätte er die an die Kanzlei und nicht an ihn privat gerichteten E-Mails ja nicht öffnen müssen. Und setzte noch einen oben drauf: “Ich habe auch heute Morgen noch eine E-Mail geschrieben!”

Außerdem verlangte sie - vergeblich - die Aushändigung der E-Mails, schließlich besitze sie das Urheberrecht und schreibe gerade ein Buch, Titel: “Im Namen des Volkes”. “Dann ab heute 10 Uhr keine Emails mehr”, schlug Richterin Stückrath vor und forderte die Frau dringend auf, sich mit ihrem Pflichtverteidiger zur Beratung zurückzuziehen, was diese jedoch ablehnte, so dass die Beratung öffentlich im Gerichtssaal stattfand.

Doch erst als Richterin Stückrath andeutete, im Raum stünde auch eine mögliche Freiheitsstrafe, war die Angeklagte mit der Abgabe der geforderten Unterlassungserklärung vor Gericht einverstanden. Das Verfahren wurde nach § 153a II StPO eingestellt - vorläufig.










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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 31
Freitag, 02.07.10 10:27
 

Bleibt zu hoffen das der Anwalt die erlittenen seelischen Grausamkeiten durch die Frau zivilrechtlich geltend macht.

Ich würde es tun ...

Freitag, 02.07.10 10:41
 

Wie soll denn das Buch heißen???

*Mein Chef der Wixxer*

Freitag, 02.07.10 10:50
 

Warum wurde der Frau gekündigt ?
Hat sie allein die Entlassung so auf die Palme gebracht ?

Freitag, 02.07.10 10:55
 

mit so einem Müll müssen sich die Gerichte herumschlagen. Kein Wunder das wichtigere Verfahren so lange dauern.


bhkmax hat den Kommentar am 02.07.2010 um 10:55 bearbeitet
Freitag, 02.07.10 11:11
 

@Okapa:

Warsch. hat die gute Frau schon während des bestehenden Arbeitsverhältnis solche mails an Ihren Chef geschrieben....

...die Kündigung folgte dann! *lach*

Freitag, 02.07.10 11:15
 

@prob

Wenn ja,- warum ?
Es sind ja z. B. Fälle bekannt, bei denen Frauen gekündigt wurde, weil sie sich nicht haben betatschen (mit Option auf weiteres) lassen wollen.

Freitag, 02.07.10 11:20
 

Es gibt bestimmt auch genug Fälle in denen Mitarbeiter entlassen werden, aber selbst Ihre eigene Unkompetenz nicht warnehmen!
Diese fühlen sich dann einfach ungerecht behandelt.

Aber diese Frau ist meiner Meinung nach ein Fall für die "Innere"......

3 Hassmails am Tag ist ein bisschen viel für einen normalen
Geisteszustand!

Freitag, 02.07.10 11:32
 

@prob

Klar, könnte auch sein.
Unbestritten, dass sie es maßlos übertrieben hat.
"Geschlossene" meintest Du ?!

Mich hätten halt die Hintergründe interessiert.

Freitag, 02.07.10 11:36
 

Ja mich hätts auch mal Interessiert!

"Geschlossene" und "Innere" ist doch das selbe oder???

Falls nicht, hast du mich ja trotzdem verstanden ;)

Freitag, 02.07.10 11:43
 

Das Verhalten dieser Frau lässt darauf schließen, dass Sie jemand ist, der immer bei Anderen die Schuld für Ihre eigene Situation sucht. Immer am meckern ist, und mit Entscheidungen die andere für sich treffen immer im Konflikt stehen. Dass Sie mit diesem Verhalten nicht nur sich selbst Schaden zufügt, sondern wie im beschriebenen Fall auch Ihrem eigenen Kind (entsprechende Mails an die Schule), scheint Sie in keinster Weise zu tangieren.

Freitag, 02.07.10 12:00
 

@prob

nein
ja

@warsu

woraus schliesst du das denn ?
vielleicht ist ihr chef wirklich ein arschloch ? Und die Frau verzweifelt am derzeitigen Dasein, am Leben überhaupt, an den Menschen ? Alkohol im Spiel ? Pillen ?
Mit dem Kind muss ich dir recht geben !


Okapa hat den Kommentar am 02.07.2010 um 12:03 bearbeitet
Freitag, 02.07.10 12:46
 

@okapa
weil Ihr letzter Arbeitgeber nicht der Einzige ist, der derartige Mails von Ihr bekommt.!?

mag wohl sein, dass der Chef ein Arschloch ist. Dann soll Sie doch froh sein, dass Sie Ihn nicht mehr sehen muß. --> Dann sollte Sie auch abstand von solchen Leuten nehmen.

Solche (krankhaften) Aktivitäten fressen "Lebenszeit". Und die ist dafür zu kostbar.

Freitag, 02.07.10 13:02
 

@okapa

doch
danke

:P

Freitag, 02.07.10 13:26
 

gottchen, solche mails krieg ich ständig;)

Freitag, 02.07.10 13:33
 

Manche (ehemaligen) fudder-User schreiben sich auch selbst welche, wenn gar nichts geht.

Freitag, 02.07.10 13:52
 

Ach, die arme Frau.

@Jos: Nicht den Geist rufen...! :D

Freitag, 02.07.10 15:23
 

@the prob: Nein, "Innere" steht für Innere Medizin, was wirklich nicht identisch mit der Psychiatrie is, aber wir wissen ja was Du meinst

Freitag, 02.07.10 17:28
 

der chef wird ja wohl nicht ganz unschuldig sein

unter führungskräften sind soziopathen überdurchschnittlich häufig vertreten, hab ich erst heute wieder in der praxis erleben dürfen :E

Freitag, 02.07.10 17:40
 

"der chef wird ja wohl nicht ganz unschuldig sein"

Ich hasse diese bescheuerten Kommentare, nicht nur auf fudder und nicht erst seit heute, die in grenzenloser Naivität davon ausgehen, dass jemand, der eins in die Fresse kriegt, dafür bestimmt auch selbst irgendeinen Grund gesetzt hat.

Freitag, 02.07.10 18:15
 

Wooord.

 

auch meine sympathien sind im zweifelsfall erstmal bei der frau mit dem dachschaden

Freitag, 02.07.10 19:14
 

Werden Angestellte vom Chef kritisiert und haben kein Einsehen über den Fehler, den sie begangen haben, wird gleich die Mobbingkeule geschwungen...

Freitag, 02.07.10 19:34
 

Die Vorgeschichte fehlt, weil sie nicht Gegenstand des Verfahrens war und im Gericht auch nicht ausführlich erörtert wurde. Die betroffene Kanzlei und der Rechtsanwalt waren nicht bereit, eine offizielle Stellungnahme abzugeben, und sind auch nicht als Nebenkläger aufgetreten.

Ob die Kündigung selbst nun berechtigt war oder nicht, darüber kann man nur spekulieren, ebenso wie über die psychische Verfassung der Beschuldigten. Das bringt aber nicht viel, wenn die Fakten fehlen.

Freitag, 02.07.10 20:45
 

@jos


Scheint ja System zu haben bei dir, erst die Leute zu beleidigen und sich dann später dafür zu entschuldigen (s. oben).
Noch alles klar im Hirnkastl ?

Freitag, 02.07.10 20:49
 

Okapa, Du olle Antifa-Wurst, das hast Du voll durchschaut!

(Tschuldigung...)


JosFritz hat den Kommentar am 02.07.2010 um 20:51 bearbeitet
Secretary
Freitag, 02.07.10 20:59
 

lihber Schäf,

ich kaan si gans unt gahr niecht laiden!

dschüs,
eine Uhnbekanhte

Freitag, 02.07.10 21:10
 

@jos

ach, sorry, ich nehme es zurück. du hast ja niemanden beleidigt (ist zu heiss hier, das macht mein hirn matschig).

bin keine wurst. war nur ein anfall.

Freitag, 02.07.10 21:17
 

Sagen wir mal so: Es kommt schon mal vor, dass ich über´s Ziel hinausschieße, und dann sag´ ich´s auch, wenn´s mir selbst auffällt.

Da ist schon System drin.

Wenn Du meinen Kommentar weiter oben gemeint hast: Der war grob, aber nicht persönlich beleidigend, sondern sachbezogen.

Und den nehme ich sicher nicht zurück.



Mir ist auch heiß ;)


JosFritz hat den Kommentar am 02.07.2010 um 21:20 bearbeitet
Samstag, 03.07.10 12:07
 

viele leute sind nunmal selber schuld wenn sie was abkriegen

kannst ja mal beobachten, in der sogenannten "ReAlItÄt" *tätschel*

außerdem, was soll daran bitte so schlimm sein? droh-emails... lol... schränkt die lebensqualität schon erheblich ein. und wozu gibts spam filter? lachnummer.

Samstag, 03.07.10 17:18
 

blabla... -> geschenkt...

Mittwoch, 07.07.10 18:06
 

oh ja, wie oft denk ich mir das...

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