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Southside 2010: Matsch, Fußball, mehr Matsch, die Beatsteaks & noch mehr Matsch

Am vergangenen Wochenende gab's auf dem Flughafen von Neuhausen ob Eck für rund 50.000 Musik-Fans reichlich gute Musik auf die Ohren und reichlich Matsch an die Füße. Das wichtigste Accessoire waren mal wieder Gummistiefel. Anna-Lena war zum ersten Mal dabei und liefert das Festival-Mini-Tagebuch, und Southside-Profi Bene hat schön schlammige Zeltplatz-Fotos mitgebracht.



Southside, Tag 1: Ankunft & Zeltproblem
  Leider haben neben mir und meinen Freunden noch ungefähr 30 000 der letztlich 50 000 Festivalbesucher, genau die selbe brilliante Idee, bereits am Donnerstag anzureisen. Also heißt es erstmal mit samt Gepäck am Eingang Schlange stehen. Egal, die Stimmung ist, trotz einsetzendem Regen, super und nach anderthalb Stunden haben wir schließlich unser Ziel erreicht. Auf dem Weg zu unserem Platz habe ich bereits durchschaut: Wer was von sich hält, dekoriert sein Zelt!

Meine Freundin und ich haben zwar jegliche Dekoartikel zu Hause gelassen, aber freuen uns darauf, endlich unser frisch erworbenes, sich selbst aufbauendes Zelt in die Luft zu schmeißen und damit jeglichem Aufbaustress zu entkommen.

In meinen Gedanken klappt sich bereits ein meterhoher Zeltpalast auf. Doch wie so oft, sieht die Realität ganz anders aus. In strömendem Regnen werfe ich das Zelt in die Luft, es macht „Puff“ und vor uns steht ein Zelt im Hundehütten-Format.




Wir versuchen, uns die Sache schön zu reden, doch nachdem bereits nach zwei Minuten Wasser in unser neues Zuhause eindringt, beschließen wir, das Reservezelt aufzubauen. Auch das ist nicht ganz dicht. Yeah, Festival!

Southside, Tag 2: WM & Jack Johnson
  Es schüttet die ganze Nacht. Mein Schlafsack ist nass, das gesamte Gelände sieht aus, wie von einer Schlammlawine überrollt, und meine Laune ist am Tiefpunkt. Wir kochen uns Kaffee, unsere Nachbarn geben sich den Bierschlauch. Na hoffentlich wird das Deutschlandspiel gleich besser...



Poldi patzt und ich setzt all meine noch übriggebliebene Hoffnung auf Jack Johnson. Er kommt, spielt, und endlich geht die Sonne auf. Auch in meinem Herzen. Yeah, Festival!

Southside, Tag 3:  Duschen & Beatsteaks
  Ich reihe mich am Morgen ganz mutig in die meterlange Duschschlange ein und freut mich zur Abwechslung mal auf einen warmen Regenschauer. Anderthalb Stunden später gibt es das böse Erwachen: Von den etwa 30 Duschdüsen meines ohnehin schon kleinen Duschkopfes, ist gerade mal eine aktiv und daraus tröpfelt lediglich kaltes Wasser. Immerhin ergeht es meinen Duschnachbarn nicht anders.

Anschließend wieder in das Zweckoutfit: Gummistiefel, Regenhose und Regenjacke – und eigentlich fühle ich mich nicht sauberer als zuvor. Egal, ich habe Gummistiefel und muss mir keine Plastiktüten um die Füße binden.





Die Band Katzenjammer schüttelt den ersten Morgenfrust langsam von mir ab und spätestens bei LaBrassBanda hüpfe ich vergnügt im Regen. An diesem Abend schlafe ich, zwar verschlammt und durchnässt, jedoch überglücklich ein. Ich habe die Band gesehen, für die ich alle Strapazen auf mich genommen habe – die Beatsteaks. Yeah, Festival!

 
Southside, Tag 4: Matsch & Matsch & Matsch & Matsch
    Gleich am Morgen Zelt abbauen und schon einmal alles zum Auto bringen. Ein Bild der Verwüstung offenbart sich. Richtung Eingang machen sich die ersten daran ihre Zelte lieber zu verbrennen, als sie, vermatscht wie sie sind, wieder mit nach Hause zu nehmen. Wieder andere denken noch gar nicht ans Abbauen und sind damit beschäftigt ihren Pomillewert weiterhin aufzubauen. Um 17 Uhr sind alle Sachen endlich im Auto und ich gröle mit Skunk Anansie "Hedonism". Yeah, Festival!



Gegen 19 Uhr scheint sich das ganze Festival dazu entschieden zu haben Bonaparte zu sehen. Blöd nur, dass diese im Zelt auftreten. Die Masse quetscht sich und die Luft wird bereits nach Sekunden unerträglich...ich bin wohl zu alt und zu sehr an Sauerstoff gewöhnt, daher muss ich nach dem ersten Song bereits die Flucht ergreifen. Schade, dabei hätte ich so gerne „Too much“ mitgesungen und dabei in allen Gesichtern gelesen, dass die Zweideutigkeit dieses Songs perfekt zu den gegebenen Umständen passt.









Foto-Galerie: Benedict Glockner

Tipp: Wartet einen Augenblick, bis die Galerie komplett geladen ist. Ihr könnt euch dann ganz bequem jeweils das nächste Foto anzeigen lassen, indem ihr auf eurer Tastatur die Taste "N" (für "next") drückt.




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 30
Montag, 21.06.10 17:56
 

Es war so GEIL!

Madsen war eindeutig die Besten ♥ und ich stand in der zweiten Reihe. Haaach.

Aber nun ja, die Wetterbedingungen war wirklich nicht die besten, aber irgendwie wurde das überschattet.
Überall nur tolle Menschen, gute Musik, wer braucht da schon Sonnenschein?

Beatsteaks waren stinklangweilig meiner Meinung nach.
Tegan & Sara waren auch gut. So wie LaBrasaBranda, wo die ganze Menge bescheuert getanzt hat, es aber jedem in diesem Moment so egal war, und es genau die Tatsache einfach unvergesslich gemacht hat. Ansonsten tanze ich so nur allein in meinen eignen vier Wänden.

Billy Talent war wie zu erwarten schlecht - hat mich nicht überrascht, deshalb bin ich dann zu Mando Diao gegangen.
Was mich nur ärgert, dass ich Florence and the Maschine verpasst habe. Oh man.
Revolverheld war dafür überraschend gut, hätte ich nie erwartet, dass die so Stimmung machen können (trotz so früher Stunde und regen).

Also mein Start war sehr, sehr, holprig, aber wie gesagt:
Es war trotzdem total genial, einfach einmalig!


Lara ♥ hat den Kommentar am 21.06.2010 um 17:59 bearbeitet
Montag, 21.06.10 18:08
 

@Lara: Ich tanz immer so bescheurt wie ich mag- solltest du auch mal ausprobieren, macht westentlich mehr spaß ;)

Montag, 21.06.10 18:16
 

würd ich dir person mit der palette becks kennen, würde ich nie wieder mit der person reden

Montag, 21.06.10 18:40
 

@BÄÄH:

Ich mach's auch, aber auch nur, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet. Bis jetzt war das eben nicht der Fall :D

Montag, 21.06.10 19:06
 

festival war super! nen bisschen matsch nen bisschen regen.. das gehoert auch mal dazu... unsere zelte waren zum glueck dicht

mich wuerde mal interessieren wie die den muell wegbekommen.... den oberen meter erde abtragen und auf ne sonderdeponie? hab nur mal gesehen wie sie mit nem riesenstaubsauger ueber die landebahn gefahren sind..


maddis hat den Kommentar am 21.06.2010 um 19:26 bearbeitet
Montag, 21.06.10 20:00
 

Ach du scheiße :D
Ein Glück gehöre ich der elektronischen Musik an und pilger deshalb zur Nature One. Die liegt zeitlich einfach besser, da hats noch nie Dauerregen gehabt. Hoffentlich dieses Jahr auch nicht :D

Montag, 21.06.10 20:15
 

Wäre ein Wohnmobil nicht eine echte Alternative zum Zelt? Aber das Ding kann man wohl anschliesend auch verbrennen, weil mans nicht mehr aus dem Matsch rausbekommt...
Für Wonder gleich mal die Regentänze aufführen, daß er auch was davon hat...*duckundweg*

Montag, 21.06.10 20:33
 

Nennt mich spiessig...aber mir ist ein Konzert auf dem ZMF immer noch x-mal lieber als so ein Dauerfestivalundnebenbeiimdreckversink-Abenteuer :-). Ich steh dazu ;-).

Montag, 21.06.10 20:51
 

Spießig!^^

Montag, 21.06.10 21:07
 

ach du scheisse! das ist ja so dermassen widerlich und ekelhaft, für nichts in der welt würde ich mir sowas antun wollen.
ich glaube, wenn ich gezwungen wäre, unter diesen bedingungen dort zu sein, wäre ich so frustriert, dass ich in dem moment lieber tot wäre.

Montag, 21.06.10 21:20
 

in der westlichen, saturierten gesellschaft zahlt man für solche "erlebnisse".

Montag, 21.06.10 21:28
 

@Wonder
Und v.a. ist bei der Nature so einiges betoniert. Ist ja nicht umsonst ne Ex-Raketenbasis.

Montag, 21.06.10 21:29
 

Jenachdem wieviel Bier fließt, sinkt der Ekel vor dem Schlamm ;-)

Facebook-User
Montag, 21.06.10 21:39
 

@andres: man unterschätzt sich.(; ich hab auch sachen gemacht die ich ansonsten nie tun würde,bin in total nassen und dreckigen klamotten rumgelaufen,habe im nassen schlafsack geschlafen und so weiter.so schlimm war es echt nicht

Montag, 21.06.10 21:47
 

@andres
wie gesagt.. so schlimm ists nicht :) man gewoehnt sich dran, aber das naechste mal kommen wir glaub mitm wohnmobil.

ich hab aber respekt vor den maedels die trotz schlamm topgestyled rumgeloffen sind und bei denen nur die untere gummistiefelhaelfte dreckig war... wie ham die das geschafft?

Montag, 21.06.10 21:51
 

Kofferweise Klamotten mitgenommen. Eigene Anhänger dafür

Montag, 21.06.10 21:58
 

der Boden sieht auf den Fotos einfach mega-genial aus :)

Montag, 21.06.10 22:15
 

als ich donnerstag nacht bei strömenden Regen ankam, dachte ich sofort an ein Flüchtlingslager in einem Bürgerkriegsgebiet. Menschen die ihr Hab und Gut im Flutlicht durch den Dauerregen schleppen und stundenlang am Eingang des Camps schlangestehen.
Spätestens als am nächsten Tag knietiefer Schlamm, ohrenbetäubender Krach, überall herumliegende "Leichen" und quälender Schlafmangel hinzukamen, wähnte ich mich jedoch vielmehr in den Schützengräben von Verdun.

Hey, es war trozdem super!

Montag, 21.06.10 22:19
 

Erinnert an Woodstock :-)

Montag, 21.06.10 22:50
 

Bin vorhin vom Hurricane wiedergekommen!

Gutes Wetter gehabt außer ab und zu ein kleiner Schauer. Hurricane iss eh geiler!

Montag, 21.06.10 23:32
 

so ein chaos-wetter auf nem festival hab ich noch nie erlebt...aber es war trotzdem unglaublich geil!!

hätte aber trotzdem gerne das wetter vom hurricane für das southside geklaut...

jon0jon
Dienstag, 22.06.10 02:19
 

Die Verfasserin nimmt bei massiven Unwetterwarnungen ein Wurfzelt mit, guckt sich die vermutlich zum 100. Mal auf dem Southside auftretenden Beatsteaks an (während nebenan The Prodigy alles auseinandernimmt) und geht duschen? :D

Der journalistischen Sorgfaltspflicht ist sie nicht wirklich nachgekommen. Ansonsten hätte sie z.B. kritisch angemerkt, dass zwei Eingangszelte (Bändchen) für 50.000 Besucher bei Dauerregen ettttwas knapp bemessen sind. Wo die Stimmung da super gewesen sein soll - ich weiß es nicht. Hört sich für mich nach typischem Bratwurstjournalismus an: die Stimmung war gut, das Bier kalt und die Bratwurst schmeckte wie immer.

War ein cooles Festival - v.a. dank der Bands - aber die Veranstalter haben dieses Mal komplett versagt. Höhepunkt der Unverschämtheit: fett beworbener, kostenloser Abschleppdienst auf den Screens aller Stages am Samstag/Sonntag. Und worin bestand dieser Abschlepp-Express? 2 (zwei!) Bauern, die vehement betonten, freiwillig zu helfen, schleppten mit ihren Traktoren ein paar Autos zur Straße.

Dienstag, 22.06.10 03:50
 

statt 120000 mal hitzschlag diesmal schützengrabenfuß und unterkühlung im sanizelt. die sind sicherlich dankbar für ein bißchen abwechslung zu den üblichen schnittwunden und alkoholvergiftungen :)

Dienstag, 22.06.10 10:08
 

Respekt an alle, die dabei waren und gute Mine zum -wettertechnisch- bösen Spiel machten - aufgrund des guten Lineups wäre ich fast hingegangen, zum Glück nur fast, denn auf die Schützengrabenromantik habe ich zurückblickend gerne verzichtet. Verdammtes Wetter!

Dienstag, 22.06.10 10:08
 

mein titelvorschlag: much too much matsch! oder: matsch too matsch matsch...

dirtyweekend
Dienstag, 22.06.10 11:09
 

MASSIVE ATTACK hat alles gerettet.

Dienstag, 22.06.10 11:24
 

@jonOjon: Es war ja der Autorin erstes Festival, da können noch kleine Problemchen auftreten. Und die Beatsteaks wurden vielleicht auch noch nicht vorher gesehen...

tuC
Dienstag, 22.06.10 17:03
 

Das Wetter war nicht so gut, aber insgesamt war es ein nettes Wochenende. Ein bisschen Regen gehört halt auch dazu, Gummistiefel wären nicht schlecht gewesen, so hab ich z.b. die Schuhe danach entsorgt.

Dienstag, 22.06.10 18:20
 

nett zu lesen. festival-einsteiger haben doch immer wieder recht ähnliche erlebnisse und eindrücke. mir bleibt ein rätsel, wie jack johnson und beatsteaks ein headliner sein kann und warum diese erwähnenswert sind, wenn als alternative prodigy, strokes und billy talent auftraten.

Mittwoch, 23.06.10 00:29
 

öhm, ja. lasst uns doch äpfel mit birnen vergleichen.

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