zur Startseite
Passwort vergessen?

Nachttanz-Demo: Bildungsdemo trifft Straßenfest

Während im Audimax gestern Abend das SWR-Symphonieorchester spielte und Opernliebhaber aus dem Stadttheater kamen – Verdi (nicht die Gewerkschaft) -, fanden sich auf Wiese vor dem Kollegiengebäude II der Universität um die 300 junge Demonstranten mit Transparenten und dem unvermeidlichen Lautsprecherwagen zur "Bildungspolitischen Nachttanz-Demo" rein. Die Polizei war relativ schwach vertreten, auf den bewährten Wanderkessel wurde verzichtet.



Der programmatische Teil stand am Anfang: in einer kurzen, über den Lautsprecherwagen übertragenen Rede solidarisierte sich ein Vertreter des UStA mit den Gleisbesetzern der vergangenen Woche, forderte die Behörden auf, in diesem Zusammenhang auf Strafverfolgung zu verzichten, und ordnete die Bildungsproblematik in globale und gesamtgesellschaftliche Zusammenhänge ein.

Um die Tanzdemo ihrem Namen gerecht werden zu lassen, wurde dann über den Lautsprecherwagen krawalliger Elektropunk eingespielt. Ganz zu Beginn des Demonstrationszuges, man war keine 50 Meter gelaufen, entschied sich die Besatzung des Lautsprecherwagens, ein Lied mit dem in diesem Kontext interessanten Refrain „Was bringt die Uni? Die Uni bringt nichts! Fick die Uni!“ zu spielen. Eine programmatische Ansage?

Die Teilnehmer rekrutierten sich tatsächlich überwiegend nicht aus der Streber-, sondern aus der alternativen Szene, auf einen Versuch, inhaltlich eine breite Mehrheit der Studierendenschaft anzusprechen, wurde konsequent verzichtet: Per Durchsage wurde zu Beginn des Zuges darum gebeten, im Demonstrationszug auf WM-Deutschlandparaphernalia zu verzichten – Deutschland-Fan zu sein sei „nicht ok“.

Auch die Sprechchöre waren zu großen Teilen – A, Anti, Antikapitalista – auch von den Schattenparker- und sonstigen Szenedemos bekannt. Eine hypothetische studentische Massenbewegung sähe im Sommer 2010 wohl anders aus. Am Rande des Zuges standen mäßig interessierte Berufstätige – „Jo, das ist mir egal“ und Rentner – „Irgendwo muss halt gespart werden“, eine trotz Wohlwollens gegenüber der guten Sache von der Demo genervte 22jährige Anwohnerin – „Die sollten gefälligst mal dran denken, dass hier auch Leute wohnen!“ und, an einem Freitagabend in der Innenstadt immer zahlreich zu finden, Studenten. „Ja, ich war schon auf so vielen Bildungsdemos“ war eine Aussage, die man als Reaktion auf die Frage, warum sie nicht mitmarschierten, immer wieder hörte. Auch: „Ich bin eh bald fertig“.

Die Bildungsdemo als Ritual fürs Grundstudium?



Über den Bertoldsbrunnen, wo kurz halt gemacht und getanzt wurde, zog der Zug durch das Martinstor in die Gerberau. Der am Martinstor einsetzende starke Regen fiel auf Demonstranten und Polizei gleichermaßen: gemeinsam und ohne große Routenplanungsdiskussionspausen planschten die beiden Gruppen in zügigem Tempo über den Augustinerplatz und durch die Salzstraße, auf der tief das Wasser stand.

Bei Erreichen des Bertoldsbrunnens hatte der Regen wieder etwas nachgelassen, die Demonstranten zündeten zur Feier bengalische Feuer und tanzten eine Weile. Nach einer letzten Tanzsession vor dem Theater, es waren trotz allem immer noch an die hundert Leute anwesend, löste sich die Demonstration schließlich zwischen halb eins und eins langsam auf.

Demonstration als Straßenparty.



Tipp: Wartet einen Augenblick, bis die Galerie komplett geladen ist. Ihr könnt euch dann ganz bequem jeweils das nächste Foto anzeigen lassen, indem ihr auf eurer Tastatur die Taste "N" (für "next") drückt.




Artikel als E-Mail verschicken Artikel auf Facebook weiterempfehlen Artikel twittern Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen Diesen Artikel bei del.icio.us bookmarken
 



Kommentare
Anzahl der Kommentare: 57
Samstag, 19.06.10 10:56
 

"Deutschland-Fan zu sein sei „nicht ok“."
"Auch die Sprechchöre waren zu großen Teilen – A, Anti, Antikapitalista"

Es wird echt immer schlimmer. Und da wundern die sich, dass nur noch eine Minderheit der Studenten bei solchen Protesten teilnimmt? Wieso ist es nicht okay Fan seines eigenen Landes zu sein? Wo sind wir eigentlich -.-

Samstag, 19.06.10 11:00
 

Autonome Fundamentalmoralisten. Seufz. Trotzdem - ich würd was vermissen wenn es sie nicht gäbe.

Samstag, 19.06.10 11:22
 

Der Autor mokiert sich zurecht über Banalität und Spießertum derartiger Demos.

Solche Meinungsäußerungen werden in Freiburg und anderswo schlicht nicht mehr ernst genommen.

Allenfalls matte Zustimmung zu den "allgemeinen Zielen" oder ebenso allfällige matte Ablehnung der "Ruhestörung" sind die Reaktion.

Die Konsequenz daraus könnte auch sein, dass radikalere Aktionen wie die Gleisbesetzung im Freiburger Hauptbahnhof zunehmen und Audimax-Besetzungen künftig nicht mehr im Einvernehmen mit der Uni-Leitung stattfinden.

Samstag, 19.06.10 11:36
 

schlecht bilder dabei !!! und noch einen !

Samstag, 19.06.10 11:41
 

Pivo?

Bilder gut und viel authentisch wie Demo !!!

Prost !

:)

Samstag, 19.06.10 11:48
 

Liebe Gemeinde,

hier eine inhaltliche Ergänzung zur gestrigen Nachttanz-Demo:

Presseerklärung des UStA vom 17.06.2010

Wir zahlen nicht für eure Krise! Freie Bildung für alle!

Bildungspolitische Nachttanz-Demo am Freitag, den 18.06.2010 um 22:00 Uhr am Stadttheater in Freiburg

Bildungsstreikende aus Freiburg rufen für Freitag den 18. Juni 2010 zu einer bildungspolitischen Nachttanz-Demonstration auf. Der UStA der PH Freiburg unterstützt den Demonstrationsaufruf (siehe http://www.bildungsstreik-freiburg.de ).

Den Sparplänen der Bundesregierung entgegentreten!

Lediglich eine Woche hat es gedauert, bis die Bundesregierung 500 Mrd. (Bürgschaften, Kredite, Finanzhilfen) für die Banken mobilisiert hat. Gleichzeitig müssen jetzt Millionen Menschen damit rechnen, dass die größte Finanz- und Wirtschaftskrise auf ihrem Rücken ausgetragen wird. Denn es ist so gekommen, wie es vorher zu sehen war: „Drastische Einsparungen bei den Ärmsten der Armen, vage Ankündigungen über Belastungen von Banken und der Wirtschaft, das ist das Ergebnis der Sparklausur von Schwarz-Gelb“, sagt Sven Fred, Mitglied des UStA der PH Freiburg. „Und sobald auf Landesebene die Sparpakete geschnürt werden, drohen uns auch im Bildungsbereich, allen Beteuerungen zum Trotz, massive Kürzungen.“

Wir sagen Nein zu den „Rettungspaketen“ - Banken und Konzerne sollen zahlen!

Kein einziges Gesetz zur Regulierung des Finanzsektors, zur Schließung von Steueroasen oder dem Verbot von hochriskanten Finanzspekulationen wurde verabschiedet. Die Verluste wurden sozialisiert, und die Gewinne können wieder privat angehäuft werden. Eineinhalb Jahre später knallen bei vielen Hedgefonds schon wieder die Champagnerkorken, werden wieder Milliarden-Boni ausgezahlt, sonnt sich die Deutsche Bank in Riesengewinnen und wird massiv (z.B. gegen Griechenland) spekuliert.

Wer zahlt die Zeche?

Die Jugend trifft die Krise besonders hart: Weniger Ausbildungsplätze, keine oder nur befristete Übernahmen nach der Lehre, prekäre Jobs und Niedriglöhne nehmen dramatisch zu. Turbo-Abitur, Bachelor/Master-Reformen und Studiengebühren: Leistungsdruck und soziale Abschottung werden immer drastischer. Gleichzeitig werden die Ausrichtung des Bildungssystems an Standort- und Unternehmensinteressen sowie die Förderung vermeintlicher Eliten weiter vorangetrieben.

Nicht auf unserem Rücken!

„Die Folgen der Krise sollen wir tragen – und gleichzeitig mit einer Verschlechterung unserer Arbeits-, Bildungs- und Lebensbedingungen den Aufschwung bezahlen“, kritisiert Sven Fred. „Die kapitalistische Profitlogik und die massive Umverteilung von Unten nach Oben, die eine wesentliche Ursache für die Krise sind, sollen nun auch die Basis für den erhofften Aufschwung bilden.“ Die Wirtschaftsverbände in Deutschland setzen weiter auf die Eroberung der Exportmärkte durch Lohn- und Sozialdumping, zu Lasten der Beschäftigten hier und in den anderen Ländern. Im Verbund mit der Bundesregierung versuchen sie auch allen anderen EU-Ländern einen rabiaten Lohn- und Sozialabbau aufzuzwingen. Die deutsche Regierung verstärkt den Druck auf andere europäische Länder in einer Politik von Verarmung und Wiederbelebung des Neoliberalismus. Dieses Modell geht nicht nur zu Lasten der Menschen, sondern auch der Ökologie und des Klimas. Längst hat sich die Finanz- und Wirtschaftskrise mit der Ökologie- und Klimakrise verschränkt, Kriege werden
verstärkt. Eine Fortsetzung dieses „Modells“ ist nicht im Interesse der Mehrheit der Menschen.

Deswegen: Neoliberale Verwertungslogiken wegtanzen! Freie Bildung für Alle!


UStA PH Freiburg hat den Kommentar am 19.06.2010 um 11:49 bearbeitet
Samstag, 19.06.10 11:51
 

@phh: Hättest ruhig Bescheid sagen können, habe mich gestern echt gelangweilt.

@Demo: Nächstesmal bitte die Autobahn blockieren, evtl. ein paar Selbstverbrennungen kämen auch gut.

Auch cool: Geiselnahmen (Salomon, Hodeige, Wulff).

Bitte Harry Hochuli rechtzeitig Bescheid geben (Vertrauenssache).

Samstag, 19.06.10 11:53
 

@Ustascha: Langweilig!!!

Samstag, 19.06.10 11:56
 

Die Polizei war nicht "relativ schwach" vertreten, sondern massiv vor Ort. Schon vor Beginn der Demo parkten sie ihre Sixpacks in Reihen demonstrativ direkt vor dem Sammelplatz vor dem Stadttheather. Man kann sich auch mal die Mühe machen, in die Seitenstrassen zu gucken... da konnte man nämlich auch noch so einiges entdecken.
Und den "bewährten Wanderkessel" gibt es nicht. Der ist nämlich nach wie vor ein Instrument der Polizei das Grundrecht auf Versammlung einzuschränken und Teilnehmer einzuschüchtern.
Nur so..

Samstag, 19.06.10 12:00
 

Ohje stimmt die Polizei schränkt wieder Grundrechte ein....

Samstag, 19.06.10 12:06
 

Kessel, Kessel
Du musst wandern
von dem einen Ort zum andern.



@rofl: Soll der Autor "Sarkasmus" dranschreiben?

Du hast natürlich völlig recht - natürlich schränkt ein Polizeikessel die Grundrechte ein:

"Der Polizeikessel ist eine Form des Sicherungsgewahrsams und somit ein Instrument der Gefahrenabwehr. In der Regel wird beim Einkesseln unmittelbarer Zwang angewendet. Bei der Vornahme des Kessels wird in die Grundrechte auf körperliche Unversehrtheit und Bewegungsfreiheit eingegriffen.

Die Einkesselung ist rechtlich umstritten. Befürworter sehen in ihm eine einfache und effektive Möglichkeit Gewalttaten zu unterbinden. Kritiker sehen in ihm eine unverhältnismäßige Maßnahme, denn in einem Kessel könnten auch Nichtstörer festgehalten werden. Da den Eingekesselten die Befriedigung von Grundbedürfnissen wie Toilettenbesuche und Bezug von Nahrung und Trinkwasser unmöglich ist, wird diese polizeiliche Maßnahme häufig kritisiert."

(Wikipedia)

Samstag, 19.06.10 13:21
 

Wieder mal das übliche. Hauptsache demonstriert, keine Ahnung wofür oder wogegen. Aber die Teilnehmer sind immer die gleichen (vom Paula-Modersohn-Platz).

Samstag, 19.06.10 13:57
 

Die Welt ist zu kompliziert, als daß sie ein zugekiffter autonomer Quadratschädel verstehen könnte...
Dudes: züchtet Käfer in eueren Frisuren, singt, tanzt, lauft nackt durch die Gegend, aber verschont uns mit billigen Verallgemeinerungen, Linker Propaganda und verstaubtem Marxismus!

Samstag, 19.06.10 14:02
 

@"billige Verallgemeinerungen": Nee, is klar, funkdaworld...

Samstag, 19.06.10 14:11
 

Ich find´s ja okay, wenn sie demonstrieren wollen, aber dann bitte doch nicht nachts. Denkt nur mal an die Kinder wo Nachts schlafen sollten, wie froh sind die Mütter doch wenn sie die erst mal ins Bett gebracht haben. Und dann werden sie von so einem Lärm wieder aufgeweckt... respektlos

Samstag, 19.06.10 14:12
 

dieser einwand musste ja kommen

Der Unterschied ist:

Ich pflege mit meinen Verallgemeinerungen lediglich Klischees, die Burschen von der Demo machen die ihren zu einem politischen Programm.

Samstag, 19.06.10 14:40
 

ich fand es vor allem ziemlich bescheurt, dass die vag angeblich informiert war und es nich für nötig hielt, leute die am a*** der welt vergeblich auf die bahn warteten, vllt mal zu informieren.
die aktion war doch echt nur noch krach und blockade zum spaß der besoffenen/bekifften/womit auch immer zugedröhnten möchtegernprotestler.
sympathie und aufmerksamkeit kriegt man anders.

Der Mensch
Samstag, 19.06.10 15:32
 

@Wonder
"Wieso ist es nicht okay Fan seines eigenen Landes zu sein?"
Weil Deutschland und "der Deutsche/ die Deutsche" ein reines Konstrukt sind, dass längst nicht mehr zutrifft. "Deutsche" haben längst nicht mehr gemeinsame Traditionen, Werte, Ansichten und schon gar nicht die selben Wurzeln. Warum sich also mit einer Gruppe indentifizieren, die es gar nicht gibt. "Das eigene Land" ist ein willkürlich festgelegte Grenze um ein bestimmtes Territorium. Der Besitzanspruch des "eigenen Landes" ist aber hinfällig. Grenzen verschieben sich mit der Zeit. NO BORDER! NO NATION! FREE EDUCATION!

Samstag, 19.06.10 16:07
 

@Esther87: Wie denn?

Samstag, 19.06.10 17:01
 

@nicht aus der Streber-, sondern aus der alternativen Szene
geile vorstellung, freiburgs streberszene macht eine demo für mehr ruhe und längere bibliotheksöffnungszeiten

@ deutschlandfan sein ist nicht okay sache:
so wie ich das verstanden hab ging es vor allem darum, klarzustellen, dass es sich um eine bildungsstreikdemo handelt und nicht um ein deutschlandfest und nebenbei darum, das nationalsymbole unnnötig sind. waren aber eh kaum fans in der stadt, von daher eigentlich unnötig. die deutschlandfans wurden aufgefordert ihre fahnen einzupacken und mitzutanzen.

@im zügigen temp über die gerberau
cool war, das der demowagen dort stumm war (polizei vorgabe + rücksicht auf die anwohner) und die leute stattdessen gesungen haben. mal was neues

@ "ich bin eh bald fertig"
klasse, sowas ist einfach nur fantastisch

@blockierte bahn /ruhestörung
doof das die vag das nicht weitergibt. andererseits wäre bei deutschlandsieg die innenstadt für mehrere stunden lahmgelegt gewesen. und niemand hätte sich über blockierer beschwert. klar war es für manche leute ruhestörung (wobei die demo um kurz nach 12 aus der stadt war). aber ich frag mich manchmal ob es eine möglichkeit gibt, etwas zu ändern, ohne dass unbeteiligte unverdient was abbekommen... und wie schon gesagt, über die deutschlandfans hätte sich bei einem sieg niemand über ruhestörung aufgeregt. oder... doch vermutlich schon ^^

Samstag, 19.06.10 17:23
 

@orange
die studis die demonstrieren studieren auch. die studis die nicht studieren, bekommen es auch nicht hin zu demonstrieren, ganz einfach ^^

Samstag, 19.06.10 17:31
 

@truth:
befürchte, nicht.

Samstag, 19.06.10 17:46
 

@Streberszene: Wort des Monats

Samstag, 19.06.10 18:05
 

also ich weiß nicht warum andere gestern abend auf der demo waren, aber ich war dort um nachts für freie bildung zu tanzen. aus. fertig. kann man schöner protestieren als tanzend?

nervig dieses gestänkere gegen tanzende menschen, die tanzend von ihrem demokratischen partizipationrecht gebraucht machen. nervt. öde. immer dieselben demonstranten? immer dieselben meckerer bei fudder.de !

Samstag, 19.06.10 18:11
 

versucht's mal mit: goethe lesen für freie bildung.

Samstag, 19.06.10 18:22
 

Nett, wie Fudder wieder einmal Tatsachen verdreht.

Samstag, 19.06.10 18:24
 

@kalashnikitty:

Ich bin neu!

Stimme JosFritz zu

Samstag, 19.06.10 18:25
 

@ROFL, die Katz
klar überreichen die euch nicht direkt den schlüssel zum knast und fahren zwei wochen in den urlaub. verglichen mit den sonstigen demos dieser art (kts-wagenburgszene demonstriert gg kapitalismus) ist die polizei aber eindeutig entspannter vorgegangen. in anbetracht der tatsache, dass den demonstranten ja auch etwas daran liegt, dass die polizei entspannt ist - weniger stress für alle - kann man das doch mal freundlich zur kenntnis nehmen.

Samstag, 19.06.10 18:25
 



beherzigung

ach, was soll der mensch verlangen ?
ist es besser ruhig zu bleiben ?
klammernd fest sich anzuhangen?
ist es besser sich zu treiben?
soll er sich ein häuschen bauen?
soll er unter zelten leben?
soll er auf die felsen trauen ?
selbst die festen felsen beben.
eines schickt sich nicht für alle!
sehe jeder wie er's treibe,
sehe jeder wo er bleibe,
Und wer steht, dass er nicht falle!

goethe, 1777

Samstag, 19.06.10 18:33
 

ach, da saß er in weimar, redlich staatsdienend, bald schon am frauenplan, und schaute auf die welt hinab.

Samstag, 19.06.10 18:47
 

@kalashnikitty
vor konfrontation nicht zurückschrecken und zu seiner sache stehen ist eine sache. wenn nötig auch mit harten bandagen zu kämpfen ist noch eine sache. den leuten, von denen man was will, die man womöglich sogar überzeugen will, warm ins gesicht zu furzen und dann auf und ab zu hüpfen und mit den armen zu wedeln ist eine ganz andere sache.

Samstag, 19.06.10 19:45
 

falls übrigens jemand vom lautiwagen das hier liest, ich hätte wirklich sehr gerne mit euch gesprochen und würde das auch auf zukünftigen demos gerne tun. wenn es also irgendwie möglich wäre, euch zu beweisen, dass ich nicht von der polizei bin, meldet euch bei mir.

Samstag, 19.06.10 20:01
 

hey keine Gleisen besetzt ;) Ich bin begeistert !

Samstag, 19.06.10 20:21
 

die straßenbahngleise waren de facto über ne stunde "besetzt". meine mitbewohnerin ist richtig angepißt und ich nehme an nicht nur sie. hat ja auch oben jemand bemerkt.

Samstag, 19.06.10 22:39
 

„Was bringt die Uni? Die Uni bringt nichts! Fick die Uni!“

Einer solchen inhaltsschweren, differenzierten und unschlagbaren Argumentation (ganz besonders dem erläuternden dritten Teil der Rede) kann man nun wirklich nichts mehr entgegensetzen...


Biber hat den Kommentar am 19.06.2010 um 22:40 bearbeitet
bs
Sonntag, 20.06.10 02:44
 

hier ein youtube video link, sieht nach viel guter stimmung aus
http://www.youtube.com/watch?v=tKVIcADSKKY

Sonntag, 20.06.10 10:39
 

Ist doch ne nette Aktion wenigstens kreativer als wie die Lemminge auf die Bahngleise zu springen.

Sonntag, 20.06.10 12:10
 

zum vergleich deutschlandsiege mit verbundenen verkehrschaos und demos kann ich beruhigend sagen....

die anzahl der behinderungen durch deutschlandsiege ist in letzter zeit deutlicher zurückgegangen als die der durch demos...

ansonsten ist eine tanzdemo doch eigtl. ne gute sache

@ truth: die studis die demonstrieren studieren auch. die studis die nicht studieren, bekommen es auch nicht hin zu demonstrieren, ganz einfach ^^

interessanter ansatz aber bissel einfach gestrikt :-)

Sonntag, 20.06.10 15:51
 

Freiburger Streberszene demonstriert für längere Öffnungszeiten der Bibliothek:

Die Freiburger Streberszene demonstrierte am gestrigen Samstag für verlängerte Öffnungszeiten der Uni-Bibliothek. An der Demonstration konnte nur Teilnehmen, wer sich im Vorfeld angemeldet hatte, denn die Teilnehmerzahl war auf 200 Demonstrierende begrenzt, um die Störung möglichst klein zu halten. Um keine Passanten zu verärgern wurde außerdem auf Sprechchöre und Musik verzichtet, stattdessen konnten sich interessierte FreiburgerInnen Infozettel bei der Demoleitung abholen.
Die Demonstration startete um 14:00 Uhr auf dem Platz vor der Uni-Bibliothek und endete um 14:20 Uhr auf der anderen Seite des Gebäudes. Um die Geschäfte in der Innenstadt, die Straßenbahnpassagiere und die einkaufenden FreiburgerInnen zu schonen, wurde auf eine Route durch die Stadt verzichtet.

Die Freiburger Polizei begrüßt, dass die Demo im Vorfeld angemeldet wurde und alle Einzelheiten mit der Polizei und dem Ordnungsamt abgesprochen wurden: "So können wir unseren Einsatz auch planen, das schafft Vertrauen" dazu H.H. vom Revier Süd-West.

Aus Rücksicht auf die Steuerzahler, die neben den Kriegseinsatz in Afghanistan und dem Gehalt der deutschen Bischöfe immer öfters kostspielige Demoeinsätze der Polizei zahlen müssen, zahlte jede/r Demonstrierende einen symbolischen Beitrag von 605€, die gesamte Summe wurde dem Freiburger Bürgermeister im Anschluss an die Demonstration übergeben. "Das deckt zwar nur einen Teil der Kosten, aber die Steuerzahler haben auch so schon genug Probleme mit den linken Zeckenzüchtern, die sich nicht waschen, keine Arbeit haben und nicht studieren, aber trotzdem ständig gegen ungerechte Studienbedingungen demonstrieren!" kommentierte der Anmelder der Demonstration, Salomon Junior.

Auch der Club der Freiburger Demokritiker lobte diesern neuen Ansatz einer modernen bürgerfreundlichen Protestform: "Endlich mal eine vernünftige Demonstration - niemand fühlte sich gestört, keine Unbeteiligten kommen zu Schaden und es wird sich trotzdem total schnell etwas ändern." freut sich der ehenamtliche Fudder-poster des Clubs, Rechts Lastig.

Die Resonanz der deutschen Presselandschaft auf die Demonstration, verblüffte selbst die Demo-Organisatoren: "Das unser Konzept perfekt ist, war uns auch schon vorher klar, aber das selbst die überregionale Presse unsere Demonstration auf der Titelseite loben und unsere Forderungen unterstützen würden, damit hätten wir nicht gerechnet" wundert sich Graue Maus.

Amen.

Sonntag, 20.06.10 15:53
 

auf indy sind ein artikel sowie videos und bilder eingtrudelt:

http://linksunten.indymedia.org/de/node/21829

" BS Video Zusammenschnitt:
http://www.youtube.com/watch?v=tKVIcADSKKY

Probe der Gesangseinlage für die Strecke zum August:
http://www.dailymotion.com/video/xdqn48_nachttanzdemo-freiburg-freie-bildun_news "


wieso schweigt die BZ das mal wieder tot? achso, wurden ja keine gleise besetzt, niemand verhaftet und auch keiner schwerverletzt. gebrannt hat auch nichts. vielleicht nächstesmal, dann gibts auch wieder presse.

Sonntag, 20.06.10 18:40
 

@truth: tja, so ist die BZ nun mal, traurig aber wahr!

Sonntag, 20.06.10 23:01
 

hmm,

gibt das hier nen wettbewerb, wer hat den längsten........post ?

Montag, 21.06.10 02:19
 

Badische Zeitung hat wohl doch etwas zu sagen, wenn auch nicht viel, klingts immerhin nett. ich schätze mal es braucht dort trotzdem nur.... 2h bis die ersten (rechtslastigen) beschwerdekommentare auftauchen ^^

http://www.badische-zeitung.de/freiburg/nachts-tanzen
wenn menschs mit den 20 seiten presse zur gleisbesetzung vergleicht, ists schon bischen mager. aber wenigstens kann man auf der startseite der bz immer die aktuellen polizeimeldungen lesen - und wo die fasnachtsrufer aktuell beschäftigt sind. haha, bz du bist ein looser. oder eine looserin, ich will hier ja nicht sexistisch wirken.

Montag, 21.06.10 09:10
 

Boykottler regen sich über Fußballfans auf, die sich über Boykottler aufregen, weil diese tanzen, auch ohne gewonnenes Spiel, weil andere feiern und andere kein Geld zum Feiern haben.

Wer für wen tanzt ist eine Frage der Liebe: Die Liebe zum Ball, zur gesellschaftlichen Weiterentwicklung oder zum Pausenbrot.

Eines haben sie gemeinsam: Das gemeinsame Wohlbefinden in einer muggeligen Gruppe.
Der einzige große Unterschied: Die einen kämpfen für andere, die anderen feiern den Kampf von anderen.

Ob du lieber feierst oder kämpfst, ist eine Frage der 42. Und ob feiern oder kämpfen nicht ein und das selbe Wort sind, ist eine Frage der Sprachkenntnis. Der Rest ein Trugschluss.

Montag, 21.06.10 10:09
 

@truth, - Kompliment, selbst beim BZ bashing unsexistisch gendermaessig PC.
Obwohl - im Englischen gibt meines Wissens keine weibliche Form von loser (mit einem o). Und auf denglisch koennte man ja auch - in Analogie zu loosEr - loosSie sagen.
Aber wer ausser Dir weiss schon die Wahrheit ...


christianhauck hat den Kommentar am 21.06.2010 um 10:20 bearbeitet
anwohner
Montag, 21.06.10 10:15
 

Ich als Anwohner muss ehrlich sagen, dass mir "Feierei mit Inhalt" auf der Straße lieber ist,
als der Lärm, der nach dem ersten Deutschlandspiel am Bertoldsbrunnen gemacht wurde.
DAS war nervtötend!

Montag, 21.06.10 11:28
 

Was meinst Du selbst denn dazu, ABO?

Montag, 21.06.10 11:35
 

Es besteht übrigens eine Diskrepanz von 500 Teilnehmern zwischen den Angaben der BZ (800 Demonstranten) und fudder (300 Demonstranten).

Montag, 21.06.10 11:37
 

ich würde mich als flexetarier bezeichnen. zumeist leb ich vegetarisch, manchmal esse ich aber auch fleisch - aber nur, wenn's high-end-zeug is'.

Montag, 21.06.10 11:42
 

Arier kenn´ ich, aber flexet?

Montag, 21.06.10 11:45
 

zugegeben: hört sich - flexmäßig - martialisch an.

Montag, 21.06.10 12:01
 

ich hab zu beginn der demo, also auf dem weg zum bert, den zug vorbeiziehen lassen und gezählt wie ich beim bund gelernt habe russenpanzer zu zählen - man zählt einen bruchteil der kolonne und multipliziert dann. kann sehr gut sein, dass am bert noch leute dazugekommen sind und dann vor dem regen wieder geflüchtet, ich hab nur einmal am anfang und einmal am ende gezählt. also "gezählt". 800 kommt mir aber hoch gegriffen vor.

Montag, 21.06.10 14:20
 

@ ablogworkorange

aalso das ist ganz einfach, jeder demokritische beitrag wird bei nichtzustimmung und bejubeln entweder als:
- rechtslastig
- abgeschwächte variante ; als spiessig
- uninteressiert
- unwissend
- unwahr

abgeurteilt.
in besonders schlimmen fällen in denen man schon fast von gotteslästerung sprechen könnte, werden alle merkmale addiert und du auf lebenszeit aus der gemeinschaft ausgeschlossen...

denn mal ganz ehrlich; es kann nur einer recht haben....und nur eine meinung aktzeptiert werden.

Montag, 21.06.10 16:50
 

@wolke: das befürchtete ich schon. und: das ist wahrscheinlich das risiko, wenn man versucht, rebellisch - also gegen die in meinen kreisen vorherrschende linke, alternative ausrichtung - zu sein. anderswo muss ich ja dann wieder den freizeit-commi und geistespunk herauskehren. irgendwie schizo. dabei will ich doch nur so sein, wie ich bin ...

Montag, 21.06.10 18:11
 

ist verboten :-)

mistel nice
Dienstag, 22.06.10 00:56
 

ABO du bist so unglaublich tiefgründig und einfach verdammt schlau:)

Dienstag, 22.06.10 13:08
 

"und ordnete die Bildungsproblematik in globale und gesamtgesellschaftliche Zusammenhänge ein...
...Auch die Sprechchöre waren zu großen Teilen – A, Anti, Antikapitalista – auch von den Schattenparker- und sonstigen Szenedemos bekannt. Eine hypothetische studentische Massenbewegung sähe im Sommer 2010 wohl anders aus. "

Anstatt sich im Zuge der Berichterstattung objektiv mit dem Thema zu beschäftigen, zieht es die FUDDER- Redaktion lieber vor, die Demo hier unterschwellig als Hippieveranstaltung zu brandmarken.
Nicht Alles was vom Lautiwagen gesagt wurde, würde ich zu 100% unterschreiben, allerdings ist es in jedem Fall legtim bzw. ein MUSS, die Bildungsproteste mit handfester Kapitalsmuskritik zu verbinden!

Die Bologna-Reform sowie die damit einhergehende Einführung von Bachelor und Masterstudiengängen, sind Vorschläge, welche auf drängen der Privatwirtschaft (CHE bzw. Bertelsmann) eingebettet im Förderalismus-Reformpaket nahezu 1:1 von unseren Schwarz-Roten Politmarionetten umgesetzt worden sind:
http://de.wikipedia.org/wiki/Centrum_f %C3%BCr_Hochschulentwicklung

Allerdings wird, wer seine Studiengebühren und Wohngeld regelmässig von Papis Konto überwiesen bekommt, die Notwendigkeit nicht sehen, sein Hirn auch mal in diesen Bereichen zum Einsatz zu bringen...

Hier gibts übrigens noch ein paar -unverwackelte- :) Fotos der Demo:
http://www.southvibez.de/Fotos/10Juni/NachtTanzDemo/index.html

Um einen Kommentar zu verfassen, benötigst du ein fudder-Profil. Registriere dich kostenlos oben rechts auf fudder.






Diese Funktion steht nur für eingeloggte fudder-User zur Verfügung.

» fudder-Netiquette





» diegeschichte

nachmieter großer raum 2x pro Woche
Hallo, wir suchen einen ...

» keep-it-deep

re: Die 10 wichtigsten Alben aller Zeiten
wer basic channel nicht (...

» keep-it-deep

re: Die 10 wichtigsten Alben aller Zeiten
@ s'vögele: elektronische...

» Chinaski

re: Was hört ihr gerade?
Reigns - The Black Cramp

» supermanuel

re: Die 10 wichtigsten Alben aller Zeiten
@chinaski: ich hätte stat...

» Chinaski

re: re: Die 10 wichtigsten Alben aller Zeiten
+1 Die Einleitung mi...

» daily

re: Die 10 wichtigsten Alben aller Zeiten
Hmm, hätte auf jeden Fall...

» Zidi McTwist

re: Die 10 wichtigsten Alben aller Zeiten
@ K.i.d Schön dass du ...

» christianhauck

re: Die 10 wichtigsten Alben aller Zeiten
Das Konzept "Album&q...