Am Ende der Bildungsstreik-Demo haben Demonstranten das Gleis 1 am Freiburger Hauptbahnhof besetzt. Noch ist die Lage unübersichtlich, die Polizei ist im Großeinsatz. Wir berichten aktuell.
Am Rande einer Bildungsstreikdemo besetzten rund 300 Personen kurz nach 14:30 Uhr das Gleis 1 und 2 des Freiburger Hauptbahnhofes. Es kam zu einer erheblichen Behinderung des Bahnverkehrs. Auf Gleis 1 und 2 ging lange Zeit überhaupt nichts mehr (Stand: 17:55 Uhr: Bahnverkehr auf Gleis 1 noch immer nicht möglich). Die Polizei nahm von rund 200 Personen die Personalien auf um ein Ermittlungsverfahren wegen Nötigung, Hausfriedensbruch u. a. gegen die Gleisbesetzer einzuleiten. Ob die Deutsche Bahn AG wegen des erlittenen wirtschaftlichen Schadens zivilrechtlich Ansprüche geltend macht, ist hier nicht bekannt. Drei männliche Personen, 21 und zweimal 23 Jahre alt, werden sich außerdem wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte sowie Körperverletzungen verantworten müssen. Information am Rande: Eine Sambasta-Trommler-Gruppe spielte bewusst immer dann laut auf, als der Einsatzleiter der Polizei über Mikrophon versuchte, mit den Gleisbesetzern in Kontakt zu treten um die Lage im Wege des Dialogs zu bereinigen. Die Musikinstrumente wurden beschlagnahmt.
Pädagogische Hochschule Freiburg wird abgewrackt
Auch der neue Ministerpräsident Stefan Mappus wartet Zusammenbruch derLehrerInnenbildung ab –Beschwichtigungspolitik für eine desolate Studiensituation an den Pädagogischen Hochschulen. Finanzielle Situation immer dramatischer.
500 Demonstrierende blockieren Gleis 1 und Gleis 2 am Hauptbahnhof Freiburg // 1500 SchülerInnen, Auszubildende, Studierende und Lehrende auf Bildungsstreik-Demo in Freiburg
Einig hundert Studierende allein von der PH Freiburg demonstrierten heute am 9.Juni 2010 in der Freiburger Innenstadt, um die Kurzsichtigkeit und die falsche Prioritätensetzung der baden-württembergischen Landesregierung anzuprangern.„Auch unter der Federführung von Stefan Mappus zieht sich das Land weiter aus der Finanzierung der Hochschulen zurück“ sagt Tom Peters, UStA-Vorstand der PH Freiburg. „Rektor Ulrich Druwe argumentiert allein mit Sachzwängen, die dann aber der Einzelne am Ende der Kette ausbaden muss.“
Am Montag, den 07. Juni, attestierten auf der Vollversammlung die VertreterInnen der Fachschaften den desolaten Zustand ihrer Fächer. Den Instituten und Fächern stehen 2010 im Vergleich zum Haushaltsjahr 2009 nur noch die Hälfte der finanziellen Mittel zur Verfügung. „Die schwierige Situation in wichtigen Fachbereichen wie Erziehungswissenschaften, Englisch, Deutsch und Politik wird sich im kommenden Semester nochmals verschärfen“, bestätigt Annika Greuter, ebenfalls UStA-Vorsitzende. „Es mangelt an Dozierenden, offene ProfessorInnenstellen bleiben unbesetzt, Lehrbeauftragte werden entlassen und Tutorate rigoros gestrichen. Tatsächliche Lösungen bleiben hingegen aus.“
Stattdessen begnügen sich Verantwortliche wie Ulrich Druwe und Stefan Mappus damit, von „Sachzwängen“ zu sprechen und die eigenen Handlungsspielräume zu leugnen. Die Verantwortung für eine sinnvolle LehrerInnenbildung wird auf die Schultern der einzelnen Studierenden übertragen: Als Lösung propagiert die Landesregierung Worthülsen wie ‚Unternehmertum’ und ‚Selbstunternehmertum’, die auch die Studierenden möglichst verinnerlichen sollen. Auch die Bibliothek an der PH Freiburg wird ihrem Auftrag immer weniger gerecht: Schrumpfende Öffnungszeiten, Kündigungen, Notstand bei Büchern und Zeitschriften, kaum noch Neu- und Mehrfachanschaffungen. Studierende, die wirklich studieren wollen, werden auf Dauer gezwungen, die Bücher selbst zu kaufen. Wer das nicht kann, schüttelt über schön gefärbte Worte wie „Qualitätsmanagement“ und „Exzellente Lehre“ nur den Kopf.
Wir fordern im Rahmen der anhaltenden und wachsenden Bildungsstreikbewegung dazu auf, dass sich niemand mehr gutgläubig mit den präsentierten Missständen arrangiert und die scheinbar unverrückbaren Spielregeln akzeptiert!“






"BildungsaktivistInnen besetzen den Freiburger Hauptbahnhof - Spontanaktion zeigt Entschlossenheit der DemonstrantInnen
Der Freiburger Bildungsstreik begrüßt die spontane Besetzung eines Gleises am Freiburger Hauptbahnhof durch viele TeilnehmerInnen der Demonstration.
Anlass der Demonstration war die bundesweiten dezentralen Aktionswoche.
Wir halten es für verständlich, dass diese DemonstrationsteilnehmerInnen in einer - im Vergleich zum Vorjahr – gesteigerten Form ihrem Protest Ausdruck verliehen haben: Die nach der bundesweiten Protestwelle im Herbst angekündigten Verbesserungen im Bildungssystem sind ausgeblieben. Auch die konstruktive Auseinandersetzung mit dessen Mängeln hat in keinster Weise stattgefunden: Jüngst ließ Bildungsministerin Schavan sogar ihren eigenen „Bundesweiten Bolognagipfel“ zur Farce werden, in der die Bildungsstreikenden zu StatistInnen erklärt wurden. Die sogenannten Ergebnisse der Konferenz standen schon vorher fest und somit war nicht einmal die Möglichkeit eines fairen Dialogs gegeben.
Die heutige Bahnhofsbesetzung zeigt, dass die Toleranz gegenüber dem Versagen der Bildungspolitik bei vielen Menschen, die sich für ein gerechteres Bildungssystem engagieren, an einem kritischen Punkt angekommen ist. Die Politik muss endlich handeln, denn das Vertrauen auf ihre Zusagen hat sie verspielt."



Diese Aktion ist so dumm, die koennte inszeniert worden sein die die berechtigten Anliegen fuer gute Bildung unglaubwuerdig zu machen. Standard Agenten-Taktik, Verwirrung der Fronten, den Gegner laecherlich machen, durch Extremaktionen Verstaendnis bei der Masse verhindern.
Aber ich fuerchte es war wirklich naiv ernst gemeint. Traurig.
auf die scheiß gleise würdest du mich mit gewalt nicht kriegen, mit was für nem tempo die züge da teils durchrödeln ist ziemlich beeindruckend, und mich drauf zu verlassen dass die höchst kompetente bahn das rechtzeitig peilt, naja.
Wenn ein ICE kommt gibts ein Fleischpuzzle mit 10.000 Teilen ;-)
Na sowas blödes. Wer muss jetzt wieder drunter leiden? Die normalen Bürger, die einfach nur von der Arbeit nach Hause wollen und ein paar Stunden Feierabend genießen wollen. Knüppelt das Dreckspack nieder. Sollen die sich vor irgendeiner Uni stellen und da alles Lahm legen aber nicht der Bahnhof.
Ohne scheiss: die sollen aufhören zu studieren, was soll das? Stören des Bahnverkehrs auf der Hauptstrecke in und von der schweiz.
alles gesocks
Den Gehirnakrobaten hinter dieser Aktion empfehle ich danach mal eine Erörterung der Begriffe " kontraproduktiv" und " übers Ziel hinausschießen"... das könnte für die Zukunft ganz nützlich sein und der Lerneffekt wär dazu noch kostenlos...
kein Wunder "Bildungsdemonstranten" alle kein Hirn !!!! "Schwerer Eingriff" in den Bahnverkehr ich würde allen eine Rechnung schicken. Aber Papa wird da sicher Helfen.
sorry, aber was das kostet...und vor allem ist es so eine der wichtigsten bahnstrecken deutschlands...ich würd denen die fresse polieren wenn ich jetzt ne verspätung einfahren würde...aber is ne nette vorstellung: ICE kommt aus Basel mit ewig gestresstem Volk und die steigen in freiburg aus und verkloppen den minusgehirnblock, geilo!
seit letztem herbst ist rein gar nichts passiert und an den bisherigen kommentaren kann man ablesen, dass 1. bildung wirklich nötig scheint und dass 2. eine solche blockade zumindest öffentlichkeitswirksam ist.
Schade, dass man so weit gehen musste.
Eine äußerst unglückliche Aktion, die mal wieder die falschen Leute trifft. Das ist aggresive Naivität auf Kosten des Steuerzahlers. Eine Demo mit miderjährigen Teilnehmern, bei der so etwas passiert, ist nicht weiter wünschenswert. Die Polizei war nicht vorbereitet, es gab kein Seitenspalier und alles schien in bester Ordnung - bis das passierte. Die Vorfreude auf eine nächste Demo, dann natürlich wieder mit Spalier und Kampfanzügen, ist schon groß! Das macht einfach soviel kaputt!
Und das alles ohne Bahnsteigkarte. Respekt!
Die aufgebrachten Kommentare zeigen, dass es endlich in die richtige Richtung geht.
@doppelhorst:
an welchen kommentaren machst du fest, dass bildung wirklich nötig scheint? (ist jeder, der eine andere meinung vorträgt automatisch ungebildet? man könnte auch argumentieren, dass die demonstranten zurecht für bildung demonstrieren, da sie selbst - die aktion könnte dies nahelegen - nie welche abbekommen haben.)
öffentlichkeitswirksam ist eine solche aktion tatsächlich. bloß, dass sie die öffentlichkeit eher GEGEN die geforderten reformen mobilisiert.
@abo: "...und vor allem ist es so eine der wichtigsten bahnstrecken deutschlands...ich würd denen die fresse polieren wenn..."; "Das ist aggresive Naivität auf Kosten des Steuerzahlers."; "alles gesocks"; "Knüppelt das Dreckspack nieder."
genug?
Ironiemodus an:
Sag ich doch. Das waren
- entweder Provokateure die Vorwaende suchen fuer einen autoritaeren Staat (meta-level 1, im Klartext: Polizisten verkleidet als Demonstanten die zukuenftige haertere Polizeiaktionen rechtfertigen wollen)
- oder die Demonstranten wollen harte Gegenreaktionen provozieren um der Masse zu zeigen dass der Staat so autoritaer ist ,um das revolutionaere Potential zu erhoehen, also (meta-Level 2) dem pseudo-toleranten Staat die Maske vom Gesicht zu reissen.
Ironiemodus aus.
Ich bleib dabei. Das war klassisch-links-naiv, ernst gemeinter Klassenkampf - was trotzdem nicht alle Kommentare hier rechtfertigt, IMNSHO.
Ein wenig Hoffnung bleibt. Bin mal gespannt auf das Statement der Piratenpartei.
@öffentlichkeitswirksam: irgendwann muss es einfach auch mal weh tun, sonst erzählt frau schavan in 10 jahren noch, dass "etwas" getan wird.
was er hier dazu meint würde mich mal interessieren :-D
http://fudder.de/artikel/2010/06/09/video-wuetender-carrotmob-passant-will-hitler-wiederhaben[..]
Was soll denn das Gejammer? Wo gehobelt wird, da fallen Späne.
Und immer diese Blödsinns-Leier vom Steuerzahler...
Der Misserfolg der Audimax-Besetzung zeigt, dass Berlin und Stuttgart immer noch nichts verstanden haben.
Vor ein paar Tagen habe ich geschrieben, dass die Zeit noch nicht reif für neue Aktionen ist und erst im Herbst genug Druck auf dem Kessel sein wird - vielleicht habe ich mich geirrt.
Ohne breitere Vernetzung und gegenseitige Solidarisierung der verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen, die von Schwarz-Gelb geschröpft werden sollen, wird es allerdings nicht funktionieren.
Ähm mal langsam...
Heute waren 1500 Leute in Freiburg auf der Straße.
Weil 300 oder 400 von denen jetzt vielleicht nen Sonnenstich haben und so ne Aktion bringen- die ich persönlich, die den Bildungsstreik an sich für ne gute Sache hält, ziemlich bescheuert finde- ist es ziemlich daneben alle Teilnehmenden an der Demo zu verteufeln.
@ doppelhorst
Die Frage ist doch wem diese Aktion \" weh tut\", Frau Schavan ganz bestimmt nicht....
Bei Zielen (friedlich natürlich) wie bspsw. diversen Kultusministerien, Parteigebäuden oder Rathäusern sähe dies womöglich anders aus....aber da wäre das Risiko für die Demonstranten sicherlich größer als bei einem \" feindlichen \" Bahngleis.
@doppelhorst:
so eine rhetorik - wenn man das so nennen darf - ist nie, egal von welcher \"seite\", akzeptabel, wird aber m.e. genauso - wenn auch nicht bislang hier im forum - von den demonstranten, also der anderen \"seite\" gebraucht.
bin vorhin an der demo vor dem kg II vorbeigelaufen und habe nicht den eindruck bekommen, es ginge da dem gros um irgendwelche reformen.
ich bin selbst der meinung, dass das bildungswesen reformiert werden muss. aber diese art von rhetorik halte ich für genauso verfehlt, wie der oben von dir zitierte stammtisch-jargon. leider entsteht bei mir dadurch mehr und mehr das bild, dass dort tatsächlich mehrheitlich unproduktive langzeitstudenten am werk sind, die ein wenig unterhaltung von ihrem langweiligen, von den eltern finanzierten uni(-fernen) leben brauchen. einst links und selbst demonstrierend werde ich immer mehr \"irgendwohin\" gedrängt (sicherlich nicht nach rechts. aber diese begriffe treffen heutzutage sowieso kaum mehr zu. genauso wenig wie \"kapitalismus\" und co.).
Zu Bedenken gibt mir bei dieser Aktion, dass diese Leute, die sich hier gedankenlos auf Bahngleise setzen später mal für die Bildung unserer Kinder in Form von Lehrern etc. verantwortlich sein sollen.... angesichts dessen kann ich die Sorgen um unser Bildungssystem nur all zu gut verstehen....
@ABO: "ich bin selbst der meinung, dass das bildungswesen reformiert werden muss."
Da bist Du Dir mit allen anderen von Schavan bis Wagenknecht einig. Schön.
Du gehörst als Doktorand ja auch schon fast zur dunklen Seite der Macht, ABO... ;)
@RJ: Gott sei Dank bewahrt mich das "meistens" gerade noch vor dem Höhenflug, aber ich erröte trotzdem. Noch mehr.
@abo: ich sehe die von dir geschilderten probleme auch, diese führen für mich aber unweigerlich in ein dilemma. oder hättest du alternativen anzubieten?
Ganz falscher Ansatz! ich hoffe die werden alle verklagt. Die Personalien wurde ja hoffentlich aufgenommen.
So dumm. Vorallem ihr wisst doch selber nicht für oder gegen was ihr demonstriert!
@doppelhorst: habe leider keine alternativen anzubieten. lebe selbst in konstantem dilemma. noch geht's. was man aber auf jeden fall tun sollte ist, auch leben, was man predigt. und nicht etwa in adidas-sambas "scheiß kapitalismus" schreien und mit ryan air zu green-peace-veranstaltungen fliegen.
oder?
(das problem ist: die erbsünde.)
@ABO: Nach der Logik dürften nur die Ungebildeten für Bildung demonstrieren, und nur die Armen gegen Ungerechtigkeit.
Gesellschaftliche Verantwortung kann man aber auch tragen, wenn es einem persönlich besser geht.
Ansonsten hast Du natürlich damit recht, dass es Verlogenheit in allen, auch im linken politischen Lager gibt. Aber diese Erkenntnis ist für die Frage der Legitimität von Bahnsteigbesetzungen nicht weiterführend.
Übrigens wird die Gleisbesetzung für die Beteiligten ziemlich teuer werden. Insofern bedeutet diese Aktion ein persönliches Opfer und ist ziemlich mutig.
Och schön, die Polizei stellt sich in der Pressemitteilung wieder als Freund und Helfer dar, dass um 4 alle gehen wollten, aber nicht durften wird nicht gesagt, auch wird verschwiegen, dass die Polizei gewalttätig geworden ist und was am nervigsten ist, es wurden Leute festgehalten die nicht auf den Gleisen saßen, sondern weit von der Bahnsteigkante entfernt standen!
Die Demonstranten wären ohne die Polizei schon viel früher gegangen. Das die Sambasta-Trommler-Gruppe provoziert wenn sie zuvor von den Polizisten rumgeschubst werden ist ja wohl auch klar!
Es lebe das Anti Konflikt Team O.o
@superbvb: "Sollen die sich vor irgendeiner Uni stellen und da alles Lahm legen aber nicht der Bahnhof. "
Auch für Deine Bildung wird gestreikt, Genosse!
vorab - über die bahnaktion kann man streiten, ich persönlich denke, dass solche dinge daraus resultieren, das \"normale\" demos und verhandlungen wirkungslos geblieben sind.
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aber mal allgemein zum bildungsstreik eine kleine überlegung:
menschen die studieren, die also entweder von mama/papa/o.ä. das studium finanziert bekommen oder es aus eigener kraft gestemmt bekommen, organisieren proteste, damit in zukunft auch diejenigen studieren können / eine schöne schulzeit haben usw., die dies momentan noch nicht können.
...
und als reaktion darauf kommen leute und sagen, wie wär es, wenn ihr mal zu abwechslung studiert, oder vermuten, dass die studis wohl nichts zu tun haben. das ist doch irgendwie bischen seltsam. da zeigen leute solidarität und interesse für benachteiligte, statt selber einfach nur ihr (vielleicht) angenehmeres leben zu leben - und als reaktion folgt der hinweis, das man gerne seine ruhe hätte.
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ps: @superbvb: \"Sollen die sich vor irgendeiner Uni stellen und da alles Lahm legen aber nicht der Bahnhof. \"
-> wolltest du sagen\"sollen die sich dahin stellen, wo es niemand merkt, damit ich meine ruhe habe, statt dahin wo es auffällt und stört\"?
es ist einfach quark und hat reinen ritualcharakter die demo so durchzuführen. das ist karneval für den nachwuchs des bildungsbürgertums, man kann ein bißchen über die stränge schlagen und hat seinen spaß. wenn ich demonstriere und bereit bin, dicke strafbefehle in kauf zu nehmen, wie die gleissitzer es ja offenbar sind, dann marschiere ich doch ins bildungsministerium oder die parteizentrale der partei, die ich für verantwortlich halte, und schmeiße da die aktenschränke ausm fenster. wenn druck dann doch bitte an der richtigen stelle.
@Hack-Yourself: Wieso "Ritualcharakter"?
Gleise besetzen ist immerhin neu.
Die CDU-Parteizentrale wurde schon vor etlichen Jahren besetzt. Effekt war wie beim Audimax.
@hacker
vielleicht, aber weitermachen mit latschdemos würde wie bei den meisten sachen dazu führen, dass langsam aber sicher jede ambitionen austrocknen, da offensichtlich ist, dass sich nichts ändern lässt dadurch.
wie schon im wochenbericht interview letztes jahr ein soziologe(?) gesagt hat: entweder bekommen die streikenden zusagen und nichts ändert sich, oder die proteste radikalisieren sich.
von radikal ist das ganze meiner meinung nach zwar noch einiges entfernt, aber zumindest radikaler als bunt in der straße rumlaufen und sprüche rufen. dein vorschlag die aktenschränke ausm fenster zu werfen halte ich für etwas gefährlicher und dümmer als bahngleise besetzen. neben den verärgerten fahrgästen hat eine wegbesetzung denke ich symbol und wirtschaftscharakter. es drückt mit dem finger dahin wo es weh tut, statt \"nur\" zu demonstrieren. wenn in ganz deutschland alle züge und autobahnen dicht wären, würde sich vermutlich innerhalb von wenigen tagen die bildungslandschaft verändern. schade wenns soviel braucht, damit eigentlich selbstverständliche sachen passieren (bildung sinnvoll gestalten) - schade für die leute dies abbekommen (heute bahngäste) und schade für die leute die strafanzeigen bekommen, weil sie hinter einer guten sache stehen.
die leute die da im zug sitzen haben keinerlei, null, einfluß auf die deutsche bildungspolitik und den deutschen bildungspolitikern ist es buchstäblich scheißegal ob irgendwer irgendwo auf der autobahn ne stunde im stau steht. kackfurzscheißegal. und was ihr in den autofahrern auslöst, das seht ihr in den kommentaren unter dem bericht über die gleisbesetzung. entweder ihr macht den richtigen leuten richtig druck, und zwar ohne dass otto normalbürger beim bierholen gestört wird, oder ihr demonstriert in 300 jahren noch.
Egal, ich geh jetzt pennen, und zwar im Bett und nicht auf den Gleisen. Aber bestimmt träum´ ich was Solidarisches.