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Morgen starten die Freiburger Lesbenfilmtage im KoKi

Morgen starten im Kommunalen Kino die Freiburger Lesbenfilmtage, und zwar zum zwanzigsten Mal. Jenni hat ein kurzes Interview mit den vier Organisatorinnen Luzie Boger, Julia Lamke, Petra Lutterbüse und Bettina Pfluger geführt, das Lust auf lesbisches Kino, Lesungen und die Frauen-Party im White Rabbit macht.



Viele der Gay & Lesbian Filmfestivals der Welt wurden Mitte der 1980er Jahre gegründet. Die Freiburger Lesbenfilmtage kamen hier 1990 leicht verspätet, aber sie sind dafür seit eben 20 Jahren in jedem Jahr mit vier Tagen Film, Unterhaltung und Spaß dabei.

In diesem Jahr gibt es nebem dem Filmprogramm, das komplett im Kommunalen Kino gezeigt wird, eine schöne kleine Ausstellung im Wiehrebahnhof, die dem Besucher einen Einblick in das lesbische Leben und dessen Entwicklung in Freiburg, die Geschichte der Lesbenfilmtage und vieles mehr bietet.



Ihr feiert dieses Jahr 20-jähriges Bestehen. Könnt ihr einen kurzen Rückblick geben? Was hat sich in dieser Zeit verändert?


In den vergangenen 20 Jahren hat sich so einiges verändert. Das lesbische Leben ist mehr in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Immer selbstverständlicher werden Filme mit lesbischer Handlung im Kino oder Fernsehen gezeigt. Das Angebot an Filmen ist breitgefächerter und internationaler geworden.

In den ersten Jahren gab es in vielen Filmen lediglich Andeutungen einer lesbischen Handlung, inzwischen ist es in den meisten unserer Filme zentrales Thema. Was das Festival angeht, so haben die Organisatorinnen immer wieder gewechselt, was auch das Ergebnis immer wieder ein wenig unterschiedlich gestaltet. Aber was gleich geblieben ist, ist die Dauer: es waren schon immer vier Tage voller lesbischer Filme.

Was genau ist ein „lesbischer“ Film für euch?


Das ist Definitionssache. Wenn eine lesbische Liebesgeschichte im Mittelpunkt steht, oder es um ein Coming Out geht, ist es ziemlich eindeutig. Ansonsten gibt es aber auch Filme deren Thematik einfach für viele Lesben interessant ist, wie zum Beispiel „Football Under Cover“, den wir im letzten Jahr mit großem Erfolg gezeigt haben. Er handelt von Frauen-Fußball in Berlin und Teheran, und von Frauen im Islam. Gerade in den Dokumentationen erfährt man viel über die zahlreichen Facetten lesbischen Lebens auf der ganzen Welt.

Wie werden die Freiburger Lesbenfilmtage wahrgenommen?


Unser Festival ist ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens der Stadt Freiburg, und auch in der lokalen Presse hat es seinen festen Platz. Uns ist es wichtig wahrgenommen zu werden, deshalb plakatieren wir großflächig und offensiv. Auch durch die Verteilung kostenloser Programmhefte erreichen wir in der Öffentlichkeit viel mehr Personen. Unsere Besucherinnenzahlen sind stetig steigend.

Wie setzt sich euer Publikum zusammen?


Unser Festival ist fester Bestandteil der Freiburger Lesbenszene und die Frauen warten jährlich mit Spannung und Vorfreude auf unser Programm. Das Publikum ist darüber hinaus altersmäßig sehr gemischt, und die Frauen reisen teilweise von Karlsruhe, Basel oder Stuttgart an – oder aus dem tiefen Schwarzwald! Es ist immer wieder schön zu sehen, dass ein Grossteil unseres Publikums, uns über all die Jahre treu geblieben ist.




Drei Filmtipps der Organisatorinnen

She's a Boy I Knew (Bild rechts)  ist eine berührende, kanadische Dokumentation über Transsexualität, Liebe und Familie. Die Filmemacherin wird bei der Vorstellung anwesend sein. Trailer: She's a Boy I knew

El Calentito
(Bild links) ist ein spritziger spanischer Film um ein braves Mädchen und eine Girl-Punk-Band, vor dem Hintergrund der politischen Spannungen im Spanien der 80er-Jahre. Trailer: El Calentito

The Secrets (Bild Mitte) erzählt überraschend entspannt von der Liebe zwischen zwei jungen jüdisch-orthodoxen Frauen. Trailer: The Secrets


Das Programm

Donnerstag, 3. Juni 2010

14 Uhr: Eröffnung der Festivals und Ausstellung „Zeitreise“ im Wiehrebahnhof
15 Uhr When Night is Falling
17 Uhr Wo waren wir Frauen, als die Männer zum Mond flogen?
19 Uhr Lesung - Bettina Heinzelmann "Das Vermächtnis des Wassers"
19:15 Uhr Unterwegs mit Kathy K.
21 Uhr The OWLs

Freitag, 4. Juni 2010

17:15 Uhr Out of the Blue
19 Uhr The Secrets
21:15 Uhr Erotische Kurzfilme - ladies only

Samstag, 5. Juni 2010

15:30 Uhr Das Fischkind
17:30 Uhr Kurzfilmprogramm
19 Uhr She's a Boy I Knew
21 Uhr El Calentito
21:30 Uhr FrauenParty im White Rabbit - ladies only

Sonntag, 6. Juni 2010


11:30 Uhr A Florida Enchantment
14 Uhr Anna & Edith
15:30 Uhr "das burlebübele mag i net" / Die Katze wäre eher ein Vogel
17:30 Uhr Drag-King-"Trash"-Programm
18:45 Uhr Eloise
21 Uhr And Then Came Lola








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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 13
Mittwoch, 02.06.10 17:49
 

Mist! Genau keine Zeit, wenn "She's a boy I knew" läuft. Sehr interessante Trailer!

Mittwoch, 02.06.10 18:14
 

Ist das éin Versehen, dass wenn es um das Publikum geht, zweimal ausdrücklich von \"den Frauen\" gesprochen wird oder bin ich da tatsächlich nicht erwünscht?


Björn hat den Kommentar am 02.06.2010 um 18:15 bearbeitet
Mittwoch, 02.06.10 20:15
 

@ björn mit ausnahme der als "ladies only" gekennzeichneten veranstaltungen sind männer bei den lesbenfilmtagen meines wissen nach auch willkommen.

Mittwoch, 02.06.10 23:03
 

Ah, Ok.

Freitag, 04.06.10 11:52
 

Was ich mich allerdings frage, Björn: was ist eigentlich so schlimm an geschlechterspezifischen Veransdtaltungen, wenn das der Sache angemessen ist? Es gibt auch SchwuLesDance-Partys, die nur für Männer sind, gleiches gilt für den Freiburger Männertag.

Freitag, 04.06.10 12:09
 

Was ich mich allerdings frage, Björn: was ist eigentlich so schlimm an geschlechterspezifischen Veransdtaltungen, wenn das der Sache angemessen ist? Es gibt auch SchwuLesDance-Partys, die nur für Männer sind, gleiches gilt für den Freiburger Männertag.

Freitag, 04.06.10 12:51
 

Wenn SchwuLesDance-Partys nur für Männer wären, käme das Les etwas zu kurz. Grundsätzlich habe ich nichts gegen geschlossene Gesellschaften dieser Art, ich frage mich nur, warum lesbische Frauen im Gegensatz zu Schwulen immer noch so wenig sichtbar sind.

Freitag, 04.06.10 13:53
 

Entschuldige, ich hatte mich nicht klar ausgedrückt: SchwuLesDance Freiburg nur für Männer am 11.9., nur für Frauen am 20.11 (das wusste ich bis gerade noch nicht).

:)





caro hat den Kommentar am 04.06.2010 um 14:03 bearbeitet
Freitag, 04.06.10 14:32
 

@ björn: die damen achten sehr darauf, dass sie "unbelästigt" feiern können, was auch verständlich ist. naja, ganz ohne männer gehts am samstag dann aber doch nicht:)

und was meinst du mit sichtbar? bürstenhaarschnittklischee?

Freitag, 04.06.10 14:55
 

Die sollen knutschen und große Raves veranstalten.

Freitag, 04.06.10 15:07
 

Nein, ich wundere mich nur darüber, dass mir für 100 als schwul geoutete Prominente ca. 3 als lesbisch geoutete prominente Frauen einfallen und dass das gefühlte Verhältnis der schwul/ lesbischen Berichterstattung in den Mainstream-Medien etwa 90:10 ist.


Björn hat den Kommentar am 04.06.2010 um 15:08 bearbeitet
Freitag, 04.06.10 15:29
 

Zwei mögliche Gründe, from the top of my head:

* Frauen sind grundsätzlich weniger in den Medien präsent als Männer
* Lesben in Schlüsselpositionen (Politikerinnen, Schauspielerinnen, Moderatorinnen) sind als Frauen und Lesben doppelt "benachteiligt", und outen sich daher seltener als Männer.

Freitag, 04.06.10 15:51
 

gibt es nicht angeblich auch weniger lesben als schwule? also % der männer, die homosexuell sind ist größer als der % der frauen, die homosexuell sind?

aber richtig ist sicher auch dass männliche homosexuelle sich einen sehr offensiven umgang mit ihrer sexualität angeeignet haben, der nur schwer in deckung zu bringen ist mit dem umgang mit sexualität, der von frauen immer noch tendenziell erwartet wird. auch insofern männer sichtbarer.

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