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Kleinststadtgeheimtipps: Rammersweier

Die Ortenau wird ja bei uns ein wenig stiefmütterlich behandelt. Frederik ist genau der richtige Mann, um da Abhilfe zu schaffen. Der gebürtige Rammersweierer kennt das Mountainbike-Mekka aus dem Effeff und gibt uns Tipps für einen lohnenswerten Aufenthalt in der Weinbaugemeinde.

Rammersweier

  Rammersweier liegt: zwischen Offenburg und Durbach in der Ortenau. Der verschlafene Ort ist ein typisches Straßendorf und idyllisch von Weinbergen umgeben. Rammersweier gehört zu Offenburg.

  Gibt’s seit: 1242.

  Namensherkunft: 1242 wird der Name Romeswilre erstmals urkundlich erwähnt. Mit der Zeit verändert er sich zu Romßwiler (1423) und später dann Rambschweyer (1597), bis daraus das heute überlieferte Rammersweier wird.

  Einwohner: Von den 59150 Einwohnern Offenburgs (2009) leben 2533 in Rammersweier (2010).

  Häufige Nachnamen: Litterst, Kiefer, Hurst, Bieser, Busam.

  Das hört der Ortsvorsteher: Im Auto hört Ulrich Hartmann (CDU) am liebsten Charts und Pop-Rock auf SWR3. S4 mag er nicht so, lieber Beatles und Stones. Gerne hört er auch Blasmusik, aber nicht nur die gängigen Märsche und Polkas, sondern eher umgeschriebene Pop- und Klassikstücke. Außerdem hat er ein Faible für Bachs Brandenburgische Konzerte und Klavierkonzerte von Tschaikowsky. Ansonsten hört er auch gerne Lieder von Reinhard Mey.

  Städtepartner: Vieux-Thann im Elsass, San Jerónimo in Peru und Hery in Frankreich.

Rammersweier

  Mitbringsel: Ein guter Tropfen (Spätburgunder Spätlese trocken) aus der WG Rammersweier - eine der kleinsten und oftmals ausgezeichneten Weinkellereien Badens.

  Das sagt die Jugend: „Rammersweier ist zum Wohnen super. Viel besser als direkt in der Stadt. Hier ist es schön ruhig. Wenn ich etwas unternehmen will, bin ich schnell in Offenburg. Die Nähe ist praktisch.“ Patrick, 15

  Hier trifft sich die Jugend: An der Bushaltestelle „Am Schellenberg“ im Unterdorf oder vor dem Pennymarkt im Oberdorf.

  Nachtleben: Tote Hose.

  Fluchtmöglichkeiten: Offenburg. Jugendliche können hier in Clubs und Discos wie dem Omplex (vulgo Om) oder „Der Club“ feiern. In größeren Zeitabständen werden Konzerte in der Reithalle, dem Salmen oder der Oberrheinhalle geboten. Mit dem Bus sind es nur 15 Minuten von Rammersweier bis Offenburg. Vorsicht: Der letzte Bus zurück nach Rammersweier geht unter der Woche schon um 19.55 Uhr. Die drei Kilometer sind aber auch gut mit dem Fahrrad zu bewältigen. Im Bahnhof von Offenburg halten übrigens nicht nur Bummelzüge, sondern sogar auch IC’s und ICE’s.

  Der besondere Laden: Im High Fidelity Studio „Hörkultur“ an der Weinstraße in Rammersweier werden neben traditionellen Plattenspielern, speziellen Audio-Playern und besonders hochwertigen Lautsprechern auch Röhrenverstärker angeboten.

  Lahmstes Projekt… ist die Dorfkreuzung von Weinstraße und Durbacher Straße. Unlängst war hier die Straße aufgerissen worden, um die Kanalisation zu erneuern. Die für alle Beteiligten nervige Kreuzung hätte mit der Baustelle gleich in einen kleinen Verkehrskreisel umgebaut werden können. Genehmigung, Planung und Finanzierung zogen sich in die Länge. Jetzt wird die Kreuzung während des Umbaus erneut gesperrt.

Rammersweier

  Ortsrivalität: Vor über 200 Jahren gab es eine Rivalität zwischen Unterdorf und Oberdorf. Ursprünglich waren dies nämlich zwei unterschiedliche Dörfer, Oberrammersweier und Unterrammersweier, die 1811 zusammengeführt wurden. Nun diskutieren Jugendliche darüber, ob Rammersweier oder Zell-Weierbach, die nächste angrenzende Rebgemeinde, schöner sei.

  Kicker: Der FV Rammersweier besteht seit 1990. Derzeit ist er in der Kreisliga A auf Tabellenplatz neun. Neben der normalen Mannschaft werden auch C-Juniorinnen betreut. Kickangebote für „ältere Herren“ sollen außerdem die Aktivität fördern.

Rammersweier

  Wandern: Die unmittelbar angrenzenden Weinberge und Wälder sind mit Routen ausgeschildert und bieten sich für Tageswanderungen an. Für Weinfreunde gibt es spezielle Weinwanderwege und Weinlehrpfade. Das Gebiet um den ehemaligen Exerzierplatz lädt ebenfalls zu einer Erkundung ein. Weitere Ziele im Offenburger Raum sind beispielsweise der Brandeckturm, das Hohe Horn, der Moosturm oder das Ortenberger Schloss.

  Mountainbiken: Die Wälder um Rammersweier sind ein Paradies für Mountainbiker. Deswegen holte der Rammersweirer Jörg Scheiderbauer den UCI Mountainbike World Cup in sein Dorf. Von dem einzigen Mountainbike World Cup in ganz Deutschland werden jährlich etwa 20.000 Schaulustige angezogen. Die Teilnehmer aus über 38 Nationen müssen bei der Strecke unter anderem auch halsbrecherische Abhänge hinunterrasen. Demnächst soll diese World-Cup-Route auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

  Brauchtum: Jedes Jahr findet im Februar an der „Hackeich“ das traditionelle „Scheibeschlage“ statt. Damit soll der Winter vertrieben werden. Man schlägt dabei eine glühende Holzscheibe über eine Rampe ins Tal und ruft dabei folgenden Spruch, den man beim Abschlag einer nahestehenden Person widmet: „Schieb, Schieb über de Rihn, wem soll die Schieb sin? Die Schieb soll’m Hans sin!“

  Pflichttermine: Der Bauernmarkt und das Jahreskonzert des Musikvereins am 18.12.2010 in der Festhalle. Weitere Highlights: Das Sommerkonzert des Musikvereins am 19. 6. 2010 auf dem Schulhof, der WG-Hock des Musikvereins auf dem Vorplatz der Winzergenossenschaft am 16.07.2010 und das Rammersweirer Weinfest am 2.10.2010 auf dem Festhallenareal.

Fasnet: Die Zunft Wolfonia mischt mit ihren Wölfen und Zigeunern in der fünften Jahreszeit den Rebort merklich auf. Mit Zünften der angrenzenden Reblandgemeinden wechselt sich Rammersweier ab mit dem Ausrichten des Reblandtreffens. Bei diesem großen Narrentreiben treffen sich viele Zünfte aus dem Umland.

Rammersweier

Panorama: Einen wunderbaren Überblick über Rammersweier, seine Weinberge und das angrenzende Zell-Weierbach hat man von der „Weinflasche“ aus, einer überlebensgroßen Metallflasche in Grünglasoptik. Auf der anderen Seite Rammersweiers liegt der Hausberg Offenburgs, die Lindenhöhe. Von der Aussichtsplattform des Holzturms kann man das Panorama des Vorschwarzwaldes bewundern.

  Gastrotipps: Badner Stube. Hier findet man „Suri Kuttle“, „Suri Nierle mit Brägele“ oder einen Revoluzzerteller (ä bissle was vun jedem). Ähnliches steht in der Straußenwirtschaft „Zum Mattebur“ auf der Karte. Mediterran geht’s im Rammersweirer Hof zu. Seezungenröllchen und Gänsestopfleberterrine mit Gewürztraminergelée gibt’s für feudalere Herrschaften im Gasthof Blume.

Mehr dazu

fudder Serie: Kleinststadtgeheimtipps
 

Foto-Galerie: Frederik Baumann


   




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 3
Montag, 31.05.10 12:17
 

Mein Heimatdorf, wie lustig :)

Montag, 31.05.10 13:25
 

Netter Bericht. Kompliment!

Montag, 31.05.10 19:28
 

danke für diesen bericht!
kannte den ort bisweilen nicht *schäm*
die bilder haben mein interesse geweckt...werde sicher demnächst dort mal vorbeischauen.

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