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Nightlife-Guru: Eurovision Song Contest-Party im Waldsee

"Grand Prix-Party? Muss das sein?", mopperte der Nightlife-Guru, als die Redaktion ihn für den gestrigen Abend in den Waldsee orderte. "Das muss sein. Vielleicht gewinnt Lena ja wirklich." Und sie hat gewonnen. Und der Guru fand den Abend bei der Eurovision-Party des SchwuLesDance eigentlich auch ganz gelungen.



Location

Grand Prix-Nacht. Das Schwu-Les-Dance-Team hat im aufgestuhlten großen Waldsee-Saal mit Videoleinwand, wirklich cooler Pünktchenoptik, „gratis Käseigel, Schnittchen und Sektbowle“ und Lena-Fähnchen die angemessene Atmosphäre für, so Facebook, „einen der schwul-lesbischen Feiertage im Jahr“ geschaffen: die Liveübertragung des Grand Prix Eurovision de la Chanson, falls er immer noch so heißt.



Das Publikum dankt dem Team die Mühen und ist mindestens so gut aufgelegt, wie es riecht. Zum wiederholten Male verfluche ich meine Heterosexualität. An einem Tisch werden Kondome und Lutscher verteilt, und in der Tür zum großen Saal stimulieren sich zwei Gäste manuell – so feiern sonst nur amerikanische Austauschstudentinnen.



Wer war am Start?

Der Grand Prix und der Abend nehmen, trotz oder wegen des wie ein sich nur mühsam beherrschender Psychotiker wirkenden blonden Moderators, unfallfrei ihren Lauf. Das Hintergrundprogramm ist absolut unerwähnenswert und die Lieder sind alle mehr oder weniger solide geklaut.

Lena klingt irgendwie nach Shakira, irgendeine lockige Interpretin in der Mitte klingt, meine ich mich später zu erinnern, wie Madonna in langweilig und die Iren parodieren sich mit ihrem Flötengedudel der Einfachheit halber direkt selbst. Die Türken, die als Nation in ihrer schnauzbärtigen Spießigkeit ja die Deutschen Kleinasiens sind, wirken mit ihren pubertären Weichspüler-für-Harte-Rockgitarren und Unterschichtfrisuren zwar wie ein abrissreifes Tokio Hotel, fallen aber in der Einheitssoße auf und werden am Ende Zweite, was ich als deutschen Doppelsieg verbuche.

Das Publikum vor der Videoleinwand ist wie die Musik, solide und freundlich, altersmäßig gemischt und unauffällig gekleidet. Hitradio-Hörer.

Klangwaren-TÜV

Die soliden Hitradio-Songs werden mit Pyro- und Lichttechnik sowie genial-abstrusen Gimmicks optisch aufgepeppt. Unvergessen der armenische Beitrag mit einem von Leuten in kitschigen Bauernkostümen mit Tonkrügen umtanzten riesigen Pfirsichkern, aus dem plötzlich blütenbedeckte Zweige sprießen, oder die überraschend ausklappenden Schmetterlingsflügel der Weißrussen, die beim Waldsee-Publikum derart frenetischen Jubel auslösen, dass ich den Wettbewerb schon verloren gebe. Die Flügelchen bringen am Ende aber nichts, die Weißrussen landen auf dem vorletzten Platz. Als hätten sie es mit Lukaschenko nicht schwer genug.

Gimmick ist aber nicht gleich Gimmick, der russische Kollege mit seiner Ikone löst nur Verwirrung aus – „hat der da den Songtext“ fragt jemand. Die Bosnier und Moldauer gewinnen Sympathien durch ihre erfrischend unbürokratisch wirkenden Auftritte, können das aber am Ende nicht in harte Punkte umsetzen.

Prixologie & Lenaistik

Kommen wir zur späteren Gewinnerin. Uns’ Lena kommt alleine und unscheinbar im schwarzen Kleid auf die zurückhaltend beleuchtete Bühne, unterstützt nur von ein paar armwedelnden Backgroundsängerinnen, die im Halbdunkel halbrechts wirken wie auf der vergessene, gute-Miene-zum-bösen-Spiel machende Kabelträger.



Nach inzwischen zwanzigmal Konsenspop und ungezählten Bier ist mein Gehirn so durchgewalkt, dass sich alles gleich anhört, so dass von „Satellite“, das an diesem Abend noch gefühlte 90 Mal laufen wird, rein gar nichts hängen bleibt. Lenas Akzent ist komisch, aber was soll's, das ist meiner auch. Das kommt davon, wenn man sich sein Phoneminventar nach Coolneß sortiert aus den Unterhaltungsmedien zusammenklaubt.

Ich erwarte zu diesem Zeitpunkt nur eine Platzierung im soliden Mittelfeld, ein Irrtum, wie sich herausstellt.Die echt wirkende Begeisterung aller Anwesenden im Angesicht der hirnerweichend langweiligen Geschehnisse auf der Videoleinwand ist zunächst enorm beunruhigend, so als sei man der Einzige, der noch nicht von den Körperfressern ausgetauscht worden ist.



Der Smalltalk der Interpreten – Haarspülung, Nussallergie, haben-Sie-den-Weg-gefunden – der zwischendurch eingespielt wird, ist trocken und trostlos wie dreißig Kubikkilometer Mondgestein, und man fragt sich, wie die Mitarbeiter und Interpreten das alles aushalten. Die titanischen Mengen an Drogen und Geschlechtsverkehr, die off camera warten, tragen wahrscheinlich maßgeblich dazu bei.

Ich habe an dieser Stelle, kurz vor der Auszählung der Stimmen, ein Stimmungstief und ertappe mich bei dem Gedanken, dass der soeben laufende Schnelldurchlauf durch die Wettbewerbsbeiträge am Ende völlig ausgereicht hätte. Aber sofort bekomme ich ob meines Zynismus’ ein schlechtes Gewissen. Begeisterungsfähigkeit ist ja was Schönes, andere Leute begeistern sich für Lokomotiven, Sport und Briefmarken, warum soll man sich nicht für Mainstream-Pop begeistern. Die Hauptsache ist doch, dass man Spaß hat.

Mit fortschreitendem Abend und jedem zusätzlichen Bier schwindet dann meine Gleichgültigkeit. Bei der Auszählung der Stimmen - die Stühle sind inzwischen abgeräumt und auf der Tanzfäche wird zu vergangenen Grand-Prix-Siegern wie dem zeitlosen „Waterloo“ gehottet - bin ich immerhin so weit, dass ich lauthals fluche über die Griechen, die uns für unsere geschenkten Milliarden lausige zwei Punkte rüberwachsen lassen. Hoffentlich hat Merkel auch zugesehen und die Überweisung gecancelt.

Der Grand Prix mag eine Veranstaltung von und für eine von ihrem Alltag tödlich gelangweilte, klamottentechnisch und lebensstilmäßig europaweit homogenisierte Metrosexuellenkaste sein, aber über irgendwas müssen sich ja auch Leute ohne – siehe Smalltalkeinblendungen – erkennbare Interessen oder erwähnenswerte Lebensinhalte freuen dürfen.

Ich bin alles in allem mit dem Abend zufrieden.



Auf dem Klo nachts um halb drei

„Bist du hetero? Was machst du dann hier?“

Aufregerle

Zwei Frauen bezeichnen die Pfirsichkernfrau beharrlich als „Albanerin“, obwohl ich sie dreimal korrigiere. Nur weil es mit „A“ anfängt und nicht „Amerika“ ist, ist es noch lange nicht Albanien.

Aufheiterle

Zuhause kontrolliere ich die Medienresonanz. Bei SPON sind sie offensichtlich auch blau: „Li-La-Lenaland“ verkündet das Nachrichtenmagazin.



Fazit

Warum haben wir gewonnen? Keine Ahnung. Ok, Lena ist attraktiv, ohne für den Durchschnittsbürger unerreichbar zu wirken. Sie kommt schutzbedürftig-niedlich und, man schaudert, es zu sagen, entwaffnend authentisch rüber vor der Kamera, ohne dass es allzu berechnend aussieht, was es natürlich in Wirklichkeit ist.

Es war auf jeden Fall schlau, jemanden wie sie in den Mittelpunkt zu rücken anstelle eines der geklont wirkenden Kleinstadtmodels, wie sie die Georgier, Rumänen und, äh, alle anderen aufgestellt haben. Aber erklärt das den Sieg?

Mein Begleiter mutmaßt, dass der Springer-Verlag die Sache vorab gedeichselt hat, eine Theorie, die mit jedem Bier bestechender wirkt. Die Frage kann nicht abschließend geklärt werden. Bis in ein paar Wochen König Fußball als nächste Sau durchs Dorf getrieben werden kann, ist jedenfalls wieder alles gut in Reiseverkehrskauffrauen-Deutschland.




   [Lena-Fotos: dpa]




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 36
Sonntag, 30.05.10 13:21
 

Prima Bericht.

Sonntag, 30.05.10 13:32
 

gut geschrieben. übrigens hat die türkei eine ernstzunehmende rockmusikszene (jenseits von tarkan, sezen aksu und mustafa sandal) - der auftritt war professionell, aber schon ein kleiner abklatsch von 30 seconds to mars.

was wohl jeder sich gefragt hat, kommt im bericht sehr gut rüber: warum hat lena gewonnen!? für mich war griechenland, irland oder island klar vorne. aber an manipulation glaube ich nicht, der song von lena geht einfach gut ins ohr.

übrigens war die party nach der übertragung äußerst ermüdend und vorhersehbar. was meiner meinung nach ganz klar an dem dorfdisco-dj-programm lag. bitte in zukunft DJ LaBreeze! (schleichwerbung)


philippkramer hat den Kommentar am 30.05.2010 um 13:34 bearbeitet
Sonntag, 30.05.10 13:52
 

Schöner Bericht!
Hab's nicht gesehen, aber "uns’ Lena" hat eindeutig den Natürlich- und Niedlichkeitsfaktor. Singen kann sie einigermaßen und das Liedchen ist nicht schlecht. Sie sollte aber mehr auf ihre Figur achten!

Sonntag, 30.05.10 14:11
 

@zebra
auf ihre wiebiddewas??


look at you, hacker hat den Kommentar am 30.05.2010 um 14:20 bearbeitet
Sonntag, 30.05.10 14:12
 

Sie sollte weniger auf ihre Figur achten.

Ich war kurz auf der Reeperbahn und bin sehr schnell vor dem weinenden Xavier Naidoo und gepflegten älteren Herren, die sich an mir gerieben haben, geflüchtet. Ich hab es mir dann in einer Kneipe angeschaut, mit der selben dämlichen halbironischen Einstellung, die alle dort hatten.

Sonntag, 30.05.10 14:30
 

toller bericht, gut das ichs nicht geschaut habe.

Einspruch!!!
Sonntag, 30.05.10 15:08
 

@Zebra: Aufhören!
Lena hat eine schöne, schlanke Figur, das muss ich jetzt sagen, obwohl ich das eigentlich nicht sagen will!
Zebra geh zurück ins Pro-Ana-Forum, dem du scheinbar entwischt bist, du zweidimensionale, doofe Kommentarschleuder!
Im offiziellen Video ist sie sogar sehr (!) dünn, zum Glück beim Grand-Prix etwas mehr, gesund eben.

Sonntag, 30.05.10 15:54
 

http://www.youtube.com/watch?v=YOGVolb87NI

ein video von lena bevor sie irgendjemand gekannt hat


roms hat den Kommentar am 30.05.2010 um 15:55 bearbeitet
Sonntag, 30.05.10 16:31
 

@looky und björn: das war ironisch gemeint (ich bin davon ausgegangen, dass das bei ihrem Anblick wirklich jedem klar sein müsste)!

Sonntag, 30.05.10 16:32
 

Also um es nochmal explizit auszusprechen: sie sollte auf ihre Figur achten weil sie zu mager ist.

Sonntag, 30.05.10 17:03
 

War hier nicht zu lesen, dass es im Cheers nen Shot umsonst, je 12-Punkte geben sollte? Die arme Putzfrau!

Sonntag, 30.05.10 18:52
 

gestern in der stadt: 3 angetrunkene herren mit deutschland-fahne, sehr beseelt von einem deutschen sieg.
es kommen ein haufen mädels mit auf die wangen gemalten deutschland-fahnen und gesellen sich frohen mutes dazu. die mädels fangen sofort an "lena, lena" zu skandieren, woraufhin die herren augenblicklich den freudentanz unterbrechen und leicht verärgert klarstellen:"NEE, NIX LENA! FUSSBALL!!!!!"

:-D :-D

Sonntag, 30.05.10 20:03
 

ach gott wie süß

Sonntag, 30.05.10 22:04
 

:D das mit Griechenland hab ich auch gesagt...
hab mir nur die Zusammenfassung und Punktevergabe angeschaut und obwohl ich den Grand-Prix oberflächlich und doof finde habe ich mich *ungläubig* gefreut wie ein Schnitzel über die vielen Punkte

Montag, 31.05.10 01:38
 

nightlife-guru: 12 points!

Montag, 31.05.10 08:46
 

@Einspruch: lesen--->denken--->schreiben (und dabei auf einigermaßen zivilisierte Umgangsformen achten). Wenn man was nicht versteht, hilft manchmal auch nachfragen...

Montag, 31.05.10 11:15
 

"Konsenspop" ist geklaut oder ist das schon ein eingeführter Begriff?

Montag, 31.05.10 11:28
 

Ich bin ja auch normalerweise nicht begeistert von der Musik, aber wenn man seine Skepsis einfach mal nen Abend abschaltet war die Punktevergabe doch ein absolutes Highlight :)

Montag, 31.05.10 13:43
 

Bitte um Verzeihung, habe eben mal gegoogelt, das scheint sich eingebürgert zu haben.

Montag, 31.05.10 14:06
 

@björn
wenn wir wörter jetzt nur noch erlauben wenn sie 1. noch nie jemand benutzt hat oder 2. schon total viele benutzt haben dann kriegen wir aber schwierigkeiten auf dem weg von 1 nach 2 :)

oder meinst du der guru hätte einen shoutout an den ersterfinder machen müssen? letztlich muss man bei sowas natürlich auch an
http://de.wikipedia.org/wiki/Konvergenz_ (Biologie)
und http://de.wikipedia.org/wiki/Parallelevolution denken

Montag, 31.05.10 14:28
 

Wenn Martin Walser (Den ich nur ausgesucht habe, weil es bei ihm besonders einfach ist Neologismen zu finden), Wortneuschöpfungen verwendet wie "zentralkomiteehaft", "molièregenährt", Unterdrückungsstrecke", fände ich es heikel, die einfach so zu übernehmen. Für mich es geht darum, die vorhandenen Puzzleteile zu verwenden oder sich eigene auszusägen. Ist natürlich nicht einfach festzulegen, wann ein Wort zum Allgemeingut wird, aber bei diesem habe ich den Verdacht, dass es vor zwei Wochen von einem Redakteur erdacht und seither von fünfzig anderen verwendet wurde. Ist aber auch gleichgültig, ist ja ein schöner Artikel und was ich so zusammenschreibe hält keiner stilistischen Überprüfung stand.

Montag, 31.05.10 14:45
 

ehrlich gesagt halte ich ein wort ab dem moment für allgemeingut in dem man es das erste mal verwendet. wenn ich von walser wesentliche stilelemente übernehme, um damit dasselbe zu tun und sagen, was er tut und sagt, und ihm damit leser und das verdiente rampenlicht raube dann ist das natürlich äußerst unanständig. aber einzelne wörter können, gerade wenn wie im deutschen jeder sprecher jeden tag durch rekombination neue begriffe schafft, meiner meinung nach nicht mit gutem gewissen als geistiges eigentum zu reklamieren. die wahrscheinlichkeit, dass da jemand zufällig - siehe konvergenz/parallelevolution - auf dieselbe idee kommt ist zu groß. außerdem es ist unmöglich, jemandem nachzuweisen, wie und wann er tatsächlich ein wort in seinen wortschatz aufgenommen hat, so dass es fast wiederum unanständig erscheint, jemandem - dreiste extremfälle ausgenommen - etwas zum vorwurf zu machen, was man ihm eh nicht mit nennenswerter beweiskräftigkeit nachweisen kann.

Montag, 31.05.10 14:50
 

@ björn: den begriff "konsenspop", meinetwegen auch "konsens-pop", habe ich das erste mal in einem schweizer musikblog vor etwa fünf, sechs jahren gelesen, und in verkörperter form in der printausgabe der de:bug, irgendwann anfang 2008, im zusammenhang mit der rezension des damals soeben erschienenen albums "made in the dark" der formation hot chip... in zusammenhang mit lena (meyer-landrut) hat es vor ein paar wochen jedoch ein journalist / redakteur der ZEIT aufgegriffen bzw. in den hochjournalismus eingeführt.

Montag, 31.05.10 15:05
 

"wenn ich von walser wesentliche stilelemente übernehme, um damit dasselbe zu tun und sagen, was er tut und sagt, und ihm damit leser und das verdiente rampenlicht raube dann ist das natürlich äußerst unanständig"

ist das nicht montagekunst? bei der hegemann'schen war das doch so...

Montag, 31.05.10 15:12
 

unter montagekunst verstehe ich, und ich weiß, dass du das scherzhaft meintest, aber ich erklär das jetzt trotzdem, wenn versatzstücke eingesetzt werden, um die mit ihnen verbundenen emotionen abzurufen. hakenkreuzflagge und dollarzeichen zusammenkleben für ein besonders faules beispiel. der knackpunkt ist aber dass bei der kombination was anderes rauskommen muss als die summe der teile. wenn hegemann einen haufen sachen über kaputte partyleute zusammenklebt um ein buch über kaputte partyleute zu machen, dann ist das eben keine montage, sondern plagiat. auch wenn sie meiner meinung nach praktisch jedes geklaute zitat, einschränkung: das ich gelesen habe, sprachlich verbessert hat. ihre tragödie ist, dass sie nicht zehn jahre älter ist, sonst hätte sie das alles selbst beschreiben können. allerdings wäre sie dann halt auch nicht berühmt geworden, sondern wäre als ein sprachlich besserer airen in der obskurität rumgeeiert :)

Montag, 31.05.10 15:18
 

Hm. Wenn ich geneigt bin, eine Wortneuschöpfung zu verwenden, deren Urheber ich kenne, denke ich sofort: "Das gehört mir nicht" und "Peinlich, wenn es jemand merkt" und lasse es bleiben.

Montag, 31.05.10 15:35
 

@ hacker: da stimme ich mit dir überein...
@ björn: geht mir sehr ähnlich....

Montag, 31.05.10 15:44
 

Was gutes von jemand anders wiederverwerten zeugt von Hochachtung. und bei einzelnen Worten kann man nicht immer die Originalquelle angeben.
Zum Phaenomen Lena sag ich lieber nix - netiquettenrisiko.

my2cents
Montag, 31.05.10 15:47
 

ich denke, es geht doch darum, dass man einige sprach(neu)schöpfungen mit individuen verbinden kann
- dann ist es klar ihr stil und wenn man sich dessen bedient, sollte man den/die inspirator/in erwähnen
(und bei häufigem gebrauch wird auch ein solches wort/redewendung/whatever allgemeingut. dann muss man auch nicht mehr mit fußnoten arbeiten, weil "ich kam, sah und siegte" ganz klar von caesar ist, aber jeder kann - ohne caesar als akteur der geschichte im hinterkopf zu haben und persönliche assoziationen wecken zu wollen - sagen "ich trank, brach und fluchte" oder was auch immer);
und es gibt worte, wie das hier diskutierte "konsenspop", die tauchen irgendwann mal auf, bürgern sich ein, haben keinen klaren urheber und sind opensource.

"konsenspop" erscheint mir sowieso sehr vertraut, weil die zusammensetzung nichts eigenes hat - konsens+pop halt, liegt auf der hand, ist normaler gebrauch der deutschen sprache.
ich würde mich weder dafür rühmen, hätte ich es gerade zum ersten mal verwendet, noch für den weitergebrauch schämen.

weil: wenn schreibende nicht mehr suffigieren und zusammensetzen können, ohne ein copyright hinter ihre wörtchen zu hauen oder ohne nach ursprüngen gefragt und gescholten zu werden, dann gute nacht sprache.

Montag, 31.05.10 15:47
 

also meine könnt ihr nehmen :)

Montag, 31.05.10 15:53
 

ich denke, es geht doch darum, dass man einige sprach(neu)schöpfungen mit individuen verbinden kann
- dann ist es klar ihr stil und wenn man sich dessen bedient, sollte man den/die inspirator/in vielleicht in einem nebensatz erwähnen
(und bei häufigem gebrauch wird auch ein solches wort/redewendung/whatever allgemeingut. dann muss man auch nicht mehr mit fußnoten arbeiten, weil "ich kam, sah und siegte" ganz klar von caesar ist, aber jeder kann - ohne caesar als akteur der geschichte im hinterkopf zu haben und persönliche assoziationen wecken zu wollen - sagen "ich trank, brach und fluchte" oder was auch immer);
und es gibt worte, wie das hier diskutierte "konsenspop", die tauchen irgendwann mal auf, bürgern sich ein, haben keinen klaren urheber und sind opensource.

"konsenspop" erscheint mir sowieso sehr vertraut, weil die zusammensetzung nichts eigenes hat - konsens+pop halt, liegt auf der hand, ist normaler gebrauch der deutschen sprache.
ich würde mich weder dafür rühmen, hätte ich es gerade zum ersten mal verwendet, noch für den weitergebrauch schämen.

weil: wenn schreibende nicht mehr suffigieren und zusammensetzen können, ohne ein copyright hinter ihre wörtchen zu hauen oder ohne nach ursprüngen gefragt und gescholten zu werden, dann gute nacht sprache.

+ christian hat recht, bei beiden themen

Montag, 31.05.10 16:01
 

müßt ihr euch echt zurückhalten um euch nicht netiquettenwidrig über lena zu äußern?? ist ja wohl völlig unwichtig und nicht weiter bemerkenswert die alte. also ich ignoriere die ohne größere anstrengung.

Montag, 31.05.10 16:06
 

nee, so schlimm auch wieder nicht. meine zustimmung galt eher dem ablehnenden unterton, beleidigen will ich lena aber nicht. sie soll mich nur in ruhe lassen...;)

Montag, 31.05.10 16:13
 

die Lena selbst laesst mich ja in Ruhe aber der Lena-Rummel findet mich doch. Die Empfindlichkeit liegt aber wahrscheinloch an mir - ich mag keine Grossveranstaltungen, wo immer viele Fans sind muss ich weg.

Montag, 31.05.10 17:37
 

"Was gutes von jemand anders wiederverwerten zeugt von Hochachtung."

das war vielleicht einmal so, siehe die künstlerische aufwartung und verehrung manch eines (musik-)produzenten in sachen disco/house/techno/hip hop, stichwort: samplingkunst, die ihren vorbildern und idolen dadurch eine nahezu messianische verehrung zuteil werden liessen. dieser ethos in sachen anleihen ist über die vergangenen jahre jedoch einem enormen werteverlust unterlegen, so dass in sehr vielen produktionen und arrangements kaum mehr etwas von hochachtung zu verspüren ist...

Montag, 31.05.10 19:10
 

wasn das für ne hirnwichserei hier? zurück zum thema!? sorry, es fühle sich niemand persönlich angegriffen.

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