"Grand Prix-Party? Muss das sein?", mopperte der Nightlife-Guru, als die Redaktion ihn für den gestrigen Abend in den Waldsee orderte. "Das muss sein. Vielleicht gewinnt Lena ja wirklich." Und sie hat gewonnen. Und der Guru fand den Abend bei der Eurovision-Party des SchwuLesDance eigentlich auch ganz gelungen.










gut geschrieben. übrigens hat die türkei eine ernstzunehmende rockmusikszene (jenseits von tarkan, sezen aksu und mustafa sandal) - der auftritt war professionell, aber schon ein kleiner abklatsch von 30 seconds to mars.
was wohl jeder sich gefragt hat, kommt im bericht sehr gut rüber: warum hat lena gewonnen!? für mich war griechenland, irland oder island klar vorne. aber an manipulation glaube ich nicht, der song von lena geht einfach gut ins ohr.
übrigens war die party nach der übertragung äußerst ermüdend und vorhersehbar. was meiner meinung nach ganz klar an dem dorfdisco-dj-programm lag. bitte in zukunft DJ LaBreeze! (schleichwerbung)
Schöner Bericht!
Hab's nicht gesehen, aber "uns’ Lena" hat eindeutig den Natürlich- und Niedlichkeitsfaktor. Singen kann sie einigermaßen und das Liedchen ist nicht schlecht. Sie sollte aber mehr auf ihre Figur achten!
@zebra
auf ihre wiebiddewas??
Sie sollte weniger auf ihre Figur achten.
Ich war kurz auf der Reeperbahn und bin sehr schnell vor dem weinenden Xavier Naidoo und gepflegten älteren Herren, die sich an mir gerieben haben, geflüchtet. Ich hab es mir dann in einer Kneipe angeschaut, mit der selben dämlichen halbironischen Einstellung, die alle dort hatten.
@Zebra: Aufhören!
Lena hat eine schöne, schlanke Figur, das muss ich jetzt sagen, obwohl ich das eigentlich nicht sagen will!
Zebra geh zurück ins Pro-Ana-Forum, dem du scheinbar entwischt bist, du zweidimensionale, doofe Kommentarschleuder!
Im offiziellen Video ist sie sogar sehr (!) dünn, zum Glück beim Grand-Prix etwas mehr, gesund eben.
http://www.youtube.com/watch?v=YOGVolb87NI
ein video von lena bevor sie irgendjemand gekannt hat
@looky und björn: das war ironisch gemeint (ich bin davon ausgegangen, dass das bei ihrem Anblick wirklich jedem klar sein müsste)!
War hier nicht zu lesen, dass es im Cheers nen Shot umsonst, je 12-Punkte geben sollte? Die arme Putzfrau!
gestern in der stadt: 3 angetrunkene herren mit deutschland-fahne, sehr beseelt von einem deutschen sieg.
es kommen ein haufen mädels mit auf die wangen gemalten deutschland-fahnen und gesellen sich frohen mutes dazu. die mädels fangen sofort an "lena, lena" zu skandieren, woraufhin die herren augenblicklich den freudentanz unterbrechen und leicht verärgert klarstellen:"NEE, NIX LENA! FUSSBALL!!!!!"
:-D :-D
:D das mit Griechenland hab ich auch gesagt...
hab mir nur die Zusammenfassung und Punktevergabe angeschaut und obwohl ich den Grand-Prix oberflächlich und doof finde habe ich mich *ungläubig* gefreut wie ein Schnitzel über die vielen Punkte
@Einspruch: lesen--->denken--->schreiben (und dabei auf einigermaßen zivilisierte Umgangsformen achten). Wenn man was nicht versteht, hilft manchmal auch nachfragen...
Ich bin ja auch normalerweise nicht begeistert von der Musik, aber wenn man seine Skepsis einfach mal nen Abend abschaltet war die Punktevergabe doch ein absolutes Highlight :)
@björn
wenn wir wörter jetzt nur noch erlauben wenn sie 1. noch nie jemand benutzt hat oder 2. schon total viele benutzt haben dann kriegen wir aber schwierigkeiten auf dem weg von 1 nach 2 :)
oder meinst du der guru hätte einen shoutout an den ersterfinder machen müssen? letztlich muss man bei sowas natürlich auch an
http://de.wikipedia.org/wiki/Konvergenz_ (Biologie)
und http://de.wikipedia.org/wiki/Parallelevolution denken
Wenn Martin Walser (Den ich nur ausgesucht habe, weil es bei ihm besonders einfach ist Neologismen zu finden), Wortneuschöpfungen verwendet wie "zentralkomiteehaft", "molièregenährt", Unterdrückungsstrecke", fände ich es heikel, die einfach so zu übernehmen. Für mich es geht darum, die vorhandenen Puzzleteile zu verwenden oder sich eigene auszusägen. Ist natürlich nicht einfach festzulegen, wann ein Wort zum Allgemeingut wird, aber bei diesem habe ich den Verdacht, dass es vor zwei Wochen von einem Redakteur erdacht und seither von fünfzig anderen verwendet wurde. Ist aber auch gleichgültig, ist ja ein schöner Artikel und was ich so zusammenschreibe hält keiner stilistischen Überprüfung stand.
ehrlich gesagt halte ich ein wort ab dem moment für allgemeingut in dem man es das erste mal verwendet. wenn ich von walser wesentliche stilelemente übernehme, um damit dasselbe zu tun und sagen, was er tut und sagt, und ihm damit leser und das verdiente rampenlicht raube dann ist das natürlich äußerst unanständig. aber einzelne wörter können, gerade wenn wie im deutschen jeder sprecher jeden tag durch rekombination neue begriffe schafft, meiner meinung nach nicht mit gutem gewissen als geistiges eigentum zu reklamieren. die wahrscheinlichkeit, dass da jemand zufällig - siehe konvergenz/parallelevolution - auf dieselbe idee kommt ist zu groß. außerdem es ist unmöglich, jemandem nachzuweisen, wie und wann er tatsächlich ein wort in seinen wortschatz aufgenommen hat, so dass es fast wiederum unanständig erscheint, jemandem - dreiste extremfälle ausgenommen - etwas zum vorwurf zu machen, was man ihm eh nicht mit nennenswerter beweiskräftigkeit nachweisen kann.
@ björn: den begriff "konsenspop", meinetwegen auch "konsens-pop", habe ich das erste mal in einem schweizer musikblog vor etwa fünf, sechs jahren gelesen, und in verkörperter form in der printausgabe der de:bug, irgendwann anfang 2008, im zusammenhang mit der rezension des damals soeben erschienenen albums "made in the dark" der formation hot chip... in zusammenhang mit lena (meyer-landrut) hat es vor ein paar wochen jedoch ein journalist / redakteur der ZEIT aufgegriffen bzw. in den hochjournalismus eingeführt.
"wenn ich von walser wesentliche stilelemente übernehme, um damit dasselbe zu tun und sagen, was er tut und sagt, und ihm damit leser und das verdiente rampenlicht raube dann ist das natürlich äußerst unanständig"
ist das nicht montagekunst? bei der hegemann'schen war das doch so...
unter montagekunst verstehe ich, und ich weiß, dass du das scherzhaft meintest, aber ich erklär das jetzt trotzdem, wenn versatzstücke eingesetzt werden, um die mit ihnen verbundenen emotionen abzurufen. hakenkreuzflagge und dollarzeichen zusammenkleben für ein besonders faules beispiel. der knackpunkt ist aber dass bei der kombination was anderes rauskommen muss als die summe der teile. wenn hegemann einen haufen sachen über kaputte partyleute zusammenklebt um ein buch über kaputte partyleute zu machen, dann ist das eben keine montage, sondern plagiat. auch wenn sie meiner meinung nach praktisch jedes geklaute zitat, einschränkung: das ich gelesen habe, sprachlich verbessert hat. ihre tragödie ist, dass sie nicht zehn jahre älter ist, sonst hätte sie das alles selbst beschreiben können. allerdings wäre sie dann halt auch nicht berühmt geworden, sondern wäre als ein sprachlich besserer airen in der obskurität rumgeeiert :)
Hm. Wenn ich geneigt bin, eine Wortneuschöpfung zu verwenden, deren Urheber ich kenne, denke ich sofort: "Das gehört mir nicht" und "Peinlich, wenn es jemand merkt" und lasse es bleiben.
Was gutes von jemand anders wiederverwerten zeugt von Hochachtung. und bei einzelnen Worten kann man nicht immer die Originalquelle angeben.
Zum Phaenomen Lena sag ich lieber nix - netiquettenrisiko.
ich denke, es geht doch darum, dass man einige sprach(neu)schöpfungen mit individuen verbinden kann
- dann ist es klar ihr stil und wenn man sich dessen bedient, sollte man den/die inspirator/in erwähnen
(und bei häufigem gebrauch wird auch ein solches wort/redewendung/whatever allgemeingut. dann muss man auch nicht mehr mit fußnoten arbeiten, weil "ich kam, sah und siegte" ganz klar von caesar ist, aber jeder kann - ohne caesar als akteur der geschichte im hinterkopf zu haben und persönliche assoziationen wecken zu wollen - sagen "ich trank, brach und fluchte" oder was auch immer);
und es gibt worte, wie das hier diskutierte "konsenspop", die tauchen irgendwann mal auf, bürgern sich ein, haben keinen klaren urheber und sind opensource.
"konsenspop" erscheint mir sowieso sehr vertraut, weil die zusammensetzung nichts eigenes hat - konsens+pop halt, liegt auf der hand, ist normaler gebrauch der deutschen sprache.
ich würde mich weder dafür rühmen, hätte ich es gerade zum ersten mal verwendet, noch für den weitergebrauch schämen.
weil: wenn schreibende nicht mehr suffigieren und zusammensetzen können, ohne ein copyright hinter ihre wörtchen zu hauen oder ohne nach ursprüngen gefragt und gescholten zu werden, dann gute nacht sprache.
ich denke, es geht doch darum, dass man einige sprach(neu)schöpfungen mit individuen verbinden kann
- dann ist es klar ihr stil und wenn man sich dessen bedient, sollte man den/die inspirator/in vielleicht in einem nebensatz erwähnen
(und bei häufigem gebrauch wird auch ein solches wort/redewendung/whatever allgemeingut. dann muss man auch nicht mehr mit fußnoten arbeiten, weil "ich kam, sah und siegte" ganz klar von caesar ist, aber jeder kann - ohne caesar als akteur der geschichte im hinterkopf zu haben und persönliche assoziationen wecken zu wollen - sagen "ich trank, brach und fluchte" oder was auch immer);
und es gibt worte, wie das hier diskutierte "konsenspop", die tauchen irgendwann mal auf, bürgern sich ein, haben keinen klaren urheber und sind opensource.
"konsenspop" erscheint mir sowieso sehr vertraut, weil die zusammensetzung nichts eigenes hat - konsens+pop halt, liegt auf der hand, ist normaler gebrauch der deutschen sprache.
ich würde mich weder dafür rühmen, hätte ich es gerade zum ersten mal verwendet, noch für den weitergebrauch schämen.
weil: wenn schreibende nicht mehr suffigieren und zusammensetzen können, ohne ein copyright hinter ihre wörtchen zu hauen oder ohne nach ursprüngen gefragt und gescholten zu werden, dann gute nacht sprache.
+ christian hat recht, bei beiden themen
müßt ihr euch echt zurückhalten um euch nicht netiquettenwidrig über lena zu äußern?? ist ja wohl völlig unwichtig und nicht weiter bemerkenswert die alte. also ich ignoriere die ohne größere anstrengung.
nee, so schlimm auch wieder nicht. meine zustimmung galt eher dem ablehnenden unterton, beleidigen will ich lena aber nicht. sie soll mich nur in ruhe lassen...;)
die Lena selbst laesst mich ja in Ruhe aber der Lena-Rummel findet mich doch. Die Empfindlichkeit liegt aber wahrscheinloch an mir - ich mag keine Grossveranstaltungen, wo immer viele Fans sind muss ich weg.
"Was gutes von jemand anders wiederverwerten zeugt von Hochachtung."
das war vielleicht einmal so, siehe die künstlerische aufwartung und verehrung manch eines (musik-)produzenten in sachen disco/house/techno/hip hop, stichwort: samplingkunst, die ihren vorbildern und idolen dadurch eine nahezu messianische verehrung zuteil werden liessen. dieser ethos in sachen anleihen ist über die vergangenen jahre jedoch einem enormen werteverlust unterlegen, so dass in sehr vielen produktionen und arrangements kaum mehr etwas von hochachtung zu verspüren ist...