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Alley Cat im fudder-Test: Wie sexy ist das neue Erotikmagazin für Frauen?

„Jung, unverblümt, sexy, provokant“ - Das sind die Schlagworte, mit denen die neue Frauenzeitschrift Alley Cat von ihren Herausgebern beschrieben wird. Seit gestern können sich Frauen ihr eigenes Bild von dem neuen Lifestyle-Magazin Mit Erotikfaktor machen. fudder Praktikantin Selina, 17, und Mitarbeiterin Anna-Lena, 27, haben die erste Ausgabe unter die Lupe genommen.



Alley Cat will sich an Frauen richten, „die mehr wollen!“. Nicht aber mehr Klamotten, mehr Horoskope oder mehr Diättipps, sondern ganz einfach mehr Sex. Bereits das Inhaltsverzeichnis macht deutlich, worum es die nächsten 138 Seiten geht: Provokant unterteilt in Kategorien wie „Vorspiel“, „Im Schlafzimmer“, „Vor dem Spiegel“ oder „Im Flugzeug“ erwartet man unverblümten Sex und natürlich viel nackte Haut.

Von der Examensarbeit zum Frauenmagazin. So könnte man die Entstehung von Alley Cat (wörtlich: „streunende Katze“, umgangssprachlich "Bordsteinschwalbe") kurz umschreiben. Ina Küper ist Gründerin und Chefredakteurin der Zeitschrif. Sie studierte Journalismus und Medienkommunikation an der Düsseldorfer AMD. Für ihre Examensarbeit entwickelte sie ein völlig neues Konzept für ein Frauenmagazin, gab ihm den Namen Alley Cat und brachte es ab 2008 unter Selbstmanagement und geringer Auflage an die Frau. Damit ist jedoch jetzt Schluss. Das internationale Medienhaus Hubert Burda Media aus Offenburg hat das „streunende Kätzchen“ bei sich aufgenommen und wird nun monatlich 150.000 Exemplare herausgeben.

„Ich will nackte Männer sehen“, sagt Anna-Lena noch bevor sie die Zeitschrift in den Händen hielt. Doch beim Durchblättern machte sich nach nur wenigen Sekunden Enttäuschung auf ihrem Gesicht breit. „Da sind ja nur nackte Frauen drin.“ „Schon das Titelbild spricht eher Männer an als Frauen“, beschwert sich auch Praktikantin Selina. Und tatsächlich ist eine hübsche Frau, die ihr Gesicht hinter einer albernen Katzenmaske versteckt, wohl nicht die Art von sexy auf die die Otto Normalverbraucherin steht. Schließlich hat dieser Catwoman-Style bereits Hally Barry 2005 eine Goldene Himbeere als schlechteste Darstellerin eingebrockt.



„Die einzigen Männer, die uns in dieser Zeitschrift geboten werden, sind alle vom Typen Latino-Macker in Liebestötern“, sagt Anna-Lena. „Und der einzige nackte Männerarsch, der uns präsentiert wird, ist auch noch behaart.“ Auch Selina ist von dem geringen Männeranteil des Frauen-Erotikmagazins enttäuscht. „In Erotikzeitschriften für Männer sind immer nackte Frauen zu sehen. Und zwar ganz nackt. Und jetzt kommt eine Zeitschrift vom gleichen Typ für uns Frauen raus und man sieht auch hier fast nur nackte Frauen. Das macht den Eindruck, als müsste man sich dafür schämen auch mal einen entblößten Pimmel zu zeigen.“

Dass dem nicht so ist haben bereits die beiden Kölnerinnen Nicole Rüdiger und Elke Kuhlen gezeigt. In ihrem Magazin „Jungsheft“ (fudder berichtete) wird man gleich mit einer Vielzahl von Phalli konfrontiert, und jedes Model darf seinen auch in ausgefahrenem Modus präsentieren. Auf solche Latten wartet man bei Alley Cat vergebens. Lediglich nackte Frauenbrüste blitzen einem entgegen. „Da sieht man ja in der BRAVO mehr“, sagt Selina und erntet zustimmendes Nicken. „Ich finde, dass sich Alley Cat nicht sonderlich von anderen Zeitschriften abgrenzt. Es sind die gleichen Themen und Infos. Der einzige Unterschied ist, dass es hier von der ersten bis zur letzten Seite eben nur um Sex geht. Das ist schon fast anstrengend und vermittelt den Eindruck, als würde man als Frau zwischen 18 und 35 einfach alles mit Sex in Verbindung bringen.“



Selbst Chefredakteurin Ina Küper gesteht im Editorial der Erstausgabe: „So viel Sex kann verwirrend sein.“ Tatsächlich ist man leicht verwirrt, wenn SWR3-Moderator Michael Spleth auf Seite zwölf seine Top Ten der besten Beischlafmusik bekannt gibt. Erst recht, wenn dabei Peter Maffay mit „Es war Sommer“ auf Platz acht landet. Und ob ein “Sexikon“ dem Leser diese Verwirrung wieder nehmen kann, bleibt fraglich.

„Ich finde die Zeitschrift kein Stück vielseitig. Es geht um Sex, aber eben sehr harmlos und vor allem kommerziell. Es ist eher Werbung als Phantasie“, sagt Selina nachdem sie Alley Cat durchgeblättert hatte. Und auch Anna-Lena wird die anfängliche Enttäuschung nicht mehr los. „Es wird in dieser Zeitschrift nur vermittelt, wie wir Frauen Männer heiß machen können. Dabei müsste es doch bei einem Erotikmagazin für die Frau gerade andersrum sein. Ich hätte gerne mehr nackte Männer gesehen, vor allem vom Typ Holzfäller-Schwede. Außerdem sind die Artikel, selbst wenn sie von SM handeln, so harmlos geschrieben, dass sie auch in der BRIGITTE stehen könnten. Es fehlt das Verbotene und vielleicht sogar etwas Abschreckende à la Feuchtgebiete.“

Die streunende Katze hat sich als harmloses Hauskätzchen entpuppt. Alley Cat ist somit durchaus etwas für Frauen, die mehr wollen. Allerdings lediglich von Dingen, die es bereits in Hülle und Fülle gibt.



Alley Cat, 3 Euro
seit gestern im Zeitschriftenhandel








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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 12
 

wenn der playboy oder so zu 80% nackte männer in die ausgabe packen würde könnten die den laden dichtmachen. komische entscheidung der redaktion.

die leute vom selben geschlecht wie die leser in so ner zeitung müssen vorbildfunktion haben, also vorzugsweise älter - wie werde ich mehr wie pierce brosnan - und dann brauche ich noch leute vom sexuell präferierten geschlecht im präferierten alter zum anglotzen. mannmannmann, hättense mal mich gefragt.

Freitag, 21.05.10 15:07
 

hm, vielleicht ist das ein verstecktes Konzept und es sollen doch Männer angesprochen werden?!
Wahrscheinlich funktioniert der Playboy einfach nicht als umgekehrte Version, Frauen sollen ja viel weniger empfänglich sein für die visuellen Reize und eher auf taktile ansprechen...also hätte man ggf einfach ein Stück Katzenfell aufs Heft kleben sollen...

Coa
Freitag, 21.05.10 15:11
 

Das erinnert mich an eine Southpark Folge (welche nur..) in der Mr./Mrs. Garrison ein \\\"erotisches\\\" Buch für Frauen schreiben will und ca. 6083 mal das Wort Penis verwendet um am Schluss dann zu erfahren das es das, Zitat: \\\"Schwulste Buch der Welt\\\" ist.

Also worauf ich eigentlich hinaus will ist folgendes, wenn ihr Pimmel und nackte Ärsche sehen wollt...get some gay porn ;)

So Long

//Die Folge war: Cherokee Hair Tampons


Coa hat den Kommentar am 21.05.2010 um 15:15 bearbeitet
Freitag, 21.05.10 15:15
 

Passt auf, dass ihr wegen diesem Bericht nicht wieder im Pornofilter von Google landet!

Freitag, 21.05.10 15:27
 

Das Erotikmagazin für osteuropäische oder anderer Kulturen abstämmige Männer heißt:


Lorettobad


Onkel Ralph hat den Kommentar am 21.05.2010 um 15:28 bearbeitet
Freitag, 21.05.10 15:53
 

Mehrere Punkte:

* Frauenbild dieses Hefts: "Ich bin die megawilderotische Frau und dauergeil. Aber erstmal muss ich Kosmetikprodukt XYZ benutzen, mich in Dessous stecken und Troddeln auf die Nippel kleben und Sex and the City-Schuhe anziehen. Dann erst kann ich Sex haben." Nunja. Nicht sehr befreit, das.

* Nicht genug nackte Männer. Kann ich aber nachvollziehen, warum sie das nicht gemacht haben. Ist ja auch schwer. Weil man ja keine Playgirl-Beefcake-Fotos will. Und die Jungsheft-Variante (das ich immer noch ganz wunderbar finde) ist halt extrem und absolut nicht Mainstream. Die Fotos die drin sind, sind bieder und langweilig und kein bisschen sexy. Das sexieste Bild des ganzen Hefts ist das, was wir als dritte Illustration haben.

* Die ganze Aufmachung ist wie die jeder anderen Frauenzeitung. Ich glaube, das war bei den bisherigen (Indie-) Ausgaben anders.

* Ich frage mich ja auch: wie oft kann man so ein Heft machen? Wollen die jetzt echt jeden Monat dieses Ding mit MegalwildeSexStory ErotischesDessousShooting AphrodisierendesRezept durchexerzieren? Ich gähne schon jetzt.


* Ganz grundsätzlich sind so Erotikhefte, die nicht rein visuell sein wollen (i.e. tendeziell eher für Frauen), einfach echt schwer zu machen. Denn ordentlich über Sex & Erotik zu schreiben ist schwer. Merkt man zum Beispiel am eigentlich sehr superen Feigenblatt, da sind immer mal wieder einfach mau geschriebene "Erlebnisberichte" (i.e. Fantasien) drin, die Dr.Sommer "Mein erstes Mal"-Niveau haben. Brrrrr.

 

sex ist eh superöde als literarisches/journalistisches thema

also wenn ich nicht gerade akut zu masturbieren beabsichtige


she was busted goods from the get-go, same as everyone. hat den Kommentar am 21.05.2010 um 16:01 bearbeitet
Freitag, 21.05.10 19:02
 

coa trifft den nagel: wer sowieso keine mode oder miese lifestyletips haben will, kauft sich n softes gayheft, die jungs dürften in aller regel natürlich und ansprechend abgelichtet sein...


Jass hat den Kommentar am 21.05.2010 um 19:03 bearbeitet
Samstag, 22.05.10 17:46
 

genau so notwendig wie der Playboy. Wers braucht....

Montag, 02.08.10 22:27
 

@caro: alle Frauen, die ich so kenne, finden Sex and the City unglaublich lustig, distanzieren sich dann aber in bestimmten Situationen auf einmal unglaublich von den Dingen, über die sie kurz vorher, eben genau beim Schauen dieser Serie, noch sehr herzlich lachen konnten...
...muss dann wohl eine gewisse Selbstironie sein...

Montag, 02.08.10 22:27
 

@caro: alle Frauen, die ich so kenne, finden Sex and the City unglaublich lustig, distanzieren sich dann aber in bestimmten Situationen auf einmal unglaublich von den Dingen, über die sie kurz vorher, eben genau beim Schauen dieser Serie, noch sehr herzlich lachen konnten...
...muss dann wohl eine gewisse Selbstironie sein...

Donnerstag, 05.08.10 13:18
 

Alley Cat wartet auf Erfolge auf dem Lesermarkt. Bislang liegt das Heft wohl wie Blei in den Regalen

http://www.wuv.de/nachrichten/medien/burda_zukunft_von_alley_cat_ungewiss

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