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Linie 1: Schüler vom Rotteck-Gymnasium spielen Musical

Im E-Werk bringt die Theater-AG des Rotteck-Gymnasiums am Montag das Musical "Linie 1" auf die Bühne. Wir haben die Schüler einen Probentag lang begleitet. Eine Reportage.

Theater Rotteck

Der Eingangsbereich vom E-Werk ist kaum wieder zu erkennen: Auf den Tischen stehen lauter Spiegel, auf den Theken häufen sich Puderdosen, Lippenstifte und Haarklammern. Visagistinnen der Theater-AG verwandeln das Foyer in eine Maske. Etwas nervös laufen die Jungs und Mädels des Rotteck-Gymnasiums hin und her, suchen ihre Accessoires. Regisseurin Constanze Fuhrmann trommelt ihre Schützlinge zusammen und scheucht sie von der Maske auf die Bühne.



Bevor sich alle auf ihren Posten begeben und die Probe beginnt, kommen die 34 Schüler zusammen. Zum Aufwärmen macht die Gruppe Auflockerungs-, Sprech- und Reaktionsübungen. Nachdem das Stampfen und Klatschen der letzten Übung verstummt ist, gibt Frau Fuhrmann das Kommando zum Probenbeginn.



Die ersten Schauspieler betreten die Bühne. Sie sind jetzt keine Freiburger Schüler mehr, sondern Fahrscheinkontrolleure, Obdachlose und Junkies aus Berlin. Immer wieder unterbricht Fuhrmann die Schauspieler, nimmt kleine Veränderungen vor und gibt Regieanweisungen. Die eine Schauspielerin soll lauter sprechen, der andere Akteur ist ihr im Ausdruck zu schlapp. Die Szene wird wiederholt. Wieder und immer wieder, bis das Gesamtbild der Theaterleiterin gefällt.



Die Musik kommt noch aus der Dose. Doch bei den Aufführungen wird sie die Lehrer-Eltern-Band auf der Bühne spielen. Die Band wurde extra für die Produktion gegründet. Die Kulissen der U-Bahn hat die Theaterleiterin aus einem Oberkircher Theater besorgt. "Die Kostüme haben die Jugendlichen selbst gefertigt. Nur selten leihen wir uns Bekleidung. Das eigene Zusammenstellen der Kostüme bringt die Akteure auch dazu, sich nochmals mit der Rolle auseinanderzusetzen", so Fuhrmann.

Theater Rotteck

In der Pause gehen die jungen Schauspieler kurz raus, um frische Luft zu schnappen und etwas zu essen, dann geht's weiter. Bis zur Premiere am Montag steht dem Team noch viel Arbeit bevor. Zum Beispiel die Sachen mit den Rollen, auf denen momentan der Straßenbahn-Waggon steht. Ziemlich unruhige Angelegenheit. "Die Rollen müssen weg, da müssen wir uns eine Alternative einfallen lassen", sagt Fuhrmann. Texte und Choreographien müssten noch sicherer werden.



Worum geht's?

Im Musical Linie 1 vom Berliner GRIPS Theater geht es um ein junges Mädel vom Land, die ihren Traumprinzen, von dem sie schwanger ist, in Berlin finden will. Überfordert vom Treiben der Großstadt begegnet sie den schrägsten Typen. Sie trifft auf Rassismus, Arbeitslosigkeit und Armut.

Im weiteren Sinne handelt das Musical vom Aneinandervorbeileben der Menschen, von Hoffnungslosigkeit und Selbstmord, aber auch von der großen Liebe. Trotz dieser düsteren Themen gelingt es Regisseurin Fuhrmann und ihrer Theatertruppe, die musikalische Revue zwar nachdenklich, aber auch frisch und lustig zu inszenieren.

Was: Linie 1, gespielt von der Theater AG des Rotteck-Gymnasiums
Wann:
Montag, 17. Mai 2010, Dienstag, 18. Mai 2010, und Donnerstag, 20. Mai 2010, jeweils um 20 Uhr
Wo:
E-Werk Freiburg
Tickets:
6 Euro (4 Euro ermäßigt)



     




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 8
Mittwoch, 12.05.10 18:58
 

Ein nettes Stück aus den Achtzigern, das man allerdings ohne starke Bearbeitung 20 Jahre nach dem Mauerfall eigentlich nicht mehr unbearbeitet aufführen kann.

Mittwoch, 12.05.10 19:49
 

... zumal die letzte der Wilmersdorfer Witwen mit Sicherheit ihrem Mann gefolgt ist...

http://www.youtube.com/watch?v=IQU8Z3AGxXE

Mittwoch, 12.05.10 20:20
 

@tc: Der lag mir auch auf der Zunge... :))

Allerdings werden die ja auch immer älter. Und mit einer schönen Pension vom NS-Gatten kann man ein gesundes und langes Leben führen und auch mit 90 noch prima ins KaDeWe fahren.




Übrigens wollte ich auf keinen Fall die Aufführung mies machen, wie gesagt, das Stück ist an sich nicht schlecht und am wichtigsten ist natürlich, was die Schauspielerinnen und Schauspieler daraus machen.


JosFritz hat den Kommentar am 12.05.2010 um 20:35 bearbeitet
Mittwoch, 12.05.10 22:28
 

Das Stück an sich ist wirklich klasse... allerdings läßt es sich wirklich nicht in die Gegenwart versetzen... anders als z. B. Hamlet.
Das Ding lebt wirklich davon, daß Berlin noch seine Stadtmauer hat.

Ex-Moskito
Donnerstag, 13.05.10 09:36
 

Herrjehmineh, da war ich als Oberstufler auf der Premiere in Stuttgart, das ist ja schon mindestens 500 Jahre her. Ich saß 2 Reihen vor (!) Rezzo Schlauch, das weiß ich noch.

Das Stück hat mir damals sehr gut gefallen.

Donnerstag, 13.05.10 13:13
 

laber doch keinen Scheiss !!! Was hat das Teil mit der Mauer zutun??? Das Musical ist einfach klasse und wird noch immer in Berlin aufgeführt! Und d as Theater in Berlin ist immer voll.


bhkmax hat den Kommentar am 13.05.2010 um 13:16 bearbeitet
Donnerstag, 13.05.10 22:05
 

Wo wird das in Berlin aufgeführt????? Wo???
Mal abegsehen vom Freiburger Schülertheater bietet gerade mal das Stadttheater in Schleswig (laut Ticket Online) Aufführungen...
Linie 1 verlief nunmal im Westen der Frontstadt Berlin von Ruheleben und Schlesisches Tor...
Ein Landei aus dem Westen, sucht ihren Freund und trifft die skurillsten Typen... Punks, Nazis, Witwen, Kontrolletis....
Das Ding lebte von den 80er und war aufgrund der Insellage speziell auf Berlin zugeschnitten.
Außerdem wurde es erst einiger masen zum Erfolg, als D. Hildebrand ab und ein paar Lieder im Scheibenwischer trällern lies... davor interessierte sich dafür kein Mensch und wir Festland-Wessis (so nannten uns Berliner Bekannte) hatten null Ahnung was da ging.
Wer hat nun verbale Diarrhoe????

Beobachtende
Freitag, 09.07.10 16:52
 

@Tattoocheck
Auch wenn der Artikel ein paar Monate alt ist..
Das Stück wird seit ein paar Jahren wieder im Grips aufgeführt (zB heute um 19.30 Uhr) und hat seinen Bezug zur Realität keinesfalls verloren, wie ich letztes Jahr feststellen konnte. Wurde nämlich schon von Volker Ludwig himself etwas entstaubt. :P

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