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Das OB-Wahl-Interview: Dieter Salomon

Am kommenden Sonntag wählen Freiburgs Bürger ihren nächsten Oberbürgermeister. Wie stehen die drei Kandidaten zu den Themen, die junge Menschen in Freiburg beschäftigen? Wie haben sie ihre Jugend erlebt? Zum Abschluß gibt es Caros Gespräch mit Oberbürgermeister Dieter Salomon, in dem es nicht nur um den FC Bayern und den Grünen-Wahlkampf im Allgäu im Jahr 1980 geht, sondern auch um das, was der Amtsinhaber als die "Soziale Frage des 21. Jahrhunderts" betrachtet - die Bildungspolitik.



Kindheit und Jugend
 

Herr Oberbürgermeister, Sie sind im Allgäu groß geworden. Wie idyllisch war Ihre Kindheit?


Ich bin auf dem Dorf groß geworden, drumherum gab es nur Bauernhöfe, und mit meinen Spielkameraden haben wir im Kuh- und Schweinestall gespielt. Da gab es keinen Kindergarten, aber viele Gleichaltrige; wir sind einfach zum Spielen vor die Tür gegangen. Das ist heute nicht mehr so. Nicht mal mehr auf dem Dorf.

Wie war Ihr Leben als 16-Jähriger?


Mit 16 habe ich in Immenstadt gewohnt und bin in die 10. Klasse auf dem Gymnasium gegangen. Ich hatte eine lange Anreise zur Schule, musste morgens um halb sieben aus dem Haus und kam, wenn ich nicht nachmittags Schule hatte, um zwei nach Hause. Ich war Klassensprecher und das war auch so die Zeit, als es mit den Feten losging. Nachmittags habe ich Hausaufgaben gemacht und Fußball gespielt.

Waren Sie in einem Verein?


Bis ich fünfzehn war, ja. Danach wurde es schwierig, weil ich in der Stadt gewohnt habe, der Verein aber auf dem Dorf war, wo ich herkam. Ich habe dann den Fußball aufgegeben und das Volleyballspielen angefangen.

Es gibt ein Foto von Ihnen, das Sie mit 13 Jahren in einem Bayern München-Sweatshirt zeigt. Sind Sie Bayernfan?


Was die Mannschaft anging, hatte man im bayerischen Allgäu nur zwei Möglichkeiten, man war Bayern-Fan oder 60er-Fan. Eine gewisse Sympathie habe ich für den Verein noch immer, aber Bayern ist ein so dominanter Verein, dass man sich freut, wenn auch mal jemand anderer gewinnt. Den attraktiveren Fußball spielt meiner Meinung nach aber seit Jahren Werder Bremen.

Hatten Sie damals bei Bayern einen Lieblingsspieler?


Das war die große Zeit von Beckenbauer und Maier und Müller, das waren alles Weltstars, inklusive Paul Breitner und Uli Hoeneß. Damals hat ja die ganze Nationalmannschaft aus Bayern und ein paar Gladbachern bestanden.

Sie haben ihren langen Schulweg erwähnt. War es sehr schwierig, mobil zu sein?


Ja. Einen Führerschein gab es mit 16 natürlich noch nicht, ich hatte kein Moped, also bin ich Zug gefahren. Wenn man dann nach Sonthofen ins Jugendhaus wollte, dann hieß es trampen.

Sie haben schon erwähnt, dass Sie Klassensprecher waren. Haben Sie das gemacht, weil sonst niemand wollte, oder war Ihnen das schon auch wichtig?


Weiß ich nicht mehr, das hat sich einfach immer so ergeben. Ich war in der Zwölften und Dreizehnten dann auch Schülersprecher. Das lief immer so auf mich zu.

Wie sah ihr Zimmer damals aus?


Mit 16? So genau weiß ich das gar nicht mehr. Irgendwann habe ich mal mein Zimmer braun gestrichen, aber ich glaube, da war ich schon 18. Mit 16, das war so die Zeit von Räucherstäbchen, Patschuli und den ersten Anti-Atomkraft-Plakaten.

Gab es ein bestimmtes Ereignis, das Sie als Teenager zu einem politischen Menschen gemacht hat?


Da gibt es mehrere. Als ich 18 war, gab es im Allgäu eine Bürgerinitiative gegen den Straßenbau, in der ich mich engagiert habe. Das Allgäu ist eine wunderschöne Landschaft, und da einfach eine Autobahn durch zu bauen, das fand ich natürlich pervers.

Und dann hat sich der Onkel eines Schulfreunds 1977 aus Protest gegen das Atomprogramm der Regierung Helmut Schmidt in Hamburg mit Benzin übergossen, angezündet und ist verbrannt. Seine Tat war ein Fanal, das bundesweit durch die Zeitungen ging. Der Mann hieß Hartmut Gründler und sein Tod hat mich und meinen Freund sehr beschäftigt. Wir haben dann viel über das Thema Atomenergie geredet, Debatten geführt und haben schließlich in der Schule auch Anti-Atomkraft-Anstecker getragen. Das hat der Rektor mit der ziemlich idiotischen Begründung verboten, das seien parteipolitische Äußerungen. Das Umfeld im Allgäu war natürlich konservativ ohne Ende, und wir hatten eine Minderheitsmeinung. Allerdings waren wir selbstbewusst genug um zu wissen, dass wir im Recht waren.

Welche Themen haben Sie außerdem beschäftigt?


Das ganze Thema Umwelt. Ende der 70er Jahre kam die Umweltbewegung ja ganz massiv hoch, und ich war nicht ohne Grund mittendrin. Das war eine völlig neue Bewegung: einerseits links, andererseits wollte sie die Natur erhalten. Das passte nicht zusammen, denn bis dahin waren Fortschritt und Technik immer links gewesen. Alles, was die Arbeit erleichtert hat, wurde von linken Parteien befürwortet. Und auf einmal kamen Linke daher, haben Technikkritik geübt und gesagt, dass die Atomkraftwerke nicht sicher sind, weder im Kapitalismus noch im Sozialismus. Das war neu.

Vater sein
 

Sie sind mit 22 Jahren Vater geworden, mitten im Studium. Was war die größte Herausforderung damals?


Das, was andere als klassisches Studentenleben erleben, das hatte ich nie; ich hatte von Anfang an Verantwortungsdruck. Ich war im 3. Semester in Freiburg, als meine Freundin schwanger wurde, und im 4. Semester, als Sarah kam. Da kann man sich vorstellen, dass es danach sehr strukturiert zugehen musste. Sobald man Kinder hat, ändert sich das Leben; man organisiert es um die Kinder herum. Die einen haben Freiheit und die anderen haben Kinder. Die, die die Kinder haben, finden die Kinder toll, und die anderen sind davon genervt. In meinem Freundeskreis gab es also viele andere Eltern, da war mir das Feiern dann nicht mehr so wichtig. Viel wichtiger war es, das Studium abzuschließen und zu promovieren.

Wie lange haben Sie studiert?


Ich habe im Sommersemester '81 angefangen und im Januar '86 meinen Magister gemacht, das waren 10 Semester, und anschließend dann die Promition. Bevor ich nach Freiburg gekommen bin, war ich auch noch für ein Semester in Berlin, aber das habe ich abgebrochen, also eigentlich elf.

Warum das?


Berlin war zu groß und ich war zu klein.

Und sicher auch ziemlich beeindruckend für einen jungen Mann aus dem Allgäu.


Berlin hat durchgehend geöffnet, und das war faszinierend. Ich bin im Winter nach Berlin gekommen, und die Stadt war garstig kalt und neblig und das gefiel mir gar nicht. Ich habe in Alt-Moabit gewohnt und bis ich bei der Uni draußen war, verging eine Dreiviertelstunde. Ich habe versucht, am Otto-Suhr-Institut Politik auf Diplom zu studieren, aber mir war das alles nicht ernsthaft genug. Im Seminar dort wurde eine halbe Stunde lang diskutiert, ob man jetzt rauchen dürfe oder nicht. Das ist mir tierisch auf den Zeiger gegangen, ich fand das einfach unproduktiv. Raucht oder raucht nicht, das ist mir egal, aber quatscht da nicht so lang drüber.

Was haben Sie dann gemacht?


Pause. Ein Jahr lang. Ich bin zurück ins Allgäu und habe als Briefzusteller gejobbt. Danach bin ich lang nach Frankreich gefahren, war mit einem Freund zwei Monate in Afrika, in der Sahara, Tunesien, Algerien, Marokko. Und als ich zurück war, habe ich angefangen in Freiburg zu studieren. Das ging dann sehr gut.

Brauchten Sie dieses Jahr Auszeit, um erwachsen zu werden?


Nein, erwachsen bin ich erst geworden, als ich ein Kind gekriegt habe. (lacht) Wenn überhaupt!

Politischer Werdegang
 

Hat das Vatersein Sie auch politisch beeinflusst?

Ich bin im Gründungsjahr 1980 den Grünen beigetreten, vor dreißig Jahren. Es war eine andere Zeit damals. Damals fing die Friedensbewegung an, es ging um die Pershings, die Mittelstreckenraketen. Man hat damit gerechnet, dass die Welt bald in einem Atomkrieg untergeht, das war alles sehr apokalyptisch. Wir hatten alle 1972 den Bericht des Club of Rome gelesen, „Die Grenzen des Wachstums“, und haben gedacht, 'Oh je, oh je, das wird alles nur noch viel viel schlimmer.'

In diese Welt hinein noch ein Kind zu zeugen, das war ja eigentlich das Zeichen, dass man sich nicht unterkriegen lässt. Ich wurde von vielen Leuten gefragt, wie ich nur in diese Welt hinein noch Kinder haben könnte, und da dachte ich mir immer 'Wofür machen wir das denn alles eigentlich überhaupt? Wofür kämpft man gegen Umweltzerstörung?' Man kämpft für die Kinder. Natürlich auch ein wenig für einen selber, aber vor allem für die Kinder, damit das alles weitergeht. Es war ja auch damals keine unrealistische Gefahr, ob die Menschheit so klug ist, sich vor dem Atomkrieg zu retten. Ähnlich ist es ja jetzt beim Klimaschutz. Wird die Staatengemeinschaft, werden wir genug Vernunft aufbringen, um etwas dagegen zu tun? Das ist auch noch nicht entschieden. Die Zeit läuft davon.

Ihre Mutter war vor Ihnen Mitglied bei den Grünen. Also haben Sie sich nicht mit Ihr über Politik gestritten?


Doch, immer! 1976, bei der Wahl Schmidt gegen Kohl, da habe ich mit ihr gestritten, vorher war ich zu klein. Damals hat sie CDU gewählt. Aber irgendwann ist sie dann bei den Grünen gewesen, als es die Grünen eigentlich noch gar nicht richtig gab. Sie war bei einer Vorläuferorganisation, die hieß AUD, Aktionsgemeinschaft unabhängiger Deutscher, ein konservativer Verein. Ich habe mir nur gedacht 'Besser, sie ist da dabei, als bei der CSU.'

Wie sind Sie selbst zu den Grünen gekommen?


Ich wusste, dass die Grünen sich als linkes Projekt verstehen, und der Versuch, das Linke und das Ökologische zu verbinden, der hat mich interessiert. Konkret hat das auch etwas mit Bayern München zu tun. Im Sommer 1980 hat Bayern München wie immer im Allgäu Trainingslager gehabt und ein Spiel gegen den Bezirksligisten Sonthofen gespielt. Da bin ich hingetrampt; an dem Abend hat es total geregnet. Ich wusste, dass meine Mutter an dem Abend in Sonthofen eine grüne Versammlung hatte, und da habe ich dann nach dem Spiel vorbeigeguckt.

Wie muss man sich die Grünen im Allgäu im Jahr 1980 vorstellen?


Im Herbst 1980 stand die Bundestagswahl Schmidt gegen Strauß an, und die konservativen Grünen waren - auf gut deutsch gesagt - lauter alte Säcke. Der Kreisvorsitzende bei dieser Versammlung sagte damals, die Grünen seien jetzt links geworden, da seien lauter Kommunisten dabei, und er würde ja zu den Zielen stehen, aber man müsste ja den Strauß verhindern, deswegen gelte es, für die SPD Wahlkampf zu machen. Ich war kein Mitglied, zum ersten Mal da, aber habe mich zu Wort gemeldet, die alle für verrückt erklärt und ihnen gesagt, dass sie spinnen. Man könne doch nicht immer das geringere Übel wählen.

Für mich war diese Schmidt-SPD, die das Atomprogramm gemacht hat, nicht wählbar. Und dann habe ich die so provoziert, dass der Kreisvorsitzende gesagt hat: 'Wenn ihr Jungen so gescheit seid, dann macht es doch selber, ich mache auf jeden Fall keinen Wahlkampf für die Grünen'. Und dann habe ich gesagt, 'Gut, dann mache ich das halt'. Dann ist noch jemand aufgestanden, der hat gesagt, er sehe es genauso, das war ein junger Langhaariger, und wenn ich das machen würde, dann würde er mitmachen. Am nächsten Tag hatten wir die Kasse, in der ein paar hundert Mark drin waren, und eine Mitgliederliste, und haben Wahlkampf gemacht. Wir waren noch gar nicht selbst Mitglied, eine vollkommen irre Situation.

Wie machte man 1980 im Allgäu Wahlkampf für die Grünen?


Helmut Maier, der Langhaarige, hatte einen uralten Opel Kadett. Mit dem sind wir tagelang im Allgäu 'rumgefahren und haben das ganze Allgäu zuplakatiert. Das hatte eigentlich null Organisation, es gab überhaupt keine Politstars, die wir da anbieten konnten, denn die Grünen gab es ja noch gar nicht richtig, und im Allgäu schon mal gar nicht. Das war alles noch ganz schön exotisch.

Was stand auf den Plakaten drauf?


Ein Plakat ist heute immer noch berühmt: die Kinderzeichnung, auf der draufsteht „Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt“. Das ist ja eigentlich immer noch das Leitmotiv der Grünen.

Ich habe dann auch noch mit Unterstützung der Grünen aus Kempten eine Veranstaltung in der Stadthalle in Immenstadt mit Petra Kelly geplant. Petra Kelly war ja immer verfolgt, von allen möglichen Leuten, und leicht bis grob hysterisch. Am Tag vor der Veranstaltung, nachts um zwölf, klingelte bei uns zuhause das Telefon, und es war Petra Kelly. Sie könne morgen nicht kommen, müsse noch drei Interviews machen und Fernsehen, und überhaupt, die Scientologen würden sie verfolgen, und eine rechtsradikale Partei aus den USA. Das hat teilweise gestimmt, aber teilweise hat sie es sich auch eingebildet, und ich habe immer nur wieder gesagt: 'Hör her, wenn du morgen nicht kommst, dann können wir den Laden hier zumachen, du bist die einzige Veranstaltung, die wir haben. Du musst morgen kommen.' Wir haben fast eine Stunde gequatscht, und am Ende hat sie mir zugesagt, dass sie kommen würde. Und dann kam sie auch, und drei, vierhundert Leute waren begeistert. Und wir haben bei der Bundestagswahl 1,8 Prozent geholt.

Andere Zeiten!


Es war völlig exotisch, damals. Mein Gemeinschaftskundelehrer, bei dem ich Abi gemacht hatte, war SPD-Kreisvorsitzender, von ihm habe ich viel gelernt, was politisches Denken angeht. Als ich den eineinhalb Jahre nach dem Abi noch einmal getroffen habe, da hat er zu mir gesagt: 'So, das hätte ich aber auch nicht von dir gedacht, du bist bei einer 1,8-Prozent Partei gelandet.' Da habe ich gesagt: Abwarten! (lacht)

Streiten Sie mit Ihrer Tochter über Politik?


Nein. Meine Tochter interessiert sich zwar für Politik, aber nicht für Parteipolitik. Sie nimmt das zwar interessiert zur Kenntnis und hat eine Meinung dazu, aber ich wüsste noch nicht mal genau, was sie wählt. Ich vermute allerdings, dass sie grün wählt. (lacht) Aber ich frage sie nicht.

Warum?


Wenn sie es mir erzählen wollen würde, dann würde sie das schon tun. Sie drückt mir bei der OB-Wahl auf jeden Fall fest die Daumen. Das ist ja schon mal was.

Worüber reden Sie miteinander?


Meine Tochter lebt seit fünf Jahren in Berlin, wir haben gestern telefoniert. Sie ist Kunsthistorikerin und bewirbt sich gerade um Promotionsstipendien. Wir reden darüber, wie es ihr gerade geht, was sie so macht beim Arbeiten.

Waren Sie ein strenger Vater?


Das weiß ich nicht.

Gab es Konfliktpunkte?


Die gab es auch, klar. Ich hatte eine sehr enges Verhältnis zu meiner Tochter, aber ihre Mutter und ich haben uns getrennt als sie acht war, und da wurde das Verhältnis natürlich lockerer, weil sie bei der Mutter gelebt hat. Heute legen wir beide schon Wert darauf, uns regelmäßig zu sehen, und sind uns einig, dass es immer zu wenig ist. Die Entfernung ist ja auch viel zu groß.

Ihnen ist es in der Kindheit ähnlich ergangen wie Ihrer Tochter: auch Ihre Eltern haben sich getrennt, als sie acht waren.


Richtig. Das war beides nicht Absicht, aber es hat sich so ergeben.

Hat das Ihre Sicht auf Beziehungen und Familie beeinflusst?


Unbewusst sicher schon. Ich habe vermutlich gemeint, es anders und besser machen zu müssen als meine Eltern. Das hat auf jeden Fall auch nicht funktioniert.




Freiburg
 

Kommen wir zu den Themen, die Jugendliche in Freiburg beschäftigen. Fangen wir mit dem Z an. Fast ein Jahr ging da nichts, jetzt gibt es drei Gruppen, die einen Neustart dort machen wollen. Warum hat sich dort so lange nichts getan, und wie soll es Ihrer Meinung nach weitergehen?


Die Gruppe von jungen Menschen, die das Z erkämpft hatten, habe ich – damals noch als Stadtrat - sehr unterstützt. Aber heute muss ich sagen, dass die Selbstverwaltung für die Jugendlichen einfach eine Nummer zu groß war. Das hätte man ahnen können.

Warum?


Das waren lauter Schüler, von denen klar war, dass sie früher oder später etwas anderes machen oder Freiburg verlassen würden, das ist ja auch normal. Nach zwei Jahren wusste keiner mehr, was die ursprüngliche Idee war. Deswegen ist das Z dann auch sehr bald so dahin gesiecht.

Hätte man das verhindern können, indem man da rechtzeitig eine Sozialarbeiterstelle geschaffen hätte?


Ja, aber dann hätte man ein Jugendhaus gehabt wie viele andere auch. Das wollten die Jugendlichen und der Gemeinderat nicht. Außerdem sollte alles sehr günstig sein.

Wie soll es weitergehen?


Die neuen Konzepte kenne ich selber nur aus der Zeitung, weil ich nicht im Sozial- und Jugendhilfeausschuss dabei gewesen bin, als sie vorgestellt wurden. Nach allem was ich gelesen habe, überzeugt mich noch keiner der Pläne. Vielleicht sollte man sich überlegen, ob man nicht Proberäume schaffen sollte. In Freiburg gibt es Bands wie Sand am Meer und viel zu wenig Proberäume. Vielleicht ist das ein besseres Konzept, als irgendetwas Halbgares dort hinein zu machen. Das ist zwar noch keine geprüfte Idee, könnte meiner Meinung nach aber sinnvoll sein.

Wie sieht es mit einer kommerziellen Nutzung des Z aus?


Die schließe ich aus. Da könnte man eine Kellerdisko machen, aber davon haben wir in Freiburg schon genug.

In einem ihrer Wahlkampfflyer, der Titel lautet „Vielstimmige Kultur“, loben Sie die Vielseitigkeit des Freiburger Kulturangebots. Welche Orte besuchen Sie denn selbst gerne, wenn Sie einmal ausgehen?


Ich habe eine 80-Stunden-Woche, ich gehe nicht viel aus. Ich bin froh, wenn ich auf dem Sofa sitzen und mal ein Glas Wein trinken kann.

Und für Sie als Oberbürgermeister ist ein Theaterbesuch sicher auch beinahe eine politische Angelegenheit, oder?


So ist es. Egal wo ich hingehe, ob ins Theater oder zum SC, dann ist das für mich auch Arbeit.

Wann waren Sie zuletzt im Stadion?


Ich war, glaube ich, bei der Rückrunde bei einem Spiel. Wissen Sie, wenn man im VIP-Raum vom Stadion ist, da erzählen einem die Leute vor und nach, und wenn Sie Pech haben auch während dem Spiel, was man alles so machen sollte. Ich kann den Fußball dann überhaupt nicht genießen, das ist alles nur Kommunikation. Dann lieber zu Hause vor dem Fernseher, wo ich mich benehmen kann, wie ich will. Auch mal 'Scheiße!' schreien, wenn sie daneben schießen. Ich habe im Stadion schon einmal folgendes erlebt: Ich sitze auf der Tribüne, der Schiri macht eine falsche Entscheidung, ich brülle irgendwas, wie man das halt macht beim Fußball, und dann sagt ein Mann, der neben mir sitzt, den ich nicht kannte, und der seinen vielleicht achtjährigen Sohn dabei hat, 'Herr Oberbürgermeister, hier sind Kinder!' Da dachte ich mir: 'Ich bin hier falsch.' Wenn ich nicht will, dass mein Kind das ein oder andere Kraftwort hören soll, dann sollte ich es nicht mit ins Fußballstadion nehmen, finde ich. (lacht)

Was zeichnet Freiburg – neben dem Fußball – als Kulturstadt denn Ihrer Meinung nach aus?


Freiburg ist eine Musikstadt, eine Stadt der Orchester und der Chöre. Das Freiburger Barockorchester hat zu Recht Weltruf, das Ensemble Recherche ist herausragend und wir haben das SWR Orchester, das sensationell gut ist. Wir haben ein Opernhaus, ein eigenes Symphonieorchester und fantastische Chöre, und zwar nicht nur einen, sondern zehn, fünfzehn, die zwar Amateurchöre sind, aber auf wirklich hohen Niveau und in den unterschiedlichsten Sparten. Und dann sind da auch die vielen Bands.

Braucht Freiburg für seine vielen Bands einen Popbeauftragten?


Das halte ich für Quatsch. Die Freiburger Bands sind ja gut organisiert, zum Beispiel bei Multicore. Man muss die Leute ernst nehmen, sich mit ihnen zusammensetzen und Lösungen finden. Dafür braucht man keinen Popbeauftragten.

Probleme von bleibender Aktualität sind Alkohol, Lärm und Gewalt von Jugendlichen in der Innenstadt. Die Stadt betreibt das Projekt Prärie zur Alkoholprävention, aber wenn ich mir den Polizeibericht von Fasnacht angucke, dann frage ich mich, ob diese Präventionsmaßnahmen die Jugendlichen erreichen. Wie ist Ihre Meinung?


Ich finde es richtig und wichtig, dass wir bei dem Thema Gewalt in der Innenstadt seit zwei Jahren ein massives Aufklärungsprogramm fahren, also Aufklärung an Schulen, in Vereinen und Prävention vor Ort. Was die Polizei im Bermudadreieck an den Wochenenden erlebt, ist das Resultat einer vollkommenen Veränderung der Jugendkultur, die es so vorher einfach noch nicht gegeben hat. Das ist kein Freiburger Phänomen, das ist ein gesamtdeutsches Phänomen, und wenn ich mit den Kollegen in Frankreich spreche, da höre ich, dass das dort genau so ist.

Statistisch ist es so, dass Jugendliche insgesamt weniger Alkohol trinken als früher, aber einige wenige Jugendliche exzessiv deutlich mehr trinken. Wir haben damals auch getrunken, aber wir waren am Ende eines langen Abends betrunken, und heute ist man zu Beginn des Abends schon betrunken. Diese Druckbetankung, sich innerhalb einer halben Stunde eine halbe Flasche Wodka in den Kopf zu knallen, das finde ich total extrem und kann es nicht nachvollziehen. Da hat eine Veränderung der Werte stattgefunden. Wenn wir damals so besoffen gewesen wären, dass wir in der Ausnüchterungszelle oder in der Uniklinik gelandet wären, das wäre uns dermaßen peinlich gewesen, niemand hätte es erfahren sollen. Heute brüsten sich die Jugendlichen damit. Da stimmt irgendwas nicht.

Finden Sie, dass das nächtliche Alkoholverbot des Landes sinnvoll ist?


Die Frage ist ja, wie beim Alkoholverbot im Bermudadreieck: Funktioniert das? Trinken die Leute weniger? Wenn ja, dann ist es sinnvoll. Wenn es aber dazu führt, dass der Alkohol vor einer bestimmten Uhrzeit konsumiert wird oder man sich einfach davor eindeckt, dann ist es nicht sinnvoll. Als wir das Alkoholverbot im Bermudadreieck eingeführt haben, wussten wir nicht, ob es nicht vielleicht zu einer Ausweichsituation führen würde. Tatsächlich hat es aber zu einer Verbesserung der Situation geführt, denn die Leute wollen ins Bermudadreieck, und nicht irgendwo außerhalb herumstehen, wo nichts los ist, und Alkohol saufen. Sie wollen das da tun, wo der Bär steppt, und das ist halt im Bermudadreieck der Fall. Deswegen hat das Verbot auch zu einer Verbesserung geführt.

Das übergeordnete Thema ist ja eigentlich folgendes: Welche Art von Öffentlichkeitskultur wollen wir haben? Ich persönlich habe das Gefühl, dass Jugendliche und ihre Kultur gezielt an den Rand gedrängt werden, egal ob das auf der Sternwaldwiese oder auf dem Augustinerplatz ist. Immer mehr Plätze werden zu Freisitzflächen für die Gastronomie, und es ist kaum noch möglich, innenstadtnah an einem schönen Ort mit einer Gruppe von Menschen Zeit zu verbringen, ohne gleich Geld auszugeben und etwas konsumieren zu müssen. Können Sie das nachempfinden?


Ja. Wobei ich nicht weiß, ob es früher mehr Plätze gegeben hat. Ich glaube auch, hier hat sich die Jugendkultur verändert: Jugendliche sind heute in großen Gruppen unterwegs. In kleineren Gruppen kann man sich im privaten Bereich treffen, aber in großen Gruppen braucht man große Plätze. Und Plätze dieser Art gibt es in der Innenstadt natürlich nicht. In den Stadtteilen vielleicht schon eher.

Was kann man machen, um die Probleme an der Sternwaldwiese zu beheben? Die Situation sollte in diesem Sommer wohl nicht anders werden als im vergangenen.


Als ich im vergangenen Jahr das Bürgergespärch in der Oberwiehre hatte, war die Sternwaldwiese eins der dominierenden Themen. Die Leute, die sich dort über den Lärm, den Müll und den Gestank von den Lagerfeuern beschweren, glauben, sie wären die einzigen mit solchen Problemen, das wäre einzig in der Wiehre so. Aber das ist nicht so, das ist überall ein Problem, auch in anderen Stadtteilen, und wenn ich an den Tuniberg komme, dann ist es dort auch so. Das hat mit vielem zu tun, vor allem mit dem bereits erwähnten veränderten Freizeitverhalten von Jugendlichen.

Dazu kommt ein gesellschaftliches Problem: in einer Stadt, in der viele Menschen auf engem Raum wohnen, muss man nun mal versuchen, miteinander auszukommen. Es gibt einerseits objektiv viel Lärm in der Stadt, aber andererseits gibt es auch eine ganz große subjektive Lärmempfindlichkeit. Man kann nicht in einer Stadt wohnen und dann den Anspruch haben, dass man nachts eine Stecknadel fallen hören kann. Wer in einer Großstadt lebt, der muss wissen, dass es Verkehrslärm gibt, und Betrunkene, die herumkrakelen. Das Problem ist Jahrhunderte alt, insbesondere in einer Studentenstadt. Man kann im Stadtarchiv nachlesen, dass betrunkenen Studenten schon vor 300 Jahren Radau gemacht und Leute sich darüber beschwert haben. Das Zusammenleben ist schwierig und verlangt allen eine große Toleranz ab. Die Einsicht darin, dass es noch mehr Menschen gibt, und dass man nicht einfach tun und lassen kann, was man will, sondern viele Menschen vom eigenen Verhalten betroffen sind, diese Einsicht ist bei jungen Menschen noch nicht so ausgeprägt. Bei ganz Alten meist auch nicht.

Sie haben gerade das Wort Toleranz benutzt: Wie gefällt Ihnen die Säule der Toleranz?


Tja. Als ich die Idee gehört habe, da dachte ich, dass das nicht funktionieren kann. Mittlerweile sehe ich das anders, es hat ja vor Ort eine Verbesserung gegeben. Dass es bei der Einweihung unter der damaligen Situation keinen spontanen Applaus gab, das hätte man sich auch denken können. Es ist aber schon richtig, das jetzt durchzuziehen.

Braucht die Innenstadt ein Lärmkonzept? Im Sommer 2007 zum Beispiel gab es die absurde Situation, dass ein Konzert des SWR-Orchesters auf dem Münsterplatz um 22 Uhr enden musste, während im Bermudadreieck die Downtown-Street-Party tobte.

Die Situation damals beruhte auf der Intoleranz eines Einzelnen, der juristisch Recht hatte, weil er nun einmal verlangen kann, dass um 22 Uhr Ruhe ist. Ich fand das persönlich sehr schade, denn so fantastische Musik in einer friedlichen lauen Sommernacht auf dem Münsterplatz ist schon sehr schön. Der Bürger, der damals geklagt hat, hätte nur das Fenster aufmachen und zuhorchen müssen. Das ist genau das, was ich mit Toleranz meine: Er hat sein individuelles Recht wahrgenommen und hat den 2000 Menschen, die unten auf dem Platz gesessen sind, den Genuss des Abends vermindert, da waren einige mit Recht sauer.

Als Einzelner muss man auch mal zurückstecken. Da gilt auch für die Downtown-Street-Party. Das ist für die Anwohner furchtbar, aber wenn man „Downtown“ wohnt, muss man sie einmal im Jahr ertragen können. Was man nicht ertragen muss, ist allerdings, wenn es jede Nacht laut ist – wie am Augustinerplatz. Das Recht, dort zu wohnen beinhaltet auch das Recht, dort zu schlafen.


Das nächste Thema ist die Bildung. Auf Ihrem Flyer zum Thema Bildung steht „Bildung ist der Schlüssel zur Zukunft: Bei den Kleinen und den Großen. Ich will Freiburg als Bildungshauptstadt stärken.“ Wie haben Sie sich in den vergangenen acht Jahren für die Bildung engagiert?


Zunächst haben wir das begonnen, was eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, aber die ersten Jahre nicht möglich war: die überfällige Sanierung der maroden Schulgebäude. Das ist der größte Posten im Investitionshaushalt, dafür brauchen wir ungefähr 150 Millionen Euro. Außerdem bauen wir die Ganztagsschulen aus. Mittlerweile hat jede Schulart solche Angebote, das treiben wir mit Hochdruck voran, und auch das kostet Geld, denn Ganztagsbetrieb hat auch bauliche Voraussetzungen wie Cafeterien, Ruheräume, Toberäume und Leseecken.

Außerdem betreiben wir eine kommunale Schulpolitik im Sinne einer Verantwortungsgemeinschaft mit dem Land. Wenn immer mehr Ganztagsangebote da sind, dann müssen wir uns um eine Öffnung der Schulen nach Außen kümmern; Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, den Verbänden, den Vereinen, Bürgervereinen. Zudem haben wir vor vier Jahren die Bildungsregion nach Freiburg bekommen, ein Modellprojekt des Landes. Ein anderes Modellprojekt des Bundes nennt sich „Lernen Erleben in Freiburg“, kurz: LEIF, und führt dazu, dass wir die Schulen und die außerschulischen Bildungsträger bis hin zu VHS und Uni vernetzen, um die Übergänge besser zu gestalten. Eines der Hauptziele ist die Verbesserung des Übergangs von Haupt- und Realschülern ins Arbeitsleben, indem wir uns individueller um Kinder und Jugendliche kümmern.

Ich habe mir die Beschreibungen von LEIF angehört – das ist alles sehr abstrakt. Was hat der einzelne Schüler, die einzelne Schülerin in Freiburg denn konkret davon? Wie merken das Schülerinnen und Schüler im Alltag? Oder merken sie das im Idealfall gar nicht?


Doch, das merkt ein Schüler schon. Zum Beispiel im Projekt „Erfolgreich in Ausbildung“, das wir mit der Bundesagentur für Arbeit machen. Das kostet uns knapp 200.000 Euro; die Agentur legt noch einmal so viel dazu. Wir kümmern uns gezielt um Achtklässler in der Hauptschule, die einen schlechten Notendurchschnitt haben. Auch wenn jemand schlechte Noten hat, irgendwas kann er trotzdem besser als andere. Und in diesem Projekt versuchen wir, die speziellen Talente der Jugendlichen herauszufinden und zu fördern, damit sie einen Abschluss machen und eine Ausbildung beginnen können. Wir haben festgestellt, dass wir uns um zwei Gruppen besonders kümmern müssen: die einen sind die schlechten Schüler, die anderen sind die guten. Beide Gruppen kommen mit der traditionellen Form des Frontalunterrichts nicht so gut zurecht. Die einen kommen nicht mit, die anderen langweilen sich. Und die Kinder, die nicht mitkommen, das sind Migrantenkinder, weil sie die Sprache nicht können, und Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen, weil sie auch vieles nicht können, wenn sie in die Schule kommen. Deshalb müssen wir mit der Förderung früh ansetzen, bei der Sprachförderung, zum Beispiel bei den Unter-Dreijährigen, und eben bei den Achtklässlern, nicht erst nach dem Ende der Hauptschule.

Wir versuchen auf allen Ebenen, dieser Ungerechtigkeit in der Gesellschaft entgegen zu steuern. Die Bildungspolitik ist die soziale Frage des 21. Jahrhunderts. Es ist auch – nebenbei bemerkt – die ökonomische Frage des 21. Jahrhunderts, denn heute schon haben wir gleichzeitig Arbeitslosigkeit und Fachkräftemangel. Arbeitslosigkeit ist in mangelnder oder falscher Qualifikation begründet, und in zehn Jahren werden wir händeringend Leute suchen. Wir können es uns einfach nicht erlauben, dass Leute in ihrer Bildungsbiographie verschwinden; irgendwann Hauptschule und dann nie mehr gesehen.

Gibt es schon Ergebnisse?


Wir haben an den Hauptschulen die Abbrecherquote von 12 Prozent auf 4 Prozent gedrückt, weil wir uns individueller um die Kinder kümmern.

Letztes Thema: Jugendbeteiligung. Es gibt keinen gewählten Jugendrat mehr in Freiburg. Und nun?


Den hatten wir, und der hat jetzt vor einiger Zeit die Arbeit eingestellt, weil die Strukturen wenig befriedigend waren.

Wie kann erfolgreiche Jugendbeteiligung in Freiburg aussehen?

Das eingangs erwähnte Z ist das beste Beispiel, woran Jugendbeteiligung oft scheitert: Man muss Kontinuität reinbringen. Jugendliche wollen sich nicht – und das finde ich vollkommen nachvollziehbar – über Jahre hinweg verpflichten. Sie wollen eher projektbezogen aktiv werden, oder auch einmal spontan, denn ihre familiäre und schulische Situation ändert sich ja noch. Darin lagen auch die Gründe für die Auflösung des Jugendrats. Da wird mal gewählt, und zum Schluss ist niemand mehr da, der irgendetwas macht. So feste Strukturen sind für Jugendliche einfach schwierig. Da ist es besser, Jugendliche gezielt und nur da, wo es sie betrifft, mit ihrem Sachverstand einzubeziehen. Das geht aber nur schwer über gewählte Vertreter.







  [Fotos: Carolin Buchheim, Privat, Rita Eggstein, Dominik Schmidt]




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 18
Donnerstag, 22.04.10 15:23
 

als TV-Tipp: bei TV Südbaden im Südbaden Talk sind heute alle drei Kanditaten zu Gast. Stefan Pawellek ist zudem m. E. ein fähiger Moderator.

Sendeuhrzeiten: 18:30 Uhr 19:30 Uhr 20:30 Uhr 21:30 Uhr 22:30 Uhr 23:30 Uhr

 

Eigentlich kommt er in dem Interview ganz okay rüber. Aber es wird natürlich nix helfen. Gleich geht das Geprügel los.


Zhattobrambramgnollooofaspallpallhemdzimmeruzeisenbahn hat den Kommentar am 22.04.2010 um 18:46 bearbeitet
k_c
Donnerstag, 22.04.10 19:45
 

ich bin sooo froh, wenn die wahl endlich vorbei ist. diese ständigen interviews, live-übertragungen und wählerbefragungen gehen einem auf den keks. man merkt wirklich, dass freiburg provinz ist o.O

Tilman
Donnerstag, 22.04.10 20:05
 

1)
Das mit Scientology ist vermutlich ein Fehler. Ich erinnere mich an eine Reportage von damals, da ging es um die EAP ("europäische Arbeiterpartei" - Teil der Larouche Sekte), mit der hatte Petra Kelly einen Konflikt, nicht mit Scientology.

2)
Wenn sie sehen würde, was aus den Grünen geworden ist, würde sich Petra Kelly wohl im Grabe umdrehen :-(

Donnerstag, 22.04.10 20:18
 

Ich tippe auf zwei Wahlgänge, dann dauerts noch länger mit den Personalbeschreibungen...

Donnerstag, 22.04.10 22:48
 

dieses selbstverliebte grinsen...da könnt ich....

Donnerstag, 22.04.10 23:23
 

ich bin beim besten willen kein Freund dieses Mannes, aber in dem Interview sagt der Dieter echt tolle Sachen! Vor allem in punkto Z und Sternwald Wiese muss ich ihm echt recht geben. Lob!
Kritik an Fudder, mehr Politik und weniger Blödsinn aus seiner Jugend wär besser. Fudder is ja nicht die Bild!

Freitag, 23.04.10 01:26
 

Ein sehr gutes, ausführliches Interview mit sehr gut gestellten Fragen. Kompliment, caro!

Freitag, 23.04.10 07:24
 

die antworten sind teilweise wirklich in ordnung und das ist der beste beweis für die theorie; egal wie man einen politiker anmalt, ob grün, gelb,rot....

es steckt immer ein politiker drin.

Freitag, 23.04.10 10:33
 

schön dass auf kritische fragen verzichtet wurde,das hätte
den harmonischen gesamteindruck wahrscheinlich nur gestört.
rührende bunte personality scheisse gepaart mit als fragen getarnte steilvorlagen.sowas ist auch nur in der provinz möglich wenns nur eine zeitung gibt.

Freitag, 23.04.10 11:06
 

Was sollte man denn da machen Marcello?
Ein weiteres Printmedium aus der Taufe heben?

Freitag, 23.04.10 11:21
 

@philippkramer: Ist dein Grinsen optisch charaktersicher? Oder sollte, wer im Glashaus sitzt...

Freitag, 23.04.10 11:47
 

@Bromf: Hä?

Freitag, 23.04.10 22:30
 

ich hoffe auf 2 Wahlgänge dann sahne ich doppelt ab bei der Wahlhelferentschädigung *lol*

Samstag, 24.04.10 10:47
 

Das gut geführte Interview beweist, dass Salomon kein Dummer ist und auch per se nicht unsympathisch. Aber er ist nun mal eine Gallionsfigur für das schwarz-grüne Projekt der weißen Mittelschicht und davor graut zumindest mir.

Samstag, 24.04.10 23:48
 

Und grüner Politik fühlt sich der bisherige Oberbürgermeister der Stadt Freiburg ja nicht mehr so ganz verpflichtet. Es macht ihm wohl auch nichts aus, die Finanzen der Stadt mit den Gewinnen aus Atomstrom aufzubessern. In der Diskussion der Kandidaten zur OB-Wahl bei TV Südbaden äußerte er sich zu der Frage, wieso die Badenova auch mit Atomstrom arbeitet. Man müsse eben auch auf das Geld achten. Er werde damit Kinderbetreuungsplätze und anderes finanzieren.

Das Video ist hier

http://www.tv-suedbaden.de/default.aspx?ID=3865

Minute 17:05 kommt der Einwurf von Günther Rausch und die Nachfrage zum Atomstrom der Badenova

der Stream direkt:
http://regio-streamer.de/tvsuedbaden/pawellek/20100422_pawellek.wmv

Sonntag, 25.04.10 12:07
 

@all.. super gutes interview und mit sicherheut ein sehr guter oberbürgermeister... salomon hat uns weite gebracht als böhme

Sonntag, 04.08.13 09:41
 

In meinen Augen sind die Antworten nur Bla Bla Bla. Wenn man die Schaffensweise des Herrn Salomon verfolgt, so wird man feststellen, daß er eigentlich gar nichts mehr im Sinne der Freiburger Bevölkerung tut. Das fängt z. B. damit an, daß er als "Grüner" die Tauben vergiften läßt, die dann auf die erbärmlichste Weise verrecken. Ich schäme mich für so einen "Grünen". Die Kosten für Gift verstreuen und im Gegensatz dazu Futter mit geburtsreduzierenden Pillen verteilen sind ungefähr im gleichen Rahmen. Aber Herr Salomon entscheidet sich lieber für Gift!!!

Oder: Vor Jahren bekam die Stadt Freiburg im Seepark Bäume gestiftet. Geht man heute im Seepark spazieren, wird man feststellen, daß diese geschenkten Bäume nahezu alle krank und kaputt sind. Keiner interessiert sich für "grüne" Bedürfnisse.

Ganz viele Bäume sind am Absterben, weil sie von Kletterpflanzen schier erstickt werden. Bäume sind in Freiburg unsere grüne Lunge. Es schert niemanden, wenn alles verreckt. Bäume erhalten ist scheinbar überflüssig.

Aber anstatt wirklich was zu machen für Freiburg, fliegt Herr Salomon mit 10 "ausgewählten" Personen ins Ausland, um sich zu profilieren. Und das auch nicht "Holzklasse" sondern First Class.

Wäre es nicht angebrachter, Herr Salomon kümmert sich mal um die Probleme, die "zu Hauf" in Freiburg existieren, statt sich feiern zu lassen? Und wenn man schon einen auf "Kultur" macht, würden 2 oder 3 Personen mit Holzklasse auch ausreichen. Oder sehe ich das falsch?

Und diese erbärmlichen Prestige-Bauten. Da interessiert sich niemand dafür, daß Freiburg eine so wunderbare Altstadt hat. Was muß man da Scheußlichkeit an Scheußlichkeit bauen. Freiburg wäre ein größerer Anziehungsmagnet mit einem schönen alten Stadtkern, statt einem Gemisch von Scheußlichkeiten und wunderbaren alten Gemäuern. Ich bin traurig über soviel, Pardon für meinen Ausdruck, Unverstand.

Ich hoffe in Zukunft auf einen Bürgermeister, dem nicht nur die eigenen Bedürfnisse am Herzen liegen, sondern dem evtl. auch noch die Anliegen der Freiburger Bevölkerung wirklich interessieren.

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