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Nightlife-Guru: Podiumsdiskussion mit OB-Kandidaten und Ehefrauen @ Jazzhaus

"Politik für Frauen ist Politik für die ganze Stadt". Mit diesem Slogan luden die Unabhängigen Frauen Freiburg gestern Abend ins Jazzhaus ein, um mit dem amtierenden OB Dieter Salomon, seinen beiden Herausforderern Günter Rausch und Ulrich von Kirchbach, sowie mit deren Ehefrauen über frauenspezifische Themen zu diskutieren. Unser Nightlife-Guru war bei der Podiumsdiskussion dabei.


Programm & Podium

Die unabhängigen Frauen wollen den OB-Kandidaten in frauenspezifischen Gebieten auf den Zahn fühlen und auch deren Ehefrauen kennenlernen. Es soll vor allem um Chancengleichheit, Kinderbetreuung, Städtebau, Kultur und Bildung gehen. 

Der erste Programmpunkt umfasst die Vorstellung der Politiker-Ehefrauen, danach sollen Salomon, von Kirchbach und Rausch in vier Blöcken die Fragen der Unabhängigen Frauen beantworten. Im Anschluss gibt's eine Podiumsdiskussion.

Die Ehepartnerinnen sind eingeladen, da man nicht "die ungegenderte Spitze, sondern auch die Frauen dahinter" kennenlernen möchte. Wobei man mit dem Begriff "Frau dahinter" an diesem Abend natürlich vorsichtig umgehen muss.


Wer war da?

Auf dem Podium: OB Dieter Salomon und die beiden Kandidaten Ulrich von Kirchbach und Günter Rausch. Und da bei einer Veranstaltungen der Unabhängigen Frauen natürlich die Frauen nicht zu kurz kommen dürfen, sind auch deren Ehefrauen eingeladen. So sitzen also auf der Bühne auch Cristina Gangotena, Frau von Ulrich und Stefanie Rausch, ihreszeichens Gattin von Günter.

Mechthild Blum, Redakteurin der Badischen Zeitung, ist als Moderatorin da, könnte aber manchmal etwas beherzter zur Sache gehen.

Vor dem Podium: Frauen. Viele Frauen. Unabhängige Frauen. Strickpulli-Frauen. Toughe Frauen, die ihre teure Filzkleidung in Wiehre-Designerläden kaufen.  Ehepaare mit gleichen Frisuren. Eine Handvoll Studierende. Zwei Wagenburglerinnen. Paare, die im gleichen Stil ihre Beine übereinanderschlagen.



Wer war nicht da?

Helen Hall-Salomon. Die Frau von Dieter Salomon. Bei einer Veranstaltung, die es ausdrücklich vorsieht, die Ehefrauen der Politiker vorzustellen, schon etwas merkwürdig.

Der amtierende OB findet aber eine smoothe Antwort, auf die neugierige Frage, warum seine Frau ihn nicht begleitet: "Sie ist eben eine sehr unabhängige Frau." Da applaudieren und johlen die ersten Reihen.



Podiumsatmosphäre & Aussagen- TÜV

Sagen wir mal so: Entspannt ist etwas anderes. Hier wird jedes - aber wirklich jedes - Wort auf die Goldwaage gelegt. Buhrufe, wenn Cristina Gangotena nur die maskuline Form "Lehrer" gebraucht. Gemoser und Gezeter, wenn OB Salomon zu weit ausholt oder von etwas spricht, mit dem die Frauen nicht einverstanden sind, was - wie es sich bei einer Podiumsdiskussion nunmal gehört - sehr oft passiert.

Abgesehen davon ist der Abend eher zäh. Ulrich von Kirchbach und Dieter Salomon können sich auch nach zwei Stunden nicht wirklich locker machen, allein Günter Rausch wirkt neben den beiden wie ein kämperischer und enthusiastischer Idealist, der es als einziger versteht, das Publikum ein bißchen wachzurütteln.

Die großen Freiburg-Frauen-Themen sind: Kinderbetreuung, Gleichberechtigung, der Platz der Alten Synagoge, St. Luitgard, die Wagenburg, Wohnprojekte, Wohnungsmangel, Mietpreise und Bildung.

Gender ist das Wort des Abends, das in verschiedenen Formen eingesetzt und von den Kandidaten geschickt in ihre Antworten eingestreut wird. Denn wer von "gegenderten" Stellen und einer "gegenderten" Zukunft spricht, hat die Frauen schon eher auf seiner Seite.


Catering und Getränkekarte

Die am häufigsten gesichteten Getränke des Abends sind Bier und Weinschorle. Manch' einer gönnt sich aber auch eine Bionade.




Auf dem Klo um halb elf

Liegt - ganz verwahrlost -  ein Flyer von Ulrich von Kirchbach.


Aufregerle & Aufheiterle

Moderatorin Mechthild Blum zitiert aus Wikipedia, wie man eine First Lady definiert, erntet von den beiden Politikerfrauen aber entsetzte Blicke. "Jede Frau ist ihre eigene First Lady" kontert Cristina Gangotena.

Vorstellungsrunde. Cristina Gangotena über ihre Rolle als Ehefrau von Ulrich von Kirchbach: "Ich habe mir diesen Mann ja auch bewusst ausgesucht." Darauf Moderatorin Mechthild Blum: "Das will ich auch hoffen."


Fazit

Der Abend unterschied sich  - trotz Bühnenpräsenz der Ehefrauen - nicht wirklich von einer normalen Wahlveranstaltung. Bleibt die Frage nach Sinn und Zweck dieser Podiumsdiskussion. Eine Zuschauerin bringt es auf den Punkt: "Hätte man bei drei BürgermeisterkandidtInnen auch deren Ehemänner eingeladen?"





 





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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 8
Donnerstag, 11.03.10 17:46
 

Danke, fudder.

Donnerstag, 11.03.10 17:49
 

Die vollständige Podiumsdiskussion als Video gibt es hier:

http://podcast.ob-wahl-freiburg.de/2010/2010-03-10-uff.mp4

Donnerstag, 11.03.10 17:51
 

Ha, kann mir schon denken warum Frau Hall- Saolomon nicht da war, und die erst Reihe jubelte.

Im Jazzhaus ist Rauchverbot, woll?

Donnerstag, 11.03.10 18:00
 

"Helen Hall-Salomon. Die Frau von Dieter Salomon. Bei einer Veranstaltung, die es ausdrücklich vorsieht, die Ehefrauen der Politiker vorzustellen, schon etwas merkwürdig."

**********************************

Wenn man den Sinn solcher Veranstaltungen mit Gattin überhaupt akzeptiert, dann stimmt das.

Und natürlich nutzte die Lebensgefährtin von UvK, Cristina Gangotena, diese Steilvorlage, als sie auf die Frage, wie sie denn ihren Mann unterstütze, durchaus spitz antwortete: "Erstmal schon allein dadurch, dass ich hier bin."

Ob Frau Hall-Salomon wirklich wegen politisch-dogmatischer Bedenken hinsichtlich der Trennung von politischem Amt und Familie nicht anwesend war, möge dahin gestellt bleiben, allerdings war sie bisher durchaus bei vielen offiziellen Anlässen an der Seite Salomons zu sehen.

Freitag, 12.03.10 11:01
 

Was hat Nightlife mit Politik zu tun... schon wieder falsches Thema in dieser Sparte

Samstag, 13.03.10 11:42
 

Tatsächlich eher ein Thema für eine andere Rubrik, aber trotzdem interessant

Samstag, 13.03.10 15:09
 

so wie der guru berichtet, gab es außer äußerlichkeiten wohl wenig inhalte an dem abend, aber das sind wir von ihm ja gewöhnt.

"Die großen Freiburg-Frauen-Themen sind: Kinderbetreuung, Gleichberechtigung, der Platz der Alten Synagoge, St. Luitgard, die Wagenburg, Wohnprojekte, Wohnungsmangel, Mietpreise und Bildung."

--> ist das alles? etwas mehr details wären wünschenswert.

Sonntag, 14.03.10 15:24
 

Dass ich nochmal "Dieter den Verbieter" in Schutz nehme. Als, ob man dafür seine Frau mitnehmen muss, um zu beweisen, dass man Politik für Frauen machen kann. Ich finde das eher armselig diesen Ansatz....außerdem dürfen Frauen nur dann was sagen, wenn es um Frauenpolitik geht und bei Wirtschaftsthemen dürfen sie dann zu Hause bleiben, häh?

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