Ambiente
Runterkommen nach der Arbeit, das will Rudi Hundsrückl, Nachschichtler seit einer kleinen Ewigkeit. Nach der Schicht, da kann er nicht einfach schlafen gehen. Nach der Schicht, das ist um sechs Uhr früh und das
Bierchen zum Feierabend muss er eben am Vormittag trinken.
Genau wie bei Kosta Tsenios, der Wirt des Ouzo-Stüble. Kosta ist 36 Jahre und arbeitet in der
Nachtschicht seit neun Jahren – im Fotolabor bei CeWe in Eschbach wie sein Kollege Rudi. Dazu schmeißt er die Kneipe, zusammen mit seinen Eltern Dimitri und Eleni.
Da ist es schwer eine Partnerin zu finden. Der 36-jährige hat es im
Internet versucht. Jetzt hat es endlich geklappt im Chat. Sie werden sich zum ersten Mal begegnen, der Gastwirt aus Freiburg und die Krankenschwester auf den Philippinen. Morgen geht es auf die große Reise. Man sieht wie sein Herz klopft. Sie wird in Manila am Flughafen stehen und ihn abholen.

Die anderen hier haben sich selbst und ihre
Sehnsucht nach einer freundlicheren Welt. Jochen, der Werbegrafiker hat seine Träume noch nicht ganz begraben. Einen Film über Freiburg will er drehen.
Zeit seines Lebens hat er fotografiert, mit seiner
Rolleicord in sechsmalsechs. Die Fotos von seinen kleinen Fluchten hängen mitsamt den anderen bunten Bildern aus fernen Ländern im Wohnzimmer an der Schwarzwaldstraße.

Jochen Halbach ist mit der Kneipe aufs engste verbunden, hat er doch seine Lebensgefährtin hier kennengelernt. "Werkstatt" hieß das hier früher. In den 80ern war es eine Szenekneipe und auch eine
Schwulenkneipe. Bis ein
Mord geschah. 1985 war das und danach war's erst mal aus mit lustig. Die Gäste blieben aus, die Wirte wechselten. Bis die Familie Tsenios kam.
Auf der Speisekarte
Mit dem Ouzo-Stüble hatten sie auch gastronomisch noch viel im Sinn, als sie die Kneipe übernahmen. Frischen Fisch gab's vom
Holzkohlegrill. Der Fisch wurde ganz frisch aus Frankreich geholt. Eleni Tsenios stand selbst in der Küche. Doch den Gästen war es zu teuer.
Und so blieb der Fisch zu oft im Kühlschrank, solange, bis er nicht mehr frisch war. Das rentierte sich nicht und schnell war es vorbei mit der Küche im Ouzo-Stüble.
Kaffeepreis
Nur ein Gericht ist geblieben: das
Getreideschnitzel mit Bratensauce. Das ist immer da und wird fleißig geordert. Es muss so lecker sein, dass beim Verzehr der Appetit auf weitere Schnitzel erst richtig angeheizt wird.
Das Schnitzel wird in Gläsern serviert – desgleichen die Bratensauce. Auf der Karte heißt es Bier und kostet 2,50 Euro – ein halber Liter. Das
Erlebnis-Bier von der Brauerei Altenmünster wurde vor einiger Zeit durch Bier von Felsgold ersetzt – mit vergleichbarem Erlebniswert. Die Bratensauce dazu heißt
Ramazotti und kostet 2,50 Euro.

Ein
Ouzo im Ouzo-Stüble kostet 1,60 Euro. Die Weine stammen aus Kreta und sind für drei Euro in weiß und vier Euro in rot zu haben (0,25l). Eine Cola bekommt man für zwei Euro und einen Espresso für 1,60 Euro.
Wegbeschreibung
Vom Bertoldsbrunnen über die Salzstraße zum Schwabentor fahren, den
Greifeneggring überquereren, dann links herum in die Kartäuserstraße abbiegen. Von der Kartäuserstraße die zweite Straße rechts nehmen und über die Dreisambrücke fahren.
Direkt danach links herum auf den Dreisamuferweg schwenken. In die zweite Straße rechts abbiegen. Das ist die Bleichestraße. Bis zur
Schwarzwaldstraße fahren, rechts abbiegen. Nach etwa 20 Metern steht man vor dem Ouzo-Stüble.
Adresse
Ouzo-StübleSchwarzwaldstraße 117
79117 Freiburg
0761-2927605
Öffnungszeiten
Montag bis Samstag 8.30 bis 24 Uhr
Sonntag 8.30 bis 15 Uhr
Foto-Galerie: Stephan Elsemann
Tipp: Wartet einen Augenblick, bis die Galerie komplett geladen ist. Ihr könnt euch dann ganz bequem jeweils das nächste Foto anzeigen lassen, indem ihr auf eurer Tastatur die Taste "N" (für "next") drückt.